Frage nach zwei braunhütigen Pilzen *PIC*

DieterB, (vor 9138 Tagen)

Hallo zusammen,

heute möchte ich nach 2 braunhütigen Pilzen fragen. Beide stammen aus einem (hier leider seltenen) Auwald, der zuletzt im Jahr 2000 überschwemmt war. Es ist ein reiner Laubwald mit Schwarzerle, Esche, Traubenkirsche usw., am Boden im Frühjahr Bärlauch, Aronstab usw.

1. Hutdurchmesser etwa 3 cm, gebuckelt, filziger Hutrand; weißer + weißgefleckter, hohler Stiel; Lamellen mittelbraun, schnell nachdunkelnd; Sporenfarbe nußbraun, Sporenpulver schwarzbraun, Sporengröße 7,5-8 x 5-5,5 µm, granulierter Inhalt, teils zu einer zentralen Vakuole verdichtet, Porus; deutlicher, für meine Nase ungenauer Geruch

2. Hutdurchmesser ca.3cm, dünnfleischig, bis zum Hutzentrum durchscheinende Lamellenansätze; beige Lamellen ohne erkennbaren Rotton; leider kaum Sporen bildend, deshalb nur zart brauner Farbton mit angedeutetem Rosa zu erkennen; Sporen farblos, sechseckig, 10-11 x 7 µm; Stiel etwas filzig, braun, im oberen Teil geringer Grünton; kräftiger, entfernt an Gemüse (aber nicht an Knoblauch) erinnernder Geruch.

Spricht beim zweiten Pilz etwas gegen einen Rötling?(Gibt es außer Entoloma noch andere Gattungen mit eckigen Sporen?) Und beim ersten dachte ich an eine Psathyrella. Was meint Ihr? Liege ich da falsch? Kann jemand vielleicht sogar nach dem blosen Ansehen etwas zur Art spekulieren ?

Für Euere Hilfe im voraus besten Dank.

Viele Grüße
Dieter

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Re: Frage nach zwei braunhütigen Pilzen

Andreas ⌂, (vor 9138 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
heute möchte ich nach 2 braunhütigen Pilzen fragen. Beide stammen aus einem
(hier leider seltenen) Auwald, der zuletzt im Jahr 2000 überschwemmt war.
Es ist ein reiner Laubwald mit Schwarzerle, Esche, Traubenkirsche usw., am
Boden im Frühjahr Bärlauch, Aronstab usw.
1. Hutdurchmesser etwa 3 cm, gebuckelt, filziger Hutrand; weißer +
weißgefleckter, hohler Stiel; Lamellen mittelbraun, schnell nachdunkelnd;
Sporenfarbe nußbraun, Sporenpulver schwarzbraun, Sporengröße 7,5-8 x 5-5,5
µm, granulierter Inhalt, teils zu einer zentralen Vakuole verdichtet,
Porus; deutlicher, für meine Nase ungenauer Geruch
2. Hutdurchmesser ca.3cm, dünnfleischig, bis zum Hutzentrum durchscheinende
Lamellenansätze; beige Lamellen ohne erkennbaren Rotton; leider kaum
Sporen bildend, deshalb nur zart brauner Farbton mit angedeutetem Rosa zu
erkennen; Sporen farblos, sechseckig, 10-11 x 7 µm; Stiel etwas filzig,
braun, im oberen Teil geringer Grünton; kräftiger, entfernt an Gemüse
(aber nicht an Knoblauch) erinnernder Geruch.
Spricht beim zweiten Pilz etwas gegen einen Rötling?(Gibt es außer Entoloma
noch andere Gattungen mit eckigen Sporen?) Und beim ersten dachte ich an
eine Psathyrella. Was meint Ihr? Liege ich da falsch? Kann jemand
vielleicht sogar nach dem blosen Ansehen etwas zur Art spekulieren ?
Für Euere Hilfe im voraus besten Dank.
Viele Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

mit beiden Gattungen liegst du richtig.

Die Psathyrella läßt sich ohne Kenntnis der Zystiden an Fläche und Schneide wohl kaum bestimmen. Aufgrund der Sporengröße kommt vermutlich die Sektion Spadiceogriseae in Frage. Weiter vermag ich nichts zu sagen.

Der Rötling erinnert im Bild an den Scherbengelben Rötling (E. cetratum). Aber du schreibst von einer grünlichen Stielspitze und einem deutlichen Geruch. paßt beides nicht zu cetratum. Derart eckige Sporen gibt's nur in der Gattung Entoloma s.l.

Gruß,
Andreas

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Danke, Andreas ! *oT*

DieterB, (vor 9138 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: Frage nach zwei braunhütigen Pilzen

Wolfgang F., (vor 9138 Tagen) @ Andreas

Hallo Dieter,
mit beiden Gattungen liegst du richtig.
Die Psathyrella läßt sich ohne Kenntnis der Zystiden an Fläche und Schneide
wohl kaum bestimmen. Aufgrund der Sporengröße kommt vermutlich die Sektion
Spadiceogriseae in Frage. Weiter vermag ich nichts zu sagen.
Der Rötling erinnert im Bild an den Scherbengelben Rötling (E. cetratum).
Aber du schreibst von einer grünlichen Stielspitze und einem deutlichen
Geruch. paßt beides nicht zu cetratum. Derart eckige Sporen gibt's nur in
der Gattung Entoloma s.l.
Gruß,
Andreas

@Dieter: Deine Beschreibungen lassen kaum vermuten, daß Du noch vor 3 Monaten als Anfänger gefragt hast. Alle Achtung, das war ein Senkrechtstart!

@Dieter und Andreas: den Rötling kann ich vom Bild her auch nicht bestimmen. Aber cetratum kann man ausschließen - denn cetratum hat warme Töne im Hut und weiße Längsfasern am Stiel. Es wäre interessant, ob der Reif am Stiel auf kopfige Kaulozystiden zurückzuführen ist. Der Geruch nach "Gemüse" läßt mich rätseln...

Wolfgang

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@ Wolfgang

DieterB, (vor 9137 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Wolfgang,

danke für die Blumen ;-)

Aber irgendwie komme ich mit den Gewebeuntersuchungen unterm Mikroskop nicht recht weiter, hauptsächlich weil ich keine wirklich dünnen Schnitte hinkriege mit der Rasierklinge, obwohl ich das unterm Stereomikroskop mache. Du im Gegensatz zeigst phantastische Aufnahmen aus dünnen Präparaten, nicht nur weil Dein Mikroskop offensichtlich sehr hochwertig ist, ich vermute auch, daß Du mit einer anderen Methode zu Deinen Schnitten kommst. Verwendest Du ein Mikrotom? Oder hast Du irgendeinen besonderen Trick?

Grüße
Dieter

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Re: @ Wolfgang

Wolfgang F., (vor 9137 Tagen) @ DieterB

Hallo Wolfgang,
danke für die Blumen ;-)
Aber irgendwie komme ich mit den Gewebeuntersuchungen unterm Mikroskop nicht
recht weiter, hauptsächlich weil ich keine wirklich dünnen Schnitte
hinkriege mit der Rasierklinge, obwohl ich das unterm Stereomikroskop
mache. Du im Gegensatz zeigst phantastische Aufnahmen aus dünnen
Präparaten, nicht nur weil Dein Mikroskop offensichtlich sehr hochwertig
ist, ich vermute auch, daß Du mit einer anderen Methode zu Deinen
Schnitten kommst. Verwendest Du ein Mikrotom? Oder hast Du irgendeinen
besonderen Trick?
Grüße
Dieter

Hi Dieter,

ich benutze keine Hilfsmittel außer frischen Rasierklingen (oft nach 10 Schnitten ausrangiert) und einer Pinzette. Aber die meisten Lamellenpräparate sind einfache Quetschprätarate. Du kannst einen Brocken Lamelle solange mit einer Nadel in Kongorot oder KOH 3% zermatschen, bis nur ein Brei übrig ist und diesen mikroskopieren. So sieht man Zystiden, Schnallen und Basidien am besten.

Für Cheilocystiden schneide ich einer Lamelle auf ganzer Länge die Schneide ab und zermatsche diese.

Für Huthautstrukturen hilft das natürlich nichts. Da mache ich tatsächlich 2 fast! parallele Schnitte in den Hut und zupfe das dünn geschnittene Gewebe in der Nähe des Schnittpunktes mit einer sehr feinen Pinzette 'raus.

Wolfgang