Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ... *PIC*

jesko, (vor 5352 Tagen)

... möchten Felix und ich heute einladen und damit an die diversen Beiträge anschließen, in denen wir bereits von unserem Mallorca-Pilzurlaub im vergangenen Dezember berichtet haben.

Wenn es um die Frage geht, welche europäische Gehölzgattung am besten an gegensätzliche klimatische Extreme angepasst ist, dann liegt die Gattung Pinus wohl aussichtsreich im Rennen, denn Kiefernarten kommen in Europa von der thermomediterranen Zone, also den Küsten des Mittelmeers, bis an die alpinen und boreal-arktischen Wald- und Baumgrenzen, von trockenen Sandböden bis in die Hochmoore der europäischen Gebirge vor und bilden in solchen Extremhabitaten oft sogar geschlossene Bestände.
Im Mittelmeerraum sind Kiefern die mit Abstand am weitesten verbreiteten Vertreter der Kieferngewächse (Pinaceae) (besonders in der oromediterranen Zone gibt es außer Kiefern auch Abies- und Cedrus-Arten in oft recht begrenzten Arealen), kommen in allen Höhenstufen vor und haben hier ihr europäisches Artenvielfaltszentrum. Auf Mallorca ist vor allem die Aleppokiefer (Pinus halepensis) verbreitet, ferner sind auch Seestrandkiefern (Pinus pinaster) und Pinien bzw. Schirmkiefern (Pinus pinea, die mit den in der mediterranen Küche verwendeten Kernen) zu finden. Das Pinetum ist hier wohl der häufigste Waldtyp, der teils auch forstlich gefördert wird und von den Sanddünen und Kalkklippen der Küsten bis in die Höhenlagen der Serra de Tramuntana anzutreffen ist. Meist gibt es in diesen Kiefernwäldern gut ausgebildete untere Baum- und Strauchschichten (z.B. Arbutus unedo, Pistacia lentiscus, Juniperus phoenicea, Erica specc., Chamaerops humilis, Cistus specc. ...), bzw. Kiefer und Steineiche kommen gemischt vor.

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Blick vom Alaró-Felsen, auf dem die Reste einer Maurenfeste thronen, über die unteren Hanglagen des den Nordwesten Mallorcas beherrschenden Kalkgebirges Serra de Tramuntana mit Kiefernwäldern und einzelnen Steineichenbeständen.

Da sich Kiefernarten also an unterschiedlichste klimatische Bedingungen angepasst haben, lässt sich ihre Begleitfunga auch nicht gewissermaßen von Sizilien bis Skandinavien über einen Kamm scheren, sondern ist selbstverständlich stark vom jeweiligen Klima und den sonstigen Habitatfaktoren abhängig. Freilich: So manches zieht sich dennoch wie ein roter Faden durch alle Kiefernwälder Europas hindurch. Ein solch auffälliges Element sind beispielsweise die Schmierröhrlinge.

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Den Gelbbraunen Schmierröhrling oder Mittelmeer-Körnchenröhrling (Suillus mediterraneensis) hatten wir bereits in einem früheren Bericht vorgestellt Beitrag 218801 . Als südlicher Vikar unserer mitteleuropäischen kiefernbegleitenden Suillus-Arten soll er verdeutlichen, dass wir in den mediterranen Pineten Bekanntes wiederfinden, aber eben auch die Eigenheiten des mediterranen Fungenraums beachten müssen. Das wollen wir auf unserer kleinen Exkursion durch Mallorcas Pineten nun tun, zu der wir Euch hiermit einladen möchten.

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Im Beitrag über die „verhinderten Röhrlinge“ Beitrag 219048 hatten wir auch die nahe mit den Schmierröhrlingen verwandte Rötliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus) bereits gezeigt.

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Diesem Röhrlingsverwandten gehen freilich Röhren und Poren ab, eine andere in mediterranen Kiefernwäldern gut verbreitete Pilzart wiederum hat zwar welche, ist dafür aber kein Röhrling:

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Der Bittere Rußporling (Boletopsis grisea) soll gleich zur Vorstellung weiterer Nichtblätterpilze überleiten.

Beginnen möchte ich mit einigen Stachelingen, die im mediterranen Kiefernwald immer recht gut vertreten sind. Da wäre zunächst der Brennende Braunsporstacheling (Sarcodon fuligineoviolaceus), dem wir in gemischten Eichen-Kiefern-Wäldern begegneten:

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Sarcodon fuligineoviolaceus ist durch das kräftig violett verfärbende Fleisch und die dunklen Hutfarben gekennzeichnet.

Ebenfalls braunsporig sind die Korkstachelinge der Gattung Hydnellum. Hier fanden wir den Rotbraunen Korkstacheling (Hydnellum ferrugineum)

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und eine Art aus dem Dunstkreis von Hydnellum scrobiculatum.

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Hier haben wir bei der Bestimmung ein „confer“ stehen lassen, da neuere, molekular basierte Untersuchungen (Ainsworth & al. 2006, Cryptic taxa within European species of Hydnellum and Phellodon ...) gezeigt haben, dass u.a. Hydnellum scrobiculatum in mehrere Arten zerfällt, deren morphologische Abgrenzung noch weiter zu untersuchen ist, sodass die Autoren von nomenklatorischen Konsequenzen abgesehen haben.

Damit kommen wir auch schon zum letzten Stacheling unserer heutigen Kiefernwaldrunde, der mir gleich Gelegenheit gibt, mal nachzuhaken, ob sich denn jemand unserer (noch verbliebenen) Leser gefragt hat, was denn die „Winterpfifferlinge“ sein sollen, die in unseren früheren Beiträgen erwähnt waren. Hier kommt die Auflösung:

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Während Hydnum albidum in Mitteleuropa ja eine eher seltene Art ist, scheint sie zumindest in manchen mediterranen Kiefernwäldern (ob nur auf Kalk?) häufig zu sein und wird dort eifrig zu Speisezwecken gesammelt, wie wir selbst beobachten konnten (unsere sonstigen derartigen Beobachtungen sind im Anthropologie-Forum nachzulesen). Wir haben den kulinarischen Wert des Weißen Stoppelpilzes daraufhin auch selbst getestet und müssen zugeben, dass er im Vergleich zum Semmelstoppelpilz deutlich besser abschneidet, da er nicht so bröselig ist. Also: Für mediterrane Überwinterer ist Hydnum albidum durchaus empfehlenswert (wir vergeben zweieinhalb Bestecke).

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Als „Winterpfifferling“ kam Hydnum albidum übrigens vor einigen Jahren im Februar/März in unsere heimischen Gemüseläden mit etwas ausgesuchterem Angebot.

Um mit den Aphyllophorales zum Ende zu kommen, hätten wir noch die auch in unseren Wäldern zu findende Ockergelbe Kiefernkoralle (Ramaria eumorpha)

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und sagen damit

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STOP (Entomologen vor!),

um endlich wieder ein paar Blätterpilze zu zeigen.

Hier möchte ich mit einer sehr häufigen Art der mallorquinischen Kiefernwälder beginnen:

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Der Fastberingte Ritterling (Tricholoma batschii oder – wer mag – Tricholoma fracticum) ist in Mitteleuropa nach meiner Kenntnis eine gängige Art in Kiefernwäldern auf Kalk, die in bodensauren Wäldern fehlt. In Südeuropa hingegen verhält sich die Art bodenvage.

Einen weiteren, diesmal typisch südeuropäischen Ritterling bekamen wir weitaus weniger häufig zu Gesicht, und einige Grüppchen hatten leider schon deutlich den optimalen Reifegrad überschritten.

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Man frage mich jetzt bloß nicht, warum Felix für Tricholoma caligatum den deutschen Namen Falscher Krokodil-Ritterling herausgesucht hat, und welches Krokodil dann das echte sein soll.

Eher nachzuvollziehen ist da für mich bei einem Blick ins Mikroskop der Name Spindelsporiger Schwärzling für Lyophyllum semitale.

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Lyophyllum semitale kommt natürlich auch bei uns vor, aber ich darf versichern, dass südeuropäische Schwärzlinge ein spannendes Kapitel für sich sind, nur dass wir auch bei dieser Gattung nicht gerade vom Finderglück verwöhnt wurden. Wir dürfen’s aber getrost aufs Wetter schieben und müssen uns keinen mangelnden Fleiß vorwerfen.

Mit der Bestimmung unserer wenigen Funde von Schwärzlingen und Ritterlingen haben wir uns also ganz wacker geschlagen, aber bei manchen anderen Ritterlingsverwandten kann man schon mal weich werden, und wenn man sich solch einen Weichritterling aufbürdet, dann tut man es mit der Befürchtung, dass die Bestimmung wenn überhaupt nicht ohne Bauchschmerzen möglich sein wird.

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Felix kann man für das hübsche Foto dieses von einer Hygrocybe conica agg. aus dem Hintergrund argwöhnisch beäugten Melanoleuca-Grüppchens sicherlich nur loben, was man von den Melanoleuca-Taxonomen wohl nur eingeschränkt behaupten kann, bezüglich derer sich sogar ein Frieder Gröger dazu hinreißen ließ, ihnen „schludrige Arbeiten“ zu attestieren (Gröger 2006: 332). Im vorliegenden Falle erschienen makroskopisch die etwas ocker angefärbten Lamellen charakteristisch. Diese führen allerdings in Verbindung mit quer septierten Cheilozystiden (brevipes-Typ) ins Schlüsselniemandsland.

Eine geringere Bürde mögen die kleineren Arten sein, aber wer nimmt so etwas auf mediterraner Großwildjagd schon mit, wenn er nicht gerade eine Vorliebe für die betreffende Gattung hat?! Diese war im nächsten Fall zwar nicht gegeben, aber wenn sich ein Helmling schon mal so schmückt, dann ist er doch ein Foto wert.

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Mycena amicta, der Geschmückte Helmling, ist der große, die kleinen schwarzen auf den Kiefernnadeln, wer weiß, wer weiß...

Ein stattlicherer Kandidat ist freilich der nächste:

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Hygrophorus latitabundus, der Große Kiefern-Schneckling, soll ja in Katalonien (und damit auch auf den Balearen) ein beliebter Speisepilz sein. Das konnten wir selbst nicht beobachten, haben die auffällige Art jedoch auch nur einmal gesehen.

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In Deutschland ist Hygrophorus latitabundus auf Kiefernwälder auf Kalkboden beschränkt und sicherlich eher selten. In Südeuropa wird er häufiger.

Ähnlich verhält es sich mit der Verbreitung der folgenden Art.

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Mediterran ist der Wolfstäubling (Russula torulosa) sehr häufig, in Mitteleuropa hingegen ist er auf wärmebegünstigte Kiefernwälder auf Kalk beschränkt. Doch bereits auf der Alpensüdseite ändert sich das, und Russula torulosa tritt zunehmend an die Stelle unserer typischen Kiefernsäufernase, des Zitronenblättrigen Täublings (Russula sardonia). In den Südalpen, von wo Russula torulosa ursprünglich beschrieben wurde, ist die Art auch in über 1000 m Höhe gut verbreitet, um dann mediterran zu einem typischen und pH-indifferenten Kiefernbegleiter zu werden.

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Ein weiterer (und für mich persönlich „schmerzlicher“) Unterschied zwischen nord- und mitteleuropäischen und mediterranen Kiefernwäldern ist das weitgehende Fehlen von Vertretern der Gattung Cortinarius in letzteren. Bei anderen Cortinariaceae-Gattungen sieht es allerdings etwas anders aus. So sind etwa Risspilze auch in mediterranen Pineten bestens vertreten (wir waren zugegebenermaßen etwas faul auf dieser Strecke), und auch Fälblinge sind typisch.

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Von der Menge der beobachteten Fruchtkörper her fanden wir Hebeloma laterinum durchaus beeindruckend.

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Über den von Felix ausgegrabenen deutschen Namen Großer Kakao-Fälbling bin ich allerdings nicht sehr glücklich. Dieser resultiert wohl aus vergangenen taxonomisch-nomenklatorischen Konfusionen, denn diese Art riecht nicht nach Kakao.

Über ebenfalls beeindruckende Amanita-Arten der balearischen Pineten hatten wir bereits an anderer Stelle berichtet Beitrag 218827 , ebenso über diverse Ascomyceten Beitrag 218947 , von denen wir ja einige in Kiefernwäldern gefunden haben.

Zu letzterem Thema möchte ich zum Abschluss unserer kleinen Runde durch Mallorcas Kiefernwälder noch einmal zurückkehren. Hierzu verlassen wir die Kalkfelsen und begeben uns in ein besonderes Habitat, nämlich die Kiefernwälder auf reinen Sandböden, die wir zumeist gleich hinter den beliebten Badestränden finden können.

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Nach einem ersten, meist recht schmalen Strauchgürtel, der hauptsächlich durch Juniperus phoenicea gekennzeichnet ist, beginnt die Übergangszone zum Kiefernwald, und in dieser ökologischen Nische haben die Grubenlorcheln i.w.S. (Helvella sect. Lacunosae) möglicherweise ihr europäisches Artenvielfaltszentrum. Zwei Kollektionen in wenigen Metern Entfernung haben wir hier aufgesammelt, sind uns aber bei der Bestimmung etwas unsicher. Aufgrund der makroskopischen Merkmale und der Paraphysenform vermuten wir hier Helvella semiobruta.

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Die Zugehörigkeit der beiden Kollektionen zum Formenkreis helvellula/semiobruta scheint uns sicher. Diese beiden Arten (wie im Übrigen auch die verwandte Helvella juniperi, die in denselben Gebieten vorkommen dürfte) haben erheblich größere Sporen als Helvella lacunosa. Unsere Sporenmessungen liegen nun weitgehend unterhalb des für helvellula/semiobruta angegebenen Intervalls (lacunosa können wir aber allein anhand der Sporengröße sicher ausschließen). Nun ist fraglich, ob es ein Problem des Reifegrades ist. Andererseits liest man z.B. in den italienischen Foren Andeutungen, dass in dem in Frage kommenden Formenkreis noch nicht alle taxonomischen Fragen abschließend geklärt sind... Wir werden unser Material wohl weitergeben und auf schlüssige Antworten hoffen.

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Nun, viele werden uns wohl nicht bis ans Ende unserer anstrengenden Tagestour durch Mallorcas Kiefernwälder bis an den Strand gefolgt sein. Wer es bis hierher geschafft hat, den laden wir ein, mit uns in der Abendstimmung noch ein wenig über mediterrane und sonstige Pilze zu philosophieren...

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

AK_CCM, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Geil, Jesko! Das ist das beste Wort zum Sonntag, das ich bis dato gelesen habe. Vielen Dank euch beiden für eure kurzweiligen und überaus interessanten Exkursionsberichte - eine willkommene Abwechslung zu den Klein-Ascos der letzten Wochen.

Gruß, Andreas

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Ein Genuss!

Lonco, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko und Felix,

praktisch ein kleiner Urlaub schon beim Lesen, ganz großes Kino!

STOP (Entomologen vor!),

Ich bin kein Spinnen-Fachmann, aber die sieht schwer nach Argiope trifasciata aus. Allerdings sind für die Balearen in der Fauna Europaea nur Argiope bruennichi und Argiope lobata angegeben (die ich hier nicht sehe), das muß aber auch nichts heißen, vielleicht ist es schon bekannt und dort noch nicht angekommen.

Herzliche Grüße,
Thomas.

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Erstfunde?

jesko, (vor 5348 Tagen) @ Lonco

Hallo Thomas,

Ich bin kein Spinnen-Fachmann, aber die sieht schwer nach Argiope trifasciata
aus. Allerdings sind für die Balearen in der Fauna Europaea nur Argiope
bruennichi und Argiope lobata angegeben (die ich hier nicht sehe), das muß
aber auch nichts heißen, vielleicht ist es schon bekannt und dort noch
nicht angekommen.

Deine entomologischen Feststellungen sind ja bis jetzt unwidersprochen geblieben. Dass uns beiden Banausen auf Malle aber ein dort seltenes Insekt vor die Linse gelaufen sein soll, das halte ich für nicht ganz so wahrscheinlich.

Immerhin ist zur Helvella semiobruta (die freilich noch ein kleines cf. stehen hat) zu sagen, dass in einer Ende 2011 in einem italienischen Forumsbeitrag von M. Filippa eingestellten Verbreitungskarte noch kein Fund für Spanien verzeichnet war. Na ja, so was hat ja nie viel zu sagen

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

Violet, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Ist ja alles wunderbar und wunderchön, lieber Jesko, aber fehlt da nicht noch ne wichtige Pilzgattung??? Ich meine die niedlichen Inocyben? Oder hab ich da was übersehen... ;))
Und was mich mal interessieren würde (mag sein, dass ich die Info nicht gesehen habe): wie habt ihr das mit dem Mikroskop gemacht? Mitgenommen im Flugzeug?
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

jesko, (vor 5348 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

Ist ja alles wunderbar und wunderchön, lieber Jesko, aber fehlt da nicht noch
ne wichtige Pilzgattung???

Das mit dem "wichtig" ist ja doch immer sehr subjektiv. Besonders viele Risspilze hatten wir auch nicht gesehen, aber wie ich an anderer Stelle schon angedeutet hatte, liegen noch ein paar hübsche Kollektionen unangefasst bei uns herum. Ich weiß auch nicht, wann wir die Zeit für diese finden werden. Du ahnst es sicherlich schon: Wir würden uns nicht mit letzter Kraft dagegen wehren, sie zur Bearbeitung an Dritte abzugeben, zumal dann, wenn diese "Dritten" wie in Deinem Fall auch die Gewähr dafür bieten, dass man im Forum eine exzellente Aufarbeitung präsentiert bekommt. Ist das ein Angebot?

Und was mich mal interessieren würde (mag sein, dass ich die Info nicht
gesehen habe): wie habt ihr das mit dem Mikroskop gemacht? Mitgenommen im
Flugzeug?

Wir hatten ein ganz kleines Gerät mit, das man mit Ach und Krach als Mikroskop bezeichnen kann. Einige Dienste hat es durchaus geleistet, manche Merkmale sind wohl mit einem schlechten Mikroskop an Frischmaterial besser zu beurteilen als an Exsikkaten mit einem vernünftigen Mikroskop. Ein solches mit dem Flugzeug mitzunehmen, das dürfte schon ein nicht ganz unproblematisches Unterfangen sein. Sehr nützlich war freilich die Mitnahme eines Trockners.

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

Violet, (vor 5348 Tagen) @ jesko

Hallo Ditte,
Das mit dem "wichtig" ist ja doch immer sehr subjektiv.

Ach, Jesko, ich bin doch grad die letzte, die der Meinung wäre, eine Gattung sei wichtiger als eine andere! Alles sind sie schön und wichtig, alle!
Das war also nicht ernst gemeint. Warum mich ausgerechnet die Inocyben in ihren Bann geschlagen haben, wissen die Götter - oder die vielleicht auch nicht....

Besonders

viele Risspilze hatten wir auch nicht gesehen, aber wie ich an anderer
Stelle schon angedeutet hatte, liegen noch ein paar hübsche Kollektionen
unangefasst bei uns herum. Ich weiß auch nicht, wann wir die Zeit für
diese finden werden. Du ahnst es sicherlich schon: Wir würden uns nicht
mit letzter Kraft dagegen wehren, sie zur Bearbeitung an Dritte abzugeben,
zumal dann, wenn diese "Dritten" wie in Deinem Fall auch die
Gewähr dafür bieten, dass man im Forum eine exzellente Aufarbeitung
präsentiert bekommt. Ist das ein Angebot?

Ja, das ist ein Angebot. Mach ich gern. Nur bitte dann möglichst bald schicken, denn wenn erst wieder die Saison anfängt und ich mich mit täglichen Dosen von bis zu ca. 10 Aufsammlungen abgebe "muss", hab ich keine Zeit für sowas mehr. Bitte mindestens ein gutes Foto und ne Frischpilzbeschreibung schicken - aber das weißt du ja. Meine Adresse hast du? Falls nicht, schick ich sie dir privat.

Wir hatten ein ganz kleines Gerät mit, das man mit Ach und Krach als
Mikroskop bezeichnen kann. Einige Dienste hat es durchaus geleistet,
manche Merkmale sind wohl mit einem schlechten Mikroskop an Frischmaterial
besser zu beurteilen als an Exsikkaten mit einem vernünftigen Mikroskop.
Ein solches mit dem Flugzeug mitzunehmen, das dürfte schon ein nicht ganz
unproblematisches Unterfangen sein. Sehr nützlich war freilich die
Mitnahme eines Trockners.

Ja, ein Jammer, dass das Mitnehmen eines ordentlichen Mikroskops im Flugzeug ein echtes Problem ist.
Liebe Grüße an dich und Felix - und ich bin gespannt...
Ditte

Viele Grüße,
Jesko

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Spitzenmäßig! Merci *oT*

interhias ⌂, (vor 5352 Tagen) @ jesko

- kein Text -

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Ganz großes Kino! Danke! *oT*

Joschi Siembida ⌂, (vor 5352 Tagen) @ jesko

- kein Text -

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

Älbler, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

ganz großartig, euer Exkursionsbericht!

Gibt es zu eurem Weichritterling ein paar mehr Informationen?

Mich würden Farbe des Stielfleisches, Geruch und Größe/Form der Sporen interessieren.

Viele Grüße
Christian

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

jesko, (vor 5348 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

Gibt es zu eurem Weichritterling ein paar mehr Informationen?
Mich würden Farbe des Stielfleisches, Geruch und Größe/Form der Sporen
interessieren.

Das Stielfleisch war nach unten hin braun (also wie bei polioleuca), ich habe geruchlos notiert (bei polioleuca z.B. stelle ich immer Geruch nach gekochter Milch fest), die Sporen sind elliptisch und messen ca. 6-9 x 4-6. ChZ wie gesagt brennhaarförmig. Ich hätte auch ein paar Mikrofotos, müsste sie aber erst zusammenstellen. Ich habe zu dieser Aufsammlung keine schlüssige Eingebung. Schade bei dem schönen Foto!

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

Älbler, (vor 5347 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

interessant!, dass dich der Geruch von M. polioleuca auch an gekochte Milch erinnert. Dies ist mir schon ein paar mal aufgefallen. Ich glaube GRÖGER hat diesen Geruch definiert, den er für die Art M. subpulverulenta angibt.

Wenn die Sporen "normal" ellipsoid waren, was für mich einem Sporenquotienten von 1,5 bis 1,7 entspräche, fällt mir (nach GRÖGERS Diagnose) auch nix Besseres ein als M. brevipes. Die Herren FONTENLA et al. (2003) geben für brevipes allerdings einen Q-Wert von (1,2)1,3-1,4 an (Mittelwert 1,37)!

Viele Grüße
Christian

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

Andreas ⌂, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko und Felix,

wirklich spitzenmäßig! Ich habe bisher bei meinen wenigen Besuchen des Mittelmeers nie so richtig Glück gehabt mit der Witterung. Irgendwann muss ich doch auch mal in mediterranen Pilzen waten *HEUL* O.k., das seid ihr ja auch net grade, aber trotzdem.

Man frage mich jetzt bloß nicht, warum Felix für Tricholoma caligatum den
deutschen Namen Falscher Krokodil-Ritterling herausgesucht hat, und
welches Krokodil dann das echte sein soll.

Weil Tricholoma matsu-take als Echter Krokodil-Ritterling gilt.
Es juckt mich seit Jahren in den Fingern, mal ein paar Kistchen vom Mittelmeer nach Japan zu exportieren und mir so meine Mittelmeerreisen zu finanzieren. Jede Wette, den Unterschied merkt dort keiner, auch wenn unser caligatum recht bitter sein soll ;-))

beste Grüße,
Andreas

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

jesko, (vor 5348 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Weil Tricholoma matsu-take als Echter Krokodil-Ritterling gilt.
Es juckt mich seit Jahren in den Fingern, mal ein paar Kistchen vom
Mittelmeer nach Japan zu exportieren und mir so meine Mittelmeerreisen zu
finanzieren. Jede Wette, den Unterschied merkt dort keiner, auch wenn
unser caligatum recht bitter sein soll ;-))

Ich dachte immer, der vom Mittelmeer sei das echte Krokodil, und der aus Japan eben Matsu-take. Aber wie es eben so ist mit den Pilznamen. Weiß eigentlich jemand, woher der Name Krokodilsritterling kommt und seit wann es ihn gibt? Vielleicht sollten wir die Mittelmeerart in Anlehnung an ihren wissenschaftlichen Artnamen einfach Stiefelritterling nennen, dann könnte ich mir den Namen auch leichter merken.

Viele Grüße,
Jesko

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Dickes Thumbs up!!

Thüringer-Holz, (vor 5352 Tagen) @ jesko

Kann ich da nur sagen!

Die Frage nach dem echten Krokodil-Ritterling hat ja Andreas schon beantwortet!
Tricholoma matsutake

Wenn man die Suchmaschinen anwirft um einen deutschen Namen fuer
Hebeloma laterinum zu recherchieren, sind sich diese alle recht einig!

Wie dem auch sei, wieder mal
eine gelungene Gemeinschaftsarbeit! Danke fuer deine Muehe!

Mindestens zwei Teile haben wir noch in der Schublade, dann uebernehmen
bestimmt die Morcheln das hiesige Portal!

LG Felix

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

stefanh, (vor 5351 Tagen) @ jesko

Hallo,

ein sehr schöner Bericht, den liest man gerne zweimal, und natürlich sehr schöne Bilder von Pilzen und der Landschaft.
Zu den Bilder hab ich eine Frage: Welches Objektiv habt ihr hier benutzt?

Schöne Grüße aus der Oberpfalz

Stefan Hartwig

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Re: Zur Exkursion in Mallorcas Pineten ...

jesko, (vor 5348 Tagen) @ stefanh

Hallo Stefan,

Felix hat die Frage für seinen Teil ja schon beantwortet. Ich habe irgendwie das Vorgängermodell mit einem weniger potenten Objektiv und bin damit eigentlich auch nicht zufrieden. Man sollte vielleicht nicht unerwähnt lassen, dass bei vielen Bildern softwaremäßig etwas nachgeholfen wurde...

Viele Grüße,
Jesko