Inocybe griseovelata *PIC*

interhias ⌂, (vor 5363 Tagen)

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch eine Art zeigen, die für mich auch neu ist bzw. wäre – je nachdem, ob ich richtig liege.

Inocybe griseovelata Kühner (Graubeschleierter Risspilz)

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Glattsporige Cortinata mit durch grauocker Velipellis stark filzigem Hut, von Parazystiden dominierter Lamellenschneide und ohne Kaulohymenium;

Zur Bestimmung: Mit Kuyper geschlüsselt; abweichend ist der überaus schmächtige Habitus dieser Kollektion (Hüte nur bis 1,7 cm breit); im Übrigen passt die Makroskopie gut, mikroskopisch fällt vor allem die von großen Parazystiden dominierte LS auf, ein Merkmal, das sowohl Kuyper als auch Ferrari erwähnen, Hymenialzystiden und Sporen passen;

Funddaten: 14.08.2011; MTB 8444-1-3-3, 1200 m; Berchtesgaden, Königssee, Königsbach-Alm; im Fichten-Lärchenwald; gesellig (5 Fk);

Cheilozystiden: sehr spärlich und ziemlich dünnwandig, aber beschopft, wie die Pleuros geformt, Schneide wird von keuligen, recht großen Parazystiden dominiert :
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Pleurozystiden: fusoid, in KOH hyalin, recht dünnwandig, ca. 52-75 x 14-19, Wandstärke am Bauch 0,5-1, am Apex 1-1,5:
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Sporen: amygdaloid, in der Regel ohne Depression, Apex meist subkonisch und fast spitz, Maße: 9,9 x 5,7 (8,5-11 x 5-6,5), Q=1,74 (1,54-1,91):
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Komplette Doku.

Dieselbe Arte hatte ich schon mal 2007 gefunden, aber nichts damit anfangen können:
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Komplette Doku.

Beste Grüße
Hias

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Re: Inocybe griseovelata *PIC*

Violet, (vor 5361 Tagen) @ interhias

Tja, lieber Hias, ich bin mir da nicht so sicher. Ich hab den allerdings nur einmal gefunden.
Was relativ übereinstimmend in den Beschreibungen steht, ist, dass die graue Velipellis in "patches" liegt, dass sie eben nicht aussieht wie bei anderen Inocyben mit Velipellis. Wie du bei meinem Foto siehst, sieht das da deutlich plackig in der Hutmitte aus. Bei deinen Pilzen aber nicht. Dann sind deine Pilze ja extrem haarig-struppig und das außerdem sehr einheitlich. Nicht mit plackigem Velum in der Hutmitte. Bei Kuyper steht: "fibrillose, but fibrils not or hardly diverging." Bei Stangl 1989 heißt es "befilzt", und auf der Tafel sieht man auch, dass da keine struppigen Fäserchen sind. Ein weiteres Merkmal, das man bei meinem Pilz, nicht aber bei deinen sieht, und das Kuyper ebenfalls beschreibt ist der stumpige Stiel (bei Kuyper: "remarkably stout"). Da sieht bei dir anders aus.
Die Erstbeschreibung bei Kühner (Compléments... lateinische Beschr. S. 4 und auf französisch S. 83f. (265)) passt fast durchgehend auf meine, aber nicht in allem auf deine Fruchtkörper: Hutform mit breitem aber niemals spitzem Buckel; schmutzig braun; Hut bedeckt mit einem festangedrückten Velum „pâle brunâtre sale“, das als „nicht faserig unter der Lupe“ bezeichnet werden kann (unter dem Stereomikroskop deutlich nicht faserig auf Hutmitte);.... Stiel: kompakt, kurz; „blanchâtre-sale fribrilleux-glabre et plus ou moins luisant.“

(Übrigens ist der Apex der Sporen bei meinen Exemplaren meist deutlich ausgezogen, was auch zu Bon 1997 passt, wo es heißt, sie seien oft "étiré".)
Aber, wie gesagt, ich hab ihn bisher erst einmal gefunden - da aber zum Glück in typischer Ausführung.
Vielleicht hat aber jemand anders griseovelata in der Form wie deine sind gefunden.
Liebe Grüße
Ditte

[image] http://www.imgbox.de/

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Re: Inocybe griseovelata

interhias ⌂, (vor 5361 Tagen) @ Violet

Liebe Ditte,

das ist äußerst aufschlussreich. Diese Kollektionen kann man sicher nicht zusammenwerfen. Ich habe auch auf flickr.com ein Foto der I. griseovelata von E. Ferrari gefunden, das mit deinem Fund zusammenzupassen scheint. Die fetten Trümmer, die Stangl gemalt hat, könnten da auch dazupassen. Was du aus der Originalbeschreibung zitierst, finde ich ganz überzeugend.

Meine kleinen Strubbelpilzchen sind dann sicher was anderes. Fragt sich nur, was;-) Es fällt ja auch auf, dass beide Kollektionen aus dem montanen Nadelwald stammen. Grübelgrübel. Sie gehören höchstwahrscheinlich zusammen, aber mit diesen untersetzten Teilen mit plackigem Velum haben sich wohl nichts zu tun.

Was sagst du denn zu den Kollektionen die Ferrari unter Pinus gefunden hat? (Ferrari 2006/S. 359) Die sehen auch wieder ein bissl anders aus.

Beste Grüße
Hias