Frage zu lila Ascomycet *PIC*

DieterB, (vor 9130 Tagen)

Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich nur einen Familienspaziergang machen, also nix Pilzliches, aber dann lag da doch ein Buchenast und auf dem der Pilz unten. Ich hatte nichts dabei zum Mitnehmen des Glibberteils, aber vielleicht erkennt Ihr ihn doch wegen der markanten Farbe. Ich dachte an Ascotremella faginea. Könnte das stimmen oder liege ich falsch (was könnte es dann sonst noch sein?)?

Viele Grüße
Dieter

[image]

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Frage zu lila Ascomycet

Huperzia ⌂, (vor 9130 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich nur einen Familienspaziergang machen, also nix
Pilzliches, aber dann lag da doch ein Buchenast und auf dem der Pilz
unten. Ich hatte nichts dabei zum Mitnehmen des Glibberteils, aber
vielleicht erkennt Ihr ihn doch wegen der markanten Farbe. Ich dachte an
Ascotremella faginea. Könnte das stimmen oder liege ich falsch (was könnte
es dann sonst noch sein?)?
Viele Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

könnte auch eine Ascocoryne (Gallertbecher) sein

Viele Grüße,

Tanja

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Ascocoryne! *PIC*

Karl Keck ⌂, (vor 9129 Tagen) @ Huperzia

Hallo Dieter,
könnte auch eine Ascocoryne (Gallertbecher) sein
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Dieter,

ich tippe ebenfalls auf Ascocoryne sarcoides, den Fleischrötlichen Gallertbecher, der hat genau diese Farbe. Schau Dir im Vergleich dazu mal mein Foto von Ascocoryne sarcoides (Jungstadium) an:

[image]

Gruß Karl

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Ascocoryne! Aber welche ?

Andreas ⌂, (vor 9129 Tagen) @ Karl Keck

Hallo Dieter,
ich tippe ebenfalls auf Ascocoryne sarcoides, den Fleischrötlichen
Gallertbecher, der hat genau diese Farbe. Schau Dir im Vergleich dazu mal
mein Foto von Ascocoryne sarcoides (Jungstadium) an:
Gruß Karl

Hallo,

Ascocoryne sarcoides und A. cylichnium sind makroskopisch nicht auseinanderzuhalten. Wer's genau wissen will muß IMMER mikroskopieren.
Allerdings scheint (aber nur als Verdacht ...) A. sarcoides im Spätherbst/Frühwinter häufiger zu sein, A. cylichnium dagegen im Winter/Frühjahrsanfang.

Mikroskopische Trennmerkmale:

1. Sporen bei sarcoides reif mit 1-3 Septen, bei cylichnium mit 3-5(7)
2. Sporengröße (reif, noch nicht keimend) bei sarcoides 14-23 x 4,5-6 µm, bei cylichnium (19)22-30(35) x 5-6,5 µm. Das ist zwar knapp überlappend, aber in der Praxis hatte ich noch kaum einmal Schwierigkeiten, die Sporengröße der entsprechenden Art zuzuordnen.
3. Konidienbildung an den Ascosporen bei sarcoides in Ketten am Sporenende, bei cylichnium einzeln und an mehreren Stellen an der Spore
4. Ascokonidien (nicht die der NFF, sondern die die an den normalen Ascosporen gebildet werden!) bei sarcoides 3-4 x 2,5-3,5 µm, biguttulat, zitronenförmig. Bei cylichnium 2-3 x 2-2,5, monoguttulat, breitelliptisch bis subglobos.
5. Ascusgröße bei sarcoides 140-170 x 10-14 µm, bei cylichnium 200-250 x 11-14 µm.

Die Unterscheidungskriterien fußen auf den Untersuchungen von H.O. Baral und sind meiner Erfahrung von -zig Kollektionen nach 100% zutreffend.

Nachzulesen mit Mikrozeichnung und Foto in meinem Artikel "Doppelgänger: Die Fleischroten Gallertbecherlinge Ascocoryne sarcoides - Ascocoryne cylichnium" in der SPR (Südwestdeutsche Pilzrundschau) 32(2) von 1996, S. 46-47.

Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Ascocoryne! Aber welche ?

DieterB, (vor 9129 Tagen) @ Andreas

Mikroskopische Trennmerkmale: 1. Sporen bei sarcoides reif mit 1-3 Septen,
bei cylichnium mit 3-5(7)
2. Sporengröße (reif, noch nicht keimend) bei sarcoides 14-23 x 4,5-6 µm, bei
cylichnium (19)22-30(35) x 5-6,5 µm. Das ist zwar knapp überlappend, aber
in der Praxis hatte ich noch kaum einmal Schwierigkeiten, die Sporengröße
der entsprechenden Art zuzuordnen.
3. Konidienbildung an den Ascosporen bei sarcoides in Ketten am Sporenende,
bei cylichnium einzeln und an mehreren Stellen an der Spore
4. Ascokonidien (nicht die der NFF, sondern die die an den normalen
Ascosporen gebildet werden!) bei sarcoides 3-4 x 2,5-3,5 µm, biguttulat,
zitronenförmig. Bei cylichnium 2-3 x 2-2,5, monoguttulat, breitelliptisch
bis subglobos.
5. Ascusgröße bei sarcoides 140-170 x 10-14 µm, bei cylichnium 200-250 x
11-14 µm.

Hallo,

hab mir nachträglich doch noch Material geholt und betrachtet:

1. keine Spore hat mehr als 3 Septen (mit Baumwollblau viel besser zu sehen als mit Kongorot, mit dem ich meistens anfange)
2. die größte Spore war 22 µm lang
3. + 4. versteh ich nicht ganz (wo kann ich mehr darüber nachlesen? Bisher hab ich nur einen alten Müller/Löffler)
5. Ascusgröße 115 - 175 µm
6. einige (aber nicht die meisten) Paraphysen verzweigt, aber weiter basal als in Breitenbach/Kränzlin gezeichnet

Ich gehe also davon aus, daß es Ascocoryne sarcoides ist.

Danke an Alle und Grüße
Dieter

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Ascocoryne! Aber welche ?

Andreas ⌂, (vor 9128 Tagen) @ DieterB

Hallo,
hab mir nachträglich doch noch Material geholt und betrachtet: 1. keine Spore
hat mehr als 3 Septen (mit Baumwollblau viel besser zu sehen als mit
Kongorot, mit dem ich meistens anfange)
2. die größte Spore war 22 µm lang
3. + 4. versteh ich nicht ganz (wo kann ich mehr darüber nachlesen? Bisher
hab ich nur einen alten Müller/Löffler)
5. Ascusgröße 115 - 175 µm
6. einige (aber nicht die meisten) Paraphysen verzweigt, aber weiter basal
als in Breitenbach/Kränzlin gezeichnet
Ich gehe also davon aus, daß es Ascocoryne sarcoides ist.
Danke an Alle und Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

denke auch dass es A. sarcoides ist.
Inoperculate Becherlinge sollte man IMMER in Wasser mikroskopieren, weil in anderen Medien Merkmale verlorengehen können, wie z.B. eventuell vorhandene lichtbrechende Vakuolen in den Paraphysen, Tröpfchenverteilung in der Sporen oder sonstige möglicherweise wichtige Kennzeichen. Außerdem sollte man lebende Sporen messen, in BWB ist sofort alles tot (wegen der Milchsäure). Um die Septen schön zu sehen kann man das Präparat anschließend in Lugol (dünne Jodlösung) anschauen, dann färbt sich alles gelb und die Septen erscheinen als helle Linie (Trick von H.O. Baral).
Zu 3./4.: Bei Ascocoryne bilden die Sporen oft schon auf dem Fruchtkörper Konidien aus. Wenn du sehr reife Fk. hast kannst Du das manchmal beobachten. Normalerweise entsteht bei der Sporenkeimung ein Keimfaden, der weiter und weiter wächst, Ascocoryne bildet statt dessen besagte Konidien (nicht immer zu sehen, aber wenn, dann mit den beschriebenen artkennzeichnenden Merkmalen).
Zu 6.: Das dürfte kein Merkmal zur Artabgrenzung sein.

Gruß,
Andreas