Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis *PIC*

Emil, (vor 4745 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

Bei unserer Exkursion am Sonntag auf einer feuchten Waldrandwiese haben wir neben zahlreichen Erdzungen, Keulchen und Saftlingen diese Gabeltrichterlinge (Pseudoclitocybe) gefunden.

Jetzt sind wir im Unklaren darüber, ob es P. expallens oder P. cyathiformis ist.

Die makroskopischen Merkmale sowie der Standort sprechen meiner Meinung nach für P. expallens.
Kurz zusammengefasst:

Standort außerhalb des Waldes, an feuchten, grasigen Stellen.
Hut etwa 4 cm, gerieft, hygrophan, eher schwach vertieft.
Farbe violettlich, nicht braun.
Lamellen angewachsen, nicht bogig herablaufend.
Stiel nicht faserig, sondern eher glatt.
Geruch nach Blausäure (starker Nelkenschwindlingsgeruch).

Jetzt das Problem: Harald (zuehli) hat Sporenlängen von 8,2 - 12,3 µ gemessen, was wieder für P. cyathiformis spricht.

Auch nach Durchblättern diverser Literatur (z.B. auch Birgits Tintlingsartikel im Heft 81, S. 46) und Durchforsten des Internets können wir (ich) uns nicht so richtig festlegen, ob die Sporengröße oder alle anderen Merkmale schwerer wiegen :-(

Ich hoffe, es sagen uns noch möglichst viele ihre Meinung zu dem Pilz :-)

Viele Grüße,
Emil

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Pilz des Jahres *PIC*

Emil, (vor 4745 Tagen) @ Emil

Als Belohnung bekommt ihr ein Bild vom Pilz des Jahres, ebenfalls dort gefunden.

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4745 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

Sporenmessungen mit solchen Angaben haben keine große Aussagekraft. Die von dir angegebene Sporenlänge könnte durch Ausreißer und/oder Extremwerte völlig von einer korrekten Messung abweichen...
Viel wichtiger wäre deshalb der arithmetische Mittelwert und damit meine ich den aller Messungen und nicht den des gezeigten Ergebnisses.
Und gibt es nur 4-sporige Basisien?

cyathiformis
MW aus FN = 10
MW aus PDS = 9,8

expallens
MW aus FN = 8,5

Der Mittelwert (einfach nur aus deinen Angaben errechnet) von 10,25 aus den beiden Grenzen spricht aber tendenziell erstmal gegen expallens. Wobei das eben nur ein Blick in die Glaskugel bleibt.

LG, Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

zuehli ⌂, (vor 4744 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Emil,
Sporenmessungen mit solchen Angaben haben keine große Aussagekraft. Die von
dir angegebene Sporenlänge könnte durch Ausreißer und/oder Extremwerte
völlig von einer korrekten Messung abweichen...
Viel wichtiger wäre deshalb der arithmetische Mittelwert und damit meine ich
den aller Messungen und nicht den des gezeigten Ergebnisses.
Und gibt es nur 4-sporige Basisien?

Keine Ausreißer und keine Extremwerte, sondern im vorliegenden Fall die Maße einer Reihe von Sporen, die in dieser Range zahlreich vorhanden waren.
Auf die Basidien habe ich allerdings nicht geachtet...

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4744 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald und Emil,

Keine Ausreißer und keine Extremwerte, sondern im vorliegenden Fall die Maße
einer Reihe von Sporen, die in dieser Range zahlreich vorhanden waren.
Auf die Basidien habe ich allerdings nicht geachtet...

Wenn die Aufsammlung die beschriebenen 4-sporigen Basidien hatte (damit man ausschließen kann, dass durch eine z.B. 2-sporige Variante die Sporen zu groß sind) wird man sie wohl nur cyathiformis zuordnen können. Ansonsten könnte man womöglich eine neue Varietät oder forma beschreiben, oder?
Ach ja, Q wäre noch interessant und kann hier weiterhelfen, um auch ohne die Basidien zu kennen, noch zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen.
Lt. F.Gröger (die Clitocybe-Arten der DDR) Schlüssel von Zotto DVD
cyathiformis 1,5-1,8
expallens 1,2-1,4 also deutlich runder

Hoffe, dass hilft weiter.

LG, Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

haseneier, (vor 4745 Tagen) @ Emil

Lieber Emil

leider kann ich in der Sache nichts fundiertes beitragen. Ich will Dir nur sagen, daß das in meinen Augen eine sehr gelungene Anfrage ist und ich nicht glaube, daß es an Dir liegt, wenn bisher nicht mehr Antworten eintrudeln.
Besonders gefällt mir, wie Du in Deinen BeschreibungsText auch noch die erkenntnisphilosophische Fragestellung einbaust, ob im Zweifelsfall die mikroskopische Ebene stets Vorrang hat vor der "grobsinnlichen" Ich finde diese Fragestellung auf jeden Fall interessant. Meine Meinung ist, daß bei einer sicheren Bestimmung beides passen muß und daß es auf beiden Ebenen (mikro und makro) bedeutsame "harte" Merkmale gibt und weniger aussagekräftige "weiche".

Ich erinnere mich gelesen zu haben, daß Du einer der Jüngsten (Der Jüngste?)hier bist, wenn das stimmt, Respekt und weiter so.

Entoloma incanum ist echt eine Belohnung, find ich auch.

Beste Grüße
Martin

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis *PIC*

coco, (vor 4745 Tagen) @ Emil

hallo emil,

Farbe violettlich, nicht braun.

ich bin etwas skepisch mit der farbangabe. bei dem foto fällt mir (am kalibrierten monitor) auf, dass nicht nur die pilze einen magenta-stich haben, sondern auch die verwelkten halme oben im bild. ein solcher farbstich tritt oft auf, wenn man mit automatischem weissabgleich arbeitet und viel grünzeug im bild hat. das nervt mich ständig beim knipsen mit dem smartphone, denn da gibts keinen manuellen weissabgleich. ich hab mir mal erlaubt, dein bild mit einer farbbalancekorrektur durch den photoshop zu nudeln.

interessantes thema jedenfalls, viel erfolg damit und beim sporenmessen ;)

lg coco

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Birgit, (vor 4744 Tagen) @ Emil

Lieber Emil,

habt ihr im Internet auch schon diesen Link Ps. expallens gefunden, auf den Jürgen mich unten im anderen Thread aufmerksam gemacht hat?

Die Pilze aus meinem Thread unten sind wahrscheinlich auch P. expallens, obwohl ich nicht ganz überzeugt bin. Die Sporenmasse 10*7,2 µm Q=1,4 sind Mittelwerte aus 20 Messungen und wären dann auch zu groß für P. expallens, wobei der Q-Wert wieder passt. P. cyathiformis können "meine" Pilze aber auch nicht sein u.a. weil die Lamellen gerade angewachsen sind. Vielleicht kann euch das ja bei der Entscheidung helfen?

Hat irgendjemand eigentlich schon mal die Stärke der Amyloidität von Sporen von P. cyathiformis angeschaut? Die Amyloidität bei meinen P. expallens war nur nach längerem Einweichen überhaupt zu sehen.

viel Erfolg

Birgit

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Emil, (vor 4743 Tagen) @ Emil

Hallo Jens, Harald, Martin, coco, Birgit, Forumsmitglieder und Mitleser aus dem Verein,

Sorry erst mal, dass ich hier zwischen eure Zitate schreibe, aber ich muss mich in vielen Fällen direkt auf einen Beitrag beziehen und es war am einfachsten, es so zu machen.

Besonders gefällt mir, wie Du in Deinen BeschreibungsText auch noch die
erkenntnisphilosophische Fragestellung einbaust, ob im Zweifelsfall die
mikroskopische Ebene stets Vorrang hat vor der "grobsinnlichen" [Haseneier]

Das ist wahrscheinlich wieder eine dieser berühmten Fragen, wo keiner die Antwort weiß ;-)

ich bin etwas skepisch mit der farbangabe. bei dem foto fällt mir (am
kalibrierten monitor) auf, dass nicht nur die pilze einen magenta-stich
haben, sondern auch die verwelkten halme oben im bild. ein solcher
farbstich tritt oft auf, wenn man mit automatischem weissabgleich arbeitet
und viel grünzeug im bild hat. das nervt mich ständig beim knipsen mit dem
smartphone, denn da gibts keinen manuellen weissabgleich. ich hab mir mal
erlaubt, dein bild mit einer farbbalancekorrektur durch den photoshop zu
nudeln. [coco]

Du hast Recht, das hat mir Wolfgang Schössler auch schon gesagt.
Bei meiner Kamera gibt´s keinen manuellen Weißabgleich, die meisten Kameras machen ja jetzt fast alles automatisch. Sowas nervt mich auch, meistens bin ich aber zufrieden mit der Kamera :-)
Trotzdem waren die Pilze violettlich. Dafür ist ja auch die Beschreibung da, damit man als Leser ungefähr weiß, wie die Farbe wirklich war.
Oder anders gesagt: Selbst auf deiner Farbkorrektur sind die Pilze eindeutig nicht kaffeebraun und auch der Lamellenansatz hat sich nicht geändert ;-)

interessantes thema jedenfalls, viel erfolg damit und beim sporenmessen ;) [coco]

Danke, aber ich glaube, wir sind damit durch. Jetzt geht´s nur noch um Meinungen dazu.

Die Pilze aus meinem Thread unten sind wahrscheinlich auch P. expallens,
obwohl ich nicht ganz überzeugt bin. Die Sporenmasse 10*7,2 µm Q=1,4 sind
Mittelwerte aus 20 Messungen und wären dann auch zu groß für P. expallens,
wobei der Q-Wert wieder passt. [Birgit]

Bei deinen Pilzen würde doch Ps. obbata gut passen, oder? Kleiner Hutdurchmesser, brauner Hut, faseriger Stiel, aber angewachsene Lamellen. Hast du mal geprüft, ob die Mikromerkmale dieser Art passen?

P. cyathiformis können "meine"
Pilze aber auch nicht sein u.a. weil die Lamellen gerade angewachsen sind.
Vielleicht kann euch das ja bei der Entscheidung helfen? [Birgit]

Bingo – Deshalb können unsere Pilze auch nicht Ps. cyathiformis sein, oder? Die Lamellen sind eindeutig angewachsen und nicht bogig herablaufend.

Hat irgendjemand eigentlich schon mal die Stärke der Amyloidität von Sporen
von P. cyathiformis angeschaut? Die Amyloidität bei meinen P. expallens
war nur nach längerem Einweichen überhaupt zu sehen.
viel Erfolg [Birgit]

Das haben wir leider nicht überprüft. Aber danke für den Hinweis!

Der Mittelwert (einfach nur aus deinen Angaben errechnet) von 10,25 aus den
beiden Grenzen spricht aber tendenziell erstmal gegen expallens. Wobei das
eben nur ein Blick in die Glaskugel bleibt.
Wenn die Aufsammlung die beschriebenen 4-sporigen Basidien hatte (damit man
ausschließen kann, dass durch eine z.B. 2-sporige Variante die Sporen zu
groß sind) wird man sie wohl nur cyathiformis zuordnen können. Ansonsten
könnte man womöglich eine neue Varietät oder forma beschreiben, oder? [Krötenhocker]

Ich schließe daraus, dass du dem mikroskopischen Merkmal den makroskopischen Merkmalen eideutig den Vorrang gibst.
Mikromerkmale sind also im Gegensatz zu Makromerkmalen selten variabel.

Danke auch für deine nützlichen Hinweise zur Bestimmung!

Entoloma incanum ist echt eine Belohnung, find ich auch.
Ich erinnere mich gelesen zu haben, daß Du einer der Jüngsten (Der
Jüngste?)hier bist, wenn das stimmt, Respekt und weiter so. [Haseneier]

Danke für die Ermunterung :-)

Meine Meinung ist, daß bei einer sicheren Bestimmung beides passen muß und daß es auf
beiden Ebenen (mikro und makro) bedeutsame "harte" Merkmale gibt
und weniger aussagekräftige "weiche". [Haseneier]

Beides passt ja leider nicht zusammen. Aber wenn ich viele (alle) makroskopischen Merkmale plus den Standort gegen ein mikroskopisches Merkmal stelle, gebe ich doch eher den zahlreicher vorhandenen makroskopischen Merkmalen den Vorrang.
(ihr merkt schon, dass ich den Pilz für expallens halte).

Peter (Pilzmann) schreibt mir dazu, dass auch Mikromerkmale variieren können. Ich erlaube mir, hier kurz zu zitieren:

„Je mehr Literatur man zu den Sporen einer Pilzart wälzt, desto mehr unterschiedliche Größenvorgaben wird man finden. Diese Vorgaben hängen von vielen Faktoren ab. Wieviele Sporen hat der Autor zur Messwerte-Ermittlung vermessen? Wie jung / alt (reif) waren die Sporen? Waren sie etwa schon halb oder ganz vertrocknet? Wie lagen sie unter dem Mikroskop (Breit- oder Schmalseite)? Ich kann ja dann auch noch darauf hinweisen, dass die Sporengröße des Heide-Gt. durchaus auch die des Kaffeebraunen Gt. erreichen kann.“

Also allein schon wegen dem Lamellenansatz und dem gerieften, bläulichvioletten Hut kann es meiner Meinung nach eigentlich schon keine Ps. cyathiformis sein.

Diese Tatsache wird allerdings auffallend oft wegen der großen Sporen ignoriert ;-)
Kann es sein, dass es eine besonders großsporige Ps. expallens ist? Oder eher eine untypische Ps. cyathiformis?

Ich würde jedenfalls eindeutig zu Ps. expallens tendieren, vielleicht ist es ja wirklich eine noch nicht beschriebene Zwischenform?

Vielleicht kommen ja noch Meinungen dazu. Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für eure vielen Antworten!

Viele Grüße,
Emil

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Birgit, (vor 4743 Tagen) @ Emil

Lieber Emil,

Bei deinen Pilzen würde doch Ps. obbata gut passen, oder? Kleiner
Hutdurchmesser, brauner Hut, faseriger Stiel, aber angewachsene Lamellen.
Hast du mal geprüft, ob die Mikromerkmale dieser Art passen?

P. obbata soll dickfleischig sein, das waren meine Pilze definitiv nicht, der HUtdurchmesser betrug gerade einmal 2,5 cm und die Pilze waren sehr grazil, eigentlich noch um einiges zierlicher als die P. expallens vom letzten Jahr. Der Standort ist extrem mager, nur Kies und Kohle (das sind die schwarzen Reste an den Stielbasen), das spricht auch gegen den sowieso umstrittenen P. obbata. Bei P. obbata soll laut Gröger das Sporeninnere nicht schaumig sein, das war bei meinen Pilzen aber nicht so.

Bingo – Deshalb können unsere Pilze auch nicht Ps. cyathiformis sein, oder?
Die Lamellen sind eindeutig angewachsen und nicht bogig herablaufend.

Ich bin da eigentlich der falsche ANsprechpartner, ich zweifle auch immer an meinen Bestimmungen ;-). In diesem Fall denke ich aber, dass es eher vorkommt, dass P. expallens mal bogig angewachsenen Lamellen haben kann, P. cyathiformis hingegen nur selten gerade angewachsene Lamellen.

Falls ich

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Mitten im Satz eingeschlafen - süß! *oT*

haseneier, (vor 4743 Tagen) @ Birgit

- kein Text -

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Pseudoclitocybe expallens

Emil, (vor 4742 Tagen) @ Birgit

Hallo, liebe Birgit,

P. obbata soll dickfleischig sein, das waren meine Pilze definitiv nicht, der
HUtdurchmesser betrug gerade einmal 2,5 cm und die Pilze waren sehr
grazil, eigentlich noch um einiges zierlicher als die P. expallens vom
letzten Jahr. Der Standort ist extrem mager, nur Kies und Kohle (das sind
die schwarzen Reste an den Stielbasen), das spricht auch gegen den sowieso
umstrittenen P. obbata. Bei P. obbata soll laut Gröger das Sporeninnere
nicht schaumig sein, das war bei meinen Pilzen aber nicht so.

War nur so eine Idee.
Aber deine Pilze haben eine ziemliche Ähnlichkeit mit unseren, weil sie auch so eine Art Zwischending von allen Gabeltrichterlingen sind.
Zum Beispiel faseriger Stiel, Farbe und tief trichteriger Hut sind ja typisch für cyathiformis.
Und Peter (Pilzmann) hat mir geschrieben, auch auf solche Zwischenformen getroffen zu sein.

Ich bin da eigentlich der falsche ANsprechpartner, ich zweifle auch immer an
meinen Bestimmungen ;-). In diesem Fall denke ich aber, dass es eher
vorkommt, dass P. expallens mal bogig angewachsenen Lamellen haben kann,
P. cyathiformis hingegen nur selten gerade angewachsene Lamellen.

Schnuffel hat auch noch mal den Gabeltrichterling mikroskopiert und ist zu P. expallens gekommen.

"Für die Zuordnung war für mich entscheidend: Qm ca. 1,4. Standort und Geruch sind keine Unterscheidungsmerkmale, da auch P.cyathiformis nach Blausäure riecht und auf Magerwiesen vorkommt."

Viele Grüße,
Emil

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4742 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

Peter (Pilzmann) schreibt mir dazu, dass auch Mikromerkmale variieren können.
Ich erlaube mir, hier kurz zu zitieren: „Je mehr Literatur man zu den
Sporen einer Pilzart wälzt, desto mehr unterschiedliche Größenvorgaben
wird man finden. Diese Vorgaben hängen von vielen Faktoren ab. Wieviele
Sporen hat der Autor zur Messwerte-Ermittlung vermessen? Wie jung / alt
(reif) waren die Sporen? Waren sie etwa schon halb oder ganz vertrocknet?
Wie lagen sie unter dem Mikroskop (Breit- oder Schmalseite)? Ich kann ja
dann auch noch darauf hinweisen, dass die Sporengröße des Heide-Gt.
durchaus auch die des Kaffeebraunen Gt. erreichen kann.“

Also zum Sporenvermessen gibt es eindeutige Regeln. So mißt man z.B. nur Sporen, die in Seitenlage liegen (bei Basidiomyceten) und die rundum scharf abgebildet sind (die also quasi flach liegen). Und man sollte möglichst aus einem Sporenabwurf messen. Bei einem Lamellenquetschpräparat zur Sporenmessung sind notgedrungen zu viele kleine(junge) Sporen dabei.
Und eigentlich ist es viel sinnvoller, den Mittelwert der Sporenmessung zu vergleichen und in diesem Fall auch Q.

Übrigens:
Die GPBW Band3 S.501 hebt die Sporenbreite als Schlüsselmerkmal hervor und schreibt nichts zum Geruch. Für Andreas Gminders Artauffassung gibt es gar keine Ps. expallens.
Moser (Kl.Krypogamenflora) kennt alle drei, aber nur bei Ps. obbata wird ein Geruch nach Blausäure beschrieben.

Hier

http://forum.dgfm-ev.de/board1-offener-bereich/board2-expertenforum-mykologie-mycologic...

zeigt Jürgen eine Ps. expallens mit allen Merkmalen und die Werte stimmen hervorragend mit denen aus der FN überein.

Ich würde jedenfalls eindeutig zu Ps. expallens tendieren, vielleicht ist es
ja wirklich eine noch nicht beschriebene Zwischenform?

Ich glaube, da ist noch nicht alles ordentlich untersucht. Und erst, wenn wir so gut dokumentierte Funde (wie von Jürgen) von Ps. cyathiformis haben, kann man seine Funde wirklich gut zuordnen, oder eben wirklich was neues beschreiben. Und bei einem erhärteten Verdacht kann man dann ja sequenzieren lassen.

LG,
Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Emil, (vor 4742 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

danke für deine Ausführungen!

Also zum Sporenvermessen gibt es eindeutige Regeln. So mißt man z.B. nur
Sporen, die in Seitenlage liegen (bei Basidiomyceten) und die rundum
scharf abgebildet sind (die also quasi flach liegen). Und man sollte
möglichst aus einem Sporenabwurf messen. Bei einem Lamellenquetschpräparat
zur Sporenmessung sind notgedrungen zu viele kleine(junge) Sporen dabei.
Und eigentlich ist es viel sinnvoller, den Mittelwert der Sporenmessung zu
vergleichen und in diesem Fall auch Q.

Wie gesagt hat Schnuffel einen Q von 1,4 gemessen und P. expallens bestätigt.

Übrigens: Die GPBW Band3 S.501 hebt die Sporenbreite als Schlüsselmerkmal
hervor und schreibt nichts zum Geruch. Für Andreas Gminders Artauffassung
gibt es gar keine Ps. expallens.
Moser (Kl.Krypogamenflora) kennt alle drei, aber nur bei Ps. obbata wird ein
Geruch nach Blausäure beschrieben.

Der Geruch wird immer unterschiedlich angegeben. Parey unterscheidet expallens und cyathiformis nur durch hellere Farben und Riefung, andere Bücher geben nur den (Blausäure!)Geruch als Unterscheidungsmerkmal an.
Aber die Angaben gehen von "fruchtig", "geruchlos", "blausäuregeruch" bis "nach Regenwürmern".

Der Geruch ist wahrscheinlich ziemlich variabel. Das hat mir Schnuffel auch geschrieben.

Hier
http://forum.dgfm-ev.de/board1-offener-bereich/board2-expertenforum-mykologie-mycologic...
zeigt Jürgen eine Ps. expallens mit allen Merkmalen und die Werte stimmen
hervorragend mit denen aus der FN überein.

Da hat er Glück, dass er so typische Exemplare gefunden hat ;-)

Ich glaube, da ist noch nicht alles ordentlich untersucht. Und erst, wenn wir
so gut dokumentierte Funde (wie von Jürgen) von Ps. cyathiformis haben,
kann man seine Funde wirklich gut zuordnen, oder eben wirklich was neues
beschreiben. Und bei einem erhärteten Verdacht kann man dann ja
sequenzieren lassen.

Das Gute an der Sache ist, dass ich mich richtig intensiv mit den Gabeltrichterlingen beschäftigt habe. Das war interessant und erleichtert mir die Bestimmung beim nächsten Fund bestimmt.

Viele Grüße,
Emil

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4742 Tagen) @ Emil

Hallo Emil, Harald und Schnuffel,

könntet ihr mir bitte die Einzelmessungen zur Verfügung stellen.
Meine eMail-Adresse wird ja im Header eingeblendet. Egal in welcher Form.
Da ich sowieso gerade dabei bin, Smaff weiter zu proggen, wäre es ein gutes Beispiel für (womöglich) nicht funktionierende Sporengrößenvergleiche oder würde zumindest die Bandbreite der Sporengrößen dieser Art erweitern.
Auf Dauer wäre ich sowieso an Sporenmessungen inkl. genauer Artzuweisung interessiert. Aber das frage ich zu gegebener Zeit noch mal genauer an, da ich die Erfassung so weit wie möglich automatisieren möchte, aber auch jeder darauf Zugriff haben soll, bzw. Smaff die Daten schon mitliefert.

LG, Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Emil, (vor 4741 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

ich habe nicht mikroskopiert, aber ich werde dein Anliegen per Mail weiterreichen, falls die Mikroskopierer eher dorthin gucken als hier.

Viele Grüße,
Emil

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

zuehli ⌂, (vor 4741 Tagen) @ Krötenhocker

Ich habe jetzt keine Einzelwerte mehr parat. Ich schau mal, ob ich morgen noch Frischmaterial finde.

GH

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis *PIC*

zuehli ⌂, (vor 4739 Tagen) @ Emil

Neue Erkenntnisse:
Messung von Sporenabwurf Frischmaterial gab bei mir im Mittelwert 8,975 x 6,1 µ; Q = 1,47

Piwo hat gemessen MW: 8,56 x 5,43 µ; Q = 1,58

Mir scheint, dass die Sporengrößen doch sehr variabel daherkommen und so schreibt es LUDWIG ja auch.

Die Anwuchsform der Lamellen scheint mir auch kein sicheres Merkmal zu sein.
Siehe auch mein erstes Bild von vermeintlichen cyathiformis (auf Holzhäcksel), der schön dunkelbraun daherkommt.
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Die weiteren Bilder sind von der Art, die wir gerade diskutieren. Ich neige mittlerweile dazu die makroskopischen und ökologischen Merkmale heranzuziehen und tendiere jetzt in der Tat zu P. expallens.

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Beste Grüße
Harald

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4739 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

ihr habt aber nicht Sporen der gleichen Aufsammlung gemessen, oder?

Die weiteren Bilder sind von der Art, die wir gerade diskutieren. Ich neige
mittlerweile dazu die makroskopischen und ökologischen Merkmale
heranzuziehen und tendiere jetzt in der Tat zu P. expallens.

Wieso nicht auch die mikroskopischen? Jedenfalls die der Sporen.
Die Sporenmittelwerte sprechen doch jetzt auch für Ps. expallens nach FN.

LG, Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

zuehli ⌂, (vor 4739 Tagen) @ Krötenhocker

ihr habt aber nicht Sporen der gleichen Aufsammlung gemessen, oder?

Nein, meine Exemplare sind von gestern und Wolfgang hat vor ein paar Tagen welche mitgenommen, von welcher Stelle weiß ich nicht, da stehen etliche an verschiedenen Stellen herum.

Wieso nicht auch die mikroskopischen? Jedenfalls die der Sporen.
Die Sporenmittelwerte sprechen doch jetzt auch für Ps. expallens nach FN.

Wenn man nach Gröger den Q-Wert nimmt, wäre 1,5 cyathiformis...
Was mich etwas irritiert, dass ich bei der ersten Messung vom Exsikkat tendenziell größere Längen erhalten habe.

Beste Grüße
Harald

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Krötenhocker, (vor 4739 Tagen) @ zuehli

Hallo harald,

Nein, meine Exemplare sind von gestern und Wolfgang hat vor ein paar Tagen
welche mitgenommen, von welcher Stelle weiß ich nicht, da stehen etliche
an verschiedenen Stellen herum.

Okay, ich fange jetzt hier nicht wieder die Diskussion über Statistik und alle nötigen Angaben an, aber ich würde trotzdem eure Einzelmessungen gerne mal sehen...

Wenn man nach Gröger den Q-Wert nimmt, wäre 1,5 cyathiformis...
Was mich etwas irritiert, dass ich bei der ersten Messung vom Exsikkat
tendenziell größere Längen erhalten habe.

Also da solltest du Smaff benutzen. Da kannst du dann wenigstens Ausreißer entfernen. Besonders, wenn du nicht nachgeschaut hast, ob es andere als 4-sporige Basidien gibt, könnten diese deine Angaben extrem verzerren.
Korrekt vergleichen kann man sowieso nur statistisch ausgewertete Messreihen.
Deshalb hätte ich die Messreihen gerne gesehen!
Ich arbeite immer noch an der Weiterentwicklung von Smaff und da sind diese Grenzfälle besonders interressant.
Und Gröger kann auch nicht weiterhelfen, wenn der Q-Wert genau um den kritischen Schlüsselwert liegt.

LG, Jens

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

Emil, (vor 4739 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald, Wolfgang,
schön, dass ihr die Sache weiterverfolgt.
Die, die ihr jetzt nachgemessen und fotografiert habt, sind das Neue von der gleichen Stelle oder noch die alten Exemplare und die Fotos auch von der Exkursion?
Die Gabeltrichterlinge (besonders expallens) scheinen ja in ihren Merkmalen recht variabel zu sein.
Viele Grüße,
Emil

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Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis

zuehli ⌂, (vor 4739 Tagen) @ Emil

Die, die ihr jetzt nachgemessen und fotografiert habt, sind das Neue von der
gleichen Stelle oder noch die alten Exemplare und die Fotos auch von der
Exkursion?

Die Fotos sind von gestern, von verschiedenen Stellen.