Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Älbler, (vor 5022 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

ich bin auf der Suche nach einem passenden deutschen Namen für Cortinarius catharinae. In Erik's Datenbank wird er als "Abgeflachtknolliger Klumpfuß" geführt, was wenig aufschlussreich ist, da in derselben Datenbank auch Cortinarius platypus mit "Flachknolliger Klumpfuß" einen sehr ähnlichen, fast gleichen Namen hat.
Bei GMINDER trägt die Art keinen deutschen Namen. C. platypus hat er als "Flachknolligen Amethyst-Klumpfuß" ausgewiesen, was mir gut gefällt, da der Zusatz "Amethyst" auf die Lamellenfarbe dieser im klassischen Sinne als Rosablättrige Klumpfüße dargestellten Taxa hinweist.

In Anlehnung an GMINDER habe ich letzten Herbst auf der AMU-Pilzausstellung C. catharinae als "Rostiger Amethyst-Klumpfuß" benamst, wegen den typischen orangeocker Verfärbungen auf seinem Hut und eben seiner Zugehörigkeit zum Komplex der Rosa- und Amethystblättrigen Klumpfüße.

Weiß jemand einen bereits praktizierten deutschen Namen für die Art? Wenn nicht, sind Namensvorschläge willkommen.

Viele Grüße
Christian

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Axel Schilling ⌂, (vor 5022 Tagen) @ Älbler

Bleib doch bei Catharina's Klumpfuß, auch wenns nicht gerade schmeichelhaft für alle die Catharinas ist.
Gruß,
Axel

Liebe Pilzfreunde,
ich bin auf der Suche nach einem passenden deutschen Namen für Cortinarius
catharinae. In Erik's Datenbank wird er als "Abgeflachtknolliger
Klumpfuß" geführt, was wenig aufschlussreich ist, da in derselben
Datenbank auch Cortinarius platypus mit "Flachknolliger
Klumpfuß" einen sehr ähnlichen, fast gleichen Namen hat.
Bei GMINDER trägt die Art keinen deutschen Namen. C. platypus hat er als
"Flachknolligen Amethyst-Klumpfuß" ausgewiesen, was mir gut
gefällt, da der Zusatz "Amethyst" auf die Lamellenfarbe dieser
im klassischen Sinne als Rosablättrige Klumpfüße dargestellten Taxa
hinweist.
In Anlehnung an GMINDER habe ich letzten Herbst auf der AMU-Pilzausstellung
C. catharinae als "Rostiger Amethyst-Klumpfuß" benamst, wegen
den typischen orangeocker Verfärbungen auf seinem Hut und eben seiner
Zugehörigkeit zum Komplex der Rosa- und Amethystblättrigen Klumpfüße.
Weiß jemand einen bereits praktizierten deutschen Namen für die Art? Wenn
nicht, sind Namensvorschläge willkommen.
Viele Grüße
Christian

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Älbler, (vor 5021 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Axel,

um den schädlichen Genitiv auszuschalten wäre "Catharinen-Klumpfuß" eine angemessene Lösung ;o)

Gruß
Christian

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lost in translation

Der Juergen, (vor 5020 Tagen) @ Älbler

Hi Grischde,

um den schädlichen Genitiv auszuschalten wäre "Catharinen-Klumpfuß"
eine angemessene Lösung ;o)

Ja, gefällt mir gut;-) Der Genitiv-Singular ist zwar ausgeschaltet, aber im Plural lebt er weiter: Der Klumpfuß ist quasi DAS Erkennungsmerkmal aller Catharinen *g*

Grüßle
Jürgen

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Re: lost in translation

Älbler, (vor 5020 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

also wissen wir jetzt, dass eine wörtliche Übersetzung einer Dedikation den Geehrten nicht unbedingt immer schmeichelt :o)

Gerade deshalb bin ich auf der Suche nach einer Alternative, die der Art in ihrer typischen Erscheinung gerecht werden könnte.
Hier ist also durchaus unsere Phantasie gefragt (siehe die Namensgebungen von LUDWIG und GRÖGER).
Dieser Ausdruck muss also keine 1zu1-Übersetzung des Epithets sein.

Grüßle
Christian

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Birgit, (vor 5022 Tagen) @ Älbler

Lieber Christian,

In Anlehnung an GMINDER habe ich letzten Herbst auf der AMU-Pilzausstellung
C. catharinae als "Rostiger Amethyst-Klumpfuß" benamst, wegen
den typischen orangeocker Verfärbungen auf seinem Hut und eben seiner
Zugehörigkeit zum Komplex der Rosa- und Amethystblättrigen Klumpfüße.

Da fällt mir doch glatt das Kistchen mit den von der AMU-Ausstellung rausgeklaubten Karteikarten in die Hände. Das sind die Kärtchen, die ich nach der Ausstellung noch für die Kartei nachbessern oder neu erstellen muss.
Da ist auch ein gedrucktes Cortinarius catharinae - Schildchen drin, vom Outfit her, könnte das noch aus Bad Buchau stammen? Da steht aber ein viel witzigerer deutscher Name drauf ;-): Rostender Amethyst-Klumpfuß, schick ;-).
Soll ich das so lassen?

gute Nacht

Birgit

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Älbler, (vor 5021 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

der Name ist ja noch besser :LOL:! Mir war nur noch was mit "Rost" in Erinnerung! Wenn schon der Pilz selber kein Hingucker war, dann wenigstes der Name.

Grüßle
Christian

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Pilzmann, (vor 5018 Tagen) @ Älbler

Lieber Christian,

da wir nicht wissen, ob Kathrinchen wirklich einen Klumpfuß hatte, oder einfach nur einen Kropf, oder warum sie sonst als Namenspatronin des Cortinarius erwählt wurde, weiß mal wieder keine ... - naja, du weißt schon, das Tierchen mit dem Ringelschwanz.

Wie schön und erhebend ist es da doch, wenn man zumindest in deutschen Landen einen Namen findet, der den Pilz so beschreibt, dass man ihn an seinem Namen erkennen oder zumindest von anderen unterscheiden kann. Diesen Namen scheinst du als Erster gefunden, ihn nachvollziehbar begründet und dem Pilzchen verliehen zu haben. Also heißt er ab dato hierzulande "Rostiger Amethyst-Klumpfuß" - Punkt, aus und Ende!

Auch wenn ich das Baby noch nie gesehen habe, mache ich doch gerne den Taufpaten bei deinem Findling.

Mit entschiedenem Gruß, Peter!

Liebe Pilzfreunde,
ich bin auf der Suche nach einem passenden deutschen Namen für Cortinarius
catharinae. In Erik's Datenbank wird er als "Abgeflachtknolliger
Klumpfuß" geführt, was wenig aufschlussreich ist, da in derselben
Datenbank auch Cortinarius platypus mit "Flachknolliger
Klumpfuß" einen sehr ähnlichen, fast gleichen Namen hat.
Bei GMINDER trägt die Art keinen deutschen Namen. C. platypus hat er als
"Flachknolligen Amethyst-Klumpfuß" ausgewiesen, was mir gut
gefällt, da der Zusatz "Amethyst" auf die Lamellenfarbe dieser
im klassischen Sinne als Rosablättrige Klumpfüße dargestellten Taxa
hinweist.
In Anlehnung an GMINDER habe ich letzten Herbst auf der AMU-Pilzausstellung
C. catharinae als "Rostiger Amethyst-Klumpfuß" benamst, wegen
den typischen orangeocker Verfärbungen auf seinem Hut und eben seiner
Zugehörigkeit zum Komplex der Rosa- und Amethystblättrigen Klumpfüße.
Weiß jemand einen bereits praktizierten deutschen Namen für die Art? Wenn
nicht, sind Namensvorschläge willkommen.
Viele Grüße
Christian

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae *PIC*

jesko, (vor 5017 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Peter,

da wir nicht wissen, ob Kathrinchen wirklich einen Klumpfuß hatte, oder
einfach nur einen Kropf, oder warum sie sonst als Namenspatronin des
Cortinarius erwählt wurde, weiß mal wieder keine ... - naja, du weißt
schon, das Tierchen mit dem Ringelschwanz.

nun, dies steht klar in der Originaldiagnose (Consiglio in RdM 3/1996, S. 199 f.) nachzulesen: „Haec species meae uxori Catharinae dedicatur“, womit künftigen Generationen biographische Nachforschungen zur Namensklärung erspart bleiben. Der vermutlich und hoffentlich noch unter den Lebenden weilenden Gemahlin des Erstbeschreibers nun außer dem ihr gewidmeten noch einen weiteren Klumpfuß oder Schlimmeres anzudichten, sollten eigentlich die Grundregeln des Anstands verbieten ;-)

Wie schön und erhebend ist es da doch, wenn man zumindest in deutschen Landen
einen Namen findet, der den Pilz so beschreibt, dass man ihn an seinem
Namen erkennen oder zumindest von anderen unterscheiden kann.

Also wenn Du einen solchen Namen möchtest, dann müsste der so in etwa „Gelblicher huthaut-, epikutishyphen- und basaltomentumlaugenpositiver Laubwaldamethystklumpfuߓ heißen ;-), denn rostfleckig werden ähnliche Arten auch! Ich hätte freilich noch Alternativvorschläge in petto, die sind allerdings kaum handlicher, wenn sie der Forderung, dass der Pilz anhand seines Namens erkennbar oder zumindest unterscheidbar sein soll, genügen sollen. Nun dachte ich eigentlich, die funktionelle Vermischung von Namen und Diagnose sei mit dem Siegeszug der binären Nomenklatur seit über 200 Jahren überwunden.

Im Ernst: Ich glaube wirklich nicht, dass jede Pilzart insbesondere dann, wenn sie ohnehin nur von ausgesprochenen Spezialisten erkannt werden kann und auch ansonsten im Vergleich mit anderen keinen besonderen Einfluss auf unser oder vieler anderer Leute tägliches Leben hat, einen deutschen Namen braucht. Wer will sich denn etwa hinsetzen und sich deutsche Namen für Tausende und Abertausende Ascos ausdenken, deren Apo/Peri/Pseudo/Kleisto- und wasichnochallesvergessenhab-thecien im Durchmesser unter 1 mm bleiben. Und wenn die einen ja und die anderen nein, wie will man da eine Grenze ziehen. Wichtiger als bei solchen Exponaten auf einer Pilzausstellung den deutschen Namen bis auf Artebene herunterzubrechen, wären m.E. vielleicht einige Erläuterungen zur Ökologie, ihre mögliche Zeigerfunktion usw., die man dann im hier behandelten Beispiel auch für so ziemlich alle „Laubwaldamethystklumpfüße“ generalisieren kann.
Der Einfachheit halber (ich brauche Eselsbrücken!) würde ich Cortinarius catharinae bei einer Ausstellung wohl einfach mit „Cat(h)arinas Amethystklumpfuߓ etikettieren. Die Frage, ob Cat(h)arina mit oder ohne h, müsste freilich wieder in einem eigenen philologischen Exkurs geklärt werden (ich meine ohne „h“).
Freilich kann und will ich dem von Christian verwendeten Namen seinen Charme nicht absprechen.

Und zum Abschluss dieses (nicht in allen Punkten ganz ernst gemeinten) Beitrags noch eine visuelle Unterstützung.

Viele Grüße, Jesko

[image]

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Pilzmann, (vor 5017 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

hatte gerade meinen „Consiglio“ nicht griffbereit; habe mir aber schon gedacht, dass unsere Katharina gar nicht die unsere ist, sondern eher dem Vorgenannten familiär zuzuordnen sei. Wenn du jedoch schreibst:
“ Nun dachte ich eigentlich, die funktionelle Vermischung von Namen und Diagnose sei mit dem Siegeszug der binären Nomenklatur seit über 200 Jahren überwunden.“
treibt es mich zu folgender Replik:
Warum soll es ein Vorteil sein, sprechende (funktionelle) Bezeichnungen zu meiden, wenn sie binärem Anspruch genügen?
Sicher wird es einem mykologisch bewanderten Don Juan gewaltig helfen, die Namen seiner „Verflossenen“ auf die Reihe zu kriegen, wenn er ihnen jeweils einen neu entdeckten Cortinarius widmet. Alle anderen Pilzkundigen haben dann aber eine ziemlich nichtssagende Aneinanderreihung beliebiger Frauen- oder sonstiger Namen vor sich (Welches „Hoch“ kam z. B. nach Sturmtief „Kyrill“?
Dann sollte man wohl besser eine siebenstellige Gattungszahl wählen, deren drei ersten Ziffern auf die Familie hinweisen (die ihrerseits wieder über zwei additive Ziffern an ihre Ordnung gebunden sind), der eine vierstellige Artnummerierung folgt. Dann hätte unser Katharinenpilz eine eindeutige Zuordnung (z. B. 013 für die Cortinariaceae, 0001 für Cortinarius und das Art-Epithet 0457 für „catharinae“, beides durch einen Bindestrich auf ewig vereint. „Cortinarius catharinae“ entspräche dann „zur Freude eines jeden Computers“ zweifelsfrei erkennbar „0130001-0457“. Abgesehen davon wären hier zur Identifizierung nur 12 Zeichen erforderlich, im Gegensatz zu den 22 von Cortinarius catharinae; von C. marginato-ochrascens ganz zu schweigen (32 Zeichen). Verpackt man das ganze auch noch in einen EAN- oder noch besser in einen QR-Code und bringt ein Genom dazu, den Code auf der Huthaut zu zeigen, bedürfte es nur noch einer kleinen App für das Smartphone, um den „blöden“ Pilz gleich zweifelsfrei im Feld zu archivieren. Name unbekannt, Name uninteressant! Hauptsache festgestellt, festgehalten!

Die Ausgangsfrage richtete sich aber auf den deutschen, also den Volksnamen. Der ist jedoch frei jeglicher Nomenklaturzwänge wählbar, auch wenn in Bollmann et al. „Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze“ der „Fast glattsporige Wasserfuߓ zum „Fastglattsporiger Wasserfuߓ vergewaltigt wird.
Warum nennst du „Gelblicher huthaut-, epikutishyphen- und basaltomentumlaugenpositiver Laubwaldamethystklumpfuߓ nicht einfach abgekürzt „Gheublak“?
Wenn irgendwo auch noch festgehalten ist, wie die Abkürzung zustande gekommen ist, ist der Gheublak auf jeden Fall bedeutungsschwangerer, als es die uns unbekannte Katharina je gewesen ist. Und „Gheublak“ klingt doch fast so schön wie „Zigeuner“ (C. caperatus). Aber der ist ja aus Gründen der „political correctness“ ähnlich anstößig wie der hoffentlich nicht in Echt vorhandene Klumpfuß Katharinas und sollte vielleicht besser in „Siuroma“ umbenannt werden?

Und nix für ungut, schließlich ist Karneval.
Mit närrischen Grüßen, Peter Pilzmann!

PS: Klasse Foto von Katharinas Klumpfuß. Hat sie also doch einen gehabt!

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Re: Deutscher Name für Cortinarius catharinae

Der Juergen, (vor 5016 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

Nun dachte ich eigentlich, die funktionelle Vermischung
von Namen und Diagnose sei mit dem Siegeszug der binären Nomenklatur seit
über 200 Jahren überwunden.

"Überwunden" würde ich nicht sagen, denn diese Kopula aus Namen/Diagnose hat sich ja in die binäre Nomenklatur hinübergerettet. Als ein Beispiel sei stellvertretend Entoloma occultipigmentatum genannt. Um sich Namen gut merken zu können, braucht es eben den anschaulichen Begriff. Zahlen sind ganz schlecht, Personennamen ebenfalls (außer, sie kommen nicht ZU häufig vor, wie das in der Mykologie ja noch der Fall ist). Dedikationsnamen gehören aber verboten, meiner Meinung nach. Lieber ein Epithet, welches ein herausragendes Merkmal benennt, oder die Ökologie. Es geht auch nicht darum, in einem Namen das ganze Artkonzept zu repräsentieren, sondern sich das Taxon einfach nur einprägen zu können.

Grüßle
Jürgen