Ein Tagebauerstfund ... *PIC*

jesko, (vor 5515 Tagen)

... zumindest für mich persönlich und womöglich sogar ein Erstfund für Sachsen beschloss heute meine ansonsten kaum zufriedenstellende Vormittagsexkursion:

Was sind die weißlichen Dinger da in der Jungeichenplantage mit ein paar Birken drin. Aha, Tricholoma album oder stiparophyllum wohl. Noch nie in einem Tagebaurekultivierungsgebiet gesehen! Ein bisschen komisch sehen sie aber aus für album, und mit dem Geruch bin ich auch nicht zufrieden. Doch halt, was sollen diese schwefelgelben Flecken überall, die mir wie mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl winkend etwas sagen wollen ...

NA KLAR, TRICHOLOMA SULPHURESCENS! Den kannte ich bislang nur von zwei Sichtungen vom basischsten Muschelkalk. Nun hat er sich ins saure Sachsen verirrt. Die Braunkohle macht's möglich.

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Glückwunsch, Jesko!

Thomas Pruss, (vor 5513 Tagen) @ jesko

Warum heit der eigentlich Salziger Ritterling? Schmeckt der salzig, wenn man dran leckt?
Grüßlis
Thomas

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Re: Glückwunsch, Jesko!

jesko, (vor 5512 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

Warum heißt der eigentlich Salziger Ritterling? Schmeckt der salzig, wenn man
dran leckt?

Das weiß ich auch nicht so genau. Er schmeckt m.E. etwas unangenehm bis schwach bitter. Aber salzig???

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Re: Ein Tagebauerstfund ...

Der Juergen, (vor 5512 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

Glückwunsch! Da muss aber irgendwie Kalk in den Untergrund integriert worden sein:-) Bei uns findet man diesen schönen Ritterling fast direkt auf Kalkstein: Flache Rendzina mit anstehendem Fels (Wärme liebend).

Grüßle
Jürgen

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Re: Ein Tagebauerstfund ...

jesko, (vor 5512 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

... Da muss aber irgendwie Kalk in den Untergrund integriert worden
sein:-) Bei uns findet man diesen schönen Ritterling fast direkt auf
Kalkstein: Flache Rendzina mit anstehendem Fels (Wärme liebend).

Wie gesagt, ich hatte die Art bis dahin auch nur auf Freyburger und Jenaer Muschelkalk gesehen.
Mit den Böden in den Tagebaurekultivierungsgebieten ist das etwas schwierig. Entgegen verbreiteter Auffassung sind sie nicht stocksauer und teils anscheinend sogar ziemlich basisch. Vor allem aber sind sie nährstoffarm, was ja viele Mykorrhizapilze begünstigt. Zudem findet man auf kleinstem Raum ein Mosaik unterschiedlicher Böden. Da sind die stark versauerten Rohböden, an denen sich etwa Lactarius rufus nicht schämt, selbst mit Eiche anzubandeln. Ein paar Dutzend Meter weiter stößt man dann auf eher kalkholde Pilze wie Lactarius acerrimus, Russula pseudoaeruginea, Entoloma lividum oder Suillus tridentinus.
Besonders basische Flecken sind wohl auf sog. "technologische Unfälle" beim planmäßigen Verkippen des Abraums zurückzuführen.

Viele Grüße