Goldig *PIC*

Melli, (vor 4474 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem der Wald heute eigentlich nur voller Gallenröhrlinge stand, habe ich auf dem letzten Meter vor Verlassen des Waldstücks noch schnell ein zusammengewachsenes "Maronenpärchen" abgezupft und - Überraschung, Überraschung - eine Sekunde später einen kleinen Freudentanz über mein erstes Goldblatt hingelegt. Hätt´s am liebsten wieder eingepflanzt, ich Schussel... Und dann noch nicht mal eine Kamera dabei. Zum Glück können auch Telefone einigermaßen knipsen.

Viele Grüße
Melanie

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Re: Goldig

Gábor, (vor 4474 Tagen) @ Melli

Hallo Melanie,

ein klasse Fund!
Ich freue mich für Dich.

LG, Gábor

Re: Goldig - Nachtrag: Frage an die Runde

Melli, (vor 4469 Tagen) @ Gábor

Hallo zusammen,

jetzt muss ich doch nochmals wegen des Goldblatts was in die Runde fragen. Ich war ja ganz aus dem Häuschen, weil das für mich in all den Jahren der erste Fund war. Als vielbeschäftigte Schreibtischtäterin bin ich ja leider beinahe mehr in den Pilzforen unterwegs als im echten Wald - und in den letzten Tagen ist mir in diversen Pilzforen und -gruppen das Goldblatt nun schon mindestens fünfmal begegnet (und zwar nicht aus einer Region, sondern ganz verstreut aus ganz Deutschland). Jetzt bin ich neugierig: wer hat Erklärungen dafür, warum manche Pilzarten zu bestimmten Zeiten so viel stärker zutage treten als sonst? Ganz so, als hätten sie sich jahrelang rar gemacht und sich dann verschworen, innerhalb weniger Tage großflächtig Furchtkörper hervorzubringen, um anschließend wieder jahrelang in den Untergrund abzutauchen. Die Hasenröhrlinge zum Beispiel scheinen mir auch solche Kandidaten zu sein. Also mal her mit den Pilz-Verschwörungstheorien - oder gerne auch seriösen naturwissenschaftlichen Erklärungen... ;-)

Neugierige Grüße
Melanie

Re: Goldig - Nachtrag: Frage an die Runde

Matthias, (vor 4469 Tagen) @ Melli

Hallo zusammen,
jetzt muss ich doch nochmals wegen des Goldblatts was in die Runde fragen.
Ich war ja ganz aus dem Häuschen, weil das für mich in all den Jahren der
erste Fund war. Als vielbeschäftigte Schreibtischtäterin bin ich ja leider
beinahe mehr in den Pilzforen unterwegs als im echten Wald - und in den
letzten Tagen ist mir in diversen Pilzforen und -gruppen das Goldblatt nun
schon mindestens fünfmal begegnet (und zwar nicht aus einer Region,
sondern ganz verstreut aus ganz Deutschland). Jetzt bin ich neugierig: wer
hat Erklärungen dafür, warum manche Pilzarten zu bestimmten Zeiten so viel
stärker zutage treten als sonst? Ganz so, als hätten sie sich jahrelang
rar gemacht und sich dann verschworen, innerhalb weniger Tage großflächtig
Furchtkörper hervorzubringen, um anschließend wieder jahrelang in den
Untergrund abzutauchen. Die Hasenröhrlinge zum Beispiel scheinen mir auch
solche Kandidaten zu sein. Also mal her mit den Pilz-Verschwörungstheorien
- oder gerne auch seriösen naturwissenschaftlichen Erklärungen... ;-)
Neugierige Grüße
Melanie

Hallo Melanie,
bei mir kenne ich das Goldblatt an etwa 5 Stellen, es scheint nur in bestimmten Jahren öfter zu erscheinen. Den Hasenröhrling habe ich hier an mittlerweile ca. 15 Fundorten, der scheint den fränkischen Sandboden zu mögen. In manchen Jahren sind von beiden viele zu finden und dann eine Weile gar nichts, das hat sicher mehr mit Klima und Feuchtigkeit zu tun bzw mit zu wenig nachsehen. p
Verschwörungstheorien sollte man auf dem Mond lassen und nicht auf Pilze übertragen,
viele Grüsse
Matthias

Goldblatt-Gipfel?

Till, (vor 4469 Tagen) @ Melli

Hallo, Melli,

das Goldblatt ist - aus meiner Sicht - ein Einzelgänger. In unserer Region (Südostbayern) haben wir ziemlich viele Fundorte im nördlichen Bereich (Hügelland außerhalb der kalkhaltigen Moränen, und dort vor allem in nicht zu trockenen Kiefern-, Fichten- und Buchenwäldern auf zumindest oberflächlich versauerten Böden). Aber viele Fundorte heißt nicht viele Fruchtkörper, meistens nur 1-3, selten mal 5-8 an einem Fleck. Was der Pilz offenbar gar nicht mag, sind Höhenlagen von über (600-) 700m und Böden wie in den Kalkalpen.

Die andere Frage ist die, warum manche Arten in manchen Arten gar nicht, in anderen dagegen häufig erscheinen. Ich denke, dafür ist vor allem der Witterungsverlauf verantwortlich (banale Erkenntnis ...). 2013 haben wir hier einen einzigen Gallenröhrling gesichtet - in anderen Jahren, wie heuer, erscheint er in Massen. 2013 goss es im Mai/Juni, das war ihm definitv zu früh, heuer regnet es im Juli/August, das scheint er zu mögen.

Nochmal zum Goldblatt: Ich sehe gerade, dass Besl/Bresinsky den Pilz in Bayern außer im Jura (= Kalk) und in den Alpen (Höhe, z. T. Kalk) aus allen Regionen angeben. Und Doris Laber hat im Hochschwarzwald keine Funde vermerkt (sauer, aber zu hoch).

Neue Frage in die Runde - vor allem an die Sammler in den Alpen und Mittelgebirgen: Wie hoch klettert bei euch das Goldblatt? Bei uns kommt es (bisher) nicht über 575m hinaus. In den Südalpen wurde er laut österr. Datenbank aber schon auf 800-900m gefunden.

Schöne Grüße
Till

Hallo zusammen,

jetzt muss ich doch nochmals wegen des Goldblatts was in die Runde fragen.
Ich war ja ganz aus dem Häuschen, weil das für mich in all den Jahren der
erste Fund war. Als vielbeschäftigte Schreibtischtäterin bin ich ja leider
beinahe mehr in den Pilzforen unterwegs als im echten Wald - und in den
letzten Tagen ist mir in diversen Pilzforen und -gruppen das Goldblatt nun
schon mindestens fünfmal begegnet (und zwar nicht aus einer Region,
sondern ganz verstreut aus ganz Deutschland). Jetzt bin ich neugierig: wer
hat Erklärungen dafür, warum manche Pilzarten zu bestimmten Zeiten so viel
stärker zutage treten als sonst? Ganz so, als hätten sie sich jahrelang
rar gemacht und sich dann verschworen, innerhalb weniger Tage großflächtig
Furchtkörper hervorzubringen, um anschließend wieder jahrelang in den
Untergrund abzutauchen. Die Hasenröhrlinge zum Beispiel scheinen mir auch
solche Kandidaten zu sein. Also mal her mit den Pilz-Verschwörungstheorien
- oder gerne auch seriösen naturwissenschaftlichen Erklärungen... ;-)
Neugierige Grüße
Melanie

Re: Goldblatt-Gipfel? *PIC*

Rudi, (vor 4469 Tagen) @ Till

Hallo Till &co,

In Mainfranken haben wir leider keine Berge, nur Hügel.
Dort(unter 300m) gabs am Sonntag reichlich Goldblättriges.
Außerdem viele schöne Täublinge einen komischen weißen Becher an Kiefernzapfen...

LG Rudi

[image]

Re: Goldblatt-Gipfel?

Till, (vor 4469 Tagen) @ Rudi

Hallo, Rudi,

ein sehr variabler Pilz. Bei uns schauen die oft ganz anders aus - dickstieliger, nicht so rot oben ... aber das wird schon dasselbe sein.

liebe Grüße
Till

Hallo Till &co,

In Mainfranken haben wir leider keine Berge, nur Hügel.
Dort(unter 300m) gabs am Sonntag reichlich Goldblättriges.
Außerdem viele schöne Täublinge einen komischen weißen Becher an
Kiefernzapfen...
LG Rudi

Goldblatt-Defizit

interhias ⌂, (vor 4468 Tagen) @ Rudi

Servus in die Runde,

vielleicht ist das ja nur ein dummer Zufall, aber in Oberbayern habe ich das Goldblatt höchstens ein oder zweimal im Flachland gesehen, sonst noch nie. Im Gebirge totale Fehlanzeige - sowohl kalkalpin als auch am Flysch.

Grüße
Hias

Re: Goldblatt-Defizit

Till, (vor 4468 Tagen) @ interhias

Hallo, Hias,

das ist bestimmt kein Zufall, sondern bestätigt genau unsere Beobachtungen. Wenn der Pilz auf der Alpensüdseite höher hinaufgeht, ist das wegen der dort höheren Durchschnittstemperatur auch ganz logisch. Bei zunehmender Klimaerwärmung müsste er dann auch bei uns in absehbarer Zeit höhere Gebiete erreichen. Dass manche Pilze so reagieren, wurde im Bayer. Wald ja schon nachgewiesen. Die andere Seite der Medaille ist die, dass die kälteliebenden Arten sich immer mehr in die Gipfelregionen zurückziehen, ihr Lebensraum also immer mehr eingeengt wird.

Gruß, Till

Servus in die Runde,
vielleicht ist das ja nur ein dummer Zufall, aber in Oberbayern habe ich das
Goldblatt höchstens ein oder zweimal im Flachland gesehen, sonst noch nie.
Im Gebirge totale Fehlanzeige - sowohl kalkalpin als auch am Flysch.
Grüße
Hias

Re: Goldblatt-Defizit

Ulysses, (vor 4468 Tagen) @ Till

Hallo Till,

neben der Durchschnittstemperatur ist auch noch die Bodenfeuchte ein wichtiger Faktor für das Vorkommen bzw. Fehlen von Arten. Im Vorderen Bayerischen Wald, wo ich häufiger unterwegs bin, habe ich das Goldblatt bislang nur in tieferen, schattigen Bachtälern gefunden, oft kaum 50 m entfernt vom Bachlauf. Auf Hochflächen, an trockeneren Hängen und auch in "banalen" Forsten in größerer Entfernung von Wasserläufen konnte ich die Art bislang nicht antreffen.

Aus meiner Sicht bedeutet das, dass eine Temperaturerwärmung gekoppelt mit einer Abnahme der Niederschlagsmenge (bzw. mit verstärkter Ungleichverteilung der Niederschläge und zunehmend längeren, ausgeprägten Trockenzeiten) sich durchaus auch negativ auf Arten wie das Goldblatt auswirken können. Im Hinteren Bayerischen Wald, wo eine große Klimawandelstudie läuft, sind die Niederschläge aufgrund der Höhenlage wahrscheinlich noch weniger "umsturzgefährdet" als tieferen Lagen.

Während nun die kälteliebenden Arten hochwandern und u.U. irgendwann Probleme bekommen derart, dass es "nicht mehr höher geht", könnten wärmeliebende Arten im Tief- und Mittelland also trotz höherer Temperaturen ebenso Probleme bekommen.

Andere Klimamodelle sehen nun die Lage allerdings so, dass es in Mitteleuropa nicht nur wärmer, sondern auch feuchter wird. Das würde dem oben beschriebenen Szenario natürlich entgegenwirken. Was das allerdings dann wieder mit unseren lokalen Trockengebieten in Unterfranken, Thüringen usw. macht, sei mal dahingestellt...

Schöne Grüße
Josef

Merci für eure Beobachtungen und Erklärungen! *oT*

Melli, (vor 4468 Tagen) @ Melli

- kein Text -