Attraktive Bäume ....
Hallo liebes Forum,
als ich gestern so durch meinen Austernseitlingswakd spazierte, auf der Suche nach leckeren, wurmfreien Pilzchen, hab ich mich gefragt was macht einen Baum für einen Pilz wirklich interessant.
Nun gut, es gibt ja da immer die Vorlieben-vermerke in jeglicher Literatur, aber in meiner Funga-Karriere-Laufbahn kann ich nicht sagen, dass die mich wirklich weiter gebracht hätten. (Ja, ich habe mehr als ein Buch gelesen ;)))) )
Also, dieser Wald ist ein Buchen-Mischwald, gemischt mit Kiefer, Fichte und Lärche zum grössten Teil. Dominierend ist jedoch die Buche.
Vor dem geistigen Auge kann mann den Wald in einen linken und rechten Bereich teilen, das sieht dann so aus:
Links: fast nur Buchen, einige Lärchen und Fichten, viel Laub auf dem Boden, kein Gras.
Rechts. viele Buchen, ein paar Fichten, Kiefern und Lärchen, Boden ist gras bewachsen, kaum Laub.
Beide Wälder sind relativ licht.
So, also schlenderte ich so von Baumstammhaufen zu Baumstammhaufen und machte folgende Beobachtungen:
Gefunden hab ich den Austernseitling an Buchen und an Lärchen.
Im linken Teil wächst nicht ein Austernseitling, obwohl die begutachteten Baumstämme annähernd gleich aussehen (so gleich wie ein Baumstamm halt aussehen kann. Ich würd ja sagen, da liegt zu viel "Müll" für das Mycelchen, aber da der Austernseitling ja AUF den Bäumen wächst und eigentlich ein Parasit ist dürfte ihn das doch nicht so immens stören? Also muß es wohl den Baum an sich verändern damit das Mycel da nicht einziehen will. Oder?
Die Baumstämme mussten mächtig sein, da war zum Beispiel ein Stapel mit 3 Buchenstämmen. Ein mächtiger (ca 60cm Durchmesser) ein mittlerer (ca. 40cm Durchmesser) und ein kleiner (ca. 20cm Durchmesser), alle gleich bemmost und anscheinend im gleichen Zerfallsalter. Am kleinsten und mittleren wuchsen nur Judasohrenund ein paar Samtfußrüblinge und nur der große hatte Austernseitlinge zu bieten. Das mach ich mal davon abhängig, dass die krümelige Rindenzwischenschicht bei größeren Bäumen auch dicker wird (im Verhältnis gesehen) und das Mycelium da wohl besser durchkriechen kann. Wie seht ihr das?
Die eine Lärche an der ich den Pilz gefunden hab, war eher eine Ausnahme, alle anderen Lärchenstämme hatten überhaupt nix zu bieten. Bei der Beobachtung ist mir aufgefallen, dass der Seitling wohl auf glatte Flächen steht, ist ihm die Rinde der Lärche zu uneben? Diese bestimmte Lärche war nämlich schon fast ausgezogen, also ohne Rindenkleid.
ich war seitdem schon mindestens in 8 anderen Buchenwäldern, ich wohne im Harz, Wälder gibt es hier en masse, aber auch da: nix für die Pfanne, nicht ein Austernseitling weit und breit (oh, doch, einen hab ich an einer unten rum nackten Fichte gefunden)
Dieses Phänomen ist mir nun schon bei einigen Pilzen aufgefallen (also, gleiche Bedingungen -->> unterschiedliches Wachstum) und von daher frage ich mich ernsthaft, was macht einen Baum nun wirklich interessant, wenn ein Pilzchen da den Mietvertrag unterschreibt?
Das wars erstmal, liebe Grüsse und viel Glück beim Sammeln
Haddy