Psathyrella spintrigeroides *PIC*

interhias ⌂, (vor 5705 Tagen)

Hallo zusammen,

vorausgesetzt, meine Bestimmung ist korrekt, habe ich Psathyrella spintrigeroides P.D. Orton, den Reichbeschleierten Mürbling, letztes Jahr drei Mal gefunden, zwei Mal im Steigerwald und ein Mal im Münchner Umland, stets auf morschen Buchenstämmen. Bestimmt habe ich die Schwammerln mit dem Schlüssel von Örstadius in Funga Nordica und dem Pilzkompendium von E. Ludwig. Vergleichbare Kollektionen aus der Runde wären interessant.

Hier eine Kollektion aus dem Steigerwald (Anfang Oktober 2010 bei der BMG-Tagung gefunden):

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Es gibt sicher mehrere Psathyrellen, die makroskopisch so ähnlich aussehen, doch mikroskopisch ist die Art sehr markant:

Pleurozystiden extrem zahlreich, ziemlich lang, typisch spitz zulaufend und immer mit deutlich verdickter gelblicher Wand, ca. 60-76 x 13-17 groß:

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Sporen: lateral schmal ellipsoid bis bohnenförmig, oft auch mit subapiculärer Depression, frontal ellipsoid bis ovoid, KP deutlich, ca. 1-1,2 µm breit, Maße: im Mittel unter 8 µm lang, bei dieser Kollektion: 7,8 x 4,3 (7-9 x 4-4,5):

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Hier noch das Foto einer Kollektion mit schwächer ausgeprägtem Velum aus dem Würmtal bei München (Ende September 2010):

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Ich vermute, dass die Art auf starkem Buchentotholz gar nicht mal so selten ist. Makroskopisch ähnliche Arten sind z.B. P. fibrillosa und P. rostellata.

Komplette Beschreibungen und weitere Fotos zu dieser Aufsammlung findet ihr auf meiner Psathyrellaceen-Seite unter der Nummer 5.

Grüße aus München
Hias

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Re: Psathyrella spintrigeroides

Der Juergen, (vor 5705 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

Hier mal ein Fund von mir (naturnaher Eichen-Hainbuchen-Wald auf morschem Buchenstamm).

http://forum.fungiworld.com/index.php?topic=4309.msg25654#msg25654

Der Fund wurde letztlich von Andreas Melzer als P. spintrigeroides bestimmt, aber ich denke mir, Du kennst das Portrait sicher schon.

Grüßle
Jürgen

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Re: Psathyrella spintrigeroides

interhias ⌂, (vor 5704 Tagen) @ Der Juergen

Servus Hias,
Hier mal ein Fund von mir (naturnaher Eichen-Hainbuchen-Wald auf morschem
Buchenstamm).
http://forum.fungiworld.com/index.php?topic=4309.msg25654#msg25654
Der Fund wurde letztlich von Andreas Melzer als P. spintrigeroides bestimmt,
aber ich denke mir, Du kennst das Portrait sicher schon.
Grüßle
Jürgen

Servus Jürgen,

danke dir für den Link! Ich würde sagen, diese Kollektion passt ziemlich perfekt zu meinen. Auch makroskopisch.

Beste Grüße
Hias

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Re: Psathyrella spintrigeroides

pilzmel ⌂, (vor 5705 Tagen) @ interhias

Servus Hias,
die Art scheint nicht sooo selten zu sein, wie die Literatur meint. Wenigstens ist sie ortshäufig.
Hast du bei deinen jüngsten Funden die Velumzellen vermessen? Das wäre ein interessanter Punkt. Irgendwie vermischen sich (für mich nicht gut nachvollziehbar) P. spintrigeroides/fibrillosa/squamosa. Die Meldung von squamosa aus Österreich hat sich genetisch als spintrigeroides geoutet, obwohl die Mikros eigentlich gar nicht gut passen. Eine Gattung zum Flüchten!
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Psathyrella spintrigeroides

interhias ⌂, (vor 5704 Tagen) @ pilzmel

Servus Hias,
die Art scheint nicht sooo selten zu sein, wie die Literatur meint.
Wenigstens ist sie ortshäufig.
Hast du bei deinen jüngsten Funden die Velumzellen vermessen? Das wäre ein
interessanter Punkt. Irgendwie vermischen sich (für mich nicht gut
nachvollziehbar) P. spintrigeroides/fibrillosa/squamosa. Die Meldung von
squamosa aus Österreich hat sich genetisch als spintrigeroides geoutet,
obwohl die Mikros eigentlich gar nicht gut passen. Eine Gattung zum
Flüchten!
Beste Grüße!
Andreas

Servus Andreas,

nein, die Velumzellen habe ich nicht vermessen - vermutlich wäre es auch schwierig, noch welche zu finden am Exsikkat. Ich bin strikt nach dem Schlüssel von Örstadius vorgegangen und aufgrund der extrem zahlreichen, langen Pleurozystiden pfeilgerade bei P. spintrigeroides gelandet.

Mit dem Feintuning zu den Nachbararten squamosa und fibrillosa habe ich mich noch nicht beschäftigt, da fehlt es mir an Material. Jedenfalls würde es mich sehr wundern, wenn meine drei letztjährigen Aufsammlungen nicht zusammengehören würden - beim Mikroskopieren kurz hintereinander kommt man gar nicht auf die Idee, dass da noch eine andere Art mitmischen könnte.

Jedenfalls werde ich die Augen offenhalten und zukünftig versuchen dranzudenken, das Velum gleich nach dem Fund unters scharfe Glas zu legen.

Beste Grüße
Hias