Nadelholz-Röhrl. Parasit a. Kiefern-Braunporling?

Ralf, (vor 9059 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

im September 2001 fand ich an einem stark vermoderten Stubben in einem Douglasien-Fichtenwald den doch ziemlich seltenen Nadelholz-Röhrling
Pulveroboletus lignicola. Am selben Stubben wuchs ein Fruchtkörper des Kiefern-Braunporlings Phaeolus spadiceus (= P. schweinitzii).

Mir ist gesagt worden, dass das kein Zufall ist:

Lange wäre es rätselhaft gewesen, warum der Nadelholz-Röhrling als einziger seiner Gruppe ein Saprophyt(=Zersetzer)sei. Bis jemand festgestellt hätte, dass er am Myzel des Kiefern-Braunporlings parasitiere.

Meine Frage:

Ist Nadelholz-Röhrling tatsächlich ein Schmarotzer? Wenn ja (nur)am Kiefern-Braunporling?

Oder bevorzugen er und der Kiefern-Braunporling zufällig das selbe Substrat
im selben Zersetzungszustand. Oder bereitet erst der Kiefern-Braunporling das Substrat so auf, dass der Nadelholz-Röhrling darauf wachsen kann?

Kann jemand von Euch etwas dazu sagen? Gibt es Literatur zu diesem Thema?

Dank und Gruß

Ralf

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Re: Nadelholz-Röhrl. Parasit a. Kiefern-Braunporli

Thilo, (vor 9057 Tagen) @ Ralf

Hallo, Ralf,

ja, es stimmt: das gemeinsame Auftreten der beiden Arten ist in der Literatur erwähnt. Einen kurzen Überblick über das Thema mit weiterführenden Lit.-Hinweisen findest du in dem Artikel der polnischen Mykologen M. Z. Szczepka & S. Sokol "Buchwaldoboletus lignicola (Kallenbach) Pilát und Phaeolus schweinitzii (Fries) Patouillard - das Problem ihres gemeinsamen Auftretens", Zeitschr.f.Mykol. 50(1) 1984: 95-99. Dort heißt es u.a.: "Wahrscheinlich bildet das durch den Parasiten Ph. schweinitzii zersetzte Holz ein günstiges Substrat für den Saprophyten B. lignicola." - Es sind später auch noch andere Artikel zu dem Thema erschienen, nur weiß ich momentan nicht mehr genau, wo. Mir selber sind zwei solche Vorkommen bekannt.

Auf jeden Fall wäre es interessant,solche Vorkommen gut zu dokumentieren und vielleicht auch, wenn möglich, über einen längeren Zeitpunkt hinaus zu beobachten! (Holzart, Stadium der Vermorschung, Erscheinungszeit der Fruchtkörper, Fotos etc.) Der Nadelholz-Röhrling ist immer noch ein sehr seltener Pilz.

Gruß, Thilo

Hallo Pilzfreunde,
im September 2001 fand ich an einem stark vermoderten Stubben in einem
Douglasien-Fichtenwald den doch ziemlich seltenen Nadelholz-Röhrling
Pulveroboletus lignicola. Am selben Stubben wuchs ein Fruchtkörper des
Kiefern-Braunporlings Phaeolus spadiceus (= P. schweinitzii).
Mir ist gesagt worden, dass das kein Zufall ist: Lange wäre es rätselhaft
gewesen, warum der Nadelholz-Röhrling als einziger seiner Gruppe ein
Saprophyt(=Zersetzer)sei. Bis jemand festgestellt hätte, dass er am Myzel
des Kiefern-Braunporlings parasitiere.
Meine Frage: Ist Nadelholz-Röhrling tatsächlich ein Schmarotzer? Wenn ja
(nur)am Kiefern-Braunporling?
Oder bevorzugen er und der Kiefern-Braunporling zufällig das selbe Substrat
im selben Zersetzungszustand. Oder bereitet erst der Kiefern-Braunporling das
Substrat so auf, dass der Nadelholz-Röhrling darauf wachsen kann?
Kann jemand von Euch etwas dazu sagen? Gibt es Literatur zu diesem Thema?
Dank und Gruß
Ralf

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Re: Nadelholz-Röhrl. Parasit a. Kiefern-Braunporli

Werner2, (vor 9057 Tagen) @ Ralf

Hallo Ralf,

in der gebräuchlichen monografischen Porlings- und Röhrlingsliteratur (Ryvarden, , Domanski, Jahn, Singer, Kallenbach usw.) findet man meines Wissens nach keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen P. ligicola und P. schweinitzii.
Allerdings verweist Krieglsteiner (Die Großpilze Baden-Württembergs Teil 2) auf mehrere entsprechende Fachartikel in der Z.f.Mykologie und den Beiträgen zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas.
Fundstellen sind: Z.f.M. 50(1): S. 95 - 99; 51: S. 47 - 50 und
Beiträge z.K. der Pilze M. Band 3, S. 63 - 70.
Die Autoren sind J. Lipka sowie Szepka und Sokol, welche beide Arten zusammen - u.a. in Polen - häufig an Nadelholz gefunden haben.
Interessante Artikel !!
Gruss Werner 2

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Re: Vielen Dank für Infos Werner2 und Thilo! *oT*

Ralf, (vor 9054 Tagen) @ Ralf

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