Ob der wirklich selten ist? (Asco) *PIC*

Ingo Wagner, (vor 5316 Tagen)

Hallo!

Unauffällige Pilze sind oft so selten wie die Leute, die danach schauen.
Torsten Richter, die Stimme aus dem Hintergrund, machte mich auf eine Pyrenopeziza aufmerksam, die wohl in Deutschland sooo oft noch nicht nachgewiesen wurde. So sieht sie in Rehna aus:
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Nennt sich Pyrenopezza plantaginis und wächst auf abgestorbenen Spitzwegerich-Blättern.

Ja genau! Da muss man erst mal drauf kommen, an Spitzwegerich nach Becherchen zu suchen. Ich denke, da liegt der Hund auch begraben. Wer schaut dort schon?

Naja, ich jetzt zumindest. Also heute mal nebenbei auf einer Wirtschaftswiese geschaut: dort bleibt wohl zu wenig substratiges Material liegen.
Aber an solchen Stellen wird man schon fündig:
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Das alte Gras, das sich über die alten Spitzwegerichblätter legt, sorgt für die nötige Entwicklungsfeuchte.

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Lupe ist empfehlenswert, denn der ist schon recht winzig.

Aber mit Torstens Vorlage ist die Bestimmung natürlich nicht besonders schwer.
Meiner ist noch nicht ganz reif, deshalb hier nur eine Mikro-Kurzfassung, reicht aber eigentlich.
[image]
Reife Sporen sind mittig leicht eingeschnürt.

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Reichlich interessant finde ich die kleinen rundlichen Inhalte in den Paraphysen, die sich wie die SCBs (soluble cytoplasmic bodies) bei Orbilia verhalten.

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Es wäre mir sehr recht, wenn die Forumler mit dem nötigen Draht zu Kleinpilzigem mal nach der Art schauen würden.
Der Witz ist, dass es die Art auch IKI positiv gibt. Wäre interessant, ob man da weitere Unterschiede herausarbeiten könnte.

Die ausführlichere Mikro-Version von Torstens Pyrenopeziza plantaginis stelle ich demnächst auf meine Seite.

VG Ingo W

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Re: Ob der wirklich selten ist? (Asco)

Gábor, (vor 5316 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

danke für den interessanten Tipp!
Da werde ich demnächst wohl auch an Spitzwegerich nicht mehr so einfach vorbeigehen können :-)

: Der Witz ist, dass es die Art auch IKI positiv gibt.

Das fände ich schon krass.
Eine Art, sowohl IKI + als auch IKI -?

LG, Gábor

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Re: Ob der wirklich selten ist? (Asco)

Andreas ⌂, (vor 5316 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Der Witz ist, dass es die Art auch IKI positiv gibt.

ich kenne die Art von zwei Funden, die waren beide IKI+.
Hast Du auch an toten Asci nachgeschaut, da sieht man ja den Porus besser als bei lebenden?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ob der wirklich selten ist? (Asco) *PIC*

Ingo Wagner, (vor 5316 Tagen) @ Andreas

Hallo Ingo,
ich kenne die Art von zwei Funden, die waren beide IKI+.
Hast Du auch an toten Asci nachgeschaut, da sieht man ja den Porus besser als
bei lebenden?

Hi Andreas!

Ich habe an mehreren Apos getestet. Die 1. Kollektion stammt ja von Torsten aus Rehna, auch er hat "IKI = negativ" festgestellt.
Auf der Zotto-DVD sind ebenfalls beide Fälle, also "+" und "-" dokumentiert.

Da auch Torsten schon mal eine IKI-positive in 2008 hatte, das aber auch nach seiner Aussage nicht apothezienabhängig zu sein scheint (wie manchmal bei Lachnellula), sondern kollektionsabhängig, muss eine andere Erklärung her.

Ich habe mal die beiden entsprechenden Ascibilder mit den lugolbehandelten Asci noch mal größer zusammengestellt. Bei dem Porus-Typ bleibt eigentlich kaum die Chance des Irrtums (mit den Augen sehe ich es im Mikro etwas besser als mit der Kamera dargestellt).
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Aber ich würde sicherlich genauso skeptisch sein!
Thema "Skepsis": du hast gar nichts dazu gesagt, dass ich deine Mollisia pyrenopezizoides jetzt auch weiß mache.

VG Ingo W

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Re: Ob der wirklich selten ist? (Asco)

Krötenhocker, (vor 5315 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Vielleicht liegt die mal positive und mal negative Jodreaktion ja daran, dass "Lugol's solution is often too weak..." ist, wie Zotto in

Baral, H.-O. (1987): Lugol's solution/IKI versus Melzer's reagent: hemiamyloidity, a universal feature of the ascus wall. Mycotaxon 29:401

schreibt, jedenfalls von Clemencon (Methods for Working with Macrofungi : 35) so zitiert.
Bei Clemencon heißt die konzentriertere IKI-Lösung dann ja auch treffend Baral und man könnte die Jod-Reaktionen vielleicht noch einmal damit überprüfen.

LG, Jens

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Re: Ob der wirklich selten ist? (Asco) *PIC*

Ingo Wagner, (vor 5315 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Ingo,
Vielleicht liegt die mal positive und mal negative Jodreaktion ja daran, dass
"Lugol's solution is often too weak..." ist, wie Zotto in
Baral, H.-O. (1987): Lugol's solution/IKI versus Melzer's reagent:
hemiamyloidity, a universal feature of the ascus wall. Mycotaxon 29:401
schreibt, jedenfalls von Clemencon (Methods for Working with Macrofungi : 35)
so zitiert.
Bei Clemencon heißt die konzentriertere IKI-Lösung dann ja auch treffend
Baral und man könnte die Jod-Reaktionen vielleicht noch einmal damit
überprüfen.
LG, Jens

Hallo Jens!

Ich habe eigentlich noch kein Versagen mit meinem Lugol festgestellt. Geht, wie es sein muss, auch rote Reaktionen "kann es noch".

Ich habe bei der Pyrenopeziza mal einen Nachtest mit Melzer gemacht, wie zu erwarten, auch hier jod-negativ:
[image]
Und wie gesagt, hatte ja auch Torsten Richter die eine Kollektion schon untersucht und ebenfalls IKI-negativ notiert und auf der Zotto-DVD sind beide Reaktionstypen dokumentiert, also muss da schon was dran sein.

So richtig weiß ich nicht, ob man überhaupt schon eine Theorie hat, wozu die eingelagerte Stärke(?) in den Apikalringen gut ist oder was es für Vorteile oder Nachteile bringt.
Vielleicht findet hier bei der Art auch einfach eine Auseinanderentwicklung statt.
Kommt auf jeden Fall so häufig nicht vor, denke ich.

VG Ingo W