Hohenbuehelia-Frage *PIC*

interhias ⌂, (vor 5279 Tagen)

Hallo zusammen,

diese Hohenbuehelia habe ich letzten September in einem Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald terrestrisch auf mehreren Quadratmetern verstreut gefunden. So eine habe ich noch nie gesehen. Vielleicht jemand von euch? Bestimmen konnte ich sie leider nicht.

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„Harpunen“:
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Für H. geogenia ist sie wohl zu schmächtig und dünnfleischig, zu hell gefärbt und zu bitter; H. auriscalpium sollte auf Holz oder Spänen wachsen, gedrungenere, kleinere Sporen besitzen und mild schmecken (außerdem Pileozystiden haben); käme noch H. abietina infrage, die auch kleinere Sporen haben und auf Fichtenstämmen wachsen sollte; Ludwig erwähnt eine H. petaloides var. amara, die er jedoch auch auf Holz gefunden hat, die würde sonst einigermaßen passen.

Link zur kompletten Doku.

Beschreibung:
Funddaten: 15.09.2011; Fundort: MTB 8136-2-3-4, 660 m; Darching, Fentberg, auf einem grasigen Pfad, bei Fichte, Tanne und Buche, auf gemischter Laub-Nadelstreu, offenbar terrestrisch, gesellig (6 Fk) bis büschelig auf mehreren Quadratmetern verteilt;

Hut: spatelförmig oder fast geschlossen trichterig wie Pseudocraterellus cornicopioides, bis 4,5 cm hoch und bis 4 cm breit, cremebeige bis beige, glatt, bisw. durch filzige, weißliche Bereifung heller, cremefarben, trocken, matt, nicht hygrophan;
Stiel: bisw. deutlich abgesetzt, bisw. schwach ausgeprägt und Lamellen bis zum Grund herablaufend, bis 1,5 x 0,5, hutfarben, bisw. basal weißfilzig;
Lamellen: weit herablaufend, sehr gedrängt, schmal (2 mm breit), cremefarben, Schneiden feinst bereift;
Fleisch: weiß, über den Lamellen hyalin;
Geruch: im Feld und im Schnitt deutlich nach Mehl; der Mehlgeruch nicht gurkig, sondern eher ins Säuerliche umschlagend;
Geschmack: bitter;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: oberste Schicht eine etwas verworrene Cutis aus schmalen Zellen, aus denen lange, oft büscheig angeordnete, schmale Haare entspringen. Letztere bilden wohl den nicht überall vorhandenen Filz (in einem Präparat fast überall abgebrochen), die Haare sind ca. 50-80 lang und um 2 µm dick; in diversen Präparaten (auch 2 Skalps) wurden etwa 4 Metuloide und 2 Seten gesichtet, aber alle lose; unter der HDS eine schwach gelifizierte, ca. 125-175 µm dicke Schicht aus 3-5 breiten Zellen, die ganz fein inkrustiert sein können; Schnallen reichlich vorhanden; Pigment unauffällig;
Cheilozystiden: dünnwandig, flaschenförmig bis pseudolecythiform, mit 1-2 Auswüchsen und runden Schleimköpfchen, 24x4, 21x4, 30x5,5, Köpfchen ca. bis 6 breit;
Metuloide: spindelig, spitz, dickwandig, mit Kristallbesatz, ca. 62-80 x 10-14, Wandstärke ca. 2-4;
Basidien: 4-sporig, mit Schnallen;
Sporen: ellipsoid, hyalin, Maße: 6,4 x 4,1 (5,5-7,5 x 3,5-4,5), Q=1,55 (1,33-1,88), 20 Sp. gemessen;

Beste Grüße
Hias

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Re: Hohenbuehelia-Frage

Till, (vor 5278 Tagen) @ interhias

Hallo, Hias,

Dein Fund erinnert mich sehr an eine Aufsammlung vom 26.6.2004 im Fischbachtal bei Ruhpolding (8241-4, leg. Dieter Bernhardt): die gleichen weißflaumig-filzigen, dünnfleischigen weißen Hüte, Mehlgeruch, keine Metuloide in der Hh. Standort: an und neben einer Fichtenwurzel im Bergwald. Ich habe den Pilz damals auch als cf. abietina abgelegt. Über abietina war damals außer der Originalbeschreibung aus Mähren noch nicht viel bekannt.

Da wir ungefähr auf der gleichen geogr. Breite sammeln, haben wir ja schon öfter mykologische "Parallelerlebnisse" gehabt.

LG, Till

Hallo zusammen,

diese Hohenbuehelia habe ich letzten September in einem
Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald terrestrisch auf mehreren Quadratmetern
verstreut gefunden. So eine habe ich noch nie gesehen. Vielleicht jemand
von euch? Bestimmen konnte ich sie leider nicht.


„Harpunen“:
Für H. geogenia ist sie wohl zu schmächtig und dünnfleischig, zu hell gefärbt
und zu bitter; H. auriscalpium sollte auf Holz oder Spänen wachsen,
gedrungenere, kleinere Sporen besitzen und mild schmecken (außerdem
Pileozystiden haben); käme noch H. abietina infrage, die auch kleinere
Sporen haben und auf Fichtenstämmen wachsen sollte; Ludwig erwähnt eine H.
petaloides var. amara, die er jedoch auch auf Holz gefunden hat, die würde
sonst einigermaßen passen.
Link zur kompletten Doku.
Beschreibung: Funddaten: 15.09.2011; Fundort: MTB 8136-2-3-4, 660 m;
Darching, Fentberg, auf einem grasigen Pfad, bei Fichte, Tanne und Buche,
auf gemischter Laub-Nadelstreu, offenbar terrestrisch, gesellig (6 Fk) bis
büschelig auf mehreren Quadratmetern verteilt;
Hut: spatelförmig oder fast geschlossen trichterig wie Pseudocraterellus
cornicopioides, bis 4,5 cm hoch und bis 4 cm breit, cremebeige bis beige,
glatt, bisw. durch filzige, weißliche Bereifung heller, cremefarben,
trocken, matt, nicht hygrophan;
Stiel: bisw. deutlich abgesetzt, bisw. schwach ausgeprägt und Lamellen bis
zum Grund herablaufend, bis 1,5 x 0,5, hutfarben, bisw. basal weißfilzig;
Lamellen: weit herablaufend, sehr gedrängt, schmal (2 mm breit),
cremefarben, Schneiden feinst bereift;
Fleisch: weiß, über den Lamellen hyalin;
Geruch: im Feld und im Schnitt deutlich nach Mehl; der Mehlgeruch nicht
gurkig, sondern eher ins Säuerliche umschlagend;
Geschmack: bitter;
Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: oberste Schicht eine etwas verworrene
Cutis aus schmalen Zellen, aus denen lange, oft büscheig angeordnete,
schmale Haare entspringen. Letztere bilden wohl den nicht überall
vorhandenen Filz (in einem Präparat fast überall abgebrochen), die Haare
sind ca. 50-80 lang und um 2 µm dick; in diversen Präparaten (auch 2
Skalps) wurden etwa 4 Metuloide und 2 Seten gesichtet, aber alle lose;
unter der HDS eine schwach gelifizierte, ca. 125-175 µm dicke Schicht aus
3-5 breiten Zellen, die ganz fein inkrustiert sein können; Schnallen
reichlich vorhanden; Pigment unauffällig;
Cheilozystiden: dünnwandig, flaschenförmig bis pseudolecythiform, mit 1-2
Auswüchsen und runden Schleimköpfchen, 24x4, 21x4, 30x5,5, Köpfchen ca.
bis 6 breit;
Metuloide: spindelig, spitz, dickwandig, mit Kristallbesatz, ca. 62-80 x
10-14, Wandstärke ca. 2-4;
Basidien: 4-sporig, mit Schnallen;
Sporen: ellipsoid, hyalin, Maße: 6,4 x 4,1 (5,5-7,5 x 3,5-4,5), Q=1,55
(1,33-1,88), 20 Sp. gemessen;
Beste Grüße
Hias

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H. abietina und L. illyricus

interhias ⌂, (vor 5278 Tagen) @ Till

Hallo, Hias,
Dein Fund erinnert mich sehr an eine Aufsammlung vom 26.6.2004 im
Fischbachtal bei Ruhpolding (8241-4, leg. Dieter Bernhardt): die gleichen
weißflaumig-filzigen, dünnfleischigen weißen Hüte, Mehlgeruch, keine
Metuloide in der Hh. Standort: an und neben einer Fichtenwurzel im
Bergwald. Ich habe den Pilz damals auch als cf. abietina abgelegt. Über
abietina war damals außer der Originalbeschreibung aus Mähren noch nicht
viel bekannt.
Da wir ungefähr auf der gleichen geogr. Breite sammeln, haben wir ja schon
öfter mykologische "Parallelerlebnisse" gehabt.
LG, Till

Servus Till,

prima, das ihr auch solche gefunden habt. Könnte gut sein, dass meine scheinbar terrestrisch gewachsenen Exemplare in Verbindung mit abgestorbenen Wurzeln standen. Die hellen, fast weißen Fk passen auch ganz gut zur Beschreibung dieser Art. Wenn es die H. abietina ist, wart ihr vielleicht die Ersten, die sie in Deutschland gefunden haben.

Auf biolib.cz gibt's ein Foto der Art, das farblich sehr gut passt, habituell sind sie anders als meine, aber sie sind ja auch direkt auf Holz gewachsen.

Apropos Parallelerlebnisse: Der Lactarius illyricus wächst massenhaft auf den Buckelwiesen nahe Klais im Werdenfelser Land. Unter dem Link hab ich noch eine Kollektion dokumentiert.

Link zur Doku.

Grüße
Hias