Pilzbildrätsel Nr. 29 *PIC*

Georg, (vor 9113 Tagen)

Noch was fürs Wochenende. Diesmal wieder einfacher. Standort: Waldrand (Buche, Eiche, Lärche) auf
lehmigem, kalkhaltigem Boden. Funddatum 20.10.2001

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Georg

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Matzinger, (vor 9113 Tagen) @ Georg

Noch was fürs Wochenende. Diesmal wieder einfacher. Standort: Waldrand
(Buche, Eiche, Lärche) auf
lehmigem, kalkhaltigem Boden. Funddatum 20.10.2001

Georg

Hallo Georg,
ich tippe mal auf den büscheligen Egerlingsschirmling Leucoagaricus bresadolae.
gruß Matzinger

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Andreas Gminder, (vor 9113 Tagen) @ Georg

Noch was fürs Wochenende. Diesmal wieder einfacher. Standort: Waldrand
(Buche, Eiche, Lärche) auf
lehmigem, kalkhaltigem Boden. Funddatum 20.10.2001
Georg

Hallo Georg,

ich will den anderen den Ratespaß nicht verderben. Also verrate ich nur, dass Matthias knapp daneben liegt, aber nur haarscharf. Denke ich jedenfalls.

Was mir wichtig wäre: Hast Du ein Exsikkat gemacht und könnte ich das haben? Habe die Art leider noch nie gesehen und würde sie mir gerne anschauen. Zumal es noch zwei-drei nahe verwandte Arten in diesem Komplex gibt; vielleicht ist es ja was "noch besseres". Hast Du zufällig die NH3-Reaktion im Fleisch überprüft?

Gruß,
Andreas

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Oktober, (vor 9113 Tagen) @ Georg

Ich weigere mich, immer nur Mathias zuzustimmen und tippe aus Trotz
auf Leucoagaricus badhamii, den anlaufenden Egerlingsschirmpilz.

Oktober

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Georg, (vor 9113 Tagen) @ Andreas Gminder

ich will den anderen den Ratespaß nicht verderben. Also verrate ich nur, dass
Matthias knapp daneben liegt, aber nur haarscharf. Denke ich jedenfalls.
Was mir wichtig wäre: Hast Du ein Exsikkat gemacht und könnte ich das haben?
Habe die Art leider noch nie gesehen und würde sie mir gerne anschauen.
Zumal es noch zwei-drei nahe verwandte Arten in diesem Komplex gibt;
vielleicht ist es ja was "noch besseres". Hast Du zufällig die
NH3-Reaktion im Fleisch überprüft?

Hi Andreas,
da hast Du aber Glück. Der Preis für den Pilzepilzler des Jahres 2001 besteht
aus einem Exsikkat von Rätselpilz Nr. 29 :-)
Es ist übrigens total schwarz.....fast schon unheimlich.
NH3-Test hab ich nicht gemacht.

Georg

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Andreas Gminder, (vor 9113 Tagen) @ Georg

Hi Andreas,
da hast Du aber Glück. Der Preis für den Pilzepilzler des Jahres 2001 besteht
aus einem Exsikkat von Rätselpilz Nr. 29 :-)
Es ist übrigens total schwarz.....fast schon unheimlich.
NH3-Test hab ich nicht gemacht.
Georg

Na so was! Also Zufälle gibt's, hat dieser Preis doch gerade den richtigen getroffen, wer hätte denn sonst mit dem ausgesetzten Exsikkat was angefangen ;-)
Das starke Schwärzen ist übrigens sehr typisch für die Art, L. bresadolae macht das nicht, wird nur etwas bräunlich beim Trocknen.

Gruß,
Andreas

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Re: Pilzbildrätsel Nr. 29

Harry, (vor 9113 Tagen) @ Georg

ich denke mal Oktober hat recht. Leucoagaricus badhamii ist auch mein Tipp.

Gruß

Harry

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Auflösung

Georg, (vor 9110 Tagen) @ Georg

Ja, es ist Leucoagaricus badhami. Auffallend bei diesem Pilz ist seine
samtige Huthaut, die teilweise wie bei einem Vogelgefieder angeordnete
Hutschuppung und die spektakuläre Verfärbung nach Berühren: rasch rotbraun bis
schwarz.

Nahe verwandt ist L. bresadoloae. Unterschiede:

- grössere Sporen
- gilbt zuerst und bräunt dann
- kräftigerer Habitus
- meist büscheliges Wachstum auf anthropogenen Standorten (Holzmulch, Kompost)

Beide Arten sind selten und bisher nur wenige Male in Deutschland gefunden worden.

Georg

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Re: Auflösung

Andreas Gminder, (vor 9110 Tagen) @ Georg

Ja, es ist Leucoagaricus badhami. Auffallend bei diesem Pilz ist seine
samtige Huthaut, die teilweise wie bei einem Vogelgefieder angeordnete
Hutschuppung und die spektakuläre Verfärbung nach Berühren: rasch rotbraun
bis
schwarz.
Nahe verwandt ist L. bresadoloae. Unterschiede: - grössere Sporen
- gilbt zuerst und bräunt dann
- kräftigerer Habitus
- meist büscheliges Wachstum auf anthropogenen Standorten (Holzmulch,
Kompost)
Beide Arten sind selten und bisher nur wenige Male in Deutschland gefunden
worden.
Georg

Hallo,

wer sich für die beiden Arten interessiert, hier die entsprechende Gegenüberstellung aus der Ba.-Wü.-Flora Band 4:

5.1 Leucoagaricus badhamii (Berkeley & Broome) Singer 1951
Agaricus badhamii Berkeley & Broome 1854
Anlaufender Egerlingsschirmling

Morphologie: Mittelgroße, manchmal klein bleibende, eher dünnfleischige Art. Hut halbkugelig, dann fast flach ausgebreitet mit großem Buckel, zunächst cremeweißlich, dann fleckweise rötlichbraun verfärbend, Hutmitte meist dunkler, Oberfläche zunächst feinfilzig und geschlossen, mit dem Altern etwas schuppig werdend. Lamellen weißlich, auf Druck gleichfalls rotbraun verfärbend, ziemlich engstehend. Stiel zylindrisch, oft basal etwas verdickt, dem Hut gleichfarben, mit dünnem, aufsteigendem Ring. Trama weißlich, bei Luftkontakt langsam trübe orange- bis rötlich-bräunlich verfärbend, zuletzt fast schwarzbraun, mit Ammoniak grün reagierend.

Taxonomie: L. badhamii wurde früher mit L. bresadolae vermengt und beide Arten mit diesem Namen belegt. Eine ausführliche Studie findet sich bei KRIEGLSTEINER (1991b).

Ökologie: In Binnendünen (4) und Robinien-Forste (2) auf Sandboden, vor allem an etwas ruderaleren Stellen, außerdem an Wegrändern (3) und anderweitig gestörten Stellen in Buchenwäldern (1), auch auf pflanzlichem Detritus (1). Die Art ist unabhängig von Waldgesellschaften an nährstoffangereicherte Stellen gebunden. Sie kann vermutlich als mediterran-pannonisches Florenelement angesehen werden.
Phänologie: Sommer und Herbst.
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Verbreitung in Baden-Württemberg: Im nördlichen Oberrheingebiet zerstreut (im südlichen Teil nur ein Nachweis), selten in den Gäulandschaften (nur Oberer Neckar), auf der Schwäbischen Alb und im Südwestdeutschen Voralpenland.

Vertikale Verbreitung: Lückig verbreitet: Planar bis ca. 190 m NN, dann wieder submontan und montan zwischen 480 und 680 m NN.

90-200 201-400 401-600 601-800 801-1000 >1000

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Das tiefste Vorkommen befindet sich im nördlichen Oberrheingebiet: 6517/3, Dossenweiler, „Hirschacker“, 110 m NN, um 1995, WINTERHOFF. Die höchsten Fundpunkte liegen auf der Schwäbischen Alb, 7920/2, nahe Vilsingen, 690 m NN und in den Gäulandschaften, 7617/1, Dornhan, Schmiederswald, 660 m NN.

Bestand und Gefährdung: Aufgrund ihrer Seltenheit latent gefährdet (G4).

Erstnachweis: Südwestdeutsches Voralpenland, 7921/1, Inzigkofen, 1958, STEINMANN.

Allgemeine Verbreitung (nach WASSER 1993): Meridional-temperat. Asien (nur Georgien). Nordafrika. In Europa mit deutlich südlicher (Spanien, Italien, Griechenland) und östlicher (Ungarn, Moldavien, Ukraine) Verbreitung, nördlich nur bis nach Dänemark und Großbritannien reichend. In Deutschland vier weitere Fundorte in Bayern, Berlin und am Nordharz.

5.2 Leucoagaricus bresadolae (Schulzer) Bon 1977
Lepiota bresadolae Schulzer 1877
Büscheliger Egerlingsschirmling

Morphologie: Büschelig wachsende Art im Gesamteindruck einer Macrolepiota. Hut 5-15(20) cm breit, anfangs glockig, dann konvex mit stumpfem, fleischigem Buckel, rot- bis kastanienbraun, zum Rand hin in schuppig aufreissend, ungerieft, bei Berührung erst orangegelb, dann rotbraun verfärbend, mit NH3 grün reagierend. Lamellen weiß, ebenfalls rotbraun verfärbend. Stiel 7-15 x 1-2,5 cm, basal keulig bis 4(5) cm angeschwollen, apikal weiß und lange so bleibend, unterhalb des Ringes nur jung weiß, bei Berührung und alt rotbräunlich werdend, bisweilen genattert, Ring häutig, dem Stiel gleichfarben, sich manchmal lösend. Trama weißlich, bei Anschnitt zunächst gilbend, dann orangerot, zuletzt rot- bis weinbräunlich. Sporen 8-11(12) x 6-7,5 µm, dextrinoid und metachromatisch, mit Keimporus. Cheilocystiden zylindrisch-spindelig, utriform, flaschenförmig.

Ökologie: In stark anthropogen beeinflußten Biotopen wie Gärten, Friedhöfe (4) oder Straßenränder (2), stets auf kompostartigen Ablagerungen (3) oder Rindenmulch (1). Alle Fundorte waren deutlich N-angereichert, was sich auch an der Begleitflora wie z.B. Robinia pseudoacacia zeigte. Die Standorte sind im Regelfall unbeständig.
Phänologie: Sommer und Herbst.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Sehr selten.

Oberrheingebiet: 7912/4, o.O., 180 m NN, 1997, SAAR (tiefster Fundpunkt) - 8412/2, o.O., ca. 220 m NN, um 1980, KUHN. Im Norden fehlend.
Schwarzwald: 7116/3, an der Straße von Malsch nach Freiolsheim, 18.10.1981, DAHLEM.
Gäulandschaften: 6824/3, Heimbach, auf Kompostabfällen, 15.09.1986, L. KRIEGLSTEINER, conf. BON.
Schwäbische Alb: Ostalb, 7226/2, Oberkochen-Heide, auf Kompost, 610 m NN, 15.07.1992, AMO (höchster Fundort).
Baar-Wutachgebiet: 8116/3, Wutachschlucht, 24.08.1938, STRICKER 1949 (Erstnachweis).
Südwestdeutsches Voralpenland: 7824/4, o.O., um 1990, OTTMANN. - 8219/4, Radolfzell, unter Robinia pseudoacacia, 420 m NN, 1996, SAAR. - 8321/1, Konstanz, Hauptfriedhof, 420 m NN, büschelig auf lehmigem Boden, 17.08.1996, GRANER.

Vertikale Verbreitung: Von der planaren bis in die untere montane Stufe vorkommend.

Bestand und Gefährdung: Trotz der wenigen Funde kann die wohl nur adventiv auftretende Art kaum als gefährdet angesehen werden.

Allgemeine Verbreitung (nach WASSER 1993): Meridional bis boreal. Asien (Russland: Primorsk, Japan). In Europa selten, weit verbreitet, nördlich bis Norwegen reichend. In Deutschland nur etwa 15 weit verstreute, unbeständige Fundorte.

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Danke *oT*

Georg, (vor 9108 Tagen) @ Andreas Gminder

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