Hallo Jens, Harald, Martin, coco, Birgit, Forumsmitglieder und Mitleser aus dem Verein,
Sorry erst mal, dass ich hier zwischen eure Zitate schreibe, aber ich muss mich in vielen Fällen direkt auf einen Beitrag beziehen und es war am einfachsten, es so zu machen.
Besonders gefällt mir, wie Du in Deinen BeschreibungsText auch noch die
erkenntnisphilosophische Fragestellung einbaust, ob im Zweifelsfall die
mikroskopische Ebene stets Vorrang hat vor der "grobsinnlichen" [Haseneier]
Das ist wahrscheinlich wieder eine dieser berühmten Fragen, wo keiner die Antwort weiß 
ich bin etwas skepisch mit der farbangabe. bei dem foto fällt mir (am
kalibrierten monitor) auf, dass nicht nur die pilze einen magenta-stich
haben, sondern auch die verwelkten halme oben im bild. ein solcher
farbstich tritt oft auf, wenn man mit automatischem weissabgleich arbeitet
und viel grünzeug im bild hat. das nervt mich ständig beim knipsen mit dem
smartphone, denn da gibts keinen manuellen weissabgleich. ich hab mir mal
erlaubt, dein bild mit einer farbbalancekorrektur durch den photoshop zu
nudeln. [coco]
Du hast Recht, das hat mir Wolfgang Schössler auch schon gesagt.
Bei meiner Kamera gibt´s keinen manuellen Weißabgleich, die meisten Kameras machen ja jetzt fast alles automatisch. Sowas nervt mich auch, meistens bin ich aber zufrieden mit der Kamera 
Trotzdem waren die Pilze violettlich. Dafür ist ja auch die Beschreibung da, damit man als Leser ungefähr weiß, wie die Farbe wirklich war.
Oder anders gesagt: Selbst auf deiner Farbkorrektur sind die Pilze eindeutig nicht kaffeebraun und auch der Lamellenansatz hat sich nicht geändert 
interessantes thema jedenfalls, viel erfolg damit und beim sporenmessen ;) [coco]
Danke, aber ich glaube, wir sind damit durch. Jetzt geht´s nur noch um Meinungen dazu.
Die Pilze aus meinem Thread unten sind wahrscheinlich auch P. expallens,
obwohl ich nicht ganz überzeugt bin. Die Sporenmasse 10*7,2 µm Q=1,4 sind
Mittelwerte aus 20 Messungen und wären dann auch zu groß für P. expallens,
wobei der Q-Wert wieder passt. [Birgit]
Bei deinen Pilzen würde doch Ps. obbata gut passen, oder? Kleiner Hutdurchmesser, brauner Hut, faseriger Stiel, aber angewachsene Lamellen. Hast du mal geprüft, ob die Mikromerkmale dieser Art passen?
P. cyathiformis können "meine"
Pilze aber auch nicht sein u.a. weil die Lamellen gerade angewachsen sind.
Vielleicht kann euch das ja bei der Entscheidung helfen? [Birgit]
Bingo – Deshalb können unsere Pilze auch nicht Ps. cyathiformis sein, oder? Die Lamellen sind eindeutig angewachsen und nicht bogig herablaufend.
Hat irgendjemand eigentlich schon mal die Stärke der Amyloidität von Sporen
von P. cyathiformis angeschaut? Die Amyloidität bei meinen P. expallens
war nur nach längerem Einweichen überhaupt zu sehen.
viel Erfolg [Birgit]
Das haben wir leider nicht überprüft. Aber danke für den Hinweis!
Der Mittelwert (einfach nur aus deinen Angaben errechnet) von 10,25 aus den
beiden Grenzen spricht aber tendenziell erstmal gegen expallens. Wobei das
eben nur ein Blick in die Glaskugel bleibt.
Wenn die Aufsammlung die beschriebenen 4-sporigen Basidien hatte (damit man
ausschließen kann, dass durch eine z.B. 2-sporige Variante die Sporen zu
groß sind) wird man sie wohl nur cyathiformis zuordnen können. Ansonsten
könnte man womöglich eine neue Varietät oder forma beschreiben, oder? [Krötenhocker]
Ich schließe daraus, dass du dem mikroskopischen Merkmal den makroskopischen Merkmalen eideutig den Vorrang gibst.
Mikromerkmale sind also im Gegensatz zu Makromerkmalen selten variabel.
Danke auch für deine nützlichen Hinweise zur Bestimmung!
Entoloma incanum ist echt eine Belohnung, find ich auch.
Ich erinnere mich gelesen zu haben, daß Du einer der Jüngsten (Der
Jüngste?)hier bist, wenn das stimmt, Respekt und weiter so. [Haseneier]
Danke für die Ermunterung 
Meine Meinung ist, daß bei einer sicheren Bestimmung beides passen muß und daß es auf
beiden Ebenen (mikro und makro) bedeutsame "harte" Merkmale gibt
und weniger aussagekräftige "weiche". [Haseneier]
Beides passt ja leider nicht zusammen. Aber wenn ich viele (alle) makroskopischen Merkmale plus den Standort gegen ein mikroskopisches Merkmal stelle, gebe ich doch eher den zahlreicher vorhandenen makroskopischen Merkmalen den Vorrang.
(ihr merkt schon, dass ich den Pilz für expallens halte).
Peter (Pilzmann) schreibt mir dazu, dass auch Mikromerkmale variieren können. Ich erlaube mir, hier kurz zu zitieren:
„Je mehr Literatur man zu den Sporen einer Pilzart wälzt, desto mehr unterschiedliche Größenvorgaben wird man finden. Diese Vorgaben hängen von vielen Faktoren ab. Wieviele Sporen hat der Autor zur Messwerte-Ermittlung vermessen? Wie jung / alt (reif) waren die Sporen? Waren sie etwa schon halb oder ganz vertrocknet? Wie lagen sie unter dem Mikroskop (Breit- oder Schmalseite)? Ich kann ja dann auch noch darauf hinweisen, dass die Sporengröße des Heide-Gt. durchaus auch die des Kaffeebraunen Gt. erreichen kann.“
Also allein schon wegen dem Lamellenansatz und dem gerieften, bläulichvioletten Hut kann es meiner Meinung nach eigentlich schon keine Ps. cyathiformis sein.
Diese Tatsache wird allerdings auffallend oft wegen der großen Sporen ignoriert 
Kann es sein, dass es eine besonders großsporige Ps. expallens ist? Oder eher eine untypische Ps. cyathiformis?
Ich würde jedenfalls eindeutig zu Ps. expallens tendieren, vielleicht ist es ja wirklich eine noch nicht beschriebene Zwischenform?
Vielleicht kommen ja noch Meinungen dazu. Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für eure vielen Antworten!
Viele Grüße,
Emil