Lage in Nordfriesland und Bestimmungshilfe

Thomas Pruß, (vor 9180 Tagen)

Moin Leute,
nachdem es lange so aussah, als würden wir im Norden dieses Jahr pilzlos beenden, gab es gestern die große Überraschung:
Insgesamt fanden wir etwa 4 bis 5 kg Pilze. Der Fund bestand überwiegend aus
- Totentrompeten (unglaubliche Mengen an denselben Stellen wie vor 2 Jahren. das lässt auf Standorttreue und periodisches Wachstum schließen)
- Pfifferlingen, sehr viele große
- Semmelstoppel-Pilzen
- Täublingen (Speise, Frauen-)
- Trompetenpfifferlinge

Daneben gefunden:
Zitterzahn,
Knollenblätterpilze in grün und gelb

unbekannte Pilze, bei denen ich hoffe, das ihr mir helfen könnt. Fundort immer Schwabstedter Wald bei Schwabstedt. Geestrücken, sandig unter Eiche und Buche
Pilz 1:
Größe bis max. 10, einfarbig braun in Hut, Lamellen und Stiel
Hut trichterförmig und in den Stiel übergehend
Stiel faserig zäh und ganz charakteristisch verdreht
Lamellen im Hut gedrängt stehend, längere Lamellen sehr weit am Stiel herablaufend, ähnlich wie bei Pfifferlingen. Wuchsort: gesellig auf einem vermoderten Laubbaumstumpf (Eiche oder Buche).
Besonderheit: Sehr starker Geruch nach Anis

Pilz 2 könnte evtl. ein Ritterling gewesen sein:
Größe um 10 cm, recht festfleischiger Stiel und Hut Ø 8 cm, Farbe ein bläuliches Grau in Stiel und Hut, Hut mit feinen Schuppen bedeckt (ähnlich dem Grünling oder Edelritterling), jung rund, alt etwas trichterförmig. Hutrand nicht fransig oder gelappt, einfach glatt und dünn. Lamellen gedrängt stehend, heller als die Hut- und Stielfarbe, nicht den Stiel erreichend. Geschmack und Geruch – jedenfalls für mich – eher unauffällig, vielleicht ein wenig bitter.

Pilz 3:
Größe um die 8 cm, Hu tØ ebenfalls. Huthaut rehbraun, etwas schmierig, glänzend. Hut halbkugelig, im Alter flacher, aber mit nach unten gezogenem Rand. Stiel hellbraun, faserig und zäh. Lamellen etwas dunkler als cremefarben mit in allen Altersstadien typischen rot- bzw. rostbraunen Flecken. Wuchsort: gesät unter Buchen.

Da ich keine Digicam mit hatte, bitte ich euch darum, die Pilze anhand dieser Merkmale zu bestimmen. Es reicht mir schon die Gattung, wenn’s nicht anders geht.
Merci vielmals und
Grüsslis
Thomas

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Re: Lage in Nordfriesland und Bestimmungshilfe

Piwo, (vor 9180 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Leute,
nachdem es lange so aussah, als würden wir im Norden dieses Jahr pilzlos
beenden, gab es gestern die große Überraschung: Insgesamt fanden wir etwa
4 bis 5 kg Pilze. Der Fund bestand überwiegend aus
- Totentrompeten (unglaubliche Mengen an denselben Stellen wie vor 2 Jahren.
das lässt auf Standorttreue und periodisches Wachstum schließen)
- Pfifferlingen, sehr viele große
- Semmelstoppel-Pilzen
- Täublingen (Speise, Frauen-)
- Trompetenpfifferlinge
Daneben gefunden: Zitterzahn,
Knollenblätterpilze in grün und gelb
unbekannte Pilze, bei denen ich hoffe, das ihr mir helfen könnt. Fundort
immer Schwabstedter Wald bei Schwabstedt. Geestrücken, sandig unter Eiche
und Buche
Pilz 1: Größe bis max. 10, einfarbig braun in Hut, Lamellen und Stiel
Hut trichterförmig und in den Stiel übergehend
Stiel faserig zäh und ganz charakteristisch verdreht
Lamellen im Hut gedrängt stehend, längere Lamellen sehr weit am Stiel
herablaufend, ähnlich wie bei Pfifferlingen. Wuchsort: gesellig auf einem
vermoderten Laubbaumstumpf (Eiche oder Buche).
Besonderheit: Sehr starker Geruch nach Anis
Pilz 2 könnte evtl. ein Ritterling gewesen sein: Größe um 10 cm, recht
festfleischiger Stiel und Hut Ø 8 cm, Farbe ein bläuliches Grau in Stiel
und Hut, Hut mit feinen Schuppen bedeckt (ähnlich dem Grünling oder
Edelritterling), jung rund, alt etwas trichterförmig. Hutrand nicht
fransig oder gelappt, einfach glatt und dünn. Lamellen gedrängt stehend,
heller als die Hut- und Stielfarbe, nicht den Stiel erreichend. Geschmack
und Geruch ? jedenfalls für mich ? eher unauffällig, vielleicht ein wenig
bitter.
Pilz 3: Größe um die 8 cm, Hu tØ ebenfalls. Huthaut rehbraun, etwas
schmierig, glänzend. Hut halbkugelig, im Alter flacher, aber mit nach
unten gezogenem Rand. Stiel hellbraun, faserig und zäh. Lamellen etwas
dunkler als cremefarben mit in allen Altersstadien typischen rot- bzw.
rostbraunen Flecken. Wuchsort: gesät unter Buchen.
Da ich keine Digicam mit hatte, bitte ich euch darum, die Pilze anhand dieser
Merkmale zu bestimmen. Es reicht mir schon die Gattung, wenn?s nicht
anders geht.
Merci vielmals und
Grüsslis
Thomas

Hallo Thomas,

wie du sicher weißt, ist das Bestimmen von Pilzen anhand von Bildern nicht immer leicht. Fast unmöglich ist es nach Beschreibungen. Trotzdem denke ich daß dein Pilz 1 ein Aniszähling (Lentinellus cochleatus) war. Er wächst aber eher büschelig als gesellig.

Gruß Piwo

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Anis-Zähling?

Birgit, (vor 9180 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas

Pilz 1: Größe bis max. 10, einfarbig braun in Hut, Lamellen und Stiel
Hut trichterförmig und in den Stiel übergehend
Stiel faserig zäh und ganz charakteristisch verdreht
Lamellen im Hut gedrängt stehend, längere Lamellen sehr weit am Stiel
herablaufend, ähnlich wie bei Pfifferlingen. Wuchsort: gesellig auf einem
vermoderten Laubbaumstumpf (Eiche oder Buche).
Besonderheit: Sehr starker Geruch nach Anis

Anis-Zähling??? Wenn jung müßten sie wie Tüten zusammengerollt sein. Aber den kennst du sicherlich schon.

Gruß

Birgit

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Re: Anis-Zähling!!

Thomas Pruß, (vor 9180 Tagen) @ Birgit

Moin Birgit,
dammich, Du hast recht! Ich kenne den Pilz, aber ich habe ihn noch nicht gesehen. Die Jungpilze waren tatsächlich so zusammengerollt.
Vielen Dank, dass du mir auf die Sprünge geholfen hast.
Grüsslis
Thomas

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Re: Lage in Nordfriesland und Bestimmungshilfe

Thomas Pruß, (vor 9180 Tagen) @ Piwo

Moin Piwo,
auch dir vielen Dank für die Hilfe! Du hast recht, „büschelig“ wäre das richtige Wort gewesen – falsche Wortwahl.
Grüsslis
Thomas

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Re: Bestimmungshilfe

Wolfgang F., (vor 9180 Tagen) @ Thomas Pruß

Pilz 2 könnte evtl. ein Ritterling gewesen sein: [...]
Lamellen nicht den Stiel erreichend.

Ritterlinge haben den typischen "Burggraben": die Lamellen biegen vor dem Stiel ein und machen im letzten Millimeter doch noch die Kurve und laufen ein winziges Stück den Stiel 'runter. Wenn die Lamellen wirklich!! frei waren, war es kein Ritterling.

Evtl. mehrere Fruchtkörper ansehen, leider haben nicht alle Ritterlinge die Fach-Autoren gründlich studiert - oder war das andersherum???

Wolfgang