Cortinarien und Melanoleuca *PIC*

Maren ⌂, (vor 5519 Tagen)

Hallo zusammen,
trotz genügend Feuchtigkeit in unseren Wäldern machen sich die Pilze rar.
Um so erstaunter war ich dann doch einige Schleierlinge zu finden.

1.
Cortinarius bolaris
[image]

2.
Cortinarius rubellus
[image]

3.
Cortinarius flexipes var. flabellus ? - schwacher Geraniengeruch
[image]

4.
Cortinarius flexipes var. flexipes - starker Geraniengeruch
[image]

5.
Und einen Weichritterling der Untergattung Urticocystis
Durchmesser 10 cm, Stiel 8 x 0,9 cm
[image]

ChZ (40 x 5 µm), apikal 2 µm, PlZ nicht festgestellt
[image]

Sporen (8-10) 8,6 x 4,95 (4,5-5) µm
[image]

Ein frischer Pilz, den ich leider nicht fotografiert habe war dunkler gefärbt, als die Exemplare auf dem Bild.

Gruß Maren

Eintrag gesperrt
28 Aufrufe

Re: Cortinarien und Melanoleuca

AK_CCM, (vor 5519 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,

Und einen Weichritterling der Untergattung Urticocystis
Durchmesser 10 cm, Stiel 8 x 0,9 cm
ChZ (40 x 5 µm), apikal 2 µm, PlZ nicht festgestellt
Sporen (8-10) 8,6 x 4,95 (4,5-5) µm
Ein frischer Pilz, den ich leider nicht fotografiert habe war dunkler
gefärbt, als die Exemplare auf dem Bild.

habe ebens versucht, mit dem Teilschlüssel b im Gröger (S. 324 ff.) Deinen Fund zu schlüsseln. Er behandelt die Arten der Untergattung Acystis ohne Zystiden und der Ug. Urticocystis mit Brennhaarzystiden. Weit bin ich leider nicht gekommen:

1a - Cheilozystiden fehlend [...]: 2

1b - Cheilozystiden vorhanden, brennhaarförmig [...]: 6

6a - Stiel weiß, weißlich oder so bleibend (höchstens alt ein wenig nach beige tendierend). Stielfleisch nicht dunkel verfärbend, höchstens in der Basis blass grau-braun, auch beige-bräunlich. Sporen ellipsoid, Q 1,5-1,9. [Hyphen der Stieltrama nicht dunkel inkrustiert]: 7

6b - Stiel gefärbt oder Stielfleisch im Alter deutlich bräunend. [hierher die großen Arten mit sehr gedrängten (sehr zahlreichen) Lamellen, die Arten mit Brennhaarzystiden an der Stielspitze sowie die Arten mit auffallend kurz-ellipsoiden Sporen (Q < 1,5): 8

Habe mal die Punkte unterstrichen, die ich als zutreffend erachte und umgekehrt die Punkte gestrichen, die m.E. nicht zutreffen. Würde mit 6b weiterschlüsseln, aber es wäre gut zu wissen, ob die Hyphen der Stielrinde inkrustiert und an der Stielspitze Brennhaarzystiden vorhanden sind. Dann gehe ich mal weiter auf dem Glatteis:

8a - Fruchtkörper groß und kräftig: Hut 60-150 (und mehr); Stielbreite 10-20 (selten weniger, aber oft noch mehr). Lamellen sehr zahlreich, < 70 (bis 120) erreichen den Stiel. Geruch oft stark (spermatisch). Stielfleisch hell bleibend oder nur blass bräunlich verfärbend. Sporenquotient 1,5-2,0. Stiel ohne Brennhaarzystiden. Vorkommen saprobiontisch auf Triften, in lichten Wäldern, gern auf Kalk, manchmal in Hexenringen, ziemlich häufig: M. grammopus (Bull. : Fr.) Pat. ss. Bres., ss. Konrad & Maubl., ss. Métrod, ss. Romagn.

8b - Frk. kleiner: Hut < 100; Stielbreite < 10 (selten basal etwas mehr). [hierher die Formen mit dunkelbraun werdendem Stielfleisch und/ oder mit brennhaarförmigen Caulozystiden (oft nur in sehr schmaler Zone unter dem Lamellenende)]: 9

Das Eis ist mir hier zu dünn, weshalb ich keinen einzigen Schritt mehr wage.

Keine Ahnung ob Dir mein Beitrag weiterhilft, aber ich wollte Dir mit dem Bestimmungsversuch wenigstens meinen guten Willen beweisen. ;-)

Gruß, Andreas

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: Cortinarien und Melanoleuca

Maren ⌂, (vor 5519 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,
vielen Dank, das hilft mir schon sehr weiter. Morgen werde ich nach Zystiden am Stiel suchen ...
n8i
Maren

Eintrag gesperrt
25 Aufrufe

Re: Cortinarien und Melanoleuca

Älbler, (vor 5518 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Maren,

na der Ausschlüsselungsversuch von Andreas führt doch schon zu M. grammopus und ich bin mir ziemlich sicher, dass es diese Art ist.
Besonders das rechte Exemplar auf deinem Foto sieht so aus wie ich die Art habituell kenne. Was für die Absicherung der Bestimmung noch zu prüfen wäre ist die Farbe des Stielfleisches und der Geruch.

M. grammopus hat weißes Stielfleisch und einen unangenehm muffigen Geruch, der mich an altes nasses Heu erinnert.

M. brevipes ist viel gedrungener und deutlich kurzstielig, außerdem soll sein Stielfleisch braun sein.

M. excissa s.l. fehlt der unangenehme Geruch. Außerdem vermute ich, dass diese
Art(en) wohl eher in Wäldern zuhause ist, während M. grammopus ein Kind des Offenlandes (Schafweiden!) darstellt.

Für die Arten aus dem "rasilis"-Stirps sind deine Sporen laut Literatur (MÜNZMAY) zu schmal.

Viele Grüße
Christian

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Melanoleuca grammopus

Maren ⌂, (vor 5518 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian, hallo Andreas
danke für eure Hilfe, nachdem ich keine Brennhaarzystiden an der Stielspitze gefunden hatte, habe ich dann den Pilz auch mal durchgeschnitten und dran gerochen ;-).
Der Geruch war wirklich sehr spermatisch, wie ein Risspilz, das Stielfleisch ist weiß und etwa 86 Lamellen erreichen den Stiel.
Ich denke M. grammopus stimmt.
Gruß Maren

Eintrag gesperrt
28 Aufrufe

Re: Cortinarus flexipes

interhias ⌂, (vor 5519 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,

bei deinen beiden flexipes-Aufsammlungen fällt mir die violette Stielbasis auf. Das scheint in der Gruppe gelegentlich vorzukommen. Ich habe auch eine Aufsammlung aus dem Buchenwald mit diesem Merkmal. Wegen des mehr faserigen, nur am Hutrand ausgeprägten Velums hatte ich ihn als var. flabellus bestimmt. Die Abgrenzung der Varietäten ist wohl nicht so ganz einfach. Allein wenn man die zarten, spitzgebuckelten, komplett velumschuppigen Aufsammlungen aus moorigem Fichtenwald mit den fast flachen Trümmern aus dem Laubwald vergleicht, kommt man schon ins Grübeln.

Grüße aus München
Hias

Eintrag gesperrt
24 Aufrufe

Re: Cortinarus flexipes

Maren ⌂, (vor 5518 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Die Abgrenzung der Varietäten ist wohl nicht so ganz
einfach.

Ich hatte auch überlegt, ob beide Kollektionen vielleicht doch das gleiche sind, aber bei der mit mehr Velum versehenen Kollektion Nr. 4 sind die Sporen größer und die Hüte wirklich spitz, während die bei Kollektion Nr. 3 stumpf gebuckelt sind.
Leider habe ich im Moment keine Vergleichskollektion aus dem Fichtenwald, aber am Wochenende fahre ich in so ein Gebiet, mal schauen, ob es Vergleichsmaterial gibt.

Herzliche Grüße
Maren