Cortinarien von 2011 (unbestimmt) *PIC*

interhias ⌂, (vor 5356 Tagen)

Und hier noch zwei Telamonien, bei denen ich völlig im Dunkeln tappe. Vielleicht hat jemand eine Idee?

Cortinarius spec. (Nr. 1) aus der Münchner Schotterebene, bei Kiefern, Buchen und (weiter entfernt) Linde:

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Sehr auffällig das dicke Stielvelum und das fast weiße Stielfleisch.

Sporen: schmal ellipsoid bis subzylindrisch, Apex breit gerundet, unterm Apikulus meist mit leichter Depression, dicht und normal warzig, am Apex oft viel kräftiger, im Umriss variabel rau bis sehr rau, Maße: 9,4 x 5,3 (8,5-10,5 x 5-5,5), Q=1,77 (1,70-1,91):
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Doku.

Cortinarius spec. (Nr. 2) vom Taubenberg (bei Buche und Fichte):

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Die konnte ich weder mit FN noch mit GpBW schlüsseln; erinnert etwas an C. torvus, doch die sehr dunklen Hüte, fast mandelförmigen Sporen und der Kohlrabigeruch sprechen dagegen. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht vielleicht auch zu C. phaeosmus, der aber völlig andere Sporen hat;

Sporen: ellipsoid bis amygdaloid, in Aufsicht auch ovoid, Apex meist schmal, seltener mittelbreit gerundet, sehr dich und normal bis kräftig warzig, im Umriss rauh bis knubbelig, am Apex auch gröber warzig, deutlich dextrinoid, Maße: 10,0 x 6,0 (9-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,67 (1,53-1,91):
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Doku.

Beste Grüße
Hias

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Re: Cortinarien von 2011 (unbestimmt)

jesko, (vor 5356 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

bei Nr. 1 würde ich ohne Zögern decipiens sagen, das Velum kann bei dieser Art so üppig ausfallen und ist es beispielsweise oft in den bei Pappel gefundenen Formen, für die es ja auch den Namen C. sertipes (dürfte ein Synonym sein) gibt. Die Sporen passen, und die olivgrüne Laugenreaktion des Velums, die merkwürdigerweise nirgends in der Literatur erwähnt ist, bestätigt für mich diese Einordnung.

Bei Nr. 2 fällt mir auch nichts gescheites ein, aber hier gibt es sicherlich noch eine Reihe unklarer Arten. Während uns etwa die Funga Nordica verrät, dass ein Teil der auf CFP Tafel B60 abgebildeten Kollektion C. phaeosmus ist (unter Ausschluss der Sporen, wie wir vermuten müssen), so äußert sie sich nicht dazu, ob dann der Rest (wahrscheinlich mit den abgebildeten mandelförmigen Sporen) und Tafel C19 der echte C. rheubarbarinus ist ...

Wie dem auch sei, viele Grüße

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Cortinarius sertipes/decipiens und phaeosmus *PIC*

interhias ⌂, (vor 5355 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

vielen Dank für die wertvollen Tipps! Ich habe sogar eine Kollektion C. sertipes von Pappel - leider nicht online. Den hat unser ehemaliger Vereinsvorstand Herr Garnweidner nach Moser so bestimmt. Makroskopisch passt er recht gut zur fraglichen Kollektion (auch mit sehr üppigem Velum), er ist nur etwas kräftiger und fällt mit ziemlich kurzen Sporen etwas aus dem Rahmen (8,1 x 5,1 (7,5-9,5 x 4,5-5,5), Q=1,72).
Sehr interessant, dass die olivgrüne Laugenreaktion des Velums offenbar konstant ist - ich hatte mich sehr drüber gewundert und es deshalb notiert.

Von 2010 habe ich eine Kollektion C. cf. phaeosmus aus dem sauren Steigerwald mit sehr kleinen Sporen, der ich den Duft von Wildsautropfen attestiert hatte (so ähnlich wie Enzian-Schnaps):

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Peter Verstraeten hatte mir seinerzeit verraten, dass sie diese kleinsporigen Kollektionen auch kennen und als C. phaeosmus bestimmen.

Sporen: ellipsoid, Apex breit gerundet, fein warzig, Warzen nur am Apex schwach überstehend, Maße: 7,7 x 5,3 (6,5-8,5 x 5-5,5), Q=1,46 (1,30-1,60):
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Ganze Doku.

Beste Grüße
Hias

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Re: Cortinarius sertipes/decipiens und phaeosmus

jesko, (vor 5354 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

nochmal zu C. decipiens:
Suárez-Santiago & al. 2009, Study on Cortinarius subgenus Telamonia section Hydrocybe in Europe, with especial emphasis on Mediterranean taxa, synonymisieren ja aufgrund der ITS-Sequenzierung C. sertipes (wie auch C. atrocoeruleus) mit C. decipiens. Das ist insofern ganz angenehm, als dass ich neben typischen sertipes (d.h. Kollektionen bei Pappel mit üppigem Velum und lilavioletten Farben in allen Fruchtkörperteilen) immer auch intermediäre Formen zu typischem decipiens (weniger üppiges Velum, lila nur am Stiel) hatte und die Abgrenzung nicht recht nachvollziehen konnte. Eine grüne Laugenreaktion des Velums hatte ich bei all diesen Formen festgestellt. Hierzu scheint sich die Literatur ja auszuschweigen. Ein Problem sind die von Dir angesprochenen kleinsporigen Formen (ansonsten nicht von normalem decipiens zu unterscheiden). Ein Beispiel hierfür in der Literatur ist ja die CFP-Tafel D44 („Cortinarius decipiens var. atrocoeruleus“). Wenn ich die Daten des oben genannten Artikels allerdings richtig interpretiere, stehen auch diese Formen im decipiens-Cluster, es ist also von einer großen Variabilität der Sporengröße auszugehen. Um ein anderes Problem scheint sich die Literatur überhaupt nicht zu scheren: Persoon hat Agaricus decipiens aus dem Nadelwald beschrieben, wir verstehen darunter eine Laubwaldart...

Die Bestimmung der C.-phaeosmus-Kollektion würde ich für durchaus plausibel halten, die Sporenmaße (bei Betrachtung des Intervalls) weichen doch nicht besorgniserregend von den Literaturangaben ab.

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Cortinarius sertipes/decipiens und phaeosmus

interhias ⌂, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

ich bin schon zufrieden, überhaupt man eine Vorstellung zu haben, wie C. decipiens aussehen kann. Darauf aufbauend werde ich an der Gruppe auf jeden Fall dranbleiben.

Beste Grüße
Hias