Inocybe muricellata *PIC*

interhias ⌂, (vor 5377 Tagen)

Hallo zusammen,

als nächstes möchte ich Kollektionen von Inocybe muricellata Bres. vorstellen und zwar im Sinne von Stangl. E. Ferrari (2006) weist darauf hin, dass diese Art nicht mit rötlicher Stielspitze beschrieben wurde. Wenn man die Synonymisierung durch Kuyper also ablehnt, müsste man die Pilze wohl I. scabella nennen.

Steckbrief: Glattsporige Marginata mit ziemlich schuppigem Hut, gleichdickem Stiel, rötlicher Stielspitze, gedrungenen Sporen und langhalsig lageniformen, in KOH gelben Hymenialzystiden

Bis vor kurzem war mir nicht so recht klar, was ich unter diesem Pilz zu verstehen habe, aber inzwischen habe ich drei Kollektionen, die gut zusammenpassen. Frage an die Risspilzfreunde: Deckt sich diese Interpretation mit eurer? Interessant wäre außerdem, ob das Merkmal der gedrungen Sporen bei dieser Art konstant ist, bei meinen drei Kollektionen ist der Q-Wert stets <1,6.

Inocybe muricellata Bres. (Gelbbrauner Schüppchen-Risspilz) aus einem Tannenmischwald, bei großen Tannen und Jungbuchen an der Böschung:

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Pleurozystiden:
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Sporen: gedrungen subamygdaloid, nur selten (vorw. bis sehr großen Sporen) mit schwacher Delle, Apex subkonisch bis abgerundet, Maße: 8,9 x 5,8 (8-10 x 5,5-6,5), Q=1,53 (1,31-1,73), 20 Sp. gemessen:
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Komplette Doku.

Und hier noch Vergleichsfotos von den beiden anderen Kollektionen:

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Komplette Doku.

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Komplette Doku.

Grüße aus München
Hias

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Re: Inocybe muricellata

Violet, (vor 5377 Tagen) @ interhias

Hi, ja so kenn ich die auch.
Was die Kuypersche Synonymisierung angeht, so mag man nur darauf hinweisen, dass die eine (muricellata) in der Sektion der nur oben breiften Inocyben steckt und die andere in der der gänzlich bereiften (scabella).
Und Bon zitieren, der da sagt, dass diese Art - nämlich muricellata - von manchen mit scabelliformis, pholiotinoides und scabella synonymisiert worden sei, was nur möglich sei, wenn man nicht berücksichtige: das Habitat, den Geruch, die Breite der Zystidenwände, die Größe, den Apex der Sporen, die Verteilung der Caulozystiden etc. "excusez du peu!)"
Liebe Grüße!
Ditte

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Re: Inocybe muricellata *PIC*

Andreas 2, (vor 5377 Tagen) @ interhias

Hallo und Guten Abend,

unter anderem kenne ich so I. muricellata auch. Scheint aber sehr variabel zu sein, vielleicht eine Artengruppe. Kenne zumindest einige Abweichler (siehe z.B. Bild), die ich mangels Alternativen zu cf. muricellata stelle. So gedrungene Sporen habe ich nur selten beobachtet. Qm lag meist zwischen 1,6-1,7. Standort treu konnte ich über mehrere Jahre auch die großsporige Stangelsche Var. beobachten. Leider wurde das Biotop zerstört.

Gruß Andreas

Hallo zusammen,
als nächstes möchte ich Kollektionen von Inocybe muricellata Bres. vorstellen
und zwar im Sinne von Stangl. E. Ferrari (2006) weist darauf hin, dass
diese Art nicht mit rötlicher Stielspitze beschrieben wurde. Wenn man die
Synonymisierung durch Kuyper also ablehnt, müsste man die Pilze wohl I.
scabella nennen.
Steckbrief: Glattsporige Marginata mit ziemlich schuppigem Hut, gleichdickem
Stiel, rötlicher Stielspitze, gedrungenen Sporen und langhalsig
lageniformen, in KOH gelben Hymenialzystiden
Bis vor kurzem war mir nicht so recht klar, was ich unter diesem Pilz zu
verstehen habe, aber inzwischen habe ich drei Kollektionen, die gut
zusammenpassen. Frage an die Risspilzfreunde: Deckt sich diese
Interpretation mit eurer? Interessant wäre außerdem, ob das Merkmal der
gedrungen Sporen bei dieser Art konstant ist, bei meinen drei Kollektionen
ist der Q-Wert stets


Pleurozystiden:

Sporen: gedrungen subamygdaloid, nur selten (vorw. bis sehr großen Sporen)
mit schwacher Delle, Apex subkonisch bis abgerundet, Maße: 8,9 x 5,8 (8-10
x 5,5-6,5), Q=1,53 (1,31-1,73), 20 Sp. gemessen:
Komplette Doku.
Und hier noch Vergleichsfotos von den beiden anderen Kollektionen:

Komplette Doku.

Komplette Doku.
Grüße aus München
Hias

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Re: Inocybe muricellata *PIC*

Helmut, (vor 5376 Tagen) @ Andreas 2

Servus Andreas,

ich kenne die Art immer nur zerschlissen-schuppig und mit typischerweise schlanken Hymenialzystiden. Hier mal ein Foto von der Berchtesgaden-Tagung (am Aufstieg zum Funtensee gab es noch eine weitere große Kollektion).

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe muricellata - Mikro *PIC*

Helmut, (vor 5376 Tagen) @ Helmut

... und hier noch ein sehr schlechtes, aber typisches Mikro-Foto.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer *PIC*

interhias ⌂, (vor 5376 Tagen) @ Andreas 2

Hallo und Guten Abend,
unter anderem kenne ich so I. muricellata auch. Scheint aber sehr variabel zu
sein, vielleicht eine Artengruppe. Kenne zumindest einige Abweichler
(siehe z.B. Bild), die ich mangels Alternativen zu cf. muricellata stelle.
So gedrungene Sporen habe ich nur selten beobachtet. Qm lag meist zwischen
1,6-1,7. Standort treu konnte ich über mehrere Jahre auch die großsporige
Stangelsche Var. beobachten. Leider wurde das Biotop zerstört.
Gruß Andreas

Hallo Andreas,

die großsporige von Stangl ist mir leider noch nicht untergekommen.
Dein angehängtes Foto erinnert mich ein bisschen an einen meiner Ausreißer, den ich schon vor 6 Jahren in einem Buchenwald und seither nie wieder gefunden habe:

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Große Unterschieden zu den "normalen" muricellata/scabella-Kollektionen sind vor allem die Hutfarbe und -beschaffenheit (mehr orangeocker bis orangebräunlich und mehr filzig als schuppig) und cremefarbene, niemals rötliche Stielspitze.

Wie war denn die Ökologie bei deinem Fund?

Ich hänge hier unten mal die Beschreibung zu meinem Ausreißer an.

Beste Grüße
Hias

Inocybe cf. muricellata

Fundort: MTB 7934/3/4/1, 630 m
Leutstetten, Sonnenberg, auf nackter Erde, im reinen Buchenwald; gesellig bis büschelig (>10 Fk)

Bestimmung: unklar;
mit F. Nordica kommt man zu I. muricellata, wo die Hutfarbe als ockergelb bis gelb angegeben wird; Ferraris Fotos passen nicht wirklich; es scheinen aber weitere Arten zu existieren, die unter muricellata möglicherweise zu Unrecht synonymisiert wurden, nicht unähnlich z.B. wäre I. pholiotinoides var. luteola;

Beschreibung:
Hut: 1-2,3 cm breit, stumpf gebuckelt, am Scheitel bisweilen schollig bis angedrückt schuppig, sonst fein- bis grobfilzig, zum Hutrand hin auch grobfaserig, Hutrand leicht fransig und mit blassockerfarbenen Cortinaresten überzogen; Cortina nur bei 2 mm großen Babys erkennbar, schnell vergänglich; Hutfarben: ockergelb, Befaserung und Scheitelschuppen auch dunkler ockerbraun bis rötlichbraun;
Stiel: bis 4 cm lang, bis 0,5 cm dick, zylindrisch, im unteren Drittel meist verbogen, basal nur schwach erweitert, aber nicht keulig oder knollig, auf ganzer Länge bereift, an der Spitze cremefarben, darunter blass ocker bis hellbraun, weißlich bereift und überfasert;
Lamellen: breit angewachsen und bisweilen mit Zähnchen herablaufend, bauchig, jung hellgrau, reif grauocker bis graubraun, bisweilen mit schwachem Olivton; Schneiden deutlich feinkerbig und weißflockig;
Fleisch: in Hut- und Stielmitte weißlich, sonst wässerig cremegrau;
Geruch: unauffällig
Geschmack: mild, eher unangenehm, etwas bitterlich;
Basidien: 4-sporig;
Cheilozystiden: metuloid, flaschenförmig, ca. 60-70 x 14-16, Wandstärke 2-3,2 µm, dazwischen zahlreiche keulige bis birnenförmige Zellen;
Pleuros: wie Cheilos geformt, ca. 75 x 14;
Sporen: elliptisch bis mandelförmig, glatt, dickwandig, 9,7 x 5,8 (8,5-10,5 x 5-6,5), Q=1,68 (1,4-2), 10 Sp. gemessen;
Kaulozystiden: auch im unteren Stieldrittel, dort teils metuloid, ca. 55-80 x 12-20, Wandstärke 1-2 µm, dazwischen zahlreiche blasige bis birnenförmige Zellen;
Nachuntersuchung vom 17.01.2011
Pleurozystiden: schlank fusoid bis lageniform, in KOH deutlich gelb, ca. 58-77 x 12-15, Wandstärke ca. 1,5-3;
Sporen: amygdaloid, Apex subkonisch bis konisch, 9,2 x 5,6 (8,5-9,5 x 5,5-6), Q=1,65 (1,55-1,73);

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer *PIC*

Andreas 2, (vor 5376 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

der, den ich gestern gezeigt habe, wuchs auf einer Blumenrabatte bei Linde und Buche. Solche wie Du heute vorstellst, kenne ich auch. Habe leider kaum gescheite Bilder davon. Dieser Einzelfruchtkörper (Bild) stand unter Picea, Betula, Salix an einem geschotterten Wegrand. Sieht schon nicht mehr nach I. muricellata aus. Mikroskopisch lassen sich aber kaum Unterschiede finden.

Gruß Andreas

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Re: Inocybe muricellata - Mikro *PIC*

Andreas 2, (vor 5376 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,
und so sah das bei diesem Pilz aus.
Gruß Andreas

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer

interhias ⌂, (vor 5376 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Hias,
der, den ich gestern gezeigt habe, wuchs auf einer Blumenrabatte bei Linde
und Buche. Solche wie Du heute vorstellst, kenne ich auch. Habe leider
kaum gescheite Bilder davon. Dieser Einzelfruchtkörper (Bild) stand unter
Picea, Betula, Salix an einem geschotterten Wegrand. Sieht schon nicht
mehr nach I. muricellata aus. Mikroskopisch lassen sich aber kaum
Unterschiede finden.
Gruß Andreas

Tja, da wird es wohl noch die ein oder andere eigene Art geben in diesem Komplex. Ferrari hat eine I. pholiotinoides var. luteola fotografiert, die auch wenig Ähnlichkeit mit den schuppigen Muricellatas mit rötlicher Stielspitze hat.

Vielleicht finde ich ja nächsten Jahr endlich mal wieder was Brauchbares in der Richtung.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer

Violet, (vor 5375 Tagen) @ interhias

Tja, da wird es wohl noch die ein oder andere eigene Art geben in diesem
Komplex. Ferrari hat eine I. pholiotinoides var. luteola fotografiert, die
auch wenig Ähnlichkeit mit den schuppigen Muricellatas mit rötlicher
Stielspitze hat.
Vielleicht finde ich ja nächsten Jahr endlich mal wieder was Brauchbares in
der Richtung.
Grüße
Hias

Hi, habt ihr Inocybe auricomella in dem Zusammenhang überprüft?
I. pholiotinoides soll sowohl "glabre" wie hygrophan sein, auricomella dagegen nicht, sie hat wie deine weißliche bis gelbliche Lamellen usw.
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer

interhias ⌂, (vor 5375 Tagen) @ Violet

Hi, habt ihr Inocybe auricomella in dem Zusammenhang überprüft?
I. pholiotinoides soll sowohl "glabre" wie hygrophan sein,
auricomella dagegen nicht, sie hat wie deine weißliche bis gelbliche
Lamellen usw.
Liebe Grüße
Ditte

Servus Ditte,

auf I. auricomella habe ich nicht so geachtet, weil sie laut Ferrari eine rein alpine Art ist und ich sonst keine Informationen über sie habe.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe muricellata - Ausreißer

Violet, (vor 5375 Tagen) @ interhias

Servus Ditte,
auf I. auricomella habe ich nicht so geachtet, weil sie laut Ferrari eine
rein alpine Art ist und ich sonst keine Informationen über sie habe.
Grüße
Hias

Hi, ich würde mich von dem "hochalpin" erstmal nicht abschrecken lassen, falls die Merkmale ansonsten passen würden (was eben zu überprüfen wäre). Ich habe mit Martin vor kurzem eine andere angeblich alpine Art eingehend recherchiert, Inocybe ochroleuca, und da stellte sich dann raus, dass die an diversen nicht sehr hoch gelegenen Orten auch gefunden wurde - also keineswegs nur hochalpin und unter hochalpinen Zwergweiden.
Liebe Grüße
Ditte