Herbstpilze Fehlanzeige?! *PIC*

Ingo, (vor 5518 Tagen)

Hallo Leute,

schon merkwürdig, dieser Herbst. Permanent feuchter Boden seit Juli und immer noch so gut wie keine
Röhrlinge in der Brandenburger Sandbüchse. Zumindest nicht die üblichen Vertreter.
Maronen sind eben so häufig, wie anderswo Ochsenröhrlinge - und Steinpilze fehlen komplett.
Vielleicht sieht es in anderen Regionen im Berliner Umland etwas besser aus. Wenn hier jemand aus der
Region mitliest, wäre ich über aktuelle Erfahrungen dankbar.

Gut – Rauhfüße scheinen eine Ausnahme zu machen. Birkenpilze wuchern mittlerweile wie seit über
10 Jahren nicht mehr. Kulinarisch geben die nach meinem Gusto aber nicht mehr her, als falsche Pfifferlinge.
Wer sich also was für den Kochtopf sammeln möchte, tut dies auf Polenmärkten. Oder kennt sich etwas aus.

Eine nette Pilzmischung könnte zum Beispiel diese Täublinge vertragen. Wenn man den Geruch beim
Schmoren ignoriert. Eigentlich sollten, wenn diese erscheinen, die üblichen Herbstarten auch da sein.
Allerdings fehlt von denen momentan jede Spur.
Zum Beispiel:
- Amanita citrina
- Lactarius deliciosus
- Suillus variegatus/ bovinus
- Russula sardonia (2 Exemplare R. turci immerhin!)
- Tricholoma equestre/stans/pessundatum
…um nur einige zu nennen.

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Viel Geduld beim Putzen erfordern Heide Schleimfüße. Wie schon im vergangenen Jahr festgestellt,
ist man mit denen kulinarisch sicher auf der günstigen Seite.

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Eine Handvoll Pfifferlinge, zwei - drei Speisetäublinge, Perlpilze und ebenso viele Filzröhrlinge, und
schon hat man eine fast perfekte Mischung zusammen. Hier noch eine saubere Krause Glucke, ein
junger Perlpilz und ein paar jüngere Geschwister von dem hier,

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und das leckere Mischgericht ist im Kasten. Ganz ohne die üblichen Röhrlinge.

Übrigens – Geruch und Geschmack. Bei dem hier

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konnte ich zum ersten mal so etwas wie Pfefferminzgeschmack beim Lamellen kauen empfinden.
Mit leicht scharfer Komponente. Ins Mischgericht kommt der aber nicht.

An den Wegrändern stehen übrigens schon wieder einige hundert Exemplare dieser Ramarien herum.

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Ziemlich früh, für dieses Jahr. Pilze mit Mehlgeruch - nächste Woche, wetten!

Grüßlis Ingo

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Nur ganz kurz

Thüringer-Holz, (vor 5518 Tagen) @ Ingo

der rote mit Heringsgeruch?

der Schwarze wäre dann ja R.albonigra! Ein toller Fund!
Deine "adusten" dürfeb ja nicht mentholig!

Lg FELIX

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Re: Herbstpilze Fehlanzeige?!

Gelbfieber, (vor 5517 Tagen) @ Ingo

Hallo und guten Tag Ingo,

jetzt muss ich dir doch auch mal meine Erfahrungen dieses Jahr dazu kundtun ;-)
Sind sie doch zumindest auf die Sandgebiete bezogen, wo wir auch oft gehen, den deinen sehr ähnlich.
Ja, ich geb dir recht....ein merkwürdiges Pilzjahr und auch der Herbst.
Bezogen auf die Südheide wo wir gehen, im Moment die üblichen Röhrlinge wie Maronen, Steinpilze usw. Fehlanzeige. Dafür im August hat's schon dermaßen gebrummt in der Südheide auch mit Speisepilzen wie Maronen, Steinpilzen, Reizkern, Krauser Glucke und vor allem Birkenpilzen und Rauhstielröhrlingen.
Auch uns ist aufgefallen wie zahlreich dieses Jahr die einfachen Birkenpilze ebenso wie für die Südheide nicht so häufigen Arten wie var. melaneum und variicolor bald in Mengen auftraten.
Wenn nicht mehr viel ging gab es dafür irre Mengen an Kampfermilchlingen L. camphoratus und Reifpilzen Rozites caperatus, noch kein Jahr zuvor so viele gesehen.
Auch hier ist der Boden regelrecht gesättigt an Feuchtigkeit und richtig schwarz und es stehen teilweise schon hohe Pfützen. Ein ungewohntes Bild der eher weißlich/beigen Sandwege der schönen Heideregionen.
Ich hab ja mal gelesen und auch schon öfters mit anderen Pilzlern gesprochen, die die Meinung vertreten, das die Anlagen des Pilzmycels schon im Frühjahr gelegt werden, sprich , gibt es im Frühjahr keinen oder nicht ausreichenden
Regen......wird's im Herbst ein mageres Pilzjahr.
Wenn es vielleicht auch dann wie in den letzten Wochen August/September noch viel regnet.
Was sagst du dazu Ingo ? Du bist doch ein guter Beobachter.
Ich für meinen Teil will das jetzt mal genauer unter die Lupe nehmen und mache mir diesbezüglich Aufzeichnungen.
Naja, einen Vorteil hat das ganze im Moment, ich hab mehr Zeit schöne und interessante Beiträge wie deinen zu lesen :-)
Übrigens, dein schöner Täubling wird doch wohl nicht etwa R. albronigra sein ;-)
Wir/ich, sind zwar kein Berliner Umland Ingo aber wie sagt man so schön : Geteiltes Leid ist halbes Leid !
Viel Glück dann, ich drück dir die Daumen für Pilze mit Mehlgeruch, nächste Woche!

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Herbstpilze Fehlanzeige?!

Kattugla, (vor 5517 Tagen) @ Ingo

...nicht ganz.
Dieses Jahr wachsen hier im Hintertaunus derart viele Gallenröhrlinge, dass ich schon ernshaft an ein Paralleluniversum glaube. Riesenexemplare zum Teil (wemmer sie zwischen den ebenso riesigen Samtfussschlappen noch sieht), die auch noch immer raffinierter im Steinpilzvortäuschen werden.

Meine Patienten berichten mir zwar wöchentlich glaubhaft von Steinpilzfunden, aber bis auf zwei Exemplare sind mir noch keine weiteren begegnet... nichtmal an meinen angestammten Stellen.

Ein bisschen wundere ich mich auch.

Allerdings wundere ich mich auch darüber, dass meine bekannten Herbsttrompeten-Fundstellen schon wie irre am Wachsen sind, die Trompetenpfiffis auch und ich sogar schon die ersten blutblättrigen Cortinarien gesichtet habe.

Das versteh' wer will. ;)

beste Grüsse
Dörte

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Re: Herbstpilze Fehlanzeige?!

Ingo, (vor 5517 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ganz so schlimm, wie es erscheint, ist es dann
doch nicht. Jammern auf hohem Niveau halt. Eigentlich gibt es bei uns seit Ende
Juli beständig irgendwelche Pilze. Nur eben hier und da ein paar.

An die Theorie von den Nachwirkungen trockener Frühjahre glaube ich eher nicht.
Du hattest ja selbst geschrieben, dass es im August schon einmal nennenswerte
Vorkommen an Speiseröhrlingen gab. Die einzige Art, die anhaltende Trockenheit
im Spätfrühjahr und Frühsommer übel nimmt, ist nach meinen Beobachtungen der
gemeine Pfifferling. Bestes Beispiel - 2006. Nach der von Anfang Juni bis
August währenden Hitze -/Trockenphase kamen im Anschluß keine mehr.

Wenn ich richtig liege, sollten eher die untypisch milden Nachttemperaturen
der vergangenen Wochen einen negativen Einfluß haben. Typische Herbstarten
benötigen mindestens einmal kühle Nachttemperaturen mit deutlich unter
10°C - gerne auch mit Nebel. Genau so wie in dieser Woche.

Bereits am vergangenen WE zeigte sich das tendenziell. Der letzte Regen kam
mit der Unwetterfront am 11.09. - knapp 20 Liter je qm.
Im weiteren Verlauf windig und wechselhaft und kein weiterer Niederschlag.
Allerdings gab es in jener Woche auch immer Tiefsttemperaturen deutlich über 10°C.
Am Freitag Nachmittag gab es zum Beispiel im laubbedeckten Buchenwald nahezu
nichts zu finden. In der folgenden Nacht gingen die Temps auf einmal auf bis zu
7 Grad zurück. In der Nacht auf Sonntag (18.09.) gab es mal sogar wieder etwas
Regen - etwa 8 Liter/qm.
Bereits am Mittag konnte man überall frische Großpilze sprießen sehen - vor
allem Täublinge und Rauhfüße.

Das dürfte kaum mit dem Regen zusammenhängen, sonder eher mit dem Startschuß
in der Nacht zuvor. Die Auswirkungen der 20 Liter Starkregen am Nachmittag
und der kühlen Tiefsttemperaturen in dieser Woche werden an diesem WE
ganz sicher nicht zu übersehen sein.

Was ist den eigentlich an dem Pfefferminz - Schwärztäubling so besonders?
Im Grunde genommen finde ich den jedes Jahr. Selten bis zerstreut, aber doch
regelmäßig.

LG nach Niedersachsen - Ingo

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Re: Nur ganz kurz

Ingo, (vor 5517 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

hattest du den Mentholtäubling seinerzeit nicht sogar selbst in Folie
eingewickelt? Ach ja, da war ja noch was.... ;-))
Gibt es die Art denn sonst nicht im Sendegebiet?
Der Hering hatte mich schon ein wenig erstaunt. Eigentlich sollte er
parallel zum Grünling kommen. Vor allem die Tatsache, dass er schon recht
zahlreich erschienen war.
Andere (für dich interessante) Täublinge waren allerdings nicht zu sehen.

Grüßlis Ingo

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Re: Herbstpilze Fehlanzeige?!

Ingo, (vor 5517 Tagen) @ Kattugla

Hallo Dörte,

Die Färbepilze hatte ich in meiner Aufzählung vergessen.
Auch die benötigen vermutlich einen leichten Kälteschock.
Das reiche Vorkommen an Gallenröhrlingen ist sicher auch eine
Folge der durchschnittlich milden Witterung. Bei euch sollte
es also auch bald losgehen. Obwohl - du hast ja die Möglichkeit,
über Höhenmeter ein paar Wochen voraus "in den Herbst zu springen".

LG Ingo