Inocybe cf. albovelutipes *PIC*

interhias ⌂, (vor 5354 Tagen)

Liebe Risspilzfreunde,

heute möchte ich euch zwei Arten zeigen, bei deren Bestimmung ich noch ziemlich im Dunklen tappe.

Inocybe cf. albovelutipes Stangl (Hellsamtiger Risspilz)

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Steckbrief: Glattsporige Cortinata mit filzig befasertem, haselnussbraunem Hut und weiß überfaserten Stielen.

Zur Bestimmung: Die von mir im Feld vermutete flocculosa fällt wegen der hyalinen, nicht deutlich flaschenförmigen Hymenialzystiden raus. Das einzig sinnvolle Schlüsselergebnis mit Kuyper ergibt sich bei Interpretation als Fibrillosa (ohne Kaulohymenium): I. albovelutipes; eine Ähnlichkeit mit den letztjährigen Aufsammlungen aus Fröttmaning ist unverkennbar. Die Hymenialzystiden sind etwas dickwandiger als bei Stangl beschrieben, doch schon die beiden Kollektionen aus Fröttmanig haben sich hier sehr variabel gezeigt und da sich Stangls Beschreibung offenbar auf wenige Funde stützt, würde ich dies nicht als Ausschlussgrund sehen. In FN ist I. subnudipes Kühner als eigenständig behandelt und wäre wg. der dickwandigeren Zystiden sogar erste Wahl, allerdings sollten sie gelbe Wände aufweisen. Aufgrund der guten bis sehr guten Übereinstimmung mit Stangls makroskopischer Beschreibung bestimme ich mal als I. cf. albovelutipes und hoffe auf weitere Funde;

Funddaten: 15.09.2011; MTB 8136-2-3-4, 660 m; Darching, Fentberg, Rotberg, in moosig-grasigem Waldrandstreifen, bei Kiefer, Fichte und Buchenjungwuchs; gesellig (6 Fk);

Pleurozystiden: meist fusoid, seltener sublageniform oder subutriform, kräftig beschopft, in KOH hyalin, 57-67 x 13-18, Wandstärke am Bauch 1-2, am Apex 1,5-2:
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Cheilozystiden: einigermaßen dicht, aber ab und zu mit Lücken, wie die Pleuros, aber variabler und in KOH blass gelblich; Parazystiden gut ausgeprägt und mittelgroß bis groß:
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Sporen: amygdaloid, lateral ab und zu mit Delle, sehr dickwandig, Apex konisch und fast spitz, hin und wieder schwach papilliert, Kallus unauffällig, Maße: 9,4 x 5,5 (8-10,5 x 5-6), Q=1,70 (1,55-1,83):
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Komplette Doku.

Beste Grüße

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Re: Inocybe cf. albovelutipes

Helmut, (vor 5354 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

da wäre ich auch bei Deiner ersten Idee, I. flocculosa, hängen geblieben. Die Hymenialzystiden auf Deinen Bildern haben doch gelbe Wände und auch die eine oder andere "typisch" geformte ist zu sehen.

Die Bilder von I. albovelutipes im Netz und ein Eigenfund aus 2002 sehen anders aus, auch die Mikroskopie Deines Fundes scheint mir besser zu flocculosa zu passen.

Allerdings habe ich auch erst eine Kollektion in meiner Sammlung. Bei so seltenen Arten bleibt oft ein Restzweifel, da man kein fundiertes Artkonzept für sich selber aufbauen kann. Werde sehen, dass ich meinen Beleg schnell mal nachmikroskopiere.

Gruß

Helmut

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Re: Inocybe cf. albovelutipes

Violet, (vor 5353 Tagen) @ interhias

Grüß dich, Hias, also albovelutipes steht der ayeri sehr nahe (Furrer Ziogas vergleicht die beiden in einem Artikel von 1987), die ich dank eines Fundes von Coco kenne und habe. Sie hat wie diese sehr! dünne Zystidenwände (sieht fast aus wie einfache Wände), was bei dir nicht der Fall ist, eine andere Zystidenform (Furrer-Ziogas sagt: 30% kopfig, 50% keulig und 20% andere Formen), dann einen Hut der grobfilzig ist (bei Bon heißt es "dulcamaraartig". Das ist bei dir, nach den Bildern zu schließen, ebenfalls nicht gegeben und dann einen völlig wollig-flockigen oder filzigen (Furrer-Ziogas) Stiel (daher der Name), was bei dir auch nicht zutrifft; der Stiel ist auch oben rosalich und der Standort ist sandig (bei der Erstbeschreibung stammt sie aus einem Binnendünengelände bei mir in der Nähe), weshalb sie in einem Artikel von Bon 1984 auch zu den Inocyben mit maritimem Standort gezählt und besprochen wird.
Also, meines Erachtens sind deine Funde sicher nicht albovelutipes.
Liebe Grüße zum Wochenende
Ditte

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Re: Inocybe cf. albovelutipes

interhias ⌂, (vor 5352 Tagen) @ Helmut

Servus Helmut und Ditte,

ihr habt mich überzeugt. I. albovelutipes scheint schon makroskopisch völlig anders zu sein. Wenn ich das richtig sehe, bräunt die Kollektion auf stridvall.se sogar etwas am Stiel (wie I. melanopus).

Ob meine makroskopische Vermutung doch gestimmt hat und es eine I. flocculosa ist, werde ich mir nochmal genauer anschauen. Aber ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass du da richtig liegts, Helmut;-)
Für die Kollektionen aus Fröttmaning gilt das allerdingns nicht - die bleiben mir auf jeden Fall schleierhaft.

Grüße
Hias