Re: Rhodotus palmatus (?)
Könnte es nicht auch sein, dass die offensichtliche Seltenheit (oder etwa nur
Unbekanntheit?) von Rhodotus palmatus - ein Pilz, von dem ich heute
erstmalig gehört habe - statt auf Bejagung des Pilzes auf die zunehmende
Seltenheit von alten Ulmen zurückzuführen ist? So dass die
"Schuld" eher beim Ulmensplintkäfer liegt statt beim
Hobbymykologen?
Die Seltenheit des Pilzes bei uns rührt doch wohl in erster Linie daher, daß er ein Neophyt ist und erst sehr rezent angekommen. Das möchte ich keinem Mykologen in die Schuhe schieben. Ich kann nicht einmal ausschliessen, daß er noch zur Landplage wird (der Runzlige Rosarote, nicht der coole Hobbymykotom).
An Ulmentotholz besteht derzeit dank des Ulmensplintkäfers eher kein Mangel, also bitte keine bösen Worte gegen diesen! Oder ist das tote Ulmenholz schon alles aufgearbeitet. Dann blame the Forstwirtschaft!
Natürlich hat Klaas recht, und ich bin nur neidisch auf seinen Fund bzw. frustriert, den Pilz von ihm nicht am Standort gezeigt bekommen zu haben.
Vor allem aber kanalisiere ich hier meine eigenen Gewissensbisse wegen des einen oder anderen für Wissenschaft und Kunst dahingeschlachteten Saftlings ;9
...und wie gesagt nix für ungut, ihr habt meine zarte Trauer viel zu sehr als kritische Breitseite aufgefaßt, ich weiß schon, daß der Fruchtkörper Fruchtkörper heißt, weil er eben nur ein Fruchtkörper ist und kein Mützel. Für Diskussionen pro und contra Artenschutz stehe ich im Übrigen gerne zur Verfügung, das Thema liegt mir am Herzen.
freundliche kollegiale Hobbymykologengrüße (oder seid Ihr Profis?)