Re: Knollenblätterpilz- Vergiftung...

Maren ⌂, (vor 4750 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,
das kann ich nachempfinden. Immer wenn der Verdacht einer Knollenblätterpilzvergiftung im Raum steht, steigt das Adrenalin auf. Man ist dann ja auch enorm unter Zeitdruck. Gut, dass du Sporen gefunden hast. ich hatte vor zwei Jahren einen Fall, bei dem die Knollis alle gegessen wurden, in den Resten waren keine mehr dabei. Nach einer gefühlten Ewigkeit am Mikroskop habe ich wenigstens noch zwei! Sporen gefunden. Der Arzt hatte aber schon richtig gehandelt, denn der Amanitin-Test verlief positiv. Schade finde ich, dass man nicht erfährt, ob die Patienten sich wieder erholt haben.
Gruß Maren

... jetzt auch in Wetzlar! Mein erster Fall dieser Art in meiner

PSV-Karriere.
Drei Personen, dem Vernehmen nach wahrscheinlich Russlanddeutsche, haben
Pilze gegessen, von einer Stelle, von der sie schon immer Pilze gesammelt
haben. Hatten aber in der Tat keinerlei Ahnung was sie gegessen haben.
Mahlzeit am Freitag abend gegen 20 Uhr, erste gastrointestinale Symptome
nachts ca. 3 Uhr. Ich wurde hinzugerufen Samstag morgen 10 Uhr. Vorgelegt
wurde ein durchgegartes Stück eines hellblättrigen Lamellenpilzes. Nach
mikroskopischer Untersuchung gelang es mir zwischen den ganzen
Fetttröpfchen eine handvoll Sporen auszumachen, die verdächtig auf eine
Amanita-Art hinwiesen. Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten war zu
erfahren, dass Amanitin-Tests schon in Auftrag waren, Leberwerte waren zu
dieser Zeit noch unauffällig. Es wurde ärztlicherseits aber schon der
schlimmste Fall angenommen und rechtzeitig Legalon verabreicht.
Nach Rückfrage Sonntag nachmittag wurde mir mitgeteilt, dass die Tests
positiv verlaufen waren, in einem Fall mit besonders hohen Werten.
Die Patienten wurden zwischenzeitlich nach Mainz verlegt.
Kann man nur hoffen, dass aufgrund der frühen Therapie die Sache glimpflich
ausgeht.
Auf jeden Fall habe ich letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen...
Grüße
Harald

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