Re: Leccinum schistophilum

Mani walter, (vor 5026 Tagen)

Danke Peter für den sehr interessanten Artikel. Hier nochmals Bild 3, einfach
aus der Nähe. Diese Exemplare waren sehr schmächtig, Hut max. etwa 6 cm,
sehr lang- und dünnstielig. Auch hier wieder mit blaugrüner Stielbasis.
Der Standort war aber ein feuchtes Ufer eines Weihers. Also keinesfalls
trocken.... Finde sie ähneln deinem Bild der Art recht stark.
Gruss Svampkogen

Hoi Svampkogen; Hallo zusammen
Ganz schön beeindruckend, wie ihr alle schon zu Beginn des neuen Jahres vorlegt!
Abgesehen davon auch förderlich und interessant.

1) Ist es vielleicht möglich, zwei solcher Analysenreihen mit einer geringen Synonymabweichung ins Forum zu stellen? Oder gibt es vielleicht einen anderen Weg, dies in relativ einfacher Weise zu übermitteln? Auch z.B.: Ab welcher Übereinstimmung bzw. Abweichung wird schliesslich noch von einem Synonym oder einer anderen Spezies gesprochen?

2) Wurde L. schistophillum bzw. palustre auch schon im Alpenraum gefunden?

Danke für euren tollen Austausch und lG. Mani

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Re: Leccinum schistophilum

Svampskogen, (vor 5025 Tagen) @ Mani walter

Sali Mani

1) Unter 3 % (für ITS) wird oft von einer konspezifischen (zur selben Art gehörigen) Sequenz geredet. Aber eigentlich müsste für jede Gattung ein anderer Grenzwert festgelegt werden, da die Variabilität der ITS (Internal transcribed spacer) nicht in jeder Gattung gleich ist (Quelle: Begerow et al. (2010) Current state cand perspectives of fungal barcoding and rapid identification procedures.). Ich glaube z.B. bei Leccinum ist sie sehr variabel, bei Hebeloma dagegen zu konserviert für phylogenetische Studien. Aber natürlich ist so ein Grenzwert immer mit Vorsicht zu interpretieren. Ich glaube bei gewissen Cortinarienarten, die morphologisch als Arten akzeptiert (z.B. ionochlorus und atrovirens) sind, erwies sich, dass sie identische ITS-Sequenzen besitzen (Quelle: Niskanen, 2008).
Ich kann dir die Sequenzen z.B. als FASTA-Datei schicken, falls du das meinst. Ich werde sie aber so oder so noch auf die NCBI-Datenbank hochladen.

2) Ich denke, dass er zumindest in der Schweiz noch nie gefunden wurde. Auf jeden Fall gibt es keinen Eintrag auf Swissfungi zu L. schistophilum/palustre.

Beste Grüsse Svampskogen

Hoi Svampkogen; Hallo zusammen
Ganz schön beeindruckend, wie ihr alle schon zu Beginn des neuen Jahres
vorlegt!
Abgesehen davon auch förderlich und interessant.
1) Ist es vielleicht möglich, zwei solcher Analysenreihen mit einer geringen
Synonymabweichung ins Forum zu stellen? Oder gibt es vielleicht einen
anderen Weg, dies in relativ einfacher Weise zu übermitteln? Auch z.B.: Ab
welcher Übereinstimmung bzw. Abweichung wird schliesslich noch von einem
Synonym oder einer anderen Spezies gesprochen?
2) Wurde L. schistophillum bzw. palustre auch schon im Alpenraum gefunden?
Danke für euren tollen Austausch und lG. Mani

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Re: Leccinum schistophilum

Mani walter, (vor 5025 Tagen) @ Svampskogen

Sali Mani

Hoi Svampskogen, Liebe Pilzfreunde

1) Unter 3 % (für ITS) wird oft von einer konspezifischen (zur selben Art
gehörigen) Sequenz geredet. Aber eigentlich müsste für jede Gattung ein
anderer Grenzwert festgelegt werden, da die Variabilität der ITS (Internal
transcribed spacer) nicht in jeder Gattung gleich ist (Quelle: Begerow et
al. (2010) Current state cand perspectives of fungal barcoding and rapid
identification procedures.). Ich glaube z.B. bei Leccinum ist sie sehr
variabel, bei Hebeloma dagegen zu konserviert für phylogenetische Studien.
Aber natürlich ist so ein Grenzwert immer mit Vorsicht zu interpretieren.
Ich glaube bei gewissen Cortinarienarten, die morphologisch als Arten
akzeptiert (z.B. ionochlorus und atrovirens) sind, erwies sich, dass sie
identische ITS-Sequenzen besitzen (Quelle: Niskanen, 2008).
Ich kann dir die Sequenzen z.B. als FASTA-Datei schicken, falls du das
meinst. Ich werde sie aber so oder so noch auf die NCBI-Datenbank
hochladen.

Ich denke, dass die ITS-Sequenzen durch diese über 200-zählige Buchstabenreihe gegeben und definiert sind.
Könnte mir vorstellen, dass der Buchstabe E z.B. einer bestimmten Konfiguration von Molekülteilen entspricht und C z.B. ein anderes Element. Und und ....
Ich sah bei Untersuchungen an Morcheln, dass es innerhalb dieser Reihen Abweichungen gab, sodass mich das Beurteilen bzw. Gewichten von ungleichen Buchstaben oder Buchstabenfolgen wenigstens dem Prinzip nach interessiert. Grundsätzliches davon zu verstehen wäre schon toll, doch Vertieftes darüber zu lernen, sehe ich eher nicht.

Darüber vorhandene Berichte interessieren mich selbstverständlich sehr. und über Infos zu Zugriffsmöglichkeiten bin ich dankbar.

2) Ich denke, dass er zumindest in der Schweiz noch nie gefunden wurde. Auf
jeden Fall gibt es keinen Eintrag auf Swissfungi zu L. /
schistophilum/palustre.

Der Eintrag der zwei Pilzearten fehlt dort tatsächlich.

Übrigens gab es letztes Jahr bei uns im Graubündner Rheintal, nach Untersuchungen von H. Kellner, für mich überraschend, keine Funde von Morchella esculenta var. esculenta, sondern nur mal M. crassipes und M. spogniola (seine Benennungen) doch diese unterscheiden sich morphologisch auch tätsächlich etwas voneinander.
Nun weiss ich also, was hier wo wächst. Auch M. elatas gab es noch.

Beste Grüsse Svampskogen

Dank und liebe Grüsse Mani

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Re: Leccinum schistophilum

Krötenhocker, (vor 5025 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

sofern du Mitglied der DGfM bist: In der Zeitschrift für Mykologie Bd.76/1 war ein toller Einstiegsartikel zur Sequenzierung von Geert Schmidt-Stohn & Bernhard Oertel.
Sofern nicht: Ich bin jetzt gerade Mitglied geworden und als Willkommensgeschenk gab es für mich Band 76/1 und 76/2...

LG, Jens

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Re: Leccinum schistophilum

Mani walter, (vor 5025 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Mani,
sofern du Mitglied der DGfM bist: In der Zeitschrift für Mykologie Bd.76/1
war ein toller Einstiegsartikel zur Sequenzierung von Geert Schmidt-Stohn
& Bernhard Oertel.
Sofern nicht: Ich bin jetzt gerade Mitglied geworden und als
Willkommensgeschenk gab es für mich Band 76/1 und 76/2...
LG, Jens

Hoi Jens
Ich bin Mitglied im "Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde" und als solches Mitglied der Sektion Graubünden Chur. Danke für die Hinweise. Muss mal nachforschen, ob diese Schriften in unserem Verband zur Einsicht zur Verfügung stehen.

MlG. Mani

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Re: Leccinum schistophilum

Svampskogen, (vor 5025 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani

Leider habe ich nicht ganz verstanden was du meinst :-)
ITS sind Abschnitte (neben LSU (kodiert für grosse Untereinheit der Ribosomen) uns SSU (kodiert für die kleine Untereinheit der Ribosomen)) auf der DNA, welche zur sogenannten ribosomalen DNA (rDNA) gehören. Dieser Abschnitt enthält Informationen für die Erstellung der Ribosomen (ribosomaler RNA) (Zellorganellen, die Proteine herstellen). ITS selbst ist aber ein nicht kodierender Teil der rDNA. Deshalb werden Mutationen nicht durch Selektionsprozesse ausgemerzt, was zu relativ grosser Variabilität führt. Deshalb ist ITS geeignet zur Unterscheidung von nahe verwandten Arten, auf höheren Ebenen der Taxonomie ist sie aber oft zu variabel.
Der Abschnitt der rDNA ist sehr wichtig und ist deshalb in unzähligen, tandemartig hintereinander angeordnetten Kopien.

Beste Grüsse Svampskogen

Hoi Svampskogen, Liebe Pilzfreunde
Ich denke, dass die ITS-Sequenzen durch diese über 200-zählige
Buchstabenreihe gegeben und definiert sind.
Könnte mir vorstellen, dass der Buchstabe E z.B. einer bestimmten
Konfiguration von Molekülteilen entspricht und C z.B. ein anderes Element.
Und und ....
Ich sah bei Untersuchungen an Morcheln, dass es innerhalb dieser Reihen
Abweichungen gab, sodass mich das Beurteilen bzw. Gewichten von ungleichen
Buchstaben oder Buchstabenfolgen wenigstens dem Prinzip nach interessiert.
Grundsätzliches davon zu verstehen wäre schon toll, doch Vertieftes
darüber zu lernen, sehe ich eher nicht.
Darüber vorhandene Berichte interessieren mich selbstverständlich sehr. und
über Infos zu Zugriffsmöglichkeiten bin ich dankbar.
Der Eintrag der zwei Pilzearten fehlt dort tatsächlich.
Übrigens gab es letztes Jahr bei uns im Graubündner Rheintal, nach
Untersuchungen von H. Kellner, für mich überraschend, keine Funde von
Morchella esculenta var. esculenta, sondern nur mal M. crassipes und M.
spogniola (seine Benennungen) doch diese unterscheiden sich morphologisch
auch tätsächlich etwas voneinander.
Nun weiss ich also, was hier wo wächst. Auch M. elatas gab es noch.
Dank und liebe Grüsse Mani