Proleten *PIC*

Klaas, (vor 5240 Tagen)

Hallo zusammen,

zum Mikroskopieren habe ich heute keine Lust und bin wieder Mal am lästigen sortieren hunderter aufgeschobener Bilder der letzten Jahre.
Dabei fällt auf, dass sich die Dinge ständig wiederholen, auch bei den Pilzen. Hängt wohl damit zusammen, dass man täglich die gleichen
Dinge tut, und auch in Sachen Pilzen immer wieder die selben Gebiete aufsucht. Einerseits stellt sich dabei eine gewisse Routine ein,
die zum Teil gut tut, andererseits wird das aber mit der Zeit auch etwas langweilig.

Spannend - oder viel mehr aufregend - ist hingegen, wie die Gebiete auf den menschlichen Einfluss reagieren. In nahezu allen Wäldern, die ich
kenne, sieht es übel aus. Da wird nachhaltig abgeholzt und ausgebaut, dass einem schlecht wird. Die letzten noch halbwegs natürlichen Flächen
an den Stadträndern werden zubetoniert oder in "Öko"-Sprit-Felder verwandelt, an den Landstraßen wird riesiger Platz für neue Gewerbegebiete
geschaffen, in denen in ein paar Jahren nur noch Müll-Händler wie Kick und Co. zu finden sein werden werden. In Orchideenwiesen finden scheinbar
Traktorrennen statt, in offenbar lästigen Parks, die sich gewiss mehr gewinnbringend zur Bebauung lohnen würden, werden metertiefe Löcher und
Fahrspuren hinterlassen - bei der Mahd im Matsch kurz nach ausgiebigen Regenfällen und bei der Abholzung uralter Eichen, deren übrig gebliebener
meterdicker Stumpf zeigt, dass sie sicher noch Jahrzehnte hätten stehen bleiben können. Nirgends auch nur andeutungsweise eine Absicht zu erkennen,
das Gebiet inmitten Wiesbaden zu erhalten. Von den Millionen Eicheln der wenigen Bäume dort wird keine zum Baum heranwachsen. Und das nachhaltig.

Vermutlich kennen nicht wenige Mykologen den kleinen besonderen Park dort, getroffen habe ich dort noch kaum einen. Zumeist sind nur Schnibbler
unterwegs, die Körbeweise Pfifferlinge, B. queletii, aereus, satanas (Vollidioten) und noch selteneres Zeugs heraustragen. Die sind mir inzwischen
aber beinahe egal, sollen sie doch ernten, schnibbeln und umtreten, solange es noch möglich ist. Ich gehe davon aus, dass der Park ohnehin nur noch
ein paar Jahre lang existieren wird. Gegen die Übermacht der menschlichen Dummheit und die der berechnenden Wirtschaft und Behörden anzukommen,
ist sowieso unmöglich. Derweil finde ich mich damit damit ab und dokumentiere nur noch, was kommt, ob Kaiserlinge zerfurcht-verdichteten Boden mögen,
weiß ich nicht, mal abwarten. Eigentlich sollten sie schon ansatzweise zu sehen sein. Und bitte nicht missverstehen, mir geht es nicht um einzelnes
Amanita-Mycel, welches dort ohnehin parasitiert wird. Vielmehr um die Gesamtheit der Arten, die Vielfalt. Die Möglichkeit, überhaupt noch noch ein
paar Jahre überdauern zu können. Die, nachdem das Gebiet ausgelöscht sein wird, auch nicht mehr im Umkreis möglich sein wird, da die Bedingungen
für alle nur an genau dieser Stelle so sind, wie auch meine Beobachtungen im Umkreis bestätigen.

Wobei das jedoch nur eine der unbedeutsamen Spitzen des Eisbergs sein wird, die Stellen seltenerer Pilze. Die noch häufigen werden vermutlich schneller
vertrieben, das Gejammer um ehemalige Steinpilz- oder Pfifferlings-Erntestellen sind ja auch hier im Forum kaum zu überlesen. Den einen geht es um den
Kochtopf, den anderen um die Vielfalt, vielleicht gelingt es ja irgendwann, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und zu erkennen, dass die
Auslöschung einer Art zwangsläufig die mind. einer anderen mit sich zieht. Am Ende ist wohlmöglich nur noch die überaus intelligente Menschheit übrig,
die nichts anderes mehr als Beweis ihrer eigenen Dominanz zum Auslöschen übrig hat, als sich selbst. In meiner Denkweise ein eher beruhigender Gedanke...

Von der proletenhaften Zerstörungswut unserer Art noch eine hinkende Überleitung zu den Pilzen, zu einer Bild-Doku mit keinen besonders seltenen Pilzen -
die kommen vielleicht noch, aber nur vielleicht und wer weiß, wie lange noch.
Boleten wachsen hier schon seit einigen Wochen in verschiedenen Wäldern, hier Sommer- und da Fichtensteinpilze, zudem div. Täublinge und Milchlinge,
und immer mehr Gattungen und Arten. Neben Maronen und Herbstrotfüßen ärgern sich die gewöhnlichen Rotfüße goldgelb, wenn sie ihrer buckligen
Verwandtschaft sonnenbadend im Park zuschauen müssen. Neben teils massenhaft Perlpilzen wachsen Narzissengelbe, die roten sind aber noch nicht soweit.

Sommer-Steinpilze:

[image]

Schwarzhütige:

[image]

Netzstielige:

[image]

Auf die rötlichen Netzstieligen falle ich immer wieder rein - sie wachsen dort, wo wenig später queletii kommt:

[image]

Blutrote:

[image]

Andere Boleten wie z.B. B. radicans, satanas oder rhodoxanthus sind noch nicht zu sehen.

A. vaginata (glaube ich) - die größeren Streiflinge sowie A. caesarea und A. franchetii fehlen noch:

[image]

Perlpilze:

[image]

Graue Wulstlinge

[image]

Neben Karbol-Egerlingen erste A. augustus, dort noch nie gesehen:

[image]

Raslinge, Täublinge und Pfifferlinge habe teils ihre Stamm-Plätze eingenommen, Räslinge, Milchlinge und Helmlinge
(sollte M. sanguinolenta sein) nur vereinzelt:

[image]

Die kohlartig wachsenden Ascos, auf die ich spanne, fehlen derweil noch, dafür hat sich die Sebacina (cf. incrustans, daran müsste ich mich
mal noch versuchen) neue Gebiete erobert:

[image]

Und neben einigen anderen Holzbewohnern hat sich eines meiner Lieblinge nach letztjährigem "Abtreten" in Handballgröße wieder eingefunden,
I. dryadeus:

[image]

Bleibt mir in meiner unartigen Art nur noch zu sagen, dass es mit den Pilzen heftig los- und mit der Zerstörung ihrer (und unserer) Lebensräume weiter geht,
zunehmend schneller und intensiver.

Gruß
Klaas

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Re: Proleten

Gábor, (vor 5240 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

erst einmal danke für die schönen Bilder!

Und zum Teil denke ich natürlich ähnlich wie Du, wobei das natürlich mit Proleten nichts zu tun hat.
Denn schließlich gibt es ja nicht nur unter dem akademischen Volk wahrhaftige Naturfreunde.

Wobei man sich bisweilen tatsächlich dafür schämen könnte, der menschlichen Rasse anzugehören.

Kein Wunder, das sie zurzeit einen gehörigen Bogen um unseren Quadranten fliegen.
Und vermutlich funken sie sich gerade über Wurmloch-Funk so etwas zu:
"Boah nee, fliegt da bloss nicht lang!
Homo sapiens ist gerade dabei, sich selbst zu verpuffen..."

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja drüber lachen :-(

LG, Gábor

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5240 Tagen) @ Klaas

Ich verstehe dich nicht: einerseits berichtest du von tollen aktuellen Funden und zeigst auch noch entsprechende Fotos, andererseits beschwerst du dich, dass bei euch alle Wälder kaputt sind und nichts mehr wächst. Das passt in meinen Augen nicht zusammen. Sagt einer, der mindestens 100 km fahren müsste, um auch nur die Chance zu haben, Boletus rhodoxanthus oder Amanita caesarea mal live zu sehen, und für den Boletus aereus ein durchaus seltener Pilz ist (von wegen: deine Fotos zeigen keine seltenen Pilze). Deinen Blutroten Röhrling hätte ich übrigens für Boletus queletii gehalten.
Freundliche Grüße
Stephan

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Re: Proleten

Joschi Siembida ⌂, (vor 5240 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan & Klaas,

Deinen Blutroten Röhrling hätte ich übrigens für Boletus queletii gehalten.

das gleiche habe ich auch gedacht.

Ich habe das so verstanden, daß es zur Zeit noch so ist, aber die Biotope stark gefährdet sind. Klaas musste seinem Frust halt mal Luft machen.

Gruß Joschi

PS @Klaas: Wir haben dich heute vermisst. Du hättest sicher Deinen Spaß gehabt. Jede Menge Ascos in Bachnähe. :-)

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5240 Tagen) @ Joschi Siembida

Klaas musste seinem Frust halt mal Luft machen.

Ist ja schon recht, darf ja jeder. Ich komme einfach gedanklich nicht mit. Wenn ich von einem Exkursionstag heimkomme und solche Bilder mitbringe, schiebe ich doch keinen Frust.

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Re: Proleten

Steininger, (vor 5240 Tagen) @ Klaas

Lieber Klaas,

sowas kann nur einer schreiben, der selbst keine Pilze isst ! ;-))
Im Ernst: Solange ich diesen Park aufsuche sind auch die Schnippler unterwegs. Und ich muss zugeben, auch wenn ich in erster Linie zum Fotografieren dorthin fahre, habe ich doch auch schon den ein oder anderen Sommersteinpilz dort abgeschnippelt. Nur lasse ich im Gegensatz zu den Plastiktüten tragenden „Blaupilze“-Sammlern und Pilze-Umtretern die seltenen Arten stehen. Schöne Motive bleiben immer noch zur Genüge, wie man an deinen Bildern unschwer erkennen kann.
Die Eichen wurden meines Wissens aus Vorsicht gefällt und es waren auch nur diejenigen betroffen, an denen verschiedene riesige Porlinge wuchsen.
Auch ich ärgere mich oft über den Vandalismus dort, mich zieht’s jedoch in der Hoffnung auf einen schönen Kaiserling oder eine andere Rarität immer wieder dorthin und ich sehe die Entwicklung nicht ganz so pessimistisch, schließlich erscheinen zumindest die seltenen Röhrlinge und der Kaiser bisher jedes Jahr wieder und auch in teils größerer Zahl.
Vielleicht können wir das eventuell vertiefen, wenn wir uns dort mal wieder über den Weg laufen… ;-)

Viele Grüße
Wolfgang

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5240 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor,

da bin ich ja etwas beruhigt, dass es zumindest ähnlich Denkende gibt.
Mit "uns" Proleten hast Du natürlich Recht - ich selbst verwende das Wort "Prolet" anders abschätzig als unsere Obrigkeit,
hätte ich vielleicht erklären sollen. Für mich sind die Proleten diejenigen, die selbstherrlich über die Köpfe der Mehrheit
hinweg entscheiden, zum finanziellen Vorteil einer Minderheit und besonders ihres eigenen. In meiner jugendlichen Umgangssprache
war ein "Prolet" einem Angeber gleichzusetzen, der sich selbst als höherwertig als andere empfindet. Jedoch einem, der sich seine
Grundlage nicht selbst erarbeitet hat, nur sein Erbe verwaltet. So ähnlich sehe ich die heutigen Proleten, die sich und uns nur
noch zu ihrem Vorteil verwalten.

Und gerade das ist schade, dass die Studierten und Akademiker nichts tun (zumindest nichts, von dem ich etwas mitbekomme), außer
alles schönzureden, Ursachen und Probleme sind Tabu, Schweigen wird wohlmöglich mit guten Mitteln vergütet.
Manchmal hört man noch von einem Aufschrei - in der Art wie "huch, wie konnte das denn so plötzlich passieren" oder "ich habs euch doch gesagt".
Da wars dann aber leider schon zu spät.

Die Aliens sind für mich diejenigen, die fest verwurzelt auf ihren Stühlen sitzen, über Dinge entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben,
und denen ihr Planet völlig Wurscht ist, solange die eigenen vier Wände, Fernseher und Auto auf dem neuesten Stand sind.
Hoffentlich bekommt das keiner von außerhalb mit, das würde vermutlich peinlich.

Viele Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5240 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

ja, ich denke auch, da besteht ein Verständigungsproblem. Was da an Bildern zu sehen ist, ist nur eine Momentaufnahme.
Ich freue mich sehr darüber, dass diese Pilze dort - noch - wachsen. Sollte ich den Umgang der Menschen mit dem,
was man noch als Natur bezeichnen kann und bislang nicht durch virtuelle Realitäten ersetzt worden ist, richtig deuten,
kann es aber nicht mehr allzu lange dauern, bis man sich Pilze und andere natürliche Dinge nur noch auf dem eingebauten
Display seiner "iCouch" anschaut. Ob es das dann auch noch in Wirklichkeit gibt, ist nicht mehr relevant, man kann sichs
ja jederzeit runterladen.

Ich finde, das Zeigen des Moments und das Bewusstsein über die schnelle Vergänglichkeit dessen passt schon zusammen.

Aus älteren Beiträgen weiß ich, Du siehst das mehr als Effekthascherei und schätzt mich als jemanden ein, der Aufmerksamkeit sucht.
Hast Recht, die suche ich auch - am liebsten jedoch unter Libellen und Schmetterlingen, sofern ich denn noch welche zu
Gesicht bekomme. Mit denen ist dann die Verständigung auch weitaus weniger kompliziert.

Wenn Du wüsstest, wie oft ich den Leuten dort schon versucht habe zu vermitteln, dass man solche Pilze wie aereus bitte
nicht sammeln sollte. Kopfnicken, Verständnis, Zustimmung - im nächsten Jahr wieder die Selben mit den gleichen Pilzen im Korb.
Insofern sind das für mich inzwischen fast auch nur noch Pfannenpilze, wie alle anderen verwertbaren auch. Selten ist eben
nur relativ zu dem, was man pflückbereit vor der Tür hat. Und schlimmer als die Sammler, nach denen die Pilze ja wieder
wachsen, sind eben diejenigen, die mit der Pflege solcher Gebiete beauftragt sind, diese aber oft (und vielleicht sogar
mit Absicht) zu Tode pflegen.

Beim rubellus hatte ich auch meine Zweifel, da er recht kräftig da steht. Für einen queletii erschien er mir aber mit meiner
bescheidenen Erfahrung als zu zart, auch das sofortige, fast schon durchs bloße Anschauen stark dunkle Blauen käme mir eher
komisch vor. Zudem der knallrote Hut, so habe ich die Glattstieligen dort noch nicht gesehen.
Unter den Hut hatte ich nicht geschaut, dann hätte ich ihn als einzeln dastehenden aus- oder abreißen müssen - wollte ich nicht.

Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5240 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

kann es aber nicht mehr allzu lange dauern, bis man sich Pilze und andere
natürliche Dinge nur noch auf dem eingebauten
Display seiner "iCouch" anschaut.

Aber genau das denkt man schon seit 30 Jahren, Stichwort Waldsterben. Und ist das Wald- (und Pilz-)sterben bisher eingetroffen?

Aus älteren Beiträgen weiß ich, Du siehst das mehr als Effekthascherei und
schätzt mich als jemanden ein, der Aufmerksamkeit sucht.

Wenn jemand was Wichtiges zu sagen hat, ist es gut, wenn er Aufmerksamkeit sucht. Sonst würde das Wichtige nicht gehört.

Wenn Du wüsstest, wie oft ich den Leuten dort schon versucht habe zu
vermitteln, dass man solche Pilze wie aereus bitte
nicht sammeln sollte. Kopfnicken, Verständnis, Zustimmung - im nächsten Jahr
wieder die Selben mit den gleichen Pilzen im Korb.

Ja, das kenne ich leider auch. Das regt mich genauso auf wie dich.

Und schlimmer als
die Sammler, nach denen die Pilze ja wieder
wachsen, sind eben diejenigen, die mit der Pflege solcher Gebiete beauftragt
sind, diese aber oft (und vielleicht sogar
mit Absicht) zu Tode pflegen.

Gut, dass du das erwähnst. Unter denjenigen gibt es auch so manchen Dummkopf, der sein Geschäft nicht versteht, so wie in jedem Beruf.

Zudem der knallrote Hut, so habe ich die Glattstieligen dort
noch nicht gesehen.

Ich halte einen knallroten Hut für Boletus queletii durchaus typisch.

Ich wünsche dir, dass alle deine Befürchtungen nicht eintreffen werden.

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Re: Proleten

Christoph ⌂, (vor 5240 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

zuerst zum Mykologischen: Dein "Blutroter" ist wirklich ein typischer B. queletii.

Und gerade das ist schade, dass die Studierten und Akademiker nichts tun
(zumindest nichts, von dem ich etwas mitbekomme), außer
alles schönzureden, Ursachen und Probleme sind Tabu, Schweigen wird
wohlmöglich mit guten Mitteln vergütet.

Hm, da ich selber ein "Studierter" und Akademiker bin, möchte ich diesem Rundumschlag widersprechen. Zudem ist das sicherlich auch davon abhängig, welches Fach studiert wurde.
Das problem am Umweltschutz ist aber, dass es bei uns sehr schwer ist, sich gegen wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Und Pilze haben hier eine besonders schwache Lobby.

Was soll ich also - als Beispiel - als Akademiker tun? Ich für meinen Teil versuche, etwas dagegen zu tun. Und jeder hat hier sicherlich eine andere Herangehensweise.

Ich sage mir "Was man nicht kennt, dass schützt man auch nicht" - bezogen auf die Öffentlichkeit. Deshalb versuche ich seit Jahren, den Pilzen mehr Öffentlichkeit zu geben. Sei es über die Mitbegründung der BMG oder darüber, dass ich als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie diese ein schärferes Naturschutzimage zu geben.

Interessant ist hier, dass selbst innerhalb der sogenannten Pilzfreunde schnell Gegenwind kommt, wenn es darum geht, Nationalparks zu unterstützen, da diese dem kleinen Pilzsammler nicht überall gestatten, tonnenweise Pfifferlinge zu klauben (übertrieben ausgedrückt). Und wenn sogar Pilzfreunde nicht für Biotopschutz stehen, wie sollen es nicht-Pilzler für die Pilze tun?

Da gibt es viel zu tun. Falls Du möchtest, kannst Du Dich ebenfalls dafür einsetzen, dass Deine Refugien nicht zerstört werden. Das wird oftmals nicht klappen, es wird Fehlschläge geben, aber vielleicht auch Erfolgsmomente. Ich kann Dir da nur empfehlen, das gemeinsam zu versuchen. Falls Du in der DGfM (als Beispiel) Dich für Pilzschutz einsetzen möchtest, kann ich Dir das nur wärmstens empfehlen.

In Bayern steht der Kaiserling übrigens in der Roten Liste als Kategorie 1. Hier fällt es ganz leicht, etwas zu tun, wenn ein Myzel desselben gefährdet wäre. Man muss es nur angehen.

Was die Sammler der Schwarzen Steinpilze betrifft - das macht dem Pilz nicht viel. Schlimmer ist es, wenn die Symbiosepartner zerstört werden...

Die Aliens sind für mich diejenigen, die fest verwurzelt auf ihren Stühlen
sitzen, über Dinge entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben,
und denen ihr Planet völlig Wurscht ist, solange die eigenen vier Wände,
Fernseher und Auto auf dem neuesten Stand sind.

Siehe oben: was man nicht kennt... Oft wird unser Handeln von Interessenskonflikten ausgelöst - auch das von Politikern. Wem die Umwelt wurscht ist, hat schlicht andere Interessen. Einzige Lösung wäre hier, mehr Menschen für die Umwelt zu interessieren... Auch wenn's hart klingt: Jammern hilft da meist gar nichts. Wenn mir jemand vorjammern würde, dass der neueste Supersportwagen wieder auf 320 km/h gedrosselt ist, obwohl er auch 420 fahren könnte, wäre mir das (mangels Interesse an Sportwagen eben) auch wurscht und man käme bei mir mit Jammern nicht durch. Würde ich aber für Motorsport begeistert werden und könnte am Nürburgring mit sowas mal fahren, hätte ich vielleicht(!) Verständnis für diese Haltung.

LG
Christoph (der hier bewusst etwas provokant ist)

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Re: Proleten

RalfD, (vor 5239 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

ich gebe Dir in fast allen Belangen vollkommen Recht. Auch ich beobachte den Niedergang alter Kulturlandschaften, Wälder und Kleinbiotope. Alleine die Ursachen und mögliche Verbesserungen sehe ich zusammengefasst etwas anders.

Man kann Schutzgebiete errichten, Menschen aufklären, rote Listen erstellen und sonstwas machen. Solange der Mensch sich ungehemmt vermehrt und dessen Population nicht einzudämmen ist, solange wird der Ausverkauf der Natur weitergehen. Unabänderlich. Es werden immer mehr, die Platz brauchen, Wohnraum, Energie und Nahrung. Und so weichen die "ungenutzten" Gebiete genauso schnell, wie die Masse Mensch zunimmt. Viele hundert Jahre alte Eichen und mächtige Buchen fallen auch bei uns der Sucht nach perfektem Kaminholz zum Opfer, verbrennt ein Mensch in einem Winter, was viele Menschenleben gebraucht hat um zu gedeihen. Und nicht um überlebenswichtige Wärme zu erzeugen, sondern weil ein Kaminfeuer so schön anheimelnd ist.

Zur Beruhignung des Gewissens spendet man ein paar oder mehr Euro für irgendeinen Naturschutzverein oder kauft einen Kasten Krombacher, weil damit der Regenwald geschützt wird.

Sich darüber aufzuregen oder gar zu verzagen bringt jedoch nichts. Man tut, was das eigene Gewissen vorgibt und genießt, was es noch zu genießen gibt.

Und trotzdem.

Das bei uns die großen Fichtenmonokulturen inzwischen mit Harvester und schwersten Transportmaschinen durchforstet werden, der Boden aufgerissen und verdichtet wird, ist schlimm. Auf der anderen Seite bringt das Lebensraum für unzählige Ascomyceten, die zu suchen und zu bestimmen eine spannende Sache ist.

Das macht die gesmate Situation nicht besser, zeigt aber, dass man auch dem negativen noch positive Aspekte abringen kann.

Was bleibt uns auch sonst übrig ?

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OT: von außerhalb vermutlich peinlich...

Gábor, (vor 5239 Tagen) @ Klaas

: Hoffentlich bekommt das keiner von außerhalb mit, das würde vermutlich
[quote]peinlich.
[/quote]
-----

Hallo Klaas,

wie peinlich wäre denn eine Spezies, die sich in ihrer Gier Stück für Stück der eigenen Lebensgrunlage beraubt?
Die Meere ihres Planeten leerfischt, die Urwälder niederbrennt für profitable Palmölfelder und damit gleichzeitig auch den Boden vergiftet.
Vom Verpesten der eigenen Atemluft sowie atomarer Verseuchung großer Landstriche wollen wir gar nicht erst anfangen.

Hoffentlich schaut der Nachruf eines Tages nicht so aus:
"Homo sapiens, die Spezies der Kosmischen Lemminge.
Sie brachten zwar wunderbare Künstler, Philosophen und Naturwissenschaftler hervor.
Dennoch massakrierten sie sich selbst und waren nicht in der Lage zu erkennen, dass sie alle im selben Boot saßen und aufeinander angewiesen waren."

LG, Gábor

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Re: Proleten

Der Juergen, (vor 5239 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

kann ich gut nachvollziehen, Deine "Wutrede" *g* Ging mir schon oft auch so, aber mit der Zeit kriegt man mit, dass die Pilzesammler und "Waldvandalen" nicht diejenigen sind, die unsere Umwelt kaputt machen, sondern die "Landschaftsverbraucher" Forst- und Landwirtschaft, und das mit staatlichen Zuschüssen.

Was man tun kann? Ich sehe das einerseits wie Christoph, der schreibt, dass man nur das schützen kann und will, was man kennt; also muss man die Motivation, die Natur schützen zu wollen schaffen, andererseits sehe ich das aber viel kritischer als er. Ich glaube nämlich, dass über den politischen Weg nicht viel geht, oder besser gesagt, dass das langfristig gesehen zu unsicher ist; da sitzen dann Deine "Akademiker" oder Politiker in Form von Funktionären - ofmals wirklich "sachfremd" - in Gremien rum und fabrizieren "Kompromisse" - machen also Lobbyarbeit. Jeder weiß mittlerweile, dass Naturschutz sehr schnell ausser Kraft gesetzt wird, bei politisch-wirtschaftlichen Zwängen, und das ist ja oft auch rational gut oder richtig entschieden: Nur in reichen, wirtschaftlich gut gehenden Ländern hat man die Muße, sich um den Naturschutz zu kümmern. Was kann man tun?

Vielleicht der einzig wirklich effektive Weg ist der, dass man eine der großen Organisationen unterstützt, die schutzwürdige Flächen einfach kaufen. Das Besitzrecht ist zumindest in Deutschland immer noch ein hohes Gut, welches nicht so leicht außer Kraft gesetzt werden kann, daher sind solche Organisationen wie der NaBu oder BUND in einer guten Position, wenn es um Verhandlungen geht.

Grüßle
Jürgen

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5239 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi

Deinen Blutroten Röhrling hätte ich übrigens für Boletus queletii gehalten.
das gleiche habe ich auch gedacht.

Schön blöd, wenn man sich seine eigenen Bilder nicht genau ansieht, da muss man vor Ort auch gar nicht unters Röckchen geschaut haben.
Wenn noch nichtmal ansatzweise ein gelb-grünes Schimmern der Röhren zu erkennen ist, sondern aus dem Schatten heraus nur Rot,
fällt rubellus wohl flach. Insofern gebe ich mich geschlagen und behaupte einfach das Gegenteil: War doch klar, dass das queletii ist.
Danke fürs Aufpassen!

Ich habe das so verstanden, daß es zur Zeit noch so ist, aber die Biotope
stark gefährdet sind. Klaas musste seinem Frust halt mal Luft machen.

Wenn ich mir mal ordentlich Luft machen wollte, müsste ich mit einem neuen Hobby (vielleicht Bombenbasteln) beginnen.
Die Gedanken daran verwerfe ich aber lieber gleich wieder...

Gruß Joschi
PS @Klaas: Wir haben dich heute vermisst. Du hättest sicher Deinen Spaß
gehabt. Jede Menge Ascos in Bachnähe. :-)

Du meinst diese komischen Dinger, die von außen wie von innen alle gleich aussehen? Beim Gedanken daran überläufts mich gerade.
An die Exkursion hatte ich nicht mehr gedacht, hatte es am Sonntag noch nichtmal vor die Haustüre geschafft...
Ich glaube, spätestens im Oktober sehen wir uns, oder?

Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Joschi Siembida ⌂, (vor 5239 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

Ich glaube, spätestens im Oktober sehen wir uns, oder?

ich habs auf jeden Fall vor. Du darfst aber gerne schon Ende September bei ner Exkursion hier in der Nähe vorbeischauen. ;-)

Gruß Joschi

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5239 Tagen) @ Steininger

Hallo Wolfgang,

sowas kann nur einer schreiben, der selbst keine Pilze isst ! ;-))

Das stimmt so nicht ganz - ab und zu nehme ich mir auch mal was mit. Zwar nicht aus dem Park,
was aber mehr mit der Lage als mit den Pilzen zu tun hat. Dieses Jahr probiere ich vielleicht
mal ein Aereus-Risotto an gebratenen Kaiserlingen... ;)

Und ja, die Sammler sind halt da und die Fruchtkörper wachsen wieder. Ich bin da aber zu sehr
Schwarzseher, als dass ich mich über die stehengebliebenen Pilze freuen kann, wenn ich die gefällten
Bäume dort sehe. Aus Vorsicht gefällt, bestimmt, nicht dass noch ein argloser Pilzsammer von einem
Ast erschlagen wird. Da fällt man lieber gleich den ganzen Baum.
Vorsichtshalber könnte man auch, bevor sich noch ein Jogger mal den Zeh an einem Grashalm verstaucht,
das Gebiet plan betonieren. Das wäre meiner Einschätzung nach die sicherste Lösung.

An der einen dicken Eiche, die da jetzt (noch) liegt, wuchs lediglich ein Phellinus robustus,
wenn ich das richtig beurteile. Wie gesagt, Stamm und Stumpf sehen für mich noch völlig fest aus.
Hoffentlich ließt keiner der verantwortlichen Schlauberger mit, aber wenn es um Porlingsbefall ginge,
müsste da mind. jede zweite raus. Ich sehe aber auch nirgends Ersatz für die bisher schon gefallenen,
vielleicht übersehe ich die auch jedesmal.

Wahrscheinlich kann ich mich dazu durchringen, die nächsten Wochenenden kurz dort vorbeizuschauen.
Ich sag Dir dann Bescheid, wenn ich alle Kaiserlinge gefuttert - äh, wenn die ersten zu sehen sind.
Falls denn wirklich noch welche kommen, hättest mal vor ein paar Wochen die tiefen Fahrspuren sehen müssen.

Viele Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5239 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,

solche im Frust ausgesprochenen Rundumschläge treffen meistens die falschen, wie auch hier wieder - sorry dafür!
Diejenigen, die es treffen soll, erreicht man ohnehin nicht, da sie entweder mit "wichtigeren" Dingen beschäftigt
tun oder eben es für sie völlig uninteressant ist, was so ein kleiner Fuzzi zu sagen hat. Solange der Staat uns die
Taschen leert und deren Säckel damit füllt, ist die Welt doch in Ordnung - was sollte man also an so einer Situation
noch verbessern?

Und natürlich hilft auch viel Jammern nichts. Dass man als einzelner keine Chance hat, etwas zu verändern, ist mir
auch klar. Schließt man sich in einer Gruppe zusammen, hat man bei 5 Leuten 5 Meinungen, die man irgendwie unter
einen Hut bringen muss, bevor man sich überhaupt erst dem richtigen Problem widmen kann. Je größer die Gruppe wird,
umso mehr verliert man vermutlich den Überblick und wahrscheinlich irgendwann (spätestens dann, wenn größere Gelder
fließen) das ursprüngliche Ziel aus den Augen. An Beispielen für sog. Natur- und/oder Tier-"Schutz"-Organisationen,
die ihre Schutz-Ziele (sofern sie denn je welche hatten) vergessen haben, mangelt es m.M.n kaum.
Ich frage mich ohnehin, was Tierzüchter und -mörder, Umweltverpester und -zerstörer u.a. in solchen Vereinigungen zu
suchen haben. (Außer natürlich, das Handeln des jeweiligen Vereins zu beeinflussen.)

Diese Kritik bitte ich nicht auf die DGfM zu beziehen! Sie drückt nur meine allgemeine Haltung zu Organisationen aus,
die sich Schutz auf die Fahne schreiben, ihr Fähnchen dann immer in den jeweiligen Wind halten, der den meisten
Profit verspricht. Dort werden mit der "Ware" Natur Deals ausgehandelt und von spendenfreudigen Mitgliedern abkassiert.

In meiner Umgebung bekomme ich solche Dinge glücklicherweise nur am Rande mit, es wäre eine Lebensaufgabe, auch nur
gegen wenige Missstände anzukämpfen. Nebenbei müsste man dann auch noch etwas Geld verdienen, leider habe ich den
falschen Beruf erlernt, der so rein gar nichts mit der Natur zu tun hat.
Ich sehe, wie an sich gute Projekte wie z.B. die Rekultivierung einer Kiesgrube laufen, den Anfang habe ich nicht mitbekommen.
Inzwischen ist dort ein "Regionalpark" entstanden, Wiesen wurden in Spiel- oder Kletterplätze verwandelt, wunderbar eckige Teiche
und höchst seltsame "Denkmäler" wurden gebaut, bizarre Veranstaltungen wie Kippertreffen abgehalten.
Aber so lockt man die Menschen aus ihren Löchern, das ist wohl das, womit sie unterhalten werden wollen. Die Wiesen sehen
aus wie gepflegte Rasen, das gehört sich schließlich so. Saftlinge ade, zumindest dort oben.
Wenn die Leute dann dort Kaffeetrinkend auf der Terrasse sitzen, glauben sie vermutlich wirklich, in die Natur zu blicken.
Erschreckend sowas.
Jedoch gibt es dort u.a. auch Angebote für Schulklassen, ich will nicht alles schlecht reden. Inwieweit dabei den Kindern
die Natur näher gebracht wird, kann ich nicht beurteilen. Den Zweck solcher Parks jedoch - da geht es ums Geldverdienen.
Bleibt die Frage, wo dieses Geld am Ende hinwandert, vermutlich nur zu geringem Teil in etwas wie "Naturschutz".
Allerdings kenne ich auch zu diesem Gebiet und den Verantwortlichen zu wenige Details, hatte mir zwischenzeitlich vorgenommen,
meinen kleinen Teil zur Dokumentation und damit vielleicht auch zum Schutz der gewiss teils seltenen (und wenn nicht, dann immer
noch wunderbaren und schützenswerten) Pilz-, Pflanzen und Tierarten beizutragen. Wenn man dann sieht, wie solche Gebiete zu
Freizeitparks umfunktioniert werden, vergeht einem die Lust an seinen Vorhaben.

Noch ein anderes unter zahllosen Beispielen - zumeist steht man ja vor vollendeten oder fest beschlossenen Tatsachen.
Wenn ich diese "Naturschutzgebiet"-Schilder sehe, verspüre ich inzwischen oftmals den Drang, jene auf den Köpfen
derer zu zertrümmern, die verantwortlich für das Aufstellen solcher Schilder sind. Eine Forstwirtschaft-Einfahrt im Wald,
vor der Schranke und den Hang hinab wurde (und wird) Bauschutt, Fernseher usw. entsorgt. Weiter den Weg zum Bach hinunter war
ein schönes Gebiet. Inzwischen wurde großflächig abgeholzt, am Bach entlang ein Kahlschlag, alles umgegraben und rundum neue
Hochsitze hingestellt. Und eines dieser bezaubernden Naturschutzgebiet-Schilder am Eingang platziert, das finde ich klasse.
Erst größtmöglichen Nutzen aus dem Gebiet schlagen, dabei für größtmöglichen Schaden sorgen - und schon hat man ein neues
Naturschutzgebiet geschaffen. Ist zwar nichts mehr da, was schützenswert wäre, kommt aber vielleicht wieder. Und wenn nicht,
auch egal. Vermutlich gibt es für NSGs auch wieder Zuschüsse irgendwelcher Art für irgendwen. Würde mich jedenfalls nicht
wundern, wenn selbst mithilfe solchen Schilder noch abkassiert wird. Es geht im Prinzip eben nur noch ums Geld, wer oder was dabei
auf der Strecke bleibt, ist für diejenigen, die mit an diesen Rädchen drehen, wenn es überhaupt noch wahrgenommen wird, Nebensache.

Ich bin kein Mitglied in der DGfM und weiß zu wenig über die Aktivitäten, um mir eine Meinung bilden zu können. Was ich inzwischen
mitbekomme, finde ich gut. Z.B. die Sache mit dem "Pilzcoach". Eine schöne Idee, die Natur an die "Basis" zu bringen. Ob man in unserer
dem digitalen Wahn verfallenen Zeit noch mit ein paar vertrockneten Blümchen und angeknabberten Pilzchen gegen die virtuelle Welt mit
ihren bunten Bildern und brandheißen Neuigkeiten ankommt - naja, da hege ich als Pessimist ein paar Zweifel.

Jedoch besser als zu Zweifeln oder gar zu Verzweifeln ist sicher, etwas zu tun, es wenigstens zu versuchen.
Je mehr Zerstörung man sieht, umso schwerer fällt es allerdings, sich noch zum Kampf als David gegen die ganzen Goliaths zu motivieren.

Danke Dir für Deine Anregungen und viele Grüße
Klaas

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Re: Proleten

psittacus, (vor 5239 Tagen) @ Gábor

Hallo Klaas,
erst einmal danke für die schönen Bilder!
Und zum Teil denke ich natürlich ähnlich wie Du, wobei das natürlich mit
Proleten nichts zu tun hat.
Denn schließlich gibt es ja nicht nur unter dem akademischen Volk wahrhaftige
Naturfreunde.
Wobei man sich bisweilen tatsächlich dafür schämen könnte, der menschlichen
Rasse anzugehören.
Kein Wunder, das sie zurzeit einen gehörigen Bogen um unseren Quadranten
fliegen.
Und vermutlich funken sie sich gerade über Wurmloch-Funk so etwas zu:
"Boah nee, fliegt da bloss nicht lang!
Homo sapiens ist gerade dabei, sich selbst zu verpuffen..."
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja drüber lachen :-(
LG, Gábor

wunderschöne Bilder!

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Re: Proleten

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

Und ja, die Sammler sind halt da und die Fruchtkörper wachsen wieder. Ich bin
da aber zu sehr
Schwarzseher, als dass ich mich über die stehengebliebenen Pilze freuen kann,
wenn ich die gefällten
Bäume dort sehe. Aus Vorsicht gefällt, bestimmt, nicht dass noch ein argloser
Pilzsammer von einem
Ast erschlagen wird. Da fällt man lieber gleich den ganzen Baum.
Vorsichtshalber könnte man auch, bevor sich noch ein Jogger mal den Zeh an
einem Grashalm verstaucht,
das Gebiet plan betonieren. Das wäre meiner Einschätzung nach die sicherste
Lösung.
An der einen dicken Eiche, die da jetzt (noch) liegt, wuchs lediglich ein
Phellinus robustus,
wenn ich das richtig beurteile. Wie gesagt, Stamm und Stumpf sehen für mich
noch völlig fest aus.
Hoffentlich ließt keiner der verantwortlichen Schlauberger mit, aber wenn es
um Porlingsbefall ginge,
müsste da mind. jede zweite raus. Ich sehe aber auch nirgends Ersatz für die
bisher schon gefallenen,
vielleicht übersehe ich die auch jedesmal.

Also ohne Not faellt auch in Wiesbaden, das eine Baumschutzsatzung hat niemand alte Eichen. Ich bin jetzt mal ein Schlauberger, weil ich beruflich mit Stadtbaumkatastern arbeite, und oefters mit Baumgutachtern unterwegs bin.
Porlings oder generell Pilzbefall ist immer ein Zeichen einer mal mehr mal weniger schnell fortschreitenden Faeulnis und Zersetzung in verschiedenen Bereichen des Baumes. Und auch wenn Du's nicht glaubst: In aller Regel wird versucht besonders alte Baeume zu erhalten.Wie sah denn der liegende Stamm und Stumpf aus? Konntest Du da eine Zersetzung erkennen? Jetzt fragst Du sicher, wie will man sowas von aussen beurteilen. Z.B. mit einem Resistographen. Dabei werden rund um den Stamm Schallsensoren angebracht und als Ergebniss erhaelt man ein Bild aus dem der Fachmann die sogenannte Restwandstaerke erkennen kann. Dann muss beurteilt werden, ob diese noch ausreicht, wobei Faktoren wie Druck und Zugseite eine Rolle spielen, oder, ob der Baum aus Gruenden der Verkehrssicherheit gefaellt werden muss. Und genau darum geht es: Wenn in diesem Fall die Stadt Wiesbaden, diese Kontrollen nicht durchfuehrt und irgendjemand durch einen herabfallenden Ast oder umstuerzenden Baum geschaedigt wird, dann haftet die Stadt dafuer.
Es gibt einfach keinen Grund auch in Wiesbaden alte Eichen ohne Grund zu faellen. Auch deshalb, weil die Kosten fuer so eine Aktion deutlich hoeher sind, als das was ich eventuell durch den Holzverkauf wieder rausbekomme. Sowas rechnet sich nur im Wald.

LG Christoph

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5238 Tagen) @ Christoph G

Wenn in diesem Fall die Stadt Wiesbaden, diese
Kontrollen nicht durchfuehrt und irgendjemand durch einen herabfallenden
Ast oder umstuerzenden Baum geschaedigt wird, dann haftet die Stadt
dafuer.

Na und, dann lass sie eben haften. Eine Stadt wie Wiesbaden hat's doch ganz dicke. Es haftet ja niemand persönlich. Außerdem haftet eine Stadt schon für so viele andere Dinge, z. B. für Bankschulden, unsichere Verkehrswege usw. Und wem es zu gefährlich ist, unter einer alten Eiche durchzulaufen, der soll halt drumrumlaufen. Es ist ja noch nicht deshalb etwas Haftungswürdiges passiert, weil da ein alter Baum herumsteht.

Christoph, ich verstehe ja, dass du so redest, schließlich gehört das zu deinem Broterwerb, aber umweltpolitisch gesehen kann man da durchaus anderer Meinung sein.

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Re: Proleten

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Stephan Weißer

Na und, dann lass sie eben haften. Eine Stadt wie Wiesbaden hat's doch ganz
dicke. Es haftet ja niemand persönlich. Außerdem haftet eine Stadt schon
für so viele andere Dinge, z. B. für Bankschulden, unsichere Verkehrswege
usw. Und wem es zu gefährlich ist, unter einer alten Eiche durchzulaufen,
der soll halt drumrumlaufen. Es ist ja noch nicht deshalb etwas
Haftungswürdiges passiert, weil da ein alter Baum herumsteht.
Christoph, ich verstehe ja, dass du so redest, schließlich gehört das zu
deinem Broterwerb, aber umweltpolitisch gesehen kann man da durchaus
anderer Meinung sein.

Stephan,
was soll der Grund sein eine alte Eiche in einem Park zu faellen? Wer hat was davon? Wenn ich Eigentuemer eines Grundstueckes bin hab ich die Pflicht moegliche vorhersehbare Schaeden fuer Leib und Leben Anderer abzuwenden. Und ein oeffentlicher Park dient nun mal der Naherholung fuer Spaziergaenger usw.
Ich darf mich als solcher darauf verlassen, dass ich mich dort ohne Gefahr bewegen kann, auch unter einer alten Eiche.Zumal man oft ueberhaupt nicht von aussen erkennen kann, ob ein Baum noch standsicher ist. Der kann voll belaubt sein, aber im Kernholz komplett zersetzt...solange bis er eben umfaellt. Hier geht es um die Funktion, die ein Park in einer Grosstadt wie Wiesbaden hat. Das ist doch kein Naturwaldreservat oder ein Bannwald der sich selbst ueberlassen bleibt, und jeder umgefallene Baum vor sich hin vermodern darf.
Dort allerdings bist Du selber Schuld, wenn Dir was auf den Kopf faellt.
Ich finde Deine Aussage "Na und dann lass sie eben haften" bedenklich. Mir ging's darum, dass jemand voellig unverschuldet verletzt werden kann (oder noch schlimmer) und dass dies vermeidbar ist, wenn man sorgfaeltige Stadbaumkontrolle durchfuehrt, mit dem Ziel die standsicheren Baeume zu erhalten und zu pflegen, aber auch Gefahren abzuwenden.

LG Christoph

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5238 Tagen) @ Christoph G

was soll der Grund sein eine alte Eiche in einem Park zu faellen? Wer hat was
davon?

Na, wenn ich zum Beispiel vorhabe, in ein paar Jahren den ganzen Park plattzumachen, sagen wir mal wegen eines unterirdischen Bahnhofs oder eines überirdischen Einkaufszentrums, dann wäre es doch relativ gut, wenn sich nicht in den Kronen vorhandener Eichen irgendwelche Juchten- oder ähnliche Käfer aufhalten würden. In Hessen gelten solche Käfer ziemlich viel, mehr als in Baden-Württemberg.

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Re: Proleten

Stephan Weißer, (vor 5238 Tagen) @ Christoph G

Mir ging's darum, dass jemand voellig unverschuldet verletzt
werden kann (oder noch schlimmer) und dass dies vermeidbar ist, wenn man
sorgfaeltige Stadbaumkontrolle durchfuehrt,

Jetzt musst du mir aber erklären, wie sich jemand völlig unverschuldet verletzten kann, wenn er unter alten Bäumen durchläuft. Wann brechen von solchen Bäumen Äste ab, bzw. wann fallen solche Bäume ganz um? Doch immer in stürmischen Herbst- und Winternächten oder bei starken Gewittern. Und wenn jemand bei einem solchen Wetter unter einem großen Baum durchläuft und von etwas getroffen wird, dann hat er das ja wohl durch grobe Fahrlässigkeit selbst verschuldet.
Wie viele Bäume sind denn in den letzten Jahrzehnten in deutschen Parkanlagen "einfach so" umgefallen? Gehört oder gelesen habe ich davon jedenfalls noch nie.

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Re: Proleten

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Stephan Weißer

Jetzt musst du mir aber erklären, wie sich jemand völlig unverschuldet
verletzten kann, wenn er unter alten Bäumen durchläuft. Wann brechen von
solchen Bäumen Äste ab, bzw. wann fallen solche Bäume ganz um? Doch immer
in stürmischen Herbst- und Winternächten oder bei starken Gewittern. Und
wenn jemand bei einem solchen Wetter unter einem großen Baum durchläuft
und von etwas getroffen wird, dann hat er das ja wohl durch grobe
Fahrlässigkeit selbst verschuldet.
Wie viele Bäume sind denn in den letzten Jahrzehnten in deutschen Parkanlagen
"einfach so" umgefallen? Gehört oder gelesen habe ich davon
jedenfalls noch nie.

Sorry Stephan,
wir kennen uns ja deswegen verstehe das jetzt bitte nicht falsch:
Man sollte keine Thesen ueber Dinge aufstellen, von denen man offensichtlich sehr wenig versteht. Ich kann Dir bei Gelegenheit mal die entsprechenden Berichte raussuchen, auch Gerichtsurteile, bei denen es genau darum geht:
Ein von aussen voellig vital aussehnder Baum stuerzt ohne jeglichen Wetter Einfluss um. Passiert immer wieder.
Ich geb Dir Recht: Sehr viel oefter ist natuerlich auch ein Sturm mit ursaechlich und sehr oft trifft es dann aber auch gerade die Baueme, die schon entsprechende Vorschaeden hatten.

LG Christoph

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Re: Proleten

Melli, (vor 5238 Tagen) @ Stephan Weißer

Jetzt musst du mir aber erklären, wie sich jemand völlig unverschuldet
verletzten kann, wenn er unter alten Bäumen durchläuft. Wann brechen von
solchen Bäumen Äste ab, bzw. wann fallen solche Bäume ganz um? Doch immer
in stürmischen Herbst- und Winternächten oder bei starken Gewittern. Und
wenn jemand bei einem solchen Wetter unter einem großen Baum durchläuft
und von etwas getroffen wird, dann hat er das ja wohl durch grobe
Fahrlässigkeit selbst verschuldet.
Wie viele Bäume sind denn in den letzten Jahrzehnten in deutschen Parkanlagen
"einfach so" umgefallen? Gehört oder gelesen habe ich davon
jedenfalls noch nie.

Hallo Stephan,

wir hatten das vor zweieinhalb Jahren in Frankfurt - da ist eine Fußgängerin von einer elf Meter hohen Kastanie erschlagen worden, die "ohne Vorwarnung" bei windstillem Wetter umgefallen ist! Siehe hier: http://www.focus.de/panorama/welt/frankfurt-frau-von-kastanie-erschlagen_aid_455712.html

Viele Grüße
Melanie

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5238 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,

ein mir angeborenes Talent ist offenbar, dass ich in meinem laxem Umgang mit der Sprache scheinbar immer die falschen treffe.
Am Besten wäre vermutlich Schweigen oder genaueres Zielen.

Ich bin in keiner Weise und Hinsicht Fachmann, kann nur das laienhaft beschreiben, was mir auffällt.
Auffällig fand ich eben, dass zumindest dort, wo unter Kniehöhe abgesägt wurde, für mich nichts auf einen Stabilitätsverlust
hinwies. Eine durchgehende, feste Holzschicht ohne jegliche zersetzte Stellen. In der Umgebung der - zugegeben schon recht
ordentlichen - Pilzfruchtkörper meine ich mich an dicke Wulste und Verwachsungen erinnern zu können, die ich, ohne auf irgendwelches
Fachwissen zurückgreifen zu können, mehr so deute, als wäre dieser Baum noch durchaus in der Lage gewesen, sich gegen den Befall zu
wehren.

Das sind aber nur in einem mittleren Wutanfall aufgenommene Bilder, die ich aus dem Gedächtnis abrufe.
Ich sollte so etwas mit der Kamera dokumentieren und vielleicht mit etwas Abstand zuhause erneut beurteilen. Damit hatte ich aber
aufgehört, um meine Festplatten nicht mit Fotos von Baum- und Waldleichen zum Platzen zu bringen.

Zumindest in diesem Gebiet werde ich das wieder beginnen und wider dem, was mir mein bisschen Verstand und Motivation raten, versuchen,
Informationen über das Gebiet, Planungen und letzte Aktivitäten einzuholen. Eventuell klären sich dann einige Dinge.

Dass es dabei nicht um Brennholz geht, versteht sich ja eigentlich von selbst. Immerhin liegen dort auch noch einige andere alte Stämme,
an denen bisweilen schöne Porlinge wachsen.

Viele Grüße
Klaas

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Danke melli....

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Melli

....diesen Fall kenn ich auch. Die Ursache ist inzwischen bekannt: Massiver Befall durch den Brandkrustenpilz der den Stamm quasi von innen pulverisiert hat. Befall durch den Brandkrustenpilz bedeutet immer höchste Gefahr, wäre der Baum kontrolliert worden, wäre erst sofort gefaellt worden und die Frau noch am Leben....

LG Christoph

Hallo Stephan,

wir hatten das vor zweieinhalb Jahren in Frankfurt - da ist eine Fußgängerin
von einer elf Meter hohen Kastanie erschlagen worden, die "ohne

e: Vorwarnung" bei windstillem Wetter umgefallen ist! Siehe hier:

http://www.focus.de/panorama/welt/frankfurt-frau-von-kastanie-erschlagen_aid_455712.html
Viele Grüße
Melanie

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Rosahütige Boleten *PIC*

Emil, (vor 5238 Tagen) @ Klaas

Hallo,
vielen Dank für den interessanten Beitrag und die schönen Bilder!
Besonders interessant war für mich der "rötliche Netzstielige", weil ich vor vier Tagen wahrscheinlich auch solche Pilze gefunden habe.

Auf die rötlichen Netzstieligen falle ich immer wieder rein - sie wachsen
dort, wo wenig später queletii kommt

Ist damit eigentlich eine rötliche Form von B. luridus gemeint oder B. rhodoxanthus? Und habe ich auch diese Art gefunden?

Beschreibung (jetzt auch mit Sporen, ich kann sie aber leider noch nicht messen):

HUT: Bis zu 12 cm breit, bis 4 cm hoch. Dick und fest. Jung kastanienbraun, aber mit deutlichen Rottönen. Bei älteren Pilzen rosabraun. Später auch fast ohne Rosatöne. Oberfläche samtig weich, unregelmäßig gefärbt und unregelmäßige Oberfläche (nicht glatt). Grünlich abfärbend. Fleisch weißlich, im Schnitt blaugrau verfärbend (eher schwach). Madengänge nicht blau.
RÖHREN: Röhrenschicht bis fast 1 cm dick. Röhren gelb, im Schnitt blau. Poren leuchtend orangerot, bei Druck relativ stark blauend.
STIEL: Bis zu 8 cm hoch, bis zu 4,5 cm dick. Unten dicker als oben. Gelb, mit einem orangeroten Netz überzogen. Netz bei Druck schwarzblau verfärbend. An der Basis graubraun. Sehr festfleischig, im Schnitt schwarzblau. Direkt in den Hut übergehend.
GERUCH: Stark, pilzartig.
SPORENPULVER: Gelblich olivbraun.
SPOREN: Länglich, dreimal so lang wie breit. Auf einer Seite mehr zugespitzt.
FUNDORT: Auf einer Wiese, im Wesentlichen Gras und Klee. In der Nähe drei Birken, ein Bergahorn, mehrere Kirschen. Auf der Wiese wuchs auch Hygrocybe conica.

Viele Grüße,
Emil.

[image]

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Re: Rosahütige Boleten *PIC*

Emil, (vor 5238 Tagen) @ Emil

Bild 2

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5238 Tagen) @ Melli

Hallo Melli,

schrecklich sowas!
Würde jedesmal eine Nachricht daraus gemacht werden, wenn ein Mensch von Menschen geschaffenem Metall (oder anderem Material) erschlagen,
zerquetscht oder durchbohrt wird, würde es keine anderen Nachrichten mehr geben.
Um ehrlich zu sein, mir wäre es lieber, unter einer elf Meter hohen Kastanie begraben zu werden, als beim Ausweichen zu deren Fall gleich anschließend
von 5 Autos überrollt zu werden. Die erscheinen mir als weitaus hinterlistiger und gefährlicher als Bäume. Schafft man die ab? Nö, warum auch,
wenn da was passiert, hat man ja schließlich einen anderen Verantwortlichen, der für den Schaden aufzukommen hat. Mit so komischen Dingen wie
der Natur, die es ja nunmal leider noch gibt, fällt es irgendwie schwerer, Verantwortung zu übernehmen. Wenigstens so ein bisschen Naturschutz
gehört ja zum guten Ton, aber bevor da plötzlich noch unvorhersehbare Kosten entstehen könnten, fällt die Entscheidung dagegen doch recht leicht.
Da werden Abermilliarden anderweitig in den Sand gesetzt, zudem die Gelder zu solchen "Pflegemaßnahmen", die einen Schadensfall verhindern sollen
- glaubt eigentlich irgendwer, es ginge dabei um das Wohl der Person, die sich verletzen könnte, oder mehr um die Ersatzklage, die daraufhin folgt?
Sicher, daran (und großflächig darum) hängen Arbeitsplätze, in unserem Beamtenstaat für meinen Geschmack aber viel zu viele, die mehr mit der Verwaltung
ihrer selbst als mit ihren Aufträgen beschäftigt sind. Das führt aber zu weit und auch hier hilft jammern nichts.

Dennoch würde mich mal eine Schätzung dazu interessieren, die den Vergleich zeigt, was ein Land an reellen Kosten aufbringen muss, um Schäden zu vermeiden,
demgegenüber die Kosten für Schäden, die ohne diese Maßnahmen entstehen könnten. Vermutlich wäre das eine sehr unausgeglichene Tabelle.
(Wobei, je nachdem, wer sie erstellt...)

Grüße
Klaas

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Re: Rosahütige Boleten *PIC*

Emil, (vor 5238 Tagen) @ Emil

Bild 3

[image]

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Re: Proleten

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Klaas

Hallo Christoph,
ein mir angeborenes Talent ist offenbar, dass ich in meinem laxem Umgang mit
der Sprache scheinbar immer die falschen treffe.
Am Besten wäre vermutlich Schweigen oder genaueres Zielen.
Ich bin in keiner Weise und Hinsicht Fachmann, kann nur das laienhaft
beschreiben, was mir auffällt.
Auffällig fand ich eben, dass zumindest dort, wo unter Kniehöhe abgesägt
wurde, für mich nichts auf einen Stabilitätsverlust
hinwies. Eine durchgehende, feste Holzschicht ohne jegliche zersetzte
Stellen. In der Umgebung der - zugegeben schon recht
ordentlichen - Pilzfruchtkörper meine ich mich an dicke Wulste und
Verwachsungen erinnern zu können, die ich, ohne auf irgendwelches
Fachwissen zurückgreifen zu können, mehr so deute, als wäre dieser Baum noch
durchaus in der Lage gewesen, sich gegen den Befall zu
wehren.
Das sind aber nur in einem mittleren Wutanfall aufgenommene Bilder, die ich
aus dem Gedächtnis abrufe.
Ich sollte so etwas mit der Kamera dokumentieren und vielleicht mit etwas
Abstand zuhause erneut beurteilen. Damit hatte ich aber
aufgehört, um meine Festplatten nicht mit Fotos von Baum- und Waldleichen zum
Platzen zu bringen.
Zumindest in diesem Gebiet werde ich das wieder beginnen und wider dem, was
mir mein bisschen Verstand und Motivation raten, versuchen,
Informationen über das Gebiet, Planungen und letzte Aktivitäten einzuholen.
Eventuell klären sich dann einige Dinge.
Dass es dabei nicht um Brennholz geht, versteht sich ja eigentlich von
selbst. Immerhin liegen dort auch noch einige andere alte Stämme,
an denen bisweilen schöne Porlinge wachsen.
Viele Grüße
Klaas

HalloKlaas,
Das ist interessant, es ist durchaus möglich, dass dort jemand uebervorsichtigwar, auch aufgrund solcher Fälle wie von Melli genannt.Das ist natürlich auch nicht professionell....Porlingsbefall ist sicher ein Warn Signal, aber an sich noch kein Grund zur sofortigen Fällung. Dafür bedarf es eben einer weitergehenden Untersuchung, und dann kann die Eiche vielleicht noch zehn oder zwanzig Jahre stehen blieben,weil der Pilz nicht so aggressiv ist. Beim Brandkrustenpilz hingegen, muss man sofort handeln, der ist wie ein agressives Krebsgeschwur...

LG Christoph

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5238 Tagen) @ Christoph G

HalloKlaas,
Das ist interessant, es ist durchaus möglich, dass dort jemand
uebervorsichtigwar, auch aufgrund solcher Fälle wie von Melli genannt.Das
ist natürlich auch nicht professionell....Porlingsbefall ist sicher ein
Warn Signal, aber an sich noch kein Grund zur sofortigen Fällung. Dafür
bedarf es eben einer weitergehenden Untersuchung, und dann kann die Eiche
vielleicht noch zehn oder zwanzig Jahre stehen blieben,weil der Pilz nicht
so aggressiv ist. Beim Brandkrustenpilz hingegen, muss man sofort handeln,
der ist wie ein agressives Krebsgeschwur...
LG Christoph

Hallo Christoph,

zumindest zu Ustulina deusta (oder wie auch immer inzwischen genannt) kann ich sagen,
das der in dem Gebiet mit (meiner) Sicherheit noch nicht nicht vorkommt.
Eine erste Anfrage an die Behörden ist in Arbeit, mal sehen, was passiert und wie lange es dauert...

Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas

Hallo Christoph,

zumindest zu Ustulina deusta (oder wie auch immer inzwischen genannt) kann
ich sagen,
das der in dem Gebiet mit (meiner) Sicherheit noch nicht nicht vorkommt.

Also ehrlich darauf würde ich mich nicht verlassen, in Frankfurt war er

ja der Übeltäter ...aber wie gesagt, ich bestreite ja nicht, dass hier was schief gelaufen sein kann.

Eine erste Anfrage an die Behörden ist in Arbeit, mal sehen, was passiert und
wie lange es dauert...

Sag mir bitte Bescheid, falls du eine Antwort bekommst, dann haken wir nach..:-)

Grüße

LG Christoph

Klaas

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Re: Rosahütige Boleten

Klaas, (vor 5238 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

zunächst ist das eine schöne und detaillierte Dokumentation, die Du zeigst. Leider bin ich im Feld schon meist überfragt, anhand von Bildern kann
ich überhaupt nicht. Einer, der X. rubellus nicht von B. queletii unterscheiden kann, sollte bei solchen Anfragen besser seinen Mund halten...
aber für mich sieht das, was Du u.a. mit dem grünlichen Schimmer auf dem Hut rechts abbildest, nach B. luridus aus. (Mit mikroskop. Merkmalen kann
ich nichts anfangen, habe noch nie einen Boleten mikroskopiert.)
Ich weiß auch nicht, ob die oft rötliche Hutfärbung ggf. mit dem höheren Lichteintrag auf Wiesen zusammenhängt, ein anderer Grund dafür fällt mir nicht ein.
Die luridus in Wäldern, die ich bisher sah, hatten diese rote Färbung nie. (Welche Elemente an solcher Umfärbung beteiligt sind, wäre in einem anderen Zusammenhang vielleicht auch noch interessant, falls diese Beobachtung zutrifft.)

B. rhodoxanthus ist für mich Laien ein ganz anderer Pilz, der niemals grün (wenn, dann eher grau) auf dem Hut trägt, das Netz scheint mir (in dieser Größe bereits)
stärker rot gezeichnet, das Blauen auf Verletzung ist anders als bei Netzstieligen. Ich kann es nicht gut beschreiben, andere hier im Forum können das besser -
ich hoffe, die sagen noch was dazu!

Hier ein altes Foto eines Pilzes, den ich für rhodoxanthus halte, vielleicht wirds dabei klarer (oder es kommt dabei raus, dass ich falsch liege...)
http://taunuspilz.de/coppermine/albums/ftp_ul/2010_08_17_ul/normal_IMG_4418.jpg

Für den Fall, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege und sich niemand mehr dazu meldet, kannst Du unsere Meinungen addieren und Deine Zweifel davon abziehen.
Wenn ich falsch liege, meldet sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch jemand dazu, der sehr viel mehr weiß - was das Rechenergebnis wiederum beeinflussen wird... ;)

Viele Grüße
Klaas

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Re: Rosahütige Boleten

Joschi Siembida ⌂, (vor 5238 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

würde die auch als Netzhexen ansprechen. Bin aber auch kein Experte.

Gruß Joschi

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Eindeutig B.luridus...

Christoph G, (vor 5238 Tagen) @ Emil

....aber ich zeig jedem gerne B. Rhodoxanthus, der mit mir ins Bodenseegebiet fährt...:-)

LG Christoph

Hallo,

vielen Dank für den interessanten Beitrag und die schönen Bilder!
Besonders interessant war für mich der "rötliche Netzstielige",
weil ich vor vier Tagen wahrscheinlich auch solche Pilze gefunden habe.
Ist damit eigentlich eine rötliche Form von B. luridus gemeint oder B.
rhodoxanthus? Und habe ich auch diese Art gefunden?
Beschreibung (jetzt auch mit Sporen, ich kann sie aber leider noch nicht
messen): HUT: Bis zu 12 cm breit, bis 4 cm hoch. Dick und fest. Jung
kastanienbraun, aber mit deutlichen Rottönen. Bei älteren Pilzen
rosabraun. Später auch fast ohne Rosatöne. Oberfläche samtig weich,
unregelmäßig gefärbt und unregelmäßige Oberfläche (nicht glatt). Grünlich
abfärbend. Fleisch weißlich, im Schnitt blaugrau verfärbend (eher
schwach). Madengänge nicht blau.
RÖHREN: Röhrenschicht bis fast 1 cm dick. Röhren gelb, im Schnitt blau. Poren
leuchtend orangerot, bei Druck relativ stark blauend.
STIEL: Bis zu 8 cm hoch, bis zu 4,5 cm dick. Unten dicker als oben. Gelb, mit
einem orangeroten Netz überzogen. Netz bei Druck schwarzblau verfärbend.
An der Basis graubraun. Sehr festfleischig, im Schnitt schwarzblau. Direkt
in den Hut übergehend.
GERUCH: Stark, pilzartig.
SPORENPULVER: Gelblich olivbraun.
SPOREN: Länglich, dreimal so lang wie breit. Auf einer Seite mehr zugespitzt.
FUNDORT: Auf einer Wiese, im Wesentlichen Gras und Klee. In der Nähe drei
Birken, ein Bergahorn, mehrere Kirschen. Auf der Wiese wuchs auch
Hygrocybe conica.
Viele Grüße,
Emil.

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Re: Proleten

Wolfgang P., (vor 5238 Tagen) @ Klaas

Und natürlich hilft auch viel Jammern nichts. Dass man als einzelner keine
Chance hat, etwas zu verändern, ist mir auch klar.

Hallo Klaas,

als Einzelner kannst Du vielleicht nicht viel erreichen, aber die vielen Einzelnen, die an den richtigen Stellen nicht nur jammern sondern die Hebel ansetzen, können schon was ereichen.

Weiß denn das städtische Grünamt überhaupt offiziell vom Vorkommen von min. 2 Arten , die nach BArtSchG besonders geschützt sind (B. aereus und A. caesarea)? Oder ist dieses Wissen zwar in Pilzlerkreisen verbreitet, wurde aber nie den hessischen Behörden gemeldet?

Kennst Du jemanden mit Wohnsitz in WI, der eine Anfrage an den Stadtrat richten kann, wann denn die Nachpflanzung der neuen Eichen geplant sei? Auf Anfragen muss die Verwaltung Auskunft geben, und damit wird der Fall aktenkundig. Ob's was hilft, kann niemand versprechen, aber nur Jammern wird sicher nix helfen. Und die vielen solchen Anfragen nerven dann irgendwann, und dann wird das Grünamt beim nächsten Mal vielleicht vorsichtiger.

Wolfgang

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Vielen Dank für die Hilfe! *oT*

Emil, (vor 5237 Tagen) @ Emil

- kein Text -

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Re: Proleten

Klaas, (vor 5236 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

Du stellst gute Fragen, die ich nicht beantworten kann.
Ob das Vorkommen von wenigstens sieben RL-1-Arten (nach der RL Hessen aus 2000) einem Amt bekannt sind,
werde ich hoffentlich bald erfahren.

Kennst Du jemanden mit Wohnsitz in WI, der eine Anfrage an den Stadtrat richten kann

Vermutlich müsste der Anfragende einer polit. Fraktion angehören? Nein, da ist mir niemand bekannt.

Wenn ich ein paar Antworten habe, würde ich mir gerne noch einige Ratschläge von Dir einholen.

Grüße
Klaas

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Re: Rosahütige Boleten

Andreas ⌂, (vor 5236 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

ich glaube fast, dass dies auch nur ein luridus ist. Aber sicher kann man es anhand dieses einen Bildes wohl nicht sagen. Es wäre gut gewesen (für die Bestimmung, nicht für den Pilz ...), du hättest den Stiel auch durchgeschnitten.
Was mich veranlasst an luridus zu denken:
Die Netzfarbe im Vergleich zum Untergrund ist nicht kontrastierend (rot-gelb) genug.
Die Natzmaschen sind eher zu grob für rhodoxanthus
Die Stielbasis scheint sich ins rhabarberrote zu tönen - das macht luridus und queletii, aber nicht rhodoxanthus
Das Blauen scheint mir zu tief dunkelblau zu sein

Ich kenne solche stark pigmentierten luridus aus dem Schönbuch, würde gut in mein Bild der Art passen. Aber sicher bin ich nicht, dass es nicht vielleicht doch rhodoxanthus ist.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Rosahütige Boleten

Klaas, (vor 5236 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das war damals in 2010 größenmäßig ein ziemliches Monster, so riesige luridus kenne ich nicht - allerdings ist
dort ja ohnehin vieles anders. An die Stelle kommt man jetzt aber nach dem Umbau einer öffentlichen Einrichtung
nicht mehr, damals war die Zauntür dort noch öfters offen, inzwischen nicht mehr. Allerdings standen da auch die
größten Sommersteinis und Schwarzhütigen, warum dann auch nicht Riesen-luridus.
Das hilft im Nachhinein auch nicht mehr viel, nur kommt mir die Hutfarbe, auch von den luridus dort, so gar nicht bekannt vor.
Noch ein Foto mit Hut:
http://taunuspilz.de/coppermine/albums/ftp_ul/2010_08_17_ul/IMG_4409.jpg

Und was meinst Du denn zu dem zerrupften Ding, allerdings auch wieder ohne Stielschnitt.
Falls dieses Jahr mal ein paar mehr davon dort stehen sollten - die angesprochenen Aktivititäten dort sprechen eher
dagegen, das herrliche Unwetter, welches gerade über der Stadt tobt, eher dafür - traue ich mich vielleicht mal an den Stiel.
http://taunuspilz.de/coppermine/albums/ftp_ul/2010_08_17_ul/IMG_4311.jpg

Viele Grüße
Klaas

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Re: Proleten

Wolfgang P., (vor 5236 Tagen) @ Klaas

Hallo Wolfgang,
Du stellst gute Fragen, die ich nicht beantworten kann.
Ob das Vorkommen von wenigstens sieben RL-1-Arten (nach der RL Hessen aus
2000) einem Amt bekannt sind,
werde ich hoffentlich bald erfahren.
Vermutlich müsste der Anfragende einer polit. Fraktion angehören? Nein, da
ist mir niemand bekannt.
Wenn ich ein paar Antworten habe, würde ich mir gerne noch einige Ratschläge
von Dir einholen.
Grüße
Klaas

Hallo Klaas,

RL-1-Arten sind das eine... das ist nur als politisches Argument brauchbar. Verstöße gegen das BArtSchG sind dagegen richtige Gesetzesverstöße, die sich ein städtisches Amt niemals leisten kann.

Sei also froh, dass die eine oder andere seltene Art essbar ist, sonst hätten sie es nicht in's BArtSchG geschafft.

Grüße,

Wolfgang

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Re: Rosahütige Boleten

Andreas ⌂, (vor 5236 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

ich halte beide Pilze für B. rubrosanguineus oder B. legaliae. Beim ersteren bin ich mir mit B. rubrosanguineus ziemlich sicher, letzterer wäre für mich eher B. legaliae.
Aber da werde ich nur anhand dieser Bilder keine endgültige AUssage treffen wollen. Nur dass beides keine B. rhodoxanthus sind, sondern in den Komplex vom "Falschen Satansröhrling" gehören, da bin ich mir recht sicher.

beste Grüße,
Andreas

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Richtigstellung bzgl. Nachpflanzungen in WI

Klaas, (vor 5233 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang und Mitlesende,

mein vorschnelles Urteil über die Nachpflanzungen im Gebiet möchte ich revidieren - bei etwas
objektiverer Betrachtung gestern fielen die kleinen Eichen auf, die ich im Zorn ausgeblendet hatte.

Meine Behauptung, in dieser Richtung würde nichts geschehen, war also falsch - im diesem Park wird nachgepflanzt.

Es ist an sich schon bedauerlich, zumindest meiner Meinung nach, in einer Welt voller Lug und Trug zu leben -
diese wohlmöglich auch unterstützt durch Vorurteile und voreilige Schlüsse wie die meinen. Es widerspricht
eigentlich meiner Natur, in Münchhausens Manier Gerüchte zu verbreiten - ich bitte daher um Entschuldigung
für solches Handeln.

Und wenn ich gerade schon am Bedauern bin, so auch einige andere meiner Worte, missverständlichen Ausdrücke und weiterer
Passagen meines wutbürgerlichen Ausbruchs, die in dieser Öffentlichkeit nichts zu suchen hatten und vermutlich einige
durchaus hoch geschätzte Ähnlich-Gesinnte getroffen haben, an denen die Schüsse hätten vorbei gehen sollen.
Ich hoffe, mir inzwischen nicht das Münchhausen-Syndrom eingefangen und gelernt zu haben, dass man durchaus mal den Mund
aufmachen kann, wenn es einem übel stinkt - dies allerdings mit dem nötigem emotionalen Abstand und an der richtigen Stelle.

Als Einzelgänger aus sehr verschiedenen Gründen wird dies wohl ein eher schwieriges Unterfangen, jedoch bin ich bemüht,
bei einigen Missständen, wie z.B. m.M.n. nicht notwendigen Baumfällungen und gewiss überflüssigen tiefen Bodenbeschädigungen
in direkter Umgebung von RL- und genannten BArtSchG-Arten, am Ball zu bleiben.
Ansonsten weiter zu den Pilzen, um die es hier im Forum ja geht.

Grüße
Klaas