Re: Ganoderma resinaceum vs. pfeifferi
Hallo Klaas,
als Porlingsfachmann würde ich mich nicht gerade bezeichnen, aber Ganoderma resinaceum, um den es sich ja möglicherweise handelt, verfolgt mich geradezu. Von den Bildern her kann ich eigentlich überhaupt nichts sagen, da ich G. pfeifferi nicht in jungem Zustand kenne. G. resinaceum reichlich, und der sah eigentlich immer eher hell-, fast orangebraun aus. Einige Unterscheidungsmerkmale, die allerdings nicht von mir sondern von Richard Eiser stammen, einem der großen Porlingsspezialisten vor langer, langer Zeit. Ich weiß gar nicht, ob er noch lebt. Genau deine Probleme hatte ich damals nämlich auch. Also:
G. resinaceum: helle, holzfarbene Trama, die nur über der Fruchschicht etwas eindunkelt. Frkp. mit harzig glasiger Deckschicht (die ich auf den Bildern kaum entdecken kann). Der ganze Frkp. ist sehr leicht, spätestens nach dem Trocknen. Die Sporen sind fein ornamentiert (Immersion,am besten mit Bwb anfärben). Einjährig; die Frkp. sterben ab und im nächsten Jahr kommen (meistens) neue.
G. pfeifferi: dunkelbraune Trama. Im Gegensatz zu G. resinaceum mehrjährig (Zuwachsschichten).
Frkp. deutlich schwerer. Hauptsubstrat Buche, G. resinaceum Eiche (das kann aber gelegentlich wechseln).
Bei G. resinaceum kannst du die Trama fast eindrücken, bei G. pfeifferi brichst du dir eher den Daumen. Das nach meinen Erfahrungen makroskopisch deutlicheste Trennmerkman (neben der Trama) ist der Geruch; spätestens nach dem Trocknen riecht G. resinaceum auffallend süßlich würzig, während G. pfeifferi eigentlich überhaupt nicht riecht.
G. resinaceum scheint im übrigen klimabedingt auf dem Vormarsch zu sein. Zumindest hier im Münsterland.
Schöne Grüße,
Klaus
Hallo zusammen,
vielleicht kann mich ein Porlingsfreund endlich erlösen, ich komme mit diesen
Lackporlingen nicht klar.
Inzwischen etwa fünf Funde in verschiedenen Gebieten die letzten Jahre und
ich kann mich bei keinem dieser
zu einer Art festlegen. (Zudem kommt noch lucidum ins Spiel, da will ich für
mich aber zunächst noch nicht
drauf eingehen.)
Kann man denn anhand der z.B sehr wulstigen Wuchsform frischer FK auf einen
der beiden schließen?
Vermutlich nicht.
Die Anzahl der Poren pro mm scheint mir relativ, je nachdem, an welcher
Stelle man denn misst. Bei diesem
Fund hier an einer Eiche messe ich 2-3 (oder auch mal 4). Die FK im Bild
scheinen recht klein, im Verhältnis
zur alten Eiche mit bestimmt 1,50 Durchmesser nicht mehr so.
Die Sporen sind zwar hübsch, sagen mir im Größenvergleich aber nichts, sie
bewegen sich um 6-7µm Breite.
Die Trama vom kleinen Abschnitt hierbei im hellen Sonnenlicht zu beurteilen,
fällt schwer, zuhause war sie
dunkelbraun - wobei ich nicht weiß, wie sehr diese beim Trocknen nachdunkeln
kann.
Die Harzschicht an den frischen FK ist für mich glatt, nicht runzelig.
Ob ich das jetzt aus verschiedenen Quellen falsch interpretiere und
vermische, weiß ich nicht. Am Ende komme ich
jedes Mal bei Ganoderma resinapfeifferi raus...
Kann man anhand der Fotos im prallen Sonnenschein vom Samstag etwas sagen,
oder dazu, worauf man genau achten und
nach wem man sich richten müsste, um solche Pilze definitiv bestimmen zu
können?
Grüße
Klaas