Ritterlinge aus Mecklenburg 2013 *PIC*

Irrlicht, (vor 4699 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

hier eine kleine Bilanz dieses Jahres. Dazu ein paar noch vage Versuche zur Häufigkeit im Gebiet.

1. Tricholoma sciodes
[image]
nur an eiem Fundort dort aber sehr zahlreich

2. Tricholoma terreum
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überall häufig, auf Sand bei Kiefern

3. Tricholoma scalpturatum/argyraceum
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4. Tricholoma saponaceum
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vereinzelt

5. Tricholoma sulphureum
[image]
häufig, bei Eichen und Buchen auf reicheren Böden

6. Tricholoma imbricatum
[image]
überall häufig, bei Kiefern

7. Tricholoma ustale
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relativ häufig, in Buchenwäldern

8. Tricholoma populinum
[image]
verzeinzelt

9. Tricholoma albobrunneum
[image]
so hier mal provokant ein Bild mit deutlich geripptem Rand aber eben auch
deutlich striatem Hut - ich habe ja mit Freude Ingos neusten Beitrag zu der Art-
gruppe hier verfolgt. Aber ich sage erstmal, wer sagt, dass T. albobrunneum
keinen gerippten Hutrand haben darf? :)

in den entsprechenden Habitaten relativ häufig

10. Tricholoma fulvum
[image]
vermutlich relativ häufig, bei Birken

11. Tricholoma equestre
[image]
zerstreut, überall da wo das Habitat entsprechend vorhanden ist findet man ihn auch

12. Tricholoma portentosum
[image]
selten

Ich wünsche allen noch ein frohes Fest.

Viele Grüße
Konrad

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4699 Tagen) @ Irrlicht

9. Tricholoma albobrunneum
so hier mal provokant ein Bild mit deutlich geripptem Rand aber eben auch
deutlich striatem Hut - ich habe ja mit Freude Ingos neusten Beitrag zu der
Artgruppe hier verfolgt. Aber ich sage erstmal, wer sagt, dass T. albobrunneum
keinen gerippten Hutrand haben darf? :)

Hallo Konrad,

da du eben an der Flasche gerieben hast...;-)
Wie wäre es dann mit einer ungefähren Größenangabe? Die von mir gezeigten
kleinen Ritterlinge erreichen in meinem Sammelgebiet eigentlich niemals
10 cm Hutdurchmesser. Deiner schon - wenn ich mal deinen Fund mit den im Bild
sichtbaren Kiefernnadeln vergleiche. Diese sind ja im Schnitt zw. 5 und 8 cm lang.
Dass ich eine dritte Art, mit gerippten Hutrand vermute, hast du sicher
auch mitbekommen. Falls du da noch rankommst, möchte ich dich bitten, ein wenig
davon sicher zu stellen. Vergleiche auch mal mit den reichlich im www wuchernden
T. muricatum aus Fernwest.

Grüßlis Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Irrlicht, (vor 4699 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ja die sind zum Teil schon größer als bei dir anscheinend, allerdings im Schnitt trotzdem
klein bis mittel.

Was ich an der Sache mit T. muricatum nicht verstehe ist, dass der doch zunächst für
T. pessundatum gehalten wurde und nun aufgrund mehr oder weniger geringer Unterschiede
als neu beschrieben wurde. Aber dann dürfte doch T. muricatum niemals so striat sein,
denn aus meiner Sicht ist T. pessundatum das nicht bzw. gar nicht.

Außerdem habe ich bei den gerippten Rändern schon recht verschiedene gesehn mal
stärker mal weniger stark usw. auch zwischen FK ohne gerippten Rand.
Zudem scheinen beide genau die gleichen ökologischen Ansprüche zu haben.

Du schriebst außerdem, glaube ich, deine "Kleinen" wären immer bitter gewesen?
Kann ich von meinen "Striaten" nicht behaupten.

Nach den FNE4 verbleibe ich also bei striaten Kollegen zwangsläufig bei T. albobrunneum.
Vorerst. :)

Viele Grüße
Konrad

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4698 Tagen) @ Irrlicht

Hallo Konrad,

du hast alles Entscheidende eigentlich selbst heraus gefunden.

Punkt 1:

ja die sind zum Teil schon größer als bei dir anscheinend, allerdings im
Schnitt trotzdem klein bis mittel.

Die kleinen braunen sind und bleiben einfach nur klein, nicht einmal mittel.

Bonus:

als neu beschrieben wurde. Aber dann dürfte doch T. muricatum niemals so
striat sein, denn aus meiner Sicht ist T. pessundatum das nicht bzw. gar nicht.

Um T. pessundatum ging es hier nicht. Das wäre ein ganz anderer Formenkreis.
Im Kiefernwald mit den Arten T. pessundatum und T. stans (nach FNE4! und Fries)
Bei den gerippten Funden würde es einzig und allein darum gehen, nachzuweisen,
dass sie nicht identisch mit T. muricatum sind. Das wird wohl nur über die
Sequenzer laufen können. Ansonsten hätten wir hier eine weitere Art, die neu zu
beschreiben wäre.

Punkt 2:

Außerdem habe ich bei den gerippten Rändern schon recht verschiedene gesehn
mal stärker mal weniger stark usw. auch zwischen FK ohne gerippten Rand.

Wie schon in meinem Startbeitrag beschrieben, haben die kleinen braunen niemals
gerippte Hutränder.

Zudem scheinen beide genau die gleichen ökologischen Ansprüche zu haben.

Das allerdings sollte kein Problem sein. Hallimascharten teilen sich ja auch die gleichen Biotope.

Punkt 3:

Du schriebst außerdem, glaube ich, deine "Kleinen" wären immer
bitter gewesen? Kann ich von meinen "Striaten" nicht behaupten.

Auch dies ist ein weiterer harter Unterschied. Dies wurde auch von anderen,
vergleichbaren Funden berichtet. Auf die kleinen braunen Ritterlinge trifft
haargenau die Beschreibung aus den MHK at al. zu. Immer bitter, spätestens im Abgang.

Nach den FNE4 verbleibe ich also bei striaten Kollegen zwangsläufig bei T.
albobrunneum. Vorerst. :)

Kannst du gerne auch weiter tun. Wir haben aber eben die Möglichkeit, das
Geschichtsbuch zu korrigieren. Ich denke, dafür braucht es nun keine 5 Jahre mehr. ;-))

Grüßlis Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Andreas ⌂, (vor 4697 Tagen) @ Ingo

Hallo,

Ansonsten hätten wir hier eine weitere Art, die neu zu beschreiben wäre.

ich bin etwas zurückhaltend, was das Vermehren von braunen Ritterlingsarten betrifft. Wenn ich mir überlege, wie sicher ich anfangs jahrelang war, dass man Tricholoma fulvum und pseudonictitans problemlos auseinander halten kann, und wie dann mit der Zeit die Funde in Birken durchmischten Fichtenwäldern mehr und mehr wurden, die sich nicht mehr problemlos zuordnen liesen .... Heute geht man davon aus, dass alles dasselbe ist, molekular unterstützt. Und dabei spielt übrigens der gerippte bzw. nicht gerippte Hutrand dann auch keine Rolle mehr. Ist halt zumindest bei dieser Art variabel. Warum nicht bei anderen auch?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4697 Tagen) @ Andreas

ich bin etwas zurückhaltend, was das Vermehren von braunen Ritterlingsarten
betrifft.

Hallo Andreas,

ich meine, Zurückhaltung ist bei dieser Sippschaft nicht mehr angebracht.
Wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass alles dieselben sind - auch gut.

Nur das heillose Durcheinander ging ja anscheinend schon bei E. Fries los.
Ich hatte mir neulich sein letztes großes Werk (1872/74?) angeschaut.
Gerade bei der Beschreibung von T. albobrunneum zeigt er sich begeistert von
der Beschreibung des J. C. Schäffer. Nun ja!
Auf derartige Widersprüche stieß ja schon Neuhoff in den 50-er Jahren des
vergangenen Jahrhunderts. Nachzulesen in den unübertroffenen Westfälischen
Pilzbriefen. Neuhoff war seinerzeit der Hoffnung, dass das Ganze irgendwann mal
gelöst werden könne. Wir haben nun endlich die Mittel dazu.

LG Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Andreas ⌂, (vor 4696 Tagen) @ Ingo

Hallo Andreas,
ich meine, Zurückhaltung ist bei dieser Sippschaft nicht mehr angebracht.
Wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass alles dieselben sind - auch gut.
Nur das heillose Durcheinander ging ja anscheinend schon bei E. Fries los.
Ich hatte mir neulich sein letztes großes Werk (1872/74?) angeschaut.
Gerade bei der Beschreibung von T. albobrunneum zeigt er sich begeistert von
der Beschreibung des J. C. Schäffer. Nun ja!
Auf derartige Widersprüche stieß ja schon Neuhoff in den 50-er Jahren des
vergangenen Jahrhunderts. Nachzulesen in den unübertroffenen Westfälischen
Pilzbriefen. Neuhoff war seinerzeit der Hoffnung, dass das Ganze irgendwann
mal
gelöst werden könne. Wir haben nun endlich die Mittel dazu.
LG Ingo

Hallo Ingo,

zumindest haben wir ein neues Tool, das allgemein anerkannt hilfreich sein kann. Aber so ganz einfach ist es auch nicht immer, vgl. die Anmerkungenen im Tricholoma-Buch FNE 4 bei z.B. T. sulphureum.
Bin gespannt, wir werden sicherlich sehen.

Hast DU eigentlich Material rumliegen das zu sequenzieren wäre?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Svampskogen, (vor 4696 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas

Was steht denn im Buch zu T. sulphureum? Hamdelt es sich um eine kryptische Art oder wie schaut das genau aus?

Gruss Jonas

Hallo Ingo,
zumindest haben wir ein neues Tool, das allgemein anerkannt hilfreich sein
kann. Aber so ganz einfach ist es auch nicht immer, vgl. die Anmerkungenen
im Tricholoma-Buch FNE 4 bei z.B. T. sulphureum.
Bin gespannt, wir werden sicherlich sehen.
Hast DU eigentlich Material rumliegen das zu sequenzieren wäre?
beste Grüße,
Andreas

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4696 Tagen) @ Andreas

Hast DU eigentlich Material rumliegen das zu sequenzieren wäre?

Hallo Andreas,

eigentlich nur von dem T. albobrunneum, die ich in meinem Beitrag
gezeigt hatte. Die mit den gerippten Huträndern habe ich woanders
sicher stellen lassen.
Aber lassen wir es mal fürs Erste. Ich bereite eben noch einen kleinen
Beitrag für den eigentliche Albobrunneum a la Persoon vor.
Der muss dann auch mal wieder gefunden werden.

Grüßlis Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4697 Tagen) @ Irrlicht

Hallo nochmal Konrad,

ich hatte noch etwas Wichtiges vergessen. Wann hattest du diese Pilze eigentlich gefunden?
Die kleinen braunen sind bei uns von allen Ritterlngen am frühesten dran. Meist schon Mitte September.
Anfang / Mitte Oktober ist in der Regel Schluss damit. Die striaten mit den Hutriefen finde ich immer
erst ab Mitte Oktober. Eigentlich fast zeitgleich mit echten Pappelritterlingen und Frostschnecklingen.

Kannst du das eventuell bestätigen?

Grüßlis Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Irrlicht, (vor 4696 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ich hatte auch noch vergessen was zum Sicherstellen zu sagen. Ich habe jetz erstmal nichts von diesem Jahr aufgehoben.
Allerdings laufen die nicht weg - zur gegebenen Jahreszeit komme ich immer an viel Material. Also nächste Saison wenn
jmd. an braunen Ritterlingen interessiert ist gerne Bescheid sagen.
(außerdem finde ich die Merkmalskombination größer - striat - gerieft häufig)

Ich habe seit diesem Jahr angefangen, aus Interesse, eine Merkmalstabelle für die gefundenen Kollektionen anzulegen.

Zum zeitlichen Erscheinen der FK kann ich nur beitragen, dass ich nichts gegensätzliches festgestellt habe. Vor allem kann
ich bestätigen, dass die größeren und gerieften spät im Jahr fruktifizieren durchaus bis in den Frost hinein.

Und nochmal zu T. muricatum: Klar ist das ein anderer Formenkreis was ich meinte war WENN der angeblich so schwer von T. pessundatum zu trennen war (s. Internet?) dann kann er ja nicht striat sein, weil dann wäre er ja nicht schwer zu trennen gewesen :)

Viele Grüße
Konrad

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4696 Tagen) @ Irrlicht

Und nochmal zu T. muricatum: Klar ist das ein anderer Formenkreis was ich
meinte war WENN der angeblich so schwer von T. pessundatum zu trennen war
(s. Internet?) dann kann er ja nicht striat sein, weil dann wäre er ja
nicht schwer zu trennen gewesen :)

Halöle nochmal,

mit der momentanen Bestimmungsliteratur kannst du leider nichts trennen.
Die striaten Ritterlinge mit denn gerippten Rändern passen perfekt auf
die Beschreibung von T. pessundatum - bis auf die Hüte.
Du solltest kommende Saison einige Funde sicher stellen. Bei mir gibt es
die nicht jedes Jahr.

Grüßli Ingo

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Gernot, (vor 4696 Tagen) @ Irrlicht

Hallo Konrad,

Nummer 4 sieht wie ich finde sehr nach Tricholoma rapipes aus (siehe Fungi of Northern Europe 4).

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Irrlicht, (vor 4696 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot!

Ohje, an die FNE4 komme ich jetzt gar nich ran über die Festtage. War T. rapipes
nicht der, der so stark röten sollte? Hat der hier jedenfalls nicht.
Ich weiß nur noch, dass ich auch dachte der passt - aber aus irgend einem Grunde
das dann doch nicht so gut passte.

VG
Konrad

Hallo Konrad,
Nummer 4 sieht wie ich finde sehr nach Tricholoma rapipes aus (siehe Fungi of
Northern Europe 4).
Schöne Grüße
Gernot

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Ingo, (vor 4696 Tagen) @ Gernot

Hallo Konrad,
Nummer 4 sieht wie ich finde sehr nach Tricholoma rapipes aus (siehe Fungi of
Northern Europe 4).

Hallo Gernot,

das kommt wohl eher darauf an, welche Art sich hinter den gelben Hüten verbirgt.
Ich glaube nicht, dass dies die Selben sind.

Grüßlis Ingo

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das andere sind Schwefelritterlinge *oT*

Irrlicht, (vor 4696 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013 *PIC*

Illja, (vor 4696 Tagen) @ Irrlicht

Hallo Konrad,
hier ein Handybild von T. portentosum, kannst Du gern verwenden.
B.G. Illja

[image]

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Re: Ritterlinge aus Mecklenburg 2013

Irrlicht, (vor 4696 Tagen) @ Illja

Hallo Illja!

Danke für das zeigen des Bildes! Ich hatte zumindest dieses Jahr nur eine einzige
Leiche von diesem schönen Pilz gefunden - kaum noch zu erkennen.

Ich wundere mich schon länger warum diese Art in meinen sandigen Kiefernwäldern so selten zu finden ist!

VG
Konrad

Hallo Konrad,
hier ein Handybild von T. portentosum, kannst Du gern verwenden.
B.G. Illja