Zeckenimpfung

Mison, (vor 9027 Tagen)

Liebe Pilzlerinnen und Pilzler,

obwohl ich mich schon seit einigen Tagen wieder im Forum herumtreibe, und obwohl wir auch im Winter ein bißchen was gefunden haben, fühlt es sich so langsam nach dem Beginn der neuen Saison an. Zumal schon der erste Morchelfund vermeldet wurde! Nix in Reichweite für uns Nordlichter, aber wie dem auch sei ...

Habe zu Anfang eine Frage zu einem eher unschönen Thema: Was haltet Ihr eigentlich von Impfungen gegen von Zecken übertragene Krankheiten wie FSME und / oder Borreliose? Ist es überhaupt sinnvoll, sich darüber jetzt schon Gedanken zu machen?
Falls jemand (Georg? Bleem?) sich zufällig erinnert, wann dies Thema hier im letzten Jahr ausführlich diskutiert wurde, wäre auch ein Verweis dahin hilfreich.

Vielen Dank, und uns allen ein mindestens so schönes Pilzjahr 2002, wie es das letzte war.

Simon

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Re: Zeckenimpfung

Huperzia ⌂, (vor 9027 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,

Gegen Borreliose gibt es (noch) keinen Impfstoff und in einem FSME-Gebiet lebe ich nicht, obwohl ich mich selbst dann nicht impfen lassen würde.;-)

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Zeckenimpfung

b.klopfer, (vor 9026 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

"...obwohl ich mich selbst dann nicht impfen lassen würde.;-)..."

Warum denn nicht?

Gruß B.Klopfer

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Re: Zeckenimpfung

Huperzia ⌂, (vor 9026 Tagen) @ b.klopfer

Warum denn nicht?

Ich glaub halt nicht dran, daß ich dadurch Vorteile hätte ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Zeckenimpfung

Klaas Reißmann, (vor 9023 Tagen) @ Huperzia

Für die Lyme-Boreliose gibt es derzeit keinerlei Impfschutz, obwohl die Krankheit grundsätzlich nicht ganz ohne ist.

FSME - Impfungen machen nur Sinn, wenn man sich in einem Gebiet mit FSME - verseuchten Zecken aufhält/befindet. Aber auch hier muß das ganze gut überlegt sein, wie oft man im Wald ist und vor allem, ob man die öffentlichen Wegen verläßt (wovon ich aber bei einem Pilzsammler mal von ausgehe).

Nun gibt es einfach ein paar Faustregeln, die man befolgen kann, dann müßte man sich die Impfungen an sich klemmen können:

Beim Streifen durch's Unterholz auf vernünftige Kleidung achten. Wer in kurzen Hosen durch's Gestrüpp kriecht, sollte sich auch nicht über Zecken wundern. Zwar können wir die Tiere mit allen Körperteilen abstreifen, in der Regel sitzen sie aber im Gras und lassen sich auf die Beine abstreifen. Zecken lassen sich NICHT fallen. Zecken, die weiter oben gefunden werden, hatten ausreichend Zeit in der Kleidung rum zu krabbeln, was sie grundsätzlich auf der Suche nach einer optimalen Bißstelle machen.

Nach einem Gang in den Wald, sollte man seine Kleidung gründlichst nach Zecken absuchen. Man achte hier auch darauf, daß vor allem im Frühjahr, etwa ab April, die Jungtiere da sind, die wiederum wahnsinnig klein sind (deutlich kleiner, bzw. nur Bruchteile der Größe eines Stecknadelkopf). Zuhause sollten die Sachen dann sofort in der Waschmaschine verschwinden und auch der Körper nochmals gründlichst abgesucht werden. Bevorzugte Stellen sind solche, in denen sich ein feucht - warmes Klima bildet, also Achselhöhlen, Armbeuge, Kniekehle und Geniatlbereich. Ich habe aber auch oft genug Zecken mitten auf den Beinen oder am Bauch und Hals gefunden.

Ich gebe zu, daß ich mit obigen Tips selber ziemlich schluderig bin, obwohl diverse Freunde von mir schon Lyme-Boreliosen hatten. In der Regel finde ich aber übersehene Zecken am folgenden Morgen, da sich Ihr Festbeißen bei mir durch einen sehr starken Juckreiz bemerkbar macht. Da ich das kenne, tu ich das nicht als Mückenstich ab, sondern schau nach und sehe dann den Grund des Juckens. Ich weiß allerdings auch, daß nicht jeder mit einem Juckreiz reagiert.

Allgemein gilt: wenn man Zecken bis zu 24 Stunden nach dem Biß entfernt, ist die Möglichkeit der Krankheitsübertragung noch nicht gegeben.

Solltet Ihr eine Zecke auf der haut entdecken, könnt Ihr sie einfach abstreifen. Vergeßt bitte sämtliche Hausmittelchen, die Ihr kennt, wenn Zecken sich festgesogen haben. Auf keinen Fall Öl oder Leim oder ähnliches an der Bißstelle auftragen. Diese Maßnahmen töten die Zecke, die Muskulatur erschlafft und der gesamte Inhalt des Magen - Darm - Traktes der Zecke erbricht sich in die Wunde. Eine Ansteckung ist damit 100% sicher (sofern die Zecke Virenträger ist). Nehmt eine spitze Pinzette oder besorgt Euch in den Apotheken eine Zeckenzange oder Zeckenpinzette. Mit dieser grieft Ihr das Tier und dreht es vorsichtig aus der Haut raus. Nicht reißen oder zupfen, weil dann garantiert die Beißwerkzeuge in der Haut zurück bleiben. Hierdurch kommt es immer wieder zu kleineren und größeren Entzündungen.

Wenn Ihr diese Punkte berücksichtigt, ist eine Ansteckung mit Boreliose oder FSME FAST auszuschließen.

Ansonsten merkt Euch einfach, daß Ihr von einer Zecke gebissen worden seit und weißt den Arzt darauf hin, wenn Ihr mit grippeähnlichen Symptomen im Bett liegt. Besonders wenn die Grippe hartnäckig ist und wieder kommt, ist das ein erster Hinweis. Für einen gewissen Prozentsatz der Lyme - Boreliose erkrankten gilt, daß sich die Krankheit durch die so genannte "Wanderröte" bemerkbar macht. Wenn also an der Bißstelle nach wenigen Tagen bis zu einigen Wochen eine Rötung auftritt, die immer größer wird, verschwindet und anders wo auftaucht, dann ist sicher, daß der betroffene an Lyme - Boreliose erkrankt ist. Dann unbedingt zum Arzt gehen.

Das sind im Prinzip die Gründe, weshalb ich bisher auf Impfungen verzichte, obwohl ich als Niederrheiner auch immer wieder in FSME - Gebiete fahre.

Ob Ihr Euch impfen laßt oder nicht, solltet Ihr auf alle Fälle genauestens überlegen.

Viele Grüße
Klaas

P.S.: Ich merke übrigens in den meißten Fällen, wenn mir Zecken über die Arme oder Beine laufen, da sie an der Behaarung nicht vorbei kommen und somit ein leichtes Kribbeln auslösen. Also, ruhig auf Körpersignale achten und die Viecher frühzeitig entfernen.

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Re: Zeckenimpfung

Wolfgang F., (vor 9023 Tagen) @ Klaas Reißmann

[...] Zecken lassen sich
NICHT fallen. Zecken, die weiter oben gefunden werden, hatten ausreichend
Zeit in der Kleidung rum zu krabbeln, was sie grundsätzlich auf der Suche
nach einer optimalen Bißstelle machen.

Zecken lassen sich DOCH auch mal fallen, auch wenn sie sich nicht aus 10m Höhe in die Tiefe stürzen. Ich hatte mal ein einschneidendes Erlebnis, als ich mich zum Lernen bei einem Freund im Garten auf den Rasen unter einen Ginsterstrauch gelegt habe. Auf dem offenen Buch waren plötzlich immer mehr schwarze Punkte, die sich bei genauerem Hinsehen als herabrieselnde Zecken herausstellten. Wir haben natürlich panikartig den Lern-Ort gewechselt.

Die allermeisten Zecken hole ich mir aber auch im hohen Gras, an den Beinen.

Das sind im Prinzip die Gründe, weshalb ich bisher auf Impfungen verzichte,
obwohl ich als Niederrheiner auch immer wieder in FSME - Gebiete fahre.

Gibt's irgendwo eine aktuelle FSME-Karte im Internet?

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Re: Zeckenimpfung

Ulrich prokop, (vor 9023 Tagen) @ Klaas Reißmann

Allgemein gilt: wenn man Zecken bis zu 24 Stunden nach dem Biß entfernt, ist
die Möglichkeit der Krankheitsübertragung noch nicht gegeben.

hallo klaas, grüß euch allerseits

diese 24 - stunden - these galt immer nur für die lyme - borreliose, für FSME, die ja auf andere art übertragen wird, hatte sie nie geltung. ( und auch in punkto lyme - borreliose wird sie zumindest diskutiert ).

meine tochter ist vor jahren an FSME erkrankt ( ich hab schon mehrmals davon berichtet ) zeckenstich frühestens 15 uhr, fachkundige entfernung abends beim baden gegen 19 uhr - krankheitsausbruch keine drei tage später. sie war damals drei jahre alt und hat alles gut überstanden. ( aber einmonatige hospitalisierung ).
ich war damals strikt gegen die immunisierung von kleinkindern, aus heutiger sicht sehe ich das etwas anders, obwohl selbst in endemiegebieten ( die steiermark zählt in einigen landesteilen dazu ) die anzahl der krankheitsfälle recht gering bleibt; die meisten verlaufen relativ leicht .
leider werden aber doch immer wieder fälle mit schweren verläufen und irreversiblen schäden, ja sogar mit tödlichem ausgang gemeldet.

liebe grüße

uli

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Re: Zeckenimpfung

Huperzia ⌂, (vor 9023 Tagen) @ Ulrich prokop

Hallo Uli,

Die FSME-Impfung für Kinder unter 12 Jahren ist zur Zeit in Deutschland verboten.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Zeckenimpfung

Ulrich prokop, (vor 9023 Tagen) @ Huperzia

Die FSME-Impfung für Kinder unter 12 Jahren ist zur Zeit in Deutschland
verboten.

hallo tanja,

ganz so ist das nicht. die impfung ist nicht verboten, es gibt zur zeit in deutschland nur keinen für kinder unter 12 jahren zugelassenen impfstoff.

der eine in deutschland verwendete impfstoff ( encepur ? - glaub ich ) war nie für kinder unter 12 jahren zugelassen.
der kinderimpfstoff ( tico vac ) wurde im frühsommer 2000 vom markt genommen - die gründe dafür dürften allgemein bekannt sein.

in österreich wird mit FSME - immun geimpft, das eigentlich ein vorläufer von tico vac ist, aber als hinlänglich sicher gilt ( was immer das bedeutet ) - mit diesem impfstoff könnte auch ein deutsches kind unter 12 jahren geimpft werden.

gruß

uli

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neuer Impfstoff für Kinder

Birgit, (vor 9022 Tagen) @ Ulrich prokop

Hallo Hupi,

ganz so ist das nicht. die impfung ist nicht verboten, es gibt zur zeit in
deutschland nur keinen für kinder unter 12 jahren zugelassenen impfstoff.
der eine in deutschland verwendete impfstoff ( encepur ? - glaub ich ) war
nie für kinder unter 12 jahren zugelassen.
der kinderimpfstoff ( tico vac ) wurde im frühsommer 2000 vom markt genommen
- die gründe dafür dürften allgemein bekannt sein.

Es gibt jetzt wieder zwei zugelassene Impfstoffe für Kinder in D. Beim einen wurde der "Stabilisator" (?), der offensichtlich die Fieberschübe verursacht, ausgetauscht und durch Saccharose ersetzt, außerdem wurde die Impfstoffdosis so ca. halbiert, weil Kinder wohl mehr Antikörper bilden. Bei dem anderen Impfstoff wurde der Stabilisator ganz weggelassen. Beide Impfstoffe verursachten in klinischen Tests scheinbar keine Fieberschübe mehr bei Kindern (Fragt mich nicht, welche Eltern ihre KInder solchen Tests unterziehen ... )
Kam heute im Radio im Wissenschaftsmagazin.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Zeckenimpfung

Huperzia ⌂, (vor 9023 Tagen) @ Klaas Reißmann

Zecken lassen sich
NICHT fallen. Zecken, die weiter oben gefunden werden, hatten ausreichend
Zeit in der Kleidung rum zu krabbeln, was sie grundsätzlich auf der Suche
nach einer optimalen Bißstelle machen.

Hallo Klaas,

Da hab ich auch noch ein gegenteiliges Erlebnis:
Ich spazierte durch den Wald und "Plups" hab ich etwas auf meinen Kopf fallen gespürt und es war sehr wohl eine dicke fette Zecke. Also manchmal kommt auch das durchaus vor. Ich bin zwar ziemlich klein, aber aus 2-3m Höhe muß sie schon gekommen sein, sonst hätte ich den Aufprall nicht so deutlich gespürt.

Nach einem Gang in den Wald, sollte man seine Kleidung gründlichst nach
Zecken absuchen. Man achte hier auch darauf, daß vor allem im Frühjahr,
etwa ab April, die Jungtiere da sind, die wiederum wahnsinnig klein sind
(deutlich kleiner, bzw. nur Bruchteile der Größe eines Stecknadelkopf).
Zuhause sollten die Sachen dann sofort in der Waschmaschine verschwinden
und auch der Körper nochmals gründlichst abgesucht werden. Bevorzugte
Stellen sind solche, in denen sich ein feucht - warmes Klima bildet, also
Achselhöhlen, Armbeuge, Kniekehle und Geniatlbereich. Ich habe aber auch
oft genug Zecken mitten auf den Beinen oder am Bauch und Hals gefunden.

Hmm, wär mir ehrlich gesagt zu viel Arbeit ;-).
Allerdings glaube ich daß gerade diese kleinen Viecher auch durch normale Baumwollkleidungslöcherchen hindurchkrabbeln können wie bei meinem Milchling (vor?)letztes Jahr.

Allgemein gilt: wenn man Zecken bis zu 24 Stunden nach dem Biß entfernt, ist
die Möglichkeit der Krankheitsübertragung noch nicht gegeben.

Das gilt für die Borreliose und nicht für FSME.

Viele Grüße,

Tanja