Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen
Hallo Forum,
weil es hier für die Hauptsaison momentan recht gesittet zugeht, möchte ich
mal ein paar von den allseits beliebten
Rotfußröhrlingen ins Rennen schicken. Irgendwelche Exkursionen musste ich
nicht unternehmen, denn die standen
allesamt auf dem Gelände des beschaulichen, Brandenburger Campingplatzes, wo
ich mich in meiner Freizeit gerne
mal aufhalte. In meinem "Wohnzimmer" sozusagen.
Kollektion Nummer numero uno fand ich mal tatsächlich unter einer Eiche.
Vom Erscheinungsbild sollte nichts anderes als Xerocomellus engelii in
Betracht kommen.
Kollektion Nummer zwei bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Eigentlich ist es
gar keine echte Kollektion, da die drei
Vertreter von verschiedenen Standorten stammten. Der Linke wuchts unter einem
Korkenzieherhasel, der Mittlere bei
einer Schwarzpappel und der Rechte in einer Stranddüne (meine ewige
Bubalinus-Stelle) unter Sanddorn, unweit einer
weiteren Schwarzpappel. Alle drei immer nebeneinander im direkten Vergleich
bieten schon eindeutige
makroskopische Unterschiede. Vor Allem das linke Exemplar gegenüber den
beiden Pappelbegleitern.Eigentlich gibt es am Standort des linken Rotstiels immer nur X.
chrysenteron. Das Exemplar im Bild sollte sich demnach
noch im Rahmen des Möglichen bewegen. Was ich von den beiden Anderen halte,
könnt ihr euch sicher denken.
Zu allem Überfluss standen 20 m vom rechten Exemplar entfernt, inmitten von
Jungespen, diese Kollegen herum.Aufgrund der eindeutigen Färbung der Hutoberfläche (in Natura fast wie
Heiderotkappen!) kann hier nur
Xerocomellus rubellus infrage kommen. Was meint ihr denn dazu?
Grüßlis Ingo
Hallo Ingo,
wegen des starken Blauens würde ich bei allen Kollektionen zunächst von X. cisalpinus (in Brandenburg wahrscheinlich die häufigste Art) ausgehen. Der rubellus-Komplex ist über die Sporenmaße, X. ripariellus (möglicherweise das letzte Bild) über die Huthautstruktur abzugrenzen. Die Hutfärbung halte ich für kein gutes Merkmal.
Gruß
Thomas