Unklarer Glimmertintling und Schichtpilz *PIC*

Emil, (vor 4652 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

ich habe vor drei Tagen eine kleine Gruppe „Glimmer“tintlinge mitgenommen, bei deren Bestimmung ich nicht so richtig weiterkomme.
Es wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet.

Die Pilze wuchsen am Wegrand unter einem (Birken?)Strauch, (zumindest scheinbar) auf dem Erdboden. Standortfotos habe ich keine.
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Da es ja drei Glimmertintlinge gibt, habe ich zuerst den Stiel mit der Lupe nach einer Bereifung (Kaulozystiden) abgesucht. Ich habe auch was gesehen, was eine Bereifung sein könne. Dann habe ich mikroskopiert, aber keine Kaulozystiden gefunden.
Zuerst habe ich einen Stielquerschnitt versucht. Die (scharfe) Klinge hat aber den faserigen Stiel eher zerquetscht als geschnitten. Dann habe ich versucht, Fasern des Stiels zu mikroskopieren und auch den ganzen Stiel habe ich unters Mikroskop gelegt, womit ich aber mit meinem Durchlichtmikroskop nicht erfolgreich war.
Wie mikroskopiert man die Kaulozystiden am besten und besteht eine Chance, die bei den jetzt eingetrockneten Pilzen noch zu sehen?
Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich vielleicht doch was anderes unter der Lupe gesehen habe, bzw. will ich einfach sicher sein.

Dann bin ich zu den Sporen übergegangen. Mit denen kann man die Arten ja auch ganz gut unterscheiden.
Sie messen im Schnitt 8 x 5 µm.
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Beim Glimmertintling sollen die Sporen ja mitraförmig sein, also auf einer Seite dicker als auf der anderen. Nach einem Blick auf die Sporenzeichnung im Parey war mir klar, dass das bei meinen Sporen nicht der Fall ist. Aber dann habe ich im Internet nach weiteren „Vergleichssporen“ gesucht und Sporen gesehen, die meinen ähnlich sind und zu C. micaceus gehören. Sowas hier würde ich ja nicht als mitraförmig erkennen, sondern eher „zitronenförmig“ oder „elliptisch“ dazu sagen. Erst Recht dieses Bild, für mich nicht mitraförmig.
Das weist also zu C. micaceus. Allerdings gibt es auch Bilder mit Sporen, die dem sehr ähnlich sind, aber zu C. truncorum gehören.
Sind das trotzdem mitraförmige Sporen, liege ich also mit C. micaceus richtig?

Und wo ich gerade schon mal dabei bin, eine Bestimmungsanfrage zu schreiben:
Diesen Pilz konnte ich nicht richtig zuordnen:
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Für den Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum) wächst er wohl zu wenig resupinat?

Danke schon mal und viele Grüße,
Emil

Re: Unklarer Glimmertintling und Schichtpilz

Ingo Wagner, (vor 4652 Tagen) @ Emil

Hallo Emil!

Also das mit Chondrostereum purpureum (Violetter Knorpelschichtpilz), das passt schon, sofern der an Laubholz gewachsen ist. Der braucht nicht zwingend Resupinat-Anteile zu haben.

Mit den Tintlingen können andere sicher besser Antwort geben, aber gerade dein 1. Link zu Hartmuts Bildern. Ich kann da sehr gut die Mitra-Form erkennen, ich hätte da keine Probleme.
Bei deinen Sporen sehe ich das nicht so gut von der Qualität her.

Kaulos finden? Kleines Faserstück von dort, wo du Reif oder Pulver gesehen hast, und das am Rand absuchen.
Mir selbst helfen da Färbemittelchen.
Manchmal muss man sich auch etwas "vordrücken" bis es passt, also vielleicht mal nachdrücken, damit es flacher unter dem Deckglas wird. Große Zellstrukturen bringt man da freilich zum Kollabieren damit.

Findest du nichts, kannst du auf jeden Fall ruhigen Gewissens sagen, dass es an dir liegt. :-) Denn makroskopisch ist ja was da, also kann das mikroskopisch nicht weg sein.

VG Ingo W

Re: Unklarer Glimmertintling und Schichtpilz

Emil, (vor 4651 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,
danke für die Bestimmungshilfen! Ja, wenn ich mir Hartmuts Bilder noch mal ansehe, kann ich auch eine Mitraform sehen. Ich hatte das Bild im Parey als Maßstab genommen, was ja eine wirklich sehr mitraförmige Spore abbildet.
Aber die Webseite von Andreas Melzer hat schöne Vergleichsbilder für die Sporen.
Meine Sporen sind nicht so gut zu erkennen, weil ich die Pilze nicht aussporen lassen, sondern die Lamelle mikroskopiert habe.
Die Kaulozystiden kann ich ja mal färben, vielleicht sehe ich sie dann (wenn welche da sind). Ich finde es immer problematisch, dass man theoretisch immer von oben auf die Kaulozystiden blickt, weil man keinen so dünnen Schnitt hinbekommt, dass sie am Rand zu liegen kommen.
Und wenn ich nichts finde... Ich bin mir ja nicht sicher, ob das, was ich gesehen habe, wirklich Kaulozystiden sind. Es war nicht so deutlich und könnte auch was Anderes (Velumreste z.B.) gewesen sein.
Viele Grüße,
Emil