Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Ulysses, (vor 5675 Tagen)

Hallo in die Runde,

zur momentanen Morchel-Feierlaune passend rein interessehalber eine kleine Frage. Ausgehend von meinen eigenen Funden und ebenso den hier gezeigten kenne ich nur Morchelfunde (ausgenommen RiMuMo) von Standorten mit zumindest deutlich basischem, meist aber kalkreichem Boden.

Hat denn jemand schon mal Morcheln auf eindeutig kalkarmem oder - noch besser - richtig stocksaurem Boden gefunden?

Schöne Grüße,

Ulysses

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Joschi Siembida ⌂, (vor 5672 Tagen) @ Ulysses

Hallo Ulysses,

Hat denn jemand schon mal Morcheln auf eindeutig kalkarmem oder - noch besser - richtig stocksaurem Boden gefunden?

hatte letztes Jahr eine einzelne Speisemorchel auf Rotliegend. Nicht gerade der typische Untergrund für ne Morchel. Etwas Baseneintrag könnte aber von einer naheliegenden Bahnlinie stammen.

Gruß Joschi

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Ulysses, (vor 5672 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi,

eine Basenanreicherung durch die Bahn mag wohl vorliegen, aber immerhin stammt der Fund schon mal nicht aus einer typischen Kalkgegend... aber wie man an der Anzahl der Antworten sieht (*g*) sind die Morcheln offensichtlich sehr stark kalkgebunden - ich hatte ehrlich gesagt mehr Meldungen erwartet. Vielleicht wird auch einfach nur zu wenig gesucht auf sauren Böden, wer weiß :-)

Auf jeden Fall danke für die Fundmitteilung!

Schöne Grüße,

Ulysses

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Pfalz-Pilz, (vor 5672 Tagen) @ Ulysses

Hallo Ulysses

Ich strolche schon seit den 50er Jahren im nördlichen Pfälzerwald rum ohne das mir im Wald jemals eine Morchel begegnet ist. Habe sie aber auch nie bewusst gesucht.

Meine ersten Funde hatte ich letztes Jahr in den Rheinauen zwischen Ludwigshafen und Speyer.
Seit letztem Frühjahr, seit ich Morchelbiotope etwas kenne, strolche ich in ähnlichen Biotopen in den Bachtälern meiner Umgebung verstärkt rum, in Bezug auf Morcheln aber erfolglos.

Habe auch zwischenzeitlich einige PSV´s unserer Region diesbezüglich angesprochen. Bis auf vereinzelte Funde auf Rindenmulch ist nichts bekannt. Auch passionierte Speispilzsammler kennen die Morchel nicht. Hier steht man überwiegend auf Pfifferling und Steinpilz, vielleicht noch Maronen, Birkenpilz und Parasol. Ganz wenige sammeln auch Täublinge.

Fazit aus meiner Sicht: Keine Morcheln im sauren Pfälzerwald.
Joschis Einmorchelbiotop (mit dicken Eschen, viel Scharbockskraut und Buschwindröschen), das ich zwischenzeitlich auch kenne, liegt etwas nördlich des eigentlichen Pfälzerwaldgebietes und dort wird im weiteren Verlauf der Boden auch kalkhaltiger. Etwa 30/40 km weiter (in Wolfstein) wurde früher sogar Kalkstein bergmännisch abgebaut und auch gebrannt.

Wir werden halt in Zukunft für Morcheln weiterhin 2x50-60 km fahren müssen.

Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

willihund2, (vor 5672 Tagen) @ Ulysses

Hallo Ulysses,

laut Giovanni Pacioni, Das große Handbuch der Pilze, ©1982 BLV Verlagsgesellschaft mbH München
und Herrn Dieter Honstraß in seinem Pilzlehrfilm "So findet man Pilze" sind Spitzmorcheln auch auf sauren Böden zu finden.

Viele Grüsse

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Mani walter, (vor 5671 Tagen) @ Ulysses

Hallo in die Runde,
Ich weiss nicht, was ihr denkt. Doch ich glaube, dass Rindenmulch mit Spitzmorcheln wohl eher eine sauere Basis darstellt.

Wer hat dies einmal nachgemessen?

Esculentas entwickeln sich bei uns in Mischkies und wenig Erdreich oder oft auf kalksteinehaltigen Ablagerungen mit viel darüberliegenden "saurem" pflanzlichen Kompost

Gruss Mani

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Re: Morchelumfrage: Immer nur auf Kalk?

Mycelio, (vor 5671 Tagen) @ Mani walter

Hallo,

Wer hat dies einmal nachgemessen?

gute Frage, wahrscheinlich schließt man einfach darauf, weil die Streuschicht in Kiefernwäldern stark sauer ist.
Allgemein wird auch zuwenig beachtet, daß Kiefernrinde als Substrat nicht ausreicht. Die enthält zwar Lignin, Zellulose und ein paar andere Kohlenhydrate, Stickstoffverbindungen, Mineralien und was das Morchelmycel sonst noch benötigt, müssen aus dem Boden kommen. Blumenbeete sind oft hoffnungslos überdüngt, kein Wunder, daß es den Morcheln dort gefällt.

Grüße, Carsten