Russula spec. 04 vom Elzeberg *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5804 Tagen)

Liebe Pilzfreunde

diese Taube ist mir heute wieder in die Hände gefallen. Sie wuchs unter Eichen Buchen an einer schönen warmen Westkante des Elzeberges. Der Untergrund ist Rogenstein. Gleich daneben stand Xeriocomus leonis, und deshalb sind erst einmal (fast alle) Pilze an diesem Hang verdächtig auf Besonderheit.

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Natürlich war mein Wunschkandidat der Palisandertäubling

aber nach Anschauen der Sporen kurzzeitiges Wunschdenken:

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nix stachelig, sondern grob warzig mit feiner Netzzeichnung. (kann man das so definieren??)

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HDS 400fach

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ich bilde mir ein, das ich Dermatozystiden sehe, aber mit SV sehe ich quasi nichts anfärbbares. Meine Erfahrung mit diesem Reagenz steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Phenolreaktion im Übrigen auf Hutfleisch unter der Haut negativ. SSP Farbe 4a. Irgendwie bin ich im Schlüssel von Romagnesi aud Russula curtipes gelandet, was ich aber wegen der Hutfarbe für abwegig halte. Wie komme ich weiter? Muß ich noch Inkrustationen suchen? Danke für Hinweise & LG Hartmut

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Stephan Weißer, (vor 5804 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut,
erst mal ein paar Rückfragen: Spp-Farbe 4a, meinst du damit IVa nach Romagnesi? Wie war der Geschmack? Wie groß waren die Exemplare? Wie war die Trama beschaffen, fest oder brüchig? Wie heißt der Palisandertäubling auf lateinisch?

Jetzt ein paar Vermutungen:
- erste Vermutung R. fragilis. Eiche. Geschmack scharf, Spp weiß(lich). Dermatos, Warzen mit feinen Verbindungen, nicht so grob wie deine
- zweite Vermutung: R. brunneoviolacea. Eiche. Geschmack mild, Spp creme. Dermatos, Warzen mit gröberen Verbindungen. Läuft am Stiel gern zitronengelblich an, habe ich selbst schon beobachtet.
- dritte Vermutung: R. turci. Nadelbäume, keine Eiche oder Buche. Geschmack mild, Spp sattocker. Inkrustierte Primordialhyphen, keine Dermatos (die von dir gezeigten breiteren Huthautelemente könnten inkrustierte PH sein!). Warzen mit unvollständigen, gröberen Verbindungen.

Es passt nicht zusammen: Gegen R. turci spricht das Habitat, gegen R. fragilis das Sporenornament, und gegen R. brunneoviolacea spricht die Spp-Farbe IVa.

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Mani walter, (vor 5804 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut

Schwierige Aufgabe - R. curtipes müsste auf Phenol rotbraun reagieren, lese ich im Band 6 von Pilze der Schweiz.
Was verstehst du unter der Spp. 4a? Meine Bücher verschlüsseln dies anders.
Gruss Mani

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Mani walter, (vor 5804 Tagen) @ Mani walter

Tschau zämma

Alle drei Vorschläge von Stephan müssten weinbraun reagieren
Grüsse Mani

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5804 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Hartmut,
erst mal ein paar Rückfragen: Spp-Farbe 4a, meinst du damit IVa nach
Romagnesi? Wie war der Geschmack? Wie groß waren die Exemplare? Wie war
die Trama beschaffen, fest oder brüchig? Wie heißt der Palisandertäubling
auf lateinisch?
Jetzt ein paar Vermutungen: - erste Vermutung R. fragilis. Eiche. Geschmack
scharf, Spp weiß(lich). Dermatos, Warzen mit feinen Verbindungen, nicht so
grob wie deine
- zweite Vermutung: R. brunneoviolacea. Eiche. Geschmack mild, Spp creme.
Dermatos, Warzen mit gröberen Verbindungen. Läuft am Stiel gern
zitronengelblich an, habe ich selbst schon beobachtet.
- dritte Vermutung: R. turci. Nadelbäume, keine Eiche oder Buche. Geschmack
mild, Spp sattocker. Inkrustierte Primordialhyphen, keine Dermatos (die
von dir gezeigten breiteren Huthautelemente könnten inkrustierte PH
sein!). Warzen mit unvollständigen, gröberen Verbindungen.
Es passt nicht zusammen: Gegen R. turci spricht das Habitat, gegen R.
fragilis das Sporenornament, und gegen R. brunneoviolacea spricht die
Spp-Farbe IVa.

Hallo Stephan

hier der Original Fundbericht:
Beitrag 191673

die Tauben waren insgesamt mild, sorry hatte ich vergessen zu schreiben. Ebenfalls bin ich mir bei der Zuordnung der Farbe nach ROMAGNESI IV (4) a, c oder sogar e nicht ganz sicher. Leider ist nicht allzuviel Pulver übriggeblieben, um das sicher abzuwägen. Ein Foto von der Gegenüberstellung:
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Gegen Abend hatte ich schon mit Felix telefoniert, und es ergab sich, das ich das Anfärben mit SV falsch vollzugen habe. Gemischt, drinn geschwenkt und dann in Wasser angeschaut. Danach habe ich Felix seinen Rat befolgt und in SV direkt gequetscht. Das hat leider nicht geklappt, das Hautstückchen war zu hart und die Sose kam seitlich raus, da habe ich erst einmal frustriert aufgehört. Felix meint auch, ich solle (morgen) mal in Karbolfuchsin schauen.

Die Konsistenz war mäßig fest, nicht brüchig und nicht hart. Auch def. reiner Laubwald ohne eingestreute Nadelgehölzer.

Deine drei Vermutungen passen m.E. auch nicht recht. Der Palisandertäubling heißt lateinisch Russula melitodes Romagn. und besitz eine weinbraune Hutfarbe. Allerdings scheidet der sehr seltene Pilz sofort aus wegen isoliert stacheligen Sporen.

LG Hartmut

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

HARZPILZCHEN, (vor 5804 Tagen) @ Mani walter

Schwierige Aufgabe - R. curtipes müsste auf Phenol rotbraun reagieren, lese
ich im Band 6 von Pilze der Schweiz.
Was verstehst du unter der Spp. 4a? Meine Bücher verschlüsseln dies anders.
Gruss Mani

Hallo Mani

Vielen Dank. Sporenpulverfarbe (4a) oder IVa nach ROMAGNESI in Russules d'europe et d'Afrique du Nord, wohl eines der Standardwerke für Russula Bestimmung. Auch SARNARI beschreibt die Farbe des SSP in Anlehnung an die Monographie von Romagnesi (wenn ich falsch liege, bitte um Berichtigung)

In PdS wird ein anderes Farbschema verwendet, auch in Henning Kreisel und anderen Werken. Es gibt aber auch Gegenüberstellungen der einzelnen Farbskalen.

Die Farnreaktion mit Phenol wede ich nochmals wiederholen, es hat sich schon etwas schwutzig verfärbt, graubräunlich. Wie der Unterschied in Exikat und Frischpilz liegt, weiß ich nicht zu beurteilen.

LG Hartmut

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Jesko, (vor 5804 Tagen) @ Mani walter

Zur Phenolreaktion: Soweit ich das verstanden habe, funktioniert die Phenolreaktion nur frisch. Eine positive Reaktion (R. olivacea, alutacea und vinosobrunnea) ist mit deutlichem Violettton/Brombeermarmeladenklacks (dauert ein paar Sekunden). Alle anderen Irgendwiebrauntöne sind eine "negative" oder "banale" Reaktion. Man probiert das wohl am besten einmal selbst mit einer typischen olivacea gegen irgendeine andere Art, dann bekommt man ein Gefühl dafür. Die drei genannten phenolpositiven Arten sind aber auch anhand ihrer Huthaut gut von den anderen abgrenzbar. Also: Phenol vergessen? Nicht so schlimm! Die Abgrenzung zwischen alutacea und vinosobrunnea ist dagegen diffizil - das habe ich inzwischen von Felix Hampe und Jochen Girwert gelernt und meine alutacea zu vinosobrunnea umdeklariert. Das ist jetzt leider kein Beitrag mehr zu Hartmuts Bestimmung ...
Viele Grüße, Jesko

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Stephan Weißer, (vor 5803 Tagen) @ Mani walter

"Phenol negativ", wie Hartmut schrieb, heißt nicht, dass die Trama nicht braun wird, sondern nur, dass sie nicht brombeerrot wird. Dass es sich hier um keinen der Gruppe um R. olivacea handelt, sieht man aber schon am Habitus.

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg

Stephan Weißer, (vor 5803 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Und was hältst du von R. romellii? Hast du den Sarnari-Band 2? Schau mal da rein, da sind die Dermatos mit so merkwürdigen Belägen gezeichnet. Sporenornament und Habitat würden auch passen.

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Re: Russula spec. 04 vom Elzeberg *PIC*

HARZPILZCHEN, (vor 5803 Tagen) @ Stephan Weißer

Und was hältst du von R. romellii? Hast du den Sarnari-Band 2? Schau mal da
rein, da sind die Dermatos mit so merkwürdigen Belägen gezeichnet.
Sporenornament und Habitat würden auch passen.

Hallo Stephan

Hm Russula romellii. Der steht in der engeren Wahl. Kenne ich eigentlich recht gut. Die Fruchtkörper waren aber in der Konsistenz etwas anders und siese Färbung habe ich bei romellii noch nicht gesehen. Ist doch typisch immer mehrfarbig.

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Russula romellii Weißstieliger Ledertäubling

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Russula spec. 04 Elzeberg vom 04.09.2010

Auf meinem Sporenfoto von Russula romellii sind diese m.E. ao wie im SARNARI abgebildet. Dort scheinen die Warzen ehe wie Stachel auszusehen und treten mehr heraus.

Da muß ich wohl oder übel nochmal an die HDS.

LG Hartmut