Zwei Problemfälle *PIC*

Nannette, (vor 5156 Tagen)

Hallo liebe Pilzexperten und Forumsleser,
vielleicht kann mir jemand einen richtungsweisenden Tipp oder sogar einen Namen nennen für folgende beiden Funde von gestern.
Beide kamen im selben Wald vor: Eichen-Buchen-Mischwald mit teilweisen Übergängen zu Fichtenforst und eingestreuten Birken, saurer Boden.

Nr. 1 wuchs an der Unterseite eines umgestürzten - vermutlich Buche - Stammes. Am gleichen Stamm kam Fomes fomentarius sowie weiter entfernt seitlich Dacrymyces stillatus vor. Mein Gedanke ging in die Richtung, dass es sich eventuell auch um diese handeln könnte, dass die Schwerkraft sie hat nicht ordentlich zerfließen lassen, da der Stamm am abgebrochenen Ende am Stumpf auflag und somit an dieser Stelle keinen Bodenkontakt, sondern von dem ca. einen halben Meter entfernt war.

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Nr. 2 besiedelte völlig vermorschtes, nicht mehr zuordenbares Holz am Boden. Unter den Krustenpilzen habe ich bisher nix passendes gefunden und leider steht mir kein Mikroskop zur Verfügung.

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Ich hoffe, irgendjemand hat die eine oder andere Idee dazu. Vielen Dank schonmal. LG Nannette.

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Re: Zwei Problemfälle

Klaus, (vor 5156 Tagen) @ Nannette

Hallo Nannette,

bei Deinem ersten 'Problemfall' handelt es sich um die Nebenfruchtform von Eutypella quaternata: Libertella faginea. An Buchen regelmäßig zu finden. War auch schonmal hier im Forum:
Beitrag 179302

Schöne Grüße,
Klaus

Hallo liebe Pilzexperten und Forumsleser,
vielleicht kann mir jemand einen richtungsweisenden Tipp oder sogar einen
Namen nennen für folgende beiden Funde von gestern.
Beide kamen im selben Wald vor: Eichen-Buchen-Mischwald mit teilweisen
Übergängen zu Fichtenforst und eingestreuten Birken, saurer Boden.
Nr. 1 wuchs an der Unterseite eines umgestürzten - vermutlich Buche -
Stammes. Am gleichen Stamm kam Fomes fomentarius sowie weiter entfernt
seitlich Dacrymyces stillatus vor. Mein Gedanke ging in die Richtung, dass
es sich eventuell auch um diese handeln könnte, dass die Schwerkraft sie
hat nicht ordentlich zerfließen lassen, da der Stamm am abgebrochenen Ende
am Stumpf auflag und somit an dieser Stelle keinen Bodenkontakt, sondern
von dem ca. einen halben Meter entfernt war.


Nr. 2 besiedelte völlig vermorschtes, nicht mehr zuordenbares Holz am Boden.
Unter den Krustenpilzen habe ich bisher nix passendes gefunden und leider
steht mir kein Mikroskop zur Verfügung.


Ich hoffe, irgendjemand hat die eine oder andere Idee dazu. Vielen Dank
schonmal. LG Nannette.

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Re: Zwei Problemfälle

Nannette, (vor 5156 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,
vielen herzlichen Dank für die superschnelle Antwort. Bei Pilzen lernt man eben nie aus. LG Nannette.

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Re: Zwei Problemfälle *PIC*

Peter P., (vor 5156 Tagen) @ Klaus

Hallo Nannette,
bei Deinem ersten 'Problemfall' handelt es sich um die Nebenfruchtform von
Eutypella quaternata: Libertella faginea. An Buchen regelmäßig zu finden.
War auch schonmal hier im Forum:
Beitrag 179302
Schöne Grüße,
Klaus

Hallo in die Runde,
diese Konidienform kennen wir hier auch, finden sie allerdings häufiger an Zitterpappel. Im Moment sind mir meine Unterlagen nicht zugänglich und ich muß deshalb nachfragen, ob die Konidienform von Leucostoma (Valsa) niveum an Pappel (Foto) identisch ist mit der von E. quaternata (so verstehe ich die Hinweise durch den Link) ?
Gruß Peter P.

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Re: Zwei Problemfälle

Klaus, (vor 5156 Tagen) @ Peter P.

Hallo Peter,
ohne jetzt im Reich der Anamorphen wirklich den Durchblick zu haben (was wahrscheinlich sowieso unmöglich ist): Wenn Libertella faginea die NFF von E. quaternata ist, muss Deine Art an Zitterpappel was anderes sein; es sei denn, E. quaternata kommt auch an Pappeln vor, was ich allerdings für unwahrscheinlich halte. Valsa nivea läge da ja näher; nur finde ich bei allen Libertella-Arten keinen Hinweis darauf:
http://www.indexfungorum.org/Names/Names.asp
Am besten, Du machst mit Eurer Libertella mal einen kleinen Kultivierungsversuch :-)
Schöne Grüße,
Klaus

Hallo in die Runde,
diese Konidienform kennen wir hier auch, finden sie allerdings häufiger an
Zitterpappel. Im Moment sind mir meine Unterlagen nicht zugänglich und ich
muß deshalb nachfragen, ob die Konidienform von Leucostoma (Valsa) niveum
an Pappel (Foto) identisch ist mit der von E. quaternata (so verstehe ich
die Hinweise durch den Link) ?
Gruß Peter P.

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Re: Zwei Problemfälle *PIC*

Peter P., (vor 5155 Tagen) @ Klaus

Hallo Klaus,
danke für die Hinweise. Im Index hatte ich auch schon recherchiert, hatte aber irgendwie im Hinterkopf, die Anamorphe schon einmal benamt zu haben ohne jetzt noch zu wissen, woher ich den Namen hatte. Vom Kultivieren habe ich leider keine Ahnung, gelegentlich werde ich Dich höflichst bitten, mir hierbei auf die Beine zu helfen. Bei den meisten Arten der Hypocreales kommt man ohne die Kultivierung wahrscheinlich schon nicht mehr durch, siehe JAKLITSCH u.a.
Gruß Peter P.

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Re: Zwei Problemfälle *PIC*

Ingo Wagner, (vor 5156 Tagen) @ Nannette

Hallo Nanette!

Nr. 2 besiedelte völlig vermorschtes, nicht mehr zuordenbares Holz am Boden.
Unter den Krustenpilzen habe ich bisher nix passendes gefunden und leider
steht mir kein Mikroskop zur Verfügung.

Vielleicht hast du eine Lupe?
Es gibt auch Becherlingsarten, die Holz rot verfärben.

Manchmal geht ja meine Fantasie durch, aber ich meine kleine Becherlinge zu erkennen.
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Meine Gedanken gehen da in die Richtung der Gattung Hyphodiscus. Es gibt da mehrere Arten, die Holz rot verfärben, die bekannteste ist wohl Hyphodiscus hymeniophilus:
http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/hyphodiscus-hymeniophilus-091227-04xs15521.php?g...
Hier auch mal ein solch rotgefärbtes Aststück:
http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/hyphodiscus-specgrau-langhaarig-120415-04xs27741...

VG Ingo W

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Re: Zwei Problemfälle

Nannette, (vor 5156 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo.

Es gibt auch Becherlingsarten, die Holz rot verfärben.

Jetzt, wo Du es erwähnst - gehört hab ich schonmal davon. Aber das Holz schien eher überkrustet zu sein als verfärbt.

Manchmal geht ja meine Fantasie durch, aber ich meine kleine Becherlinge zu
erkennen.

Das kann gut möglich sein. Werde das überprüfen. Habe das Stück leider nicht mitgenommen, was heißt: nochmal ab in den Wald ;)

Meine Gedanken gehen da in die Richtung der Gattung Hyphodiscus. Es gibt da
mehrere Arten, die Holz rot verfärben, die bekannteste ist wohl
Hyphodiscus hymeniophilus:
http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/hyphodiscus-hymeniophilus-091227-04xs15521.php?g...
Hier auch mal ein solch rotgefärbtes Aststück:
http://asco-sonneberg.de/pages/gallery/hyphodiscus-specgrau-langhaarig-120415-04xs27741...

Vielen Dank für die Links und Deine Tipps. Ich bleibe dran. Jetzt bin ich mal wieder richtig neugierig geworden.

LG Nannette.

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einmal zurechtrücken ;)

Nannette, (vor 5156 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

ich werde natürlich die Sache mit dem Vorhandensein von Becherchen überprüfen, nicht ob Deine Fantasie mit Dir durchgeht *ggg*
Abgesehen davon: Fantasie hilft im Pilzreich oft weiter, es gibt ja Sachen, die man meint, dass es sie nicht gibt.

Gut N8 und Sorry Nannette.

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Re: Zwei Problemfälle

Gábor, (vor 5156 Tagen) @ Nannette

Hallo Nannette,

Du bist aber sicher, dass das zweite etwas Pilziges ist?

Weil ich bin ja auch schon mal auf so einen bösen Förster reingefallen, der ganz hinterhältig Bäume mit Leuchtfarbe besprüht hat.
Nur um so kleine Hobbymykologen zu ärgern :-)

LG, Gábor

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Re: Zwei Problemfälle

Nannette, (vor 5155 Tagen) @ Gábor

Guten Morgen Gábor,

Weil ich bin ja auch schon mal auf so einen bösen Förster reingefallen, der
ganz hinterhältig Bäume mit Leuchtfarbe besprüht hat.

Das hatte ich im ersten Augenblick auch gedacht. Das Waldgebiet wird nicht beforstet, d. h. alles bleibt, wie es ist, was umfällt fällt halt um. Sehr naturbelassen und wohl auch nicht besonders frequentiert.
Die Farbe, mit der die Bäume markiert sind, ist meist auch auf der Borke bzw. der Aussenseite der Stämme aufgesprüht. Dies war ein völlig morsches und zerbrochenes Stück, da müsste Einer einer einfach so mit der Sprühflasche rumgelaufen sein. Außerdem handelte es sich um lokal ein einzelnes Holzstück von etwa 15x10 cm. Die Umgebung des Liegeortes hatte dann Farbe abbekommen müssen (Gras, Boden, Moos).

Nur um so kleine Hobbymykologen zu ärgern :-)

Es könnte natürlich sein, dass jemand dieses "präparierte" Stück dort positioniert hat, um die Stelle zu markieren - vielleicht gibts da ja einen wunderbar seltenen Pilz :q

LG Nannette.

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Re: Zwei Problemfälle

Peter P., (vor 5155 Tagen) @ Gábor

Hallo in die Runde,
das mit der Farbe war auch mein erster Eindruck. Solche besprühten Hölzer verrotten vollständig und hinterlassen oft nur den Farbfilm, der manchmal noch beim "Trüffelkratzen" ans Licht kommt. Übrigens nicht das einzige synthetische "Täuschungsprodukt": Nicht nur einmal bin ich einer Krausen Glucke aus Bauschaum aufgesessen, spätestens bei der Zubereitung hätte ich aber diesen Irrtum bemerkt. Hallo Nanette, für die Netzdarstellung würde etwas weniger Farbintensität und etwas Rauschunterdrückung vielleicht von Vorteil sein.
Gruß Peter P.