Frage zu Lactarius intermedius

Svampskogen, (vor 5327 Tagen)

Schönen Abend!

Bin ein bisschen verwirrt bezüglich des Grubigen Weisstannen-Milchlings. Das, was ich bislang immer als diese Art bestimmt habe, wächst ziemlich häufig in den Wäldern meiner Umgebung.
Er zeichnet sich aus durch:
-Immer Weisstanne in der Nähe
-Stiel sehr grubig
-Hut hellgelb und kaum konzentrisch gezont
Nun habe ich aber mal in Pilze der Schweiz nachgelesen (in Funga Nordica ist sie leider nicht enthalten) und dort wird die Art ohne Gruben am Stiel geschlüsselt und beschrieben... Was stimmt nun? Habe ich den Pilz womöglich bislang falsch bestimmt? Andererseits zeigt ein Bild der Internetseite www.mtsn.tn.it die Art wieder mit stark grubigem Stiel und der deutsche Name deutet dieses Merkmal ja auch an...

Liebe Grüsse Svampskogen

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Frage zu Lactarius intermedius

Andreas ⌂, (vor 5326 Tagen) @ Svampskogen

Schönen Abend!
Bin ein bisschen verwirrt bezüglich des Grubigen Weisstannen-Milchlings. Das,
was ich bislang immer als diese Art bestimmt habe, wächst ziemlich häufig
in den Wäldern meiner Umgebung.
Er zeichnet sich aus durch: -Immer Weisstanne in der Nähe
-Stiel sehr grubig
-Hut hellgelb und kaum konzentrisch gezont
Nun habe ich aber mal in Pilze der Schweiz nachgelesen (in Funga Nordica ist
sie leider nicht enthalten) und dort wird die Art ohne Gruben am Stiel
geschlüsselt und beschrieben... Was stimmt nun? Habe ich den Pilz
womöglich bislang falsch bestimmt? Andererseits zeigt ein Bild der
Internetseite www.mtsn.tn.it die Art wieder mit stark grubigem Stiel und
der deutsche Name deutet dieses Merkmal ja auch an...
Liebe Grüsse Svampskogen

Hallo Svampskogen,

du hast recht mit deiner Irritation. leider völliger Quark was da im Schlüssel von PdS steht. Und in den Anmerkungen wird L. intermedius statt mit L. scrobiculatus nur mit L. leonis verglichen *kopfschüttel*. Auch das Bild (Nr. 31) ist zumindest fragwürdig. Wahrscheinlich aber nur stark überleuchtet, so dass man die Gruben nicht sehen kann.
Lactarius intermedius hat definitiv deutliche Gruben, ebenso wie L. scrobiculatus. Er soll sogar als Merkmal "Grübchen in den Gruben" haben, aber das habe ich noch zu selten überprüft.
Was ein weiteres gutes Merkmal ist, sind die Randfsaern des Hutrandes. Die sind bei L. scrobiculatus dunkler und tendenziell zu dreieckigen Fransen zusammenklebend. Bei L. intermedius sind diese gelifizierten Randfasern aber sehr hell, praktisch durchsichtig.

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Frage zu Lactarius intermedius

jesko, (vor 5326 Tagen) @ Svampskogen

Wie Andreas schon geschrieben hat, ist die Darstellung in PdS wieder einmal fragwürdig. Es ist schon bezeichnend, dass anscheinend nur ein Fund von L. intermedius ausgewertet wurde - dabei ist die Art im Alpenraum ziemlich häufig und als typischer Tannenbegleiter unschwer zu finden. Ein nach meiner Erfahrung zuverlässiges Merkmal, um L. intermedius im Feld von scrobiculatus trennen zu können, ist der rosafarbene Reflex in den Lamellen von intermedius. Der in den Alpen vorkommende Doppelgänger ohne Gruben am Stiel ist übrigens L. tuomikoskii (freilich bei Fichte).
Dass intermedius in FN und bei Heilmann-Clausen fehlt, liegt wohl einfach daran, dass es in Nordeuropa keine Tannen gibt. Jetzt mag man freilich einwenden, dass dann auch salmonicolor fehlen müsste ...

Viele Grüße

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Frage zu Lactarius intermedius

Svampskogen, (vor 5326 Tagen) @ jesko

Hallo zusammen!

Ich danke euch vielmals für die Richtigstellung. Ich war mir ja schon bewusst, dass PdS nicht über alle Zweifel erhaben ist, aber das ist nun doch ein recht grober Schnitzer, Schade...
In dem Fall stellen meine Funde von gelbmilchenden Milchlingen (L. chrysorrheus ausgenommen) wohl zu 95 % L. intermedius dar. Bin mir nicht mal ganz sicher, ob ich schon mal den "echten" scrobiculaus gefunden habe.
Danke noch für die zusätzlichen Merkmale von L. intermedius, ich muss mich nächsten Herbst mal genauer darauf achten.
L. salmonicolor ist übrigens ebenfalls nicht in FN enthalten...

Grüsse Svampskogen

Wie Andreas schon geschrieben hat, ist die Darstellung in PdS wieder einmal
fragwürdig. Es ist schon bezeichnend, dass anscheinend nur ein Fund von L.
intermedius ausgewertet wurde - dabei ist die Art im Alpenraum ziemlich
häufig und als typischer Tannenbegleiter unschwer zu finden. Ein nach
meiner Erfahrung zuverlässiges Merkmal, um L. intermedius im Feld von
scrobiculatus trennen zu können, ist der rosafarbene Reflex in den
Lamellen von intermedius. Der in den Alpen vorkommende Doppelgänger ohne
Gruben am Stiel ist übrigens L. tuomikoskii (freilich bei Fichte).
Dass intermedius in FN und bei Heilmann-Clausen fehlt, liegt wohl einfach
daran, dass es in Nordeuropa keine Tannen gibt. Jetzt mag man freilich
einwenden, dass dann auch salmonicolor fehlen müsste ...
Viele Grüße

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Frage zu Lactarius intermedius

interhias ⌂, (vor 5326 Tagen) @ jesko

Wie Andreas schon geschrieben hat, ist die Darstellung in PdS wieder einmal
fragwürdig. Es ist schon bezeichnend, dass anscheinend nur ein Fund von L.
intermedius ausgewertet wurde - dabei ist die Art im Alpenraum ziemlich
häufig und als typischer Tannenbegleiter unschwer zu finden. Ein nach
meiner Erfahrung zuverlässiges Merkmal, um L. intermedius im Feld von
scrobiculatus trennen zu können, ist der rosafarbene Reflex in den
Lamellen von intermedius. Der in den Alpen vorkommende Doppelgänger ohne
Gruben am Stiel ist übrigens L. tuomikoskii (freilich bei Fichte).
Dass intermedius in FN und bei Heilmann-Clausen fehlt, liegt wohl einfach
daran, dass es in Nordeuropa keine Tannen gibt. Jetzt mag man freilich
einwenden, dass dann auch salmonicolor fehlen müsste ...
Viele Grüße

Servus zusammen,

ich laufe ja das halbe Jahr in Tannenwäldern herum, aber bislang war ich zu deppert, L. intermedius klar von scrobiculatus zu trennen - vielleicht ist bei den Aufsammlungen vom letzten Jahr mal einer dabei. Auf den rosa Reflex in den Lamellen muss ich mal aufpassen. Gibts denn eurer Meinung nach ein brauchbares mikroskopisches Trennmerkmall?
L. leonis hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm, den hat letztes Jahr Henk Huijser zwischen den Scrubiculati rausgezogen.

Grüße
Hias

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Kein Aprilscherz

jesko, (vor 5324 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

zunächst muss ich ehrlich sagen, diese Teile bislang kaum mikroskopiert zu haben. Mikroskopische Trennmerkmale werden auch weder im Schlüssel von Basso 1999 noch im wichtigen Artikel von Marco Floriani (I Lactarius della sottosezione Scrobiculati in Trentino, BGMB 1998, s.u.) erwähnt. Immerhin weist Basso im Text u.a. auf die subretikulierten Sporen von intermedius ggü. gratigen und im Wesentlichen nicht retikulierten Sporen bei scrobiculatus und die unterschiedlich großen Pleuromakrozystiden hin. Was diese Merkmale wert sind, weiß ich nicht zu beurteilen. In das Sporenornament muss man sich ja i.d.R. etwas „hineingucken“, wenn man beide Arten direkt miteinander und nicht nur mit den Zeichnungen in einem Buch vergleichen kann.
Aber makroskopisch sollte es eigentlich keine Probleme mit der Unterscheidung geben: intermedius ist viel heller, hat den Rosa-Reflex in den Lamellen und einen viel grubigeren Stiel. Freilich muss man sich auch hier „hineingucken“. Den Vikarismus (intermedius vertritt scrobiculatus bei Tanne) kann ich zumindest aus meiner Erfahrung bestätigen. Ich war ja in meinen „Anfangsjahren“ viel in den Dolomiten unterwegs, und dort waren beide Arten recht häufig und auch leonis und tuomikoskii ganz gut verbreitet. Der genannte Artikel von Floriani ist insofern wichtig, als dass hier auch die nomenklatorische Problematik bezüglich intermedius mit Benennung eines Lektotyps behandelt wird. Außerdem werden in diesem Artikel erstmals auch die 1984 von Kytövuori aus Skandinavien beschriebenen leonis und tuomikoskii für Italien (und nach meiner Kenntnis auch für den gesamten Alpenraum) angegeben.

Viele Grüße,
Jesko

Servus zusammen,
ich laufe ja das halbe Jahr in Tannenwäldern herum, aber bislang war ich zu
deppert, L. intermedius klar von scrobiculatus zu trennen - vielleicht ist
bei den Aufsammlungen vom letzten Jahr mal einer dabei. Auf den rosa
Reflex in den Lamellen muss ich mal aufpassen. Gibts denn eurer Meinung
nach ein brauchbares mikroskopisches Trennmerkmall?
L. leonis hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm, den hat letztes Jahr
Henk Huijser zwischen den Scrubiculati rausgezogen.
Grüße
Hias

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Ich schenk' Dir mal ein i

Nobi, (vor 5324 Tagen) @ jesko

lieber Jesko, damit aus Deinem Vikarismus ein Vikariismus wird, und wir letztlich verstehen, was Du meinst :-)
Nobi

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Ich schenk' Dir mal ein i

jesko, (vor 5321 Tagen) @ Nobi

lieber Jesko, damit aus Deinem Vikarismus ein Vikariismus wird, und wir
letztlich verstehen, was Du meinst :-)
Nobi

Besten Dank, Nobi. Auch ein kleines i ist ja heutzutage nicht mehr so leicht zu bekommen. Und ich habe es ja schon immer gewusst, dass Fremdwörter nicht gerade meine Stärke sind ;-)

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Ich schenk' Dir mal ein i

Schwammerlkönig, (vor 5321 Tagen) @ jesko

Mit den ganzen Fremdwörtern könnt ihr mir gar nicht imprägnieren "gg"

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Ich schenk' Dir mal ein i

Guy Marson, (vor 5320 Tagen) @ Schwammerlkönig

Mit den ganzen Fremdwörtern könnt ihr mir gar nicht imprägnieren
"gg"

mir imprägniert sich schon ab und zu die Unterhose beim das und dass .. %-(