Hymenoscyphus kathiae *PIC*

Ingo Wagner, (vor 5620 Tagen)

Hallo!

Mal in klaren Bergbächen auf eher sauerem Untergrund geschaut, wird man bei Buchennähe immer wieder auf diesen hier stoßen.
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Frisch weiß, später cremefarben, meist deutlich rosa, oranglich oder blutrot verfärbend bei Verletzung.
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jung flachscheibig mit angedeutetem Rand, schnell konvex, immer mit meist gut getarntem fetten, kurzen Stiel.
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Eintrocknend orangebraun oder weinrot
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Mit all diesen Merkmalen wird man makroskopisch in die Ecke um Hymenoscyphus imberbis (Rötendes Submers-Stielbecherchen) gelangen, der dummerweise aber einen Zwilling besitzt. Dieser unterscheidet sich (das kann man akzeptieren oder auch nicht) durch eine größere Ölmenge in den Sporen. Während H. imberbis wenig kleinguttuligen (zusammengelaufen auch zusätzlich mit 1 mittelgroßem Tropfen) Inhalt in den Polbereichen besitzt, hat der gezeigte einen viel höheren Ölgehalt, bestehend aus winzigen bis großen Tropfen.
Dann tut man gut daran, ihn als Hymenoscyphus kathiae (Kathis Submers-Stielbecherchen) zu bestimmen.

Mikro:
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Wie gesagt, es ist wahrscheinlich nur dieses eine Merkmal, das unterschiedlich ist. Trotzdem bin ich inzwischen der Meinung, dass die Ölmenge der Sporen, auch in Berücksichtigung des Vitalitätszustandes, kaum bei einer Art so eine große Spannweite bei ein und derselben Art besitzen kann.
Meine derzeitige Meinung ist also
Hymenoscyphus imberbis Ölgehalt 1-2
(dessen Ölgehalt sieht so aus wie bei Jürgens Becherchen auf Bild 5:
Beitrag 204715
Hymenoscyphus kathiae Ölgehalt 2-4

Übrigens, sollte nur ein Makromerkmal nicht zutreffen, da gibt es durchaus noch weitere weiße (kurz)gestielte, schnell konvexscheibige, weiße Becherchen, die sich im nassen Mileau wohlfühlen, z.B. Cudoniella, Ombrophila oder weitere Hymnoscyphus (Phaeohelotium)-Arten.

VG Ingo W

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Re: Hymenoscyphus kathiae

Gernot, (vor 5619 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

schönes Portrait! Ich finde es interessant, dass die von dir dargestellten reifen Sporen nicht genau in der Mitte septiert sind. Vielleicht ist das ja eine Regelmäßigkeit?

(Kathis Submers-Stielbecherchen)

Den Namen muss ich mir unbedingt merken. :-)

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Hymenoscyphus kathiae

Der Juergen, (vor 5619 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

das ist ein "Hammer-Portrait"! :-) Nachdem ich gestern Nacht stundenlang an einer Orbilia rumgefummelt habe (das ist ein kleiner, linsenförmiger Becherling!*g*), und erfolglos versucht hatte Ascusbasen freizulegen, weiß ich solche Mikro-Präparationen wie Deine erst richtig zu schätzen. Großes Kompliment. Bei den kleinen Becherlingen ist aber auch wirklich alles klein, viel zu klein *grummel*

Grüßle
Jürgen

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Re: Hymenoscyphus kathiae

Ingo Wagner, (vor 5619 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Ingo,
das ist ein "Hammer-Portrait"! :-) Nachdem ich gestern Nacht
stundenlang an einer Orbilia rumgefummelt habe (das ist ein kleiner,
linsenförmiger Becherling!*g*), und erfolglos versucht hatte Ascusbasen
freizulegen, weiß ich solche Mikro-Präparationen wie Deine erst richtig zu
schätzen. Großes Kompliment.
Grüßle
Jürgen

Hi Jürgen!

Bei Orbilia musst du doch höchstens schauen, ob 1- oder 2-füßig, das sieht man auch an abgerissenen Asci. Sich da bis zur Basis vorzuarbeirten ist eigentlich nicht nötig.
Bei Orbilia ist es eigentlich viel wichtiger, eventuell vorhandene kleine Haare mit oder ohne aufgesetztem Glasteil ("glassy prozesses") zu erspüren, die Asci apikal zu kontrollieren ob von einer Seite gesehen abgestutzt oder nicht, auf eine eventuell vorhandene Gelschicht über der Fruchtschicht zu achten, den Inhalt der Paraphysen und die Sporenformen samt Sporenkörper (spore-body = SB) zu ergründen. Für das letzte hat man da günstigerweise wässriges Brillant-Kresylblau.

Bei den kleinen Becherlingen ist aber auch
wirklich alles klein, viel zu klein *grummel*

Ach, da gibt´s auch welche mit großen Elementen. Eigentlich sind die Sporen nicht unbedingt kleiner als bei vielen Basidios, wenn ich so recht überlege.

VG Ingo W

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Re: Hymenoscyphus kathiae

Der Juergen, (vor 5619 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Bei Orbilia musst du doch höchstens schauen, ob 1- oder 2-füßig, das sieht
man auch an abgerissenen Asci. Sich da bis zur Basis vorzuarbeirten ist
eigentlich nicht nötig.
Bei Orbilia ist es eigentlich viel wichtiger, eventuell vorhandene kleine
Haare mit oder ohne aufgesetztem Glasteil ("glassy prozesses")
zu erspüren, die Asci apikal zu kontrollieren ob von einer Seite gesehen
abgestutzt oder nicht, auf eine eventuell vorhandene Gelschicht über der
Fruchtschicht zu achten, den Inhalt der Paraphysen und die Sporenformen
samt Sporenkörper (spore-body = SB) zu ergründen. Für das letzte hat man
da günstigerweise wässriges Brillant-Kresylblau.

Dein Bericht lässt meinen Mut rapide schwinden. Ich werde mal diese Orbilia später hier reinstellen, denn ich komme da nicht weiter, und werds wohl auch in Zukunft eher lassen :-)

Grüßle
Jürgen