Zecken wieder da
Gestern musste ich schon wieder die erste Zecke aus meiner Kniekehle entfernen. Voriges Jahr hatte ich die erste Zecke schon am 5. März. Jetzt geht das also wieder los ...
Karl
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Karl Keck , (vor 8989 Tagen)
Gestern musste ich schon wieder die erste Zecke aus meiner Kniekehle entfernen. Voriges Jahr hatte ich die erste Zecke schon am 5. März. Jetzt geht das also wieder los ...
Karl
Klaas Reißmann, (vor 8988 Tagen) @ Karl Keck
Hallo Karl,
es geht nicht wieder los, sondern es hört eigentlich nie auf. Zecken sind das ganze Jahr über da, nur in der kalten Jahreszeit reduzieren sie ihre Aktivität, so daß wir Menschen in der Regel im Winter keinerlei Probleme mit den Zecken bekommen.
Ich habe aber auch schon im Winter Zecken gefunden (meist im Laub verkrochen), die scheinbar darauf warten, daß sich eventuell jemand (am ehesten ein Reh oder andere Wirbeltiere) dorthin setzt und mit seiner Wärme die Zecke aus ihrem Schlummer erweckt. Anders kann ich mir die drei Tiere, die in den vergangenen Jahren im Dezember, respektive Januar über meine Hände liefen, nicht erklären.
Ach so, klar, wie sie dahin kamen: als Coleopterologe bin ich auch im Winter unterwegs und suche Käfer im Winterquartier. Dazu gehört dann auch das Sieben von Laub und Moos und ähnlichem! Also, keine Gefahr für Euch Pilzesammler (wie nennt man die eigentlich auf schick, also Käfersammler = Coleopterologe, Pilzesammler = ?).
Viele Grüße
Klaas
Peter Rink, (vor 8988 Tagen) @ Klaas Reißmann
Hallo Karl,
es geht nicht wieder los, sondern es hört eigentlich nie auf. Zecken sind das
ganze Jahr über da, nur in der kalten Jahreszeit reduzieren sie ihre
Aktivität, so daß wir Menschen in der Regel im Winter keinerlei Probleme
mit den Zecken bekommen.
Ich habe aber auch schon im Winter Zecken gefunden (meist im Laub
verkrochen), die scheinbar darauf warten, daß sich eventuell jemand (am
ehesten ein Reh oder andere Wirbeltiere) dorthin setzt und mit seiner
Wärme die Zecke aus ihrem Schlummer erweckt. Anders kann ich mir die drei
Tiere, die in den vergangenen Jahren im Dezember, respektive Januar über
meine Hände liefen, nicht erklären.
Ach so, klar, wie sie dahin kamen: als Coleopterologe bin ich auch im Winter
unterwegs und suche Käfer im Winterquartier. Dazu gehört dann auch das
Sieben von Laub und Moos und ähnlichem! Also, keine Gefahr für Euch
Pilzesammler (wie nennt man die eigentlich auf schick, also Käfersammler =
Coleopterologe, Pilzesammler = ?).
Hallo Klaas.
Was Du als Coleopterologe,sind wir als Mykologen.
Gruss
Peter
Klaas
Klaas Reißmann, (vor 8988 Tagen) @ Peter Rink
Hallo Peter,
vielen Dank für die Info. ich hatte schon überlegt, ob die Damen und Herren dann Mycetophagologen heißen, weil es in meinem Bereich "mycetophage", also pilzliebende Arten gibt. Aber Mykologe macht mehr Sinn!
Vielen Dank nochmal!
Klaas
Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8988 Tagen) @ Klaas Reißmann
Hallo Klaas,
zu diesem Thema (Käfer in Pilzen) hat ein Mitglied unsrer DGfM übrigens schon einiges in unsrer Zeitschrift publiziert. Es handelte sich um Frau Irmgard Krommer-Eisfelder, und die Artikel erschienen in den 50-er Jahren. Bei Interesse könnte ich dir die Artikel in Kopie gegen Erstattung der Portokosten zusenden.
Gruß, Heinz
Hallo Peter,
vielen Dank für die Info. ich hatte schon überlegt, ob die Damen und Herren
dann Mycetophagologen heißen, weil es in meinem Bereich
"mycetophage", also pilzliebende Arten gibt. Aber Mykologe macht
mehr Sinn!
Vielen Dank nochmal!
Klaas
Thomas Pruß, (vor 8987 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de
Hallo Klaas,
zu diesem Thema (Käfer in Pilzen) hat ein Mitglied unsrer DGfM übrigens schon
einiges in unsrer Zeitschrift publiziert. Es handelte sich um Frau Irmgard
Krommer-Eisfelder, und die Artikel erschienen in den 50-er Jahren. Bei
Interesse könnte ich dir die Artikel in Kopie gegen Erstattung der
Portokosten zusenden.
Gruß, Heinz
Moin Heinz,
welchen wissenschaftlichen Wert hat ein Artikel über Käfer in Pilzen aus den 50er Jahren heute noch? Kann man einem solchen Beitrag heute noch wissenschaftliche Erkenntnisse entnehmen oder hat die – ich nenn’ es mal – „Pilz-Käferkunde“ seit dieser Zeit tatsächlich so wenig Fortschritte gemacht?
Ich frage deshalb, weil ich letztens ein Buch über Architheutis, dem Riesenkalmar, gelesen habe, in dem ältere Forschungsergebnisse dem aktuellen Stand des Wissens gegenübergestellt wurden und es da doch ganz erhbeliche Unterschiede gibt.
Grüsslis
Thomas
Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8987 Tagen) @ Thomas Pruß
Hi Thomas,
das kann ich nicht beurteilen, weil ich mich mit den Käfern nicht auskenne. Ich war und bin jedenfalls von diesen Artikeln mit phantastischen Dokumentationen der (noch lebenden) Autorin außerordentlich beeindruckt. Sie lebt in Bamberg. In der Mykologie ist es jedenfalls so, dass man ohne die Werke der "Alten" gar nicht anfangen braucht. Jeder ernsthafte Ascomycetologe hat den Rehm, den Seaver, den Fuckel, den Boudier und weitere Klassiker, die "Agaricologen" haben den Ricken, den Bresadola, den Konrad & Maublanc, den Schroeter, um nur mal Namen zu nennen, deren Werke ca. 100 Jahre +/- 20 alt sind, und wenn es um Erstbeschreibungen geht, dann muss man sogar auf die ältesten Werke zurück greifen (z. B. Persoon, Fries, Albertini & Schweinitz, Gebr. Saccardo usw.). Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in anderen Wissenschaftsgebieten anders sein soll. Und - um auf Deine Frage zurückzukommen - so gesehen sind Publikationen, die "erst" 50 Jahre alt sind, doch geradezu aktuell! So sehe ich es jedenfalls. Leider sind die genannten Werke nur deshalb wenig beachtet, weil sie in einer fremden Sprache (meistens Latein) verfasst sind. Ein cleverer Übersetzer könnte vielleicht Geld verdienen, wenn er so etwas übersetzt und damit auch den (nicht fremdsprachigen) Hobbywissenschaftlern zugänglich machen würde.
Übrigens: ich bin auch kein Profi-Mykologe, sondern Schutzmann, aber ich habe als ehemaliger Klosterschüler Latein gelernt, und auch Französisch und Englisch. Abschließend denke ich aber jetzt, dass wir vom Anfang des Forum- Themas "Zecken" nun SEHR abgeschweift sind, es ging über die Kathegorien von Pilzlern über persönliche Befindlichkeiten (irgendjemand hat sich über die Bezeichnung Mykophage=Pilzfresser aufgeregt) bis schließlich zu den Pilzkäfern. Ich denke, wir sollten das Thema jetzt nicht weiter ausweiten. Der Karl Keck hat sicher nicht gewollt, dass das alles in Gang kommt, sondern er wollte nur darauf aufmerksam machen, dass die Zecken "wieder aktiv" sind.
In diesem Sinne beste Grüße aus der Eifel, Heinz Ebert
Moin Heinz,
welchen wissenschaftlichen Wert hat ein Artikel über Käfer in Pilzen aus den
50er Jahren heute noch? Kann man einem solchen Beitrag heute noch
wissenschaftliche Erkenntnisse entnehmen oder hat die – ich nenn’ es mal –
„Pilz-Käferkunde“ seit dieser Zeit tatsächlich so wenig Fortschritte
gemacht?
Ich frage deshalb, weil ich letztens ein Buch über Architheutis, dem
Riesenkalmar, gelesen habe, in dem ältere Forschungsergebnisse dem
aktuellen Stand des Wissens gegenübergestellt wurden und es da doch ganz
erhbeliche Unterschiede gibt.
Grüsslis
Thomas
Klaas Reißmann, (vor 8987 Tagen) @ Thomas Pruß
Hallo Thomas,
so pauschal kann man keinen Beitrag einfach als überaltet werten. Ein wissenschaftlicher Wert ist fast immer gegeben, wenn der Schreiber nicht gerade den größten Bockmist der Welt geschrieben hat, was aber nur äußerst selten vorkommt.
Oft ist es einfach so, daß Themenfremde Leute Beobachtungen machen (in diesem Falle die Pilzsammlerin), die dem Fachmann überhaupt nicht bekannt sind. Wenn diese Berichte nur in Pilzsammlerkreisen kursierten (ich weiß es nicht, denn der Name der Dame sagt mir nichts, was aber nichts heißen will), kann es durchaus sein, daß aufgrund dieser Berichte Beobachtungen in coleopterologischen Kreisen bekannt werden, die bisher so nicht bekannt waren.
Es kann auch durchaus sein, daß Arten an Orten gefunden wurden, von wo sie bisher nicht bekannt waren. Eventuell sind auch Arten gefunden worden, die der Coleopterologe seit langer Zeit nicht mehr gefunden hat und wenigstens regional als verschollen oder ausgestorben wähnt, dabei wurde das entsprechende Gebiet einfach nicht mehr oder an den falschen Orten untersucht.
Ich selbst habe z.B. vor vier Jahren eine Käferart bei uns in großer Anzahl gefunden, die in meinem Sammelgebiet (Nordrhein) seit über 100 Jahren nicht gefunden wurde, für Nordrhein also als verschollen oder ausgestorben galt. Die Art ist mit Sicherheit nicht neu aufgetaucht, sondern war immer da, wurde nur immer übersehen oder das Gebiet nicht eingehend untersucht.
Ähnliches ist mir vor drei Jahren passiert, allerdings war es nur ein Exemplar und ich muß jetzt versuchen nachzuweisen, daß noch mehr Tiere da sind (schwieriges Unterfangen), damit dieses Tier nicht als "ausrutscher" gewertet werden kann. Ggfs. müssen dann Maßnahmen zum Schutz ergriffen werden, weil es sich um eine stark gefährdete Art handelt.
Die Liste könnte ich noch um einige Arten erweitern. Nicht weil ich ein so toller Coleopterologe bin, sondern weil einfach in der Vergangenheit in meiner Region nicht oder falsch gesucht wurde, oder die Coleopterologen sich auf ganz andere Tiere konzentriert haben.
Jeder Bericht, den ich nicht kenne, ist aus meiner Sicht von größtem Interesse. Egal wie alt er ist. Aus jedem Bericht, selbst wenn er schon überholt ist, kann man immernoch Erkenntnisse ziehen, die auch heute gelten und dem Wissenschaftler bei seiner Arbeit weiter helfen. Er muß nur aufpassen, daß er die falschen Informationen nicht weiter verwendet. Hier ist es dann oft wichtig gerade auf diese Fehler deutlich hinzuweisen, damit sie in der Zukunft nicht mehr durch die Literatur geistern (siehe Wasserskorpion, über den noch heute viele Naturführer schreiben, daß die art nicht fliegen kann, was definitiv nicht stimmt
)
Viele Grüße
Klaas
Moin Heinz,
welchen wissenschaftlichen Wert hat ein Artikel über Käfer in Pilzen aus den
50er Jahren heute noch? Kann man einem solchen Beitrag heute noch
wissenschaftliche Erkenntnisse entnehmen oder hat die – ich nenn’ es mal –
„Pilz-Käferkunde“ seit dieser Zeit tatsächlich so wenig Fortschritte
gemacht?
Ich frage deshalb, weil ich letztens ein Buch über Architheutis, dem
Riesenkalmar, gelesen habe, in dem ältere Forschungsergebnisse dem
aktuellen Stand des Wissens gegenübergestellt wurden und es da doch ganz
erhbeliche Unterschiede gibt.
Grüsslis
Thomas
Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8987 Tagen) @ Klaas Reißmann
Hey Klaas,
ich sehe, du bist ziemlich zeitgleich mit mir. Falls du das liest, ich gehe jetzt in den Chat. Vielleicht treffen wir uns dort.
Gruß, Heinz
Hallo Thomas,
so pauschal kann man keinen Beitrag einfach als überaltet werten. Ein
wissenschaftlicher Wert ist fast immer gegeben, wenn der Schreiber nicht
gerade den größten Bockmist der Welt geschrieben hat, was aber nur äußerst
selten vorkommt.
Oft ist es einfach so, daß Themenfremde Leute Beobachtungen machen (in diesem
Falle die Pilzsammlerin), die dem Fachmann überhaupt nicht bekannt sind.
Wenn diese Berichte nur in Pilzsammlerkreisen kursierten (ich weiß es
nicht, denn der Name der Dame sagt mir nichts, was aber nichts heißen
will), kann es durchaus sein, daß aufgrund dieser Berichte Beobachtungen
in coleopterologischen Kreisen bekannt werden, die bisher so nicht bekannt
waren.
Es kann auch durchaus sein, daß Arten an Orten gefunden wurden, von wo sie
bisher nicht bekannt waren. Eventuell sind auch Arten gefunden worden, die
der Coleopterologe seit langer Zeit nicht mehr gefunden hat und wenigstens
regional als verschollen oder ausgestorben wähnt, dabei wurde das
entsprechende Gebiet einfach nicht mehr oder an den falschen Orten
untersucht.
Ich selbst habe z.B. vor vier Jahren eine Käferart bei uns in großer Anzahl
gefunden, die in meinem Sammelgebiet (Nordrhein) seit über 100 Jahren
nicht gefunden wurde, für Nordrhein also als verschollen oder ausgestorben
galt. Die Art ist mit Sicherheit nicht neu aufgetaucht, sondern war immer
da, wurde nur immer übersehen oder das Gebiet nicht eingehend untersucht.
Ähnliches ist mir vor drei Jahren passiert, allerdings war es nur ein
Exemplar und ich muß jetzt versuchen nachzuweisen, daß noch mehr Tiere da
sind (schwieriges Unterfangen), damit dieses Tier nicht als
"ausrutscher" gewertet werden kann. Ggfs. müssen dann Maßnahmen
zum Schutz ergriffen werden, weil es sich um eine stark gefährdete Art
handelt.
Die Liste könnte ich noch um einige Arten erweitern. Nicht weil ich ein so
toller Coleopterologe bin, sondern weil einfach in der Vergangenheit in
meiner Region nicht oder falsch gesucht wurde, oder die Coleopterologen
sich auf ganz andere Tiere konzentriert haben.
Jeder Bericht, den ich nicht kenne, ist aus meiner Sicht von größtem
Interesse. Egal wie alt er ist. Aus jedem Bericht, selbst wenn er schon
überholt ist, kann man immernoch Erkenntnisse ziehen, die auch heute
gelten und dem Wissenschaftler bei seiner Arbeit weiter helfen. Er muß nur
aufpassen, daß er die falschen Informationen nicht weiter verwendet. Hier
ist es dann oft wichtig gerade auf diese Fehler deutlich hinzuweisen,
damit sie in der Zukunft nicht mehr durch die Literatur geistern (siehe
Wasserskorpion, über den noch heute viele Naturführer schreiben, daß die
art nicht fliegen kann, was definitiv nicht stimmt)
Viele Grüße
Klaas
Andreas Gminder, (vor 8986 Tagen) @ Thomas Pruß
Moin Heinz,
welchen wissenschaftlichen Wert hat ein Artikel über Käfer in Pilzen aus den
50er Jahren heute noch? Kann man einem solchen Beitrag heute noch
wissenschaftliche Erkenntnisse entnehmen oder hat die – ich nenn’ es mal –
„Pilz-Käferkunde“ seit dieser Zeit tatsächlich so wenig Fortschritte
gemacht?
Ich frage deshalb, weil ich letztens ein Buch über Architheutis, dem
Riesenkalmar, gelesen habe, in dem ältere Forschungsergebnisse dem
aktuellen Stand des Wissens gegenübergestellt wurden und es da doch ganz
erhbeliche Unterschiede gibt.
Grüsslis
Thomas
Hallo Thomas,
vorletztes Jahr hat mich ein Wissenschaftler aus Japan (!) angefragt, ob ich ihm nicht die besagten Artikel von Frau Dr. Krommer-Eisfelder kopieren und schicken könnte. Er bräuchte sie für seine Studien und die gute alte Zeitschrift für Pilzkunde war für ihn offenbar schlecht erreichbar.
Natürlich haben auch alte Artikel einen wissenschaftlichen Wert, die einen mehr, die anderen weniger. Das reicht von Standardwerken (Fries, Rehm, Lange, Bourdot-Galzin um nur ein paar Beispiele zu nennen) bis zu versteckten kleinen Notizen die dem einen oder anderen auch heute noch bisher nicht gekannte Erkenntnisse oder Daten liefern können.
Es ist auch klar, dass die damaligen Ergebnisse und Schlußfolgerungen durch neuere Erkenntnisse überholt sein können, aber die dargestellten Fakten bleiben doch interessant!
Gruß,
Andreas
Klaas Reißmann, (vor 8986 Tagen) @ Andreas Gminder
Und manch einer macht sich die Mühe, sammelt alle Daten und veröffentlicht diese in komprimierter Version, so daß die Kollegen in Zukunft nicht mehr tausend Schriften, sondern nur noch einige wenige zu Rate ziehen müssen.
Grüße
Klaas
Harry, (vor 8988 Tagen) @ Peter Rink
Hallo Klaas.
Was Du als Coleopterologe,sind wir als Mykologen.
Gruss
Peter
Hallo Peter
Pilzsammler allgemein als Mykologen zu bezeichnet ist mir nicht differenziert genug.
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen " den Magenbotanikern oder Pilzfressern. Ohne Interesse an mykologischer Arbeit und ohne Rücksichtnahme auf seltene oder gar geschützte Arten, steht bei ihnen nur eine möglichts reichhaltiges Mahl im Vordergrund. Wenn dann die Tiefkühltruhe auch noch 30 kg Pilze abkriegt, sind diese Leute wunschlos glücklich. Mit ihnen möchte ich nicht unbedingt auf eine Stufe gestellt werden. Ich zähle mich da schon eher zu den " Mykophilen " den Pilzliebhabern oder Pilzfreunden.Mykologisches Arbeiten,mit Mikroskop, Chemikalien, Fachliteratur und Bestimmungsschlüsseln werden der küchentechnischen Verwertung deutlich vorgezogen. Natürlich gibts auch mal ne leckere Pilzmahlzeit ( 3-4 pro Saison ). Eine übertriebene Bevorratung wird aber strikt abgelehnt.
"Mykologen" oder Pilzforscher befassen sich sehr intensiv und zum Teil hauptberuflich mit Pilzen. Elektronenmikroskopische Studien und komplizierte chemisch - analytische Untersuchungen sind wohl eher das Betätigungsfeld dieses Personenkreises.
Also in Zukunft nicht jeden Pilzsammler als Mykologen bezeichnen.
Bye Harry
Hallo Peter
Pilzsammler allgemein als Mykologen zu bezeichnet ist mir nicht differenziert
genug.
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern. Ohne Interesse an
mykologischer Arbeit und ohne Rücksichtnahme auf seltene oder gar
geschützte Arten, steht bei ihnen nur eine möglichts reichhaltiges Mahl im
Vordergrund. Wenn dann die Tiefkühltruhe auch noch 30 kg Pilze abkriegt,
sind diese Leute wunschlos glücklich. Mit ihnen möchte ich nicht unbedingt
auf eine Stufe gestellt werden. Ich zähle mich da schon eher zu den "
Mykophilen " den Pilzliebhabern oder Pilzfreunden.Mykologisches
Arbeiten,mit Mikroskop, Chemikalien, Fachliteratur und
Bestimmungsschlüsseln werden der küchentechnischen Verwertung deutlich
vorgezogen. Natürlich gibts auch mal ne leckere Pilzmahlzeit ( 3-4 pro
Saison ). Eine übertriebene Bevorratung wird aber strikt abgelehnt.
"Mykologen" oder Pilzforscher befassen sich sehr intensiv und zum
Teil hauptberuflich mit Pilzen. Elektronenmikroskopische Studien und
komplizierte chemisch - analytische Untersuchungen sind wohl eher das
Betätigungsfeld dieses Personenkreises.
Also in Zukunft nicht jeden Pilzsammler als Mykologen bezeichnen.
Bye Harry
Hallo Harry,
so pauschal solltest Du nicht über Kochtopfsammler urteilen, es gibt auch einige die seltene Arten respektieren und nicht alles in den Kochtopf schmeißen, was eßbar ist.
viele grüsse
Matthias
Gelbfieber, (vor 8988 Tagen) @ Harry
Hallo Harry,
bei Deiner arroganten Wortwahl -----„Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der -Mykopagen- den Magenbotanikern oder Pilzfressern“-----hast Du Dich wohl etwas im Ton vergriffen oder ist das Dein wahres Gesicht ?
Gelbfieber
Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8988 Tagen) @ Harry
Hallo Harry,
es gibt noch eine vierte Steigerungsform:
1. Mykophage - Pilzfresser
2. Mykophile - Pilzliebhaber
3. Mykologe - Pilzwiseenschaftler
4. Mykomanen - deutsche Bezeichnung aus Höflichkeitsgründen weggelassen.
))
Grüße, Heinz
Hallo Peter
Pilzsammler allgemein als Mykologen zu bezeichnet ist mir nicht differenziert
genug.
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern. Ohne Interesse an
mykologischer Arbeit und ohne Rücksichtnahme auf seltene oder gar
geschützte Arten, steht bei ihnen nur eine möglichts reichhaltiges Mahl im
Vordergrund. Wenn dann die Tiefkühltruhe auch noch 30 kg Pilze abkriegt,
sind diese Leute wunschlos glücklich. Mit ihnen möchte ich nicht unbedingt
auf eine Stufe gestellt werden. Ich zähle mich da schon eher zu den "
Mykophilen " den Pilzliebhabern oder Pilzfreunden.Mykologisches
Arbeiten,mit Mikroskop, Chemikalien, Fachliteratur und
Bestimmungsschlüsseln werden der küchentechnischen Verwertung deutlich
vorgezogen. Natürlich gibts auch mal ne leckere Pilzmahlzeit ( 3-4 pro
Saison ). Eine übertriebene Bevorratung wird aber strikt abgelehnt.
"Mykologen" oder Pilzforscher befassen sich sehr intensiv und zum
Teil hauptberuflich mit Pilzen. Elektronenmikroskopische Studien und
komplizierte chemisch - analytische Untersuchungen sind wohl eher das
Betätigungsfeld dieses Personenkreises.
Also in Zukunft nicht jeden Pilzsammler als Mykologen bezeichnen.
Bye Harry
Wolfgang F., (vor 8987 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de
Hallo Harry,
es gibt noch eine vierte Steigerungsform: 1. Mykophage - Pilzfresser
2. Mykophile - Pilzliebhaber
3. Mykologe - Pilzwiseenschaftler
4. Mykomanen - deutsche Bezeichnung aus Höflichkeitsgründen weggelassen.
))
Grüße, Heinz
In der Aufzählung fehlen noch
Mycophoben - Pilzehasser,
und Mycosophen...
Hallo Harry,
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern. Ohne Interesse an
mykologischer Arbeit und ohne Rücksichtnahme auf seltene oder gar
geschützte Arten, steht bei ihnen nur eine möglichts reichhaltiges Mahl im
Vordergrund. Wenn dann die Tiefkühltruhe auch noch 30 kg Pilze abkriegt,
sind diese Leute wunschlos glücklich. Mit ihnen möchte ich nicht unbedingt
auf eine Stufe gestellt werden.
spalten wir uns doch noch weiter auf und jeder kann sich dann zu den jeweils "einzig wahren" Pilzfreunden zählen. So sind schon ganz andere Interessengruppen den Bach runtergegangen....
Vielleicht sollten wir mal wieder die "Pilze sind Fruchtkörper"-Diskussion aufwärmen. Und vielleicht sollten wir auch mal wieder drauf aufmerksam machen, daß die meisten Pilze selten sind, weil ihre Biotope zerstört werden, insbesondere auch die von dir so geschätzten Kaiserlinge deren Wachstumsgebiete Weinbergen weichen mußten. Der allgemeine Rückgang von Pilzen, die auf magere Böden angewiesen sind, durch den zunehmenden Stickstoffeintrag ist ein weiteres Thema.... etc. pp. Ich möchte es dir ja nicht unbedingt unterstellen, aber ich habe den Eindruck, daß es erheblich bequemer ist gegen übermäßige Pilzsammler zu wettern, als daß etwas Wirkungsvolles erheblich Mühsameres gegen die Vernichtung von spezifischen Pilzbiotopen getan wird.
herzliche Grüße
Birgit
Klaas Reißmann, (vor 8987 Tagen) @ Birgit
Mal einfach so angemerkt: sollte ein Pilzsammler einen Fundort einer seltenen Art entdecken, bin ich der Auffassung, daß er gerade diesen den Wissenschaftlern und auch entsprechenden Naturschutzvereinen respektive
-Verbänden melden sollte, damit für das entsprechende Gebiet auch Schutzmaßnahmen ergriffen werden können und die Wissenschaft das ihrige dazu beiträgt.
Einen Fundort nicht, wie oben gesagt, preis zu geben, ist aus meiner rein entomologischen Sicht Frevel, denn dann dürfte es für die jeweilige Person nur um den kulinarischen Genuß gehen und sich eventuell noch um Profilierung handeln. Eine kontrollierte Nutzung dürfte dann ausgeschlossen und es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis auch dieser Fundort ohne die entsprechende Art ist. Ohne Vermehrung geht es auch bei den Pilzen nicht!
Viele Grüße
Klaas
felix, (vor 8987 Tagen) @ Harry
Hallo Peter
Pilzsammler allgemein als Mykologen zu bezeichnet ist mir nicht differenziert
genug.
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern. Ohne Interesse an
mykologischer Arbeit und ohne Rücksichtnahme auf seltene oder gar
geschützte Arten, steht bei ihnen nur eine möglichts reichhaltiges Mahl im
Vordergrund. Wenn dann die Tiefkühltruhe auch noch 30 kg Pilze abkriegt,
sind diese Leute wunschlos glücklich. Mit ihnen möchte ich nicht unbedingt
auf eine Stufe gestellt werden. Ich zähle mich da schon eher zu den "
Mykophilen " den Pilzliebhabern oder Pilzfreunden.Mykologisches
Arbeiten,mit Mikroskop, Chemikalien, Fachliteratur und
Bestimmungsschlüsseln werden der küchentechnischen Verwertung deutlich
vorgezogen. Natürlich gibts auch mal ne leckere Pilzmahlzeit ( 3-4 pro
Saison ). Eine übertriebene Bevorratung wird aber strikt abgelehnt.
"Mykologen" oder Pilzforscher befassen sich sehr intensiv und zum
Teil hauptberuflich mit Pilzen. Elektronenmikroskopische Studien und
komplizierte chemisch - analytische Untersuchungen sind wohl eher das
Betätigungsfeld dieses Personenkreises.
Also in Zukunft nicht jeden Pilzsammler als Mykologen bezeichnen.
Bye Harry
Laut Duden sind Mykologen Pilzwissenschaft(l)er, die sich mit der Pilzkunde (Mykologie) befassen.
Ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, bei der Erstellung einer Pilz-CD-ROM mit Spitzenmykologen zusammenarbeiten zu dürfen.Im Rahmen dieser Arbeit habe ich feststellen müssen, was "echte" Mykologen wirklich wissen und können. Die Mykologie ist derart komplex und faszinierend zugleich, dass es in der Tat unredlich wäre, würde ich mich als Mykologen bezeichnen.
Pilzfreund
Felix
bleem, (vor 8987 Tagen) @ Harry
Hi Harry!
Ohne mich weiter in dieses Thema zu verstricken, sage ich nur, paß auf was du hier sagst
, sonst geht es dir wie Boris und mir!!! Eine eigene Meinung wird von manchen Usern kaum akzeptiert und nur die eigene ist richtig und das wirklich Wahre. Jeder der dich kennt oder richtig gelesen hat weiß ,was und wie du es meinst und wird dir recht geben und alle die mich kennen wissen, wie ich das jetzt meine
. Auf alle Fälle bin ich deiner Meinung, weil ich weiß was du eigentlich meinst. Für genaue Aufklärung gibt es ja E-Mail und die sollte man nutzen, sonst gibt es wieder eine schmutzigen Thread!!!!!!!!!!!!!!
Ciao bleem
Hi bleem,
Ohne mich weiter in dieses Thema zu verstricken, sage ich nur, paß auf was du
hier sagst, sonst geht es dir wie Boris und mir!!!
ohne dir zu nahe treten zu wollen und weil Boris hier aus prinzipiellen Gründen nicht posten möchte (ich telefoniere ziemlich häufig mit ihm), möchte ich doch anmerken, daß bei Boris der Fall ganz anders lag als bei dir. Es ging nicht darum, daß Boris wegen von ihm verfaßter Beiträge und daraus resultierenden "Gegenpostings" hier nicht mehr posten wollte, sondern daß ein nicht von Boris verfaßter Beitrag aus dem Forum entfernt wurde und Boris deswegen - weil er prinzipiell gegen "Zensur" eintritt - nicht mehr hier posten wollte (nachzulesen im Archiv).
Schöne Grüße
Birgit
Klaas Reißmann, (vor 8987 Tagen) @ bleem
Ich weiß, daß Du weißt, daß ich weiß, daß Du weißt, daß ich weiß.......!
Sehr verwirrend das!
Klaas
Uli Prokop, (vor 8987 Tagen) @ Harry
Hallo Peter
Pilzsammler allgemein als Mykologen zu bezeichnet ist mir nicht differenziert
genug.
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern.
hallo harry,
ohne weiter öl ins feuer gießen zu wollen - zuerst hab ich mich über deine simple schwarz - weiß zuordnung auch ein wenig geärgert. andererseits kenne ich dich aber seit langem als ausgewiesenen fachmann, dem offenbar irgendwie der kragen geplatzt ist.
trotzdem: ich selbst und viele meiner freunde stehen der natur und ihren resourcen mit großer ehrfurcht und tiefem respekt gegenüber ( auch den pilzen ), obgleich ich mich mit keinen wissenschaftlichen ambitionen für pilze interessiere. diese große gruppe undiffenziert als magenbotaniker respektive mykophagen ( nicht mykopagen! ) zu bezeichnen, ist schon etwas grob und unpassend.
ich durfte gott sei dank immer wieder feststellen, dass wahres wissen und wahre wissenschaftlichkeit meist mit einer sehr großen und bewunderswerten bescheidenheit und toleranz gepaart ist.
unbestritten ist aber auch, dass es pilzesammler gibt, die eine spur der verwüstung hinterlassen und auch bei manchen fundmeldungen in diesem forum dachte ich mir schon des öfteren, dass dem einen oder anderen eine gewisse selbstbeschränkung gut täte.
liebe grüße
uli p.
Bruno, (vor 8987 Tagen) @ Uli Prokop
Hallo Uli,
Respekt vor deiner differenzierten Antwort. Mein coming out als Mykorast ist daneben überflüssig.
Da eine Maikäfermassenentwicklung in den südhessischen Wäldern folgt, habe ich mich auch da schon beschäftigt und will auf diesen coleopterologischen Aspekt hinweisen (auch wegen der auffälligen Betreffzeile):
http://smipp.com/tazmaik.htm
Die Frage ist nur: ess ich dann lieber M. melolontha, M. hippocastani oder M. pectoralis?
nicht nur das wird jedenfalls für ähnlichen Diskussionsstoff unter den Käferfreunden sorgen.
Bruno
Thomas Pruß, (vor 8987 Tagen) @ Bruno
Oha, Bruno, wenn die Suppe so schmeckt wie die Eier von maikäfergefütterten Hühnern, dann bin ich froh, den dekadenten Geschmack eines Mitteleuropäers aus dem 21. Jh. zu haben 
Grüsslis
Thomas
Bruno, (vor 8987 Tagen) @ Thomas Pruß
...krieg ich die immer runter.
Kennst du die (sub)urban legend von den Käferfüßen in den Eiern drin?
Klaas Reißmann, (vor 8987 Tagen) @ Bruno
Hallo Bruno,
mir als Coleopterologen ist die Maikäfersuppe durchaus bekannt, gleichwohl ich nicht behaupten kann sie jemals gegessen zu haben. Wenn du aber das Bedürfnis verspürst statt eines guten Steaks oder anderer kulinarischer Genüsse diverse Maikäfer auf dem Teller zu haben, so will ich Dich ganz gewiß nicht daran hindern.
Sollte es sich dabei jedoch um Melolontha pectoralis handeln, bitte ich um eine Mitteilung woher diese stammen. Noch besser wäre es, wenn Du Dir den Genuß dieser Käfer dann verkneifen könntest und sie lieber mir schickst (nicht zum Essen *g*), denn das dürfte für auch wissenschaftlich äußerst interessant werden.
Viele Grüße
Klaas
Klaas Reißmann, (vor 8987 Tagen) @ Uli Prokop
Als Mensch, der nichts mit Pilzen am (Pilz)Hut hat, sondern diese in der Regel nur aus der Dose oder aus den netten Plastikschalen der Gemüsehändler und Gemüsetheken kennt, mische ich mich mal ein.
Für den Wissenschaftler sei beruhigend gesagt, daß er schon ein Mykologe ist. Denn die Mykologie dürfte wohl die Lehre der Pilze sein (so wie die Coleopterologie die Lehre der Käfer ist). Und Lehre oder Lehren hat wohl kaum was mit Verzehr zu tun, oder bei den Pilzen nur äußerst bedingt. Ich behaupte mal einfach, daß der wissenschaftlich interessierte der Mykologe ist. Alle anderen, bei denen nur oder in erster Linie der kulinarische Genuß im Vordergrund steht sind dann wohl eher die Pilzsammler.
Genau wie bei uns Coleopterologen (Entomologen). Es gibt solche, die wissenschaftlich arbeiten und solche, die genau so gut Briefmarken sammeln könnte, wenn da nicht die Daten wären, an die man gerade auch durch diese Leute kommt! Leider ein kleiner Teufelskreis, bei dem das Pro und Kontra sehr genau abgewägt werden muß. Und ähnlich dürfte es sich bei den Pilzen verhalten!
Viele Grüße
Klaas
Piwo, (vor 8986 Tagen) @ Klaas Reißmann
- kein Text -
Wolfgang F., (vor 8985 Tagen) @ Klaas Reißmann
Genau wie bei uns Coleopterologen (Entomologen). Es gibt solche, die
wissenschaftlich arbeiten und solche, die genau so gut Briefmarken sammeln
könnte
Nein, das glaube ich nicht. Der Graben zwischen Mykologen und Pilzsammlern ist sicher tiefer als der zwischen Entomologen und Käfersammlern.
Denn der Käfersammler hinterläßt der Nachwelt zumindest neben dem aufgespießten Tier Angaben zu Fundort und Datum (woraus man wissenschaftlich eine Artverbreitung ableiten kann), sowie einen (mehr oder weniger richtigen) Namen, der aus einer Bestimmung, also einer (mehr oder weniger tiefgreifenden) morphologisch-taxonomischen Beschäftigung mit dem Tier hervorgegangen ist.
Der kulinarische Pilzsammler hinterläßt der Nachwelt allenfalls ein Häufchen Sch...
Andererseits sind viele Mykologen GLEICHZEITIG auch Pilzsammler, das gibt's wohl bei Entolomogen nicht.
Wolfgang
Klaas Reißmann, (vor 8985 Tagen) @ Wolfgang F.
Deine Aufführung der Unterschiede ist nicht ganz verkehrt. Vermutlich ist der Graben zwischen Mykologen und Pilzsammlern tiefer als der zwischen Coleopterologen und "Käfersammlern" (nicht Entomologen).
Im Endeffekt ist aber nicht jeder Käfersammler das Vorzeigeobjekt, daß der Nachwelt wichtige oder gute Daten hinterläßt.
1. gibt es doch immer einige, die sich ihre Sammlung bevorzugt von anderen bestimmen lassen, was in einer Anfangsphase nicht verwerflich ist, aber im Laufe der Zeit dann doch überhand nehmen kann.
2. gibt es solche, die leider ihr Material eben nicht entsprechend etikettieren. Es gibt auch heute noch Sammler, die eine Serie Tiere fangen (unterschiedlichste Arten), das erste etikettieren, den Rest in irgendeiner Form daneben stecken. Leider weiß man nach dem Tod des Sammlers nicht, ob die Tiere rechts oder links neben dem etikettierten Tier, oder die oberhalb oder die unterhalb dieses Tieres zum gleichen Funddatum respektive Fundort gehören.
3. gibt es Spezialisten, die meinen ihre Sammlung komplettieren zu müssen und etikettieren Tiere falsch. Siehe Ebert, die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 1, die Art Pandoriana pandora, der in baden-Württemberg nicht vorkommt, nicht vorkam und nicht nachweislich dorthin verschleppt wurde. Er taucht aber als in Baden-Württemberg gefunden auf. Die Tiere stecken in Landessammlungen und nur weil man weiß, daß der Sammler nicht zuverlässig war, sondern zur Etikettenfälschung neigte, wird seine gesamte Sammlung nur mit äußerster Vorsicht behandelt. Die Daten seltener Tiere oder ungewöhnlicher Funde sind somit für alle Ewigkeit verloren.
4. auch der wissenschaftlich arbeitende Coleopterologe ist/kann ein Sammler (sein). Wichtig ist, daß die Bestimmung der Arten oft schwer ist, eine Vergleichssammlung. Also hat jeder Coleopterologe das Bestreben eine möglichst komplette Sammlung richtig bestimmten Materials zu besitzen um Fehlbestimmungen seiner Bearbeitungen auszuschließen. Ein normaler Sammlertrieb läßt sich dabei auch nicht immer vermeiden.
Recht hast Du natürlich, daß es bei unserem Hobby keine Reste der menschlichen Verdauung gibt, es sei denn, Du solltest auf jemanden treffen, der neben der Sammelei und Bearbeitung auch dem kulinarischen Genß von Insekten nicht abgeneigt ist!!! Das allerdings dürfte eher unwahrscheinlich sein. ich jedenfalls kenne bisher niemanden, der scharf auf Käfersuppe oder ähnliches ist.
Viele Grüße
Klaas
Wolfgang F., (vor 8987 Tagen) @ Harry
Der größte Teil der Pilzsucher gehört wohl in die Gruppe der " Mykopagen
" den Magenbotanikern oder Pilzfressern.
... und den größten Teil der Forumsteilnehmer muß man wohl als "Mycomanen", Pilzverrückte, klassifizieren.....
hansuwe, (vor 8987 Tagen) @ Wolfgang F.
- kein Text -
An alle die Pilze lieben,
wenn Oma morgen in den Wald geht und 2 kg essbare Pilze holt, die sie eben kennt, mittags für die Familie ein Superessen daraus kocht, dann ist sie bestimmt kein Mykologe.
Wenn ich ein Regal besitze, in dem 100 Steine aus werweisswievielen Ländern liegen bin ich kein Geologe.
Ist doch logisch, oder?
elfi
Harry, (vor 8984 Tagen) @ Harry
Hallo Pilzfreunde,
mit Reaktionen auf mein Posting hab ich schon gerechnet, mit der übertriebenen Empörung und den Unterstellungen einiger User aber nicht.
Von meinen " arroganten Wortschöpfungen " und meinem wahren Gesicht ist da die Rede, sogar von Aufspaltungen der Pilzler und dem daraus resoltierenden Niedergang einiger Intressengruppen war zu lesen. Zu diesen und einigen anderen Antworten möchte ich hier nun Stellung beziehen. Ich hoffe es gelingt mir die Verärgerung und Empörung einiger Pilzfreunde zu lindern.
Laßt mich zunächt zu " meinen Wortschöpfungen " kommen. Solche Titulierungen wie Pilzfresser oder Magenbotaniker stammen schon aus einer Zeit, in der ich mit Pilzen noch gar nichts am Hut hatte. Als blutiger Anfänger habe ich schon in der " kleinen Einführung in die Pilzkunde - herausgegeben von der mykologischen Gesellschaft Luzern " - von Mykophagen, Mykophilen und Mykologen gelesen. Schon damals wurden die ja jetzt hinlänglich bekannten Wörter benutzt.
Und auch auf einer bekannten Schwarzwälder Pilzausstellung wird den Besuchern gerne der Spiegel, mit der Frage zu was gehörst Du - Pilzfreund = 0-2 Kg, Pilzfresser = 2-3 Kg oder Pilzvernichter 3Kg und mehr, vorgehalten.
Liebe Gelbfieber, du siehst diese Wortschöpfungen stammen nicht von mir, ich verwende sie aber gerne, weil es leider Tatsache ist, das sich sehr viele Pilzsammler so verhalten wie ich es geschildert habe. Ich habe das selbstverständlich nicht auf die meisten Forumsteilnehmer bezogen, und es tut mir Leid das es vielleicht so rübergekommen ist. Ich gebe zu das der Eindruck, all die die nicht mit Mikroskop, Chemikalien, Bestimmungsschlüsseln etc. arbeiten zu den Mykophagen zu zählen sind, sehr leicht entstehen konnte. Hier muß ich Uli recht geben, es war doch etwas zu grob dagestellt.
Trotzdem bleibe ich bei meiner Darstellung das die meisten Pilzsammler zu den Mykophagen gehören. Jahrelange Beobachtungen zum Sammelverhalten der Leute haben mich gestärkt in dieser Ansicht. Ich spreche auch mal Sammler an, wenn ich sie im Wald mit Pilzen überladen antreffe,um sie zu sorgsamem Umgang mit Natur und Pilzen zu animieren. Was ich da oft zu hören kriege, liebe Birgit, ist alles andere als bequem. Besonders schlimm verhalten sich unsere Mitbürger osteuropäischer Abstammumg. Ganze Familienglans ziehen mit Wassereimern bewaffnet durch die Wälder und hinterlassen sehr oft ein Bild der Verwüstung. Einmal habe ich es gewagt diese Leute zur Vernunft bringen zu wollen, ich lasse es in Zukunft sein. " Wenn du jetzt nicht deiner blöden Arsch aus dem Wald schiebst, werde ich dir mal zeigen das ich mit meinem Messer nicht nur Pilze schneiden kann " bekam ich in gebrochenem Deutsch zu hören.
Birgit, sicherlich weiß ich auch das der Rückgang der Pilze nicht auf übermäßiges Sammeln zurückzuführen ist, sondern ganz andere Ursachen hat. Soll ich deshalb aber nicht schon an der Basis versuchen die Leute zu schonungsvollem Umgang mit der Natur anzuhalten? Und woher weißt Du das ich nicht in einer Gruppe versuche oder versucht habe, den von dir geschilderten unbequemeren und mühsameren Weg zu gehen? Das dieser Weg wirkungsvoller ist zweifele ich doch sehr an. Pilze haben eben nun mal keine Lobby, und du wirst an vielen Stellen einfach nur mitleidvoll belächelt, wenn du dich für den Schutz spezifischer Pilzbiotope einsetzt. Das ist Tatsache.
Vielleicht ist es mir ja mit meinen Ausführungen gelungen die erhitzen Gemüter etwas zu beruhigen. Würde mich freuen.
Bye
Harry
Klaas Reißmann, (vor 8984 Tagen) @ Harry
Hallo Harry,
das mit der Lobby ist so eine Sache. Wir Coleopterologen haben an sich auch keine Lobby, aber jahrelange Arbeit und eine gewisse Penetranz den Ämtern gegenüber scheinen da Schrittchen für SChrittchen Besserung zu bringen. Allerdings gebe ich zu, daß diese Schrittchen sehr mühsam sind und ich im Endeffekt auch nicht weiß, ob ich da vielleicht nur einem Irrglauben erliege und nur nicht merke, daß meine oder die Beziehungen der Arbeitsgemeinschaften, in denen ich tätig bin, einfach besser geworden sind.
Deine Erfahrungen im Wald sind auch sehr zweigeteilt zu betrachten:
Das man von einigen Pilzsammlern (oder reden wir mal einfach von denen, die sich in der Natur bewegen), daß man also von einigen Leuten angemacht wird, passiert immer wieder. Auch die unangenehmen Erlebnisse wird es immer wieder geben. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch immer "Möchtegern-Naturschützer", die zwar in einem Verband oder Verein Mitglied sind, nun aber meinen Herr des Wissens zu sein und sich teilweise eine Arroganz anmaßen, die, mit verlaub, zum kotzen ist. Leider muß ich gleiches auch immer wieder von Leuten feststellen, die es eigentlich besser wissen müßten oder sich zumindest besser verhalten können müßten.
Zu oft habe ich aber erlebt, daß Biotope, oft auch Schutzgebiete, mit gut gemeinten Naturschutzgedanken kaputt geschützt wurden.
Was soll ich von den Leuten halten, die diese Form der Zerstörung verschuldet haben?
Grüße
Klaas
Karl Keck , (vor 8988 Tagen) @ Klaas Reißmann
- kein Text -
Thomas Pruß, (vor 8987 Tagen) @ Karl Keck
Moin allerseits,
ich schreibe hier mal auf, was ich letzhin auf einer „Zecken-Fachtagung“ von Bayer mit bekommen habe. Auf dieser Veranstaltung ging es hauptsächlich um Borelliose.
Alle Jahre wieder wird im Zusammenhang mit Zeckenbissen vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gewarnt. Was aber niemand weiß: Viel gefährlicher als die FSME ist die Borelliose, ganz korrekt: die Lyme-Borelliose (ich kürz’ das mal ab mit „LB“.)
250 Neuerkrankungen mit FSME im Jahr stehen 50.000 bis 60.000 Neu-Infektionen mit LB gegenüber! Die Erreger sind Spirochäten, schraubig gedrehte und ziemlich flinke Bakterien. Man nimmt an, dass bundesweit ca. 500.000 Patienten an LB leiden, die weitaus meisten, ohne es zu wissen! Während FSME nur in einigen Regionen Deutschlands vorkommt, ist die LB die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit auf der gesamten Nordhalbkugel. Es gibt keine regionalen Häufungen, denn jede 3. Zecke trägt den Erreger in sich.
LB ist eigentlich eine Krankheit von kleinen Nagetieren. Endwirte sind Ratten, alle Mäuse, Sieben- und Gartenschläfer. Gerade die Sieben- und Gartenschläfer sind demnach auch in vielen Gebieten Deutschlands die Haupt-Resevoire der LB. So sind sie in einigen Gebieten Brandenburgs und in Berlin eine wahre Plage. Der Mensch ist ein sog „Irrwirt“, woraus sich auch die Vielfältigkeit der Sympome erklären mag.
LB ist eine Krankheit, deren Sympotme so vielfältig sind, dass kaum ein Arzt sie erkennen kann. Viele Menschen erkranken an LB, fühlen sich einige Zeit krank als ob sie eine Erkältung hätten und genesen dann wieder, auch ohne den Einsatz von Medikamenten. Bei anderen Menschen überspringt aber die LB dieses erste Stadium und tritt in das zweite und dritte Stadium ein. Das bedeutet, dass die Gelenke, das Nervensystem (bis hin zu Lähmungen) und sogar das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden.
Das Problem ist, dass die meisten Betroffenen den Zeckenstich gar nicht merken, dem Arzt also auch keinen Hinweis geben können und deshalb die notwendigen Blutuntersuchungen nicht gemacht werden. Der Nachweis der Spirochäeten im Blut ist schwierig, aber über einen Antikörper-Nachweis möglich. Eine Kultur der Spirochäten ist ebenfalls sehr aufwändig.
Die LB macht sich anfangs nur durch eine ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle bemerkbar. Diese „Erythrema migrans“ oder „Wanderröte“ kann aber sehr verschieden stark ausfallen, und wenn die Zecke an einer Stelle gesaugt hat, die man nicht unbedingt jeden Tag sieht (z. B. am Heck oder in den Kniekehlen) kann sie schon mal unbemerkt bleiben.
Da die Krankheit, wie gesagt, sehr vielschichtig ist, laufen die Patienten buchstäblich „von Pontius nach Pilatus“, ohne Hilfe zu finden. Daraus folgert natürlich eine ziemliche physische und auch eine nicht zu verachtende psychische Belastung. Während der Info-Veranstaltung beschrieb eine Borelliose-Erkrankte, die Journalistin Ute Fischer, ihren Leidensweg. Sie hat LB im dritten Stadium erlebt, und der Höhepunkt ihrer Wanderungen von Arzt zu Arzt war die Überweisung an einen Psychologen, der ihre „eingebildeten Krankheiten“ behandeln sollte. Mittlerweile ist Frau Fischer zwar von der LB genesen, doch die chronischen Spätwirkungen wie Gelenkschmerzen und – für eine Journalistin ganz schlimm – eingeschränkte sprachliche Ausdrucksfähigkeit als Folge des Angriffes der LB auf das Nervensystenm, machen ihr sehr zu schaffen. Das fand Ausdruck in der Tatsache, dass sich Frau Fischer während des Referates an ein Skript halten musste, was sie selbst bestätigte.
Gibt es eine Impfung gegen LB? Jein! In den USA gibt es einen Impfstoff, doch der wirkt nur dort, denn dort gibt es nur EINEN LB-Erreger, die „Borellia burgdorferi“. In Europa und Asien dagegen gibt es DREI, bzw. ZWEI verschiedene Erreger, und gegen die gibt es keine Impfstoffe.
Vermeidungsstrategie: Der Rat, um sich gegen LB zu schützen scheint trivial: „Kein Stich, keine Krankheit“. Aber was sich so einfach anhört, ist in Wirklichkeit nicht immer durchzuhalten. Wer stiefelt schon im Hochsommer gerne dick vermummt durch den Wald auf der Suche nach Pilzen? Ist also eine komplette Abdeckung des Körpers nicht möglich (bitte die Hosenbeine in die Socken stecken, Pullis mit Bündchen an den Ärmeln, damit die Zecken nicht unter den Stoff kriechen können), MUSS man sich nach der Tour absuchen (lassen)! Und bitte, Leute, denkt dran: Zecken lauern nicht nur im Wald und auf der Heide, man kann sie sich überall einfangen: beim Joggen im Stadtpark, bei Arbeiten im Garten und selbst auf dem gepflegten Rasen vor der Haustüre – und das nicht nur auf dem Land, sondern auch mitten in der Stadt.
Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr? Wie gesagt, jede 3. Zecke trägt den LB-Erreger in sich, doch wenn man sich absucht, ist die Infektionsgefahr vergleichsweise gering. Die Zecke gibt die Erreger erst dann ab, wenn sie Gelegenheit hatte, zwischen 24 und 48 Stunden an einem zu saugen. Demgemäß liegt das Infektionsrisiko bei ca. 1 %.
Zeckenentfernung: Bitte bei der Entfernung kein Öl, kein Klebstoff oder sonstiges verwenden!!! Diese Stoffe töten die Zecke zwar, doch vorher erbricht sie sich in die Einstichstelle und gibt damit auch eine große Anzahl Erreger frei.
Die Zecke wird entfernt mit einer ganz normalen Pinzette. Vergesst die Zeckenzangen, die es in Apotheken gibt! Mit denen kann man zwar das Imago entfernen, doch für eine Nymphe oder Larve sind sie viel zu grob. Die Zecke wird möglichst tief, in unmittelbarer Kopfnähe gefasst und mit gleichmäßigem Zug herausgezogen. Bitte NICHT DREHEN! Die Mundwerkzeuge haben kein Gewinde!!
Reißt der Kopf wider Erwarten doch ab, ist das kein Beinbruch; dadurch werden keine Erreger übertragen. Allerdings kann es natürlich zu einer Entzündung an der Stelle kommen. DAS HAT ABER NICHTS MIT DER LB ODER DER FSME ZU TUN, sondern ist die gleiche Reaktion, als wenn man sich einen Splitter oder einen anderen Fremdkörper in die Haut gejagt und nicht entfernt hat!
GIBT ES SCHUTZSTOFFE? Ja! Ich will hier keine Werbung machen, doch ist das neue „Autan“ der Fa. Bayer das wirksamste Zecken-Repellent, das es zur Zeit auf dem Markt gibt. Bei lückenloser Auftragung auf der Haut wirkt es bis zu 4 Stunden gegen Zecken. Autan ist ein Piperidinsäurederivat und wurde aus über 800 verschiedenen Substanzen herausgesucht. Es ist das einzig wirklich wirksame Repellent. Autan wird übrigens auch von den gut 30 Borelliose-Selbsthilfegruppen empfohlen, die es in Deutschland gibt, sowie von der Stiftung Warentest.
Was ist zu tun, falls man sich doch infiziert hat? Achtet auf die „Wanderröte“! Sie kann erst nach einigen Tagen oder Wochen nach dem Stich auftreten. Gebt dem Arzt bei unklaren Krankheitssymptomen („chronische Erkältung“, Konzentrationstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen ohne andere Ursachen), den Hinweis auf einen möglichen, nicht erkannten Zeckenstich. Die LB ist in jedem Stadium mit Antibiotika heilbar, doch je länger sie nicht erkannt wird, desto schwieriger wird die Heilung. Übrigens: ein Hinweis auf LB könnte sein, dass die Krankheitssymptome verschwinden, wenn man wegen einer anderen Krankheit mit Antibiotika behandelt wird und wieder auftauchen, wenn die Antibiotika-Behandlung abgesetzt wird. LB kann nur mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Kur geheilt werden, die umso länger dauert, wie die Krankheit nicht erkannt wurde.
So, das ist ein ziemlich langer Thread geworden, doch ich denke, dass es das wert war. Ich werde den Thread auch in bleems Naturforum stellen.
Grüsslis
Thomas
Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8987 Tagen) @ Thomas Pruß
Hallo Thomas,
abgesehen davon, dass ich beim Lesen deines ausführlichen Beitrags (danke) ganz unwillkürlich anfing, mich zu kratzen, weils mich plötzlich bei diesem Thema überall juckte, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es verschiedene Produkte von Autan gibt. Nur eines von 6-8 ist richtig wirksam. Ich benutze ein schwedisches Produkt: Djungel-olja (=Dschungel-Öl). Es gibt nichts besseres, ist aber in Deutschland nicht auf dem Markt, es kann aber über den Apotheken- Versand bezogen werden.
Im Berreliose-Magazin wird zum Entfernen von Zecken eine Splitter-Pinzette empfohlen.
Freundliche Grüße, Heinz Ebert
Moin allerseits,
ich schreibe hier mal auf, was ich letzhin auf einer „Zecken-Fachtagung“ von
Bayer mit bekommen habe. Auf dieser Veranstaltung ging es hauptsächlich um
Borelliose.
Alle Jahre wieder wird im Zusammenhang mit Zeckenbissen vor der
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gewarnt. Was aber niemand weiß: Viel
gefährlicher als die FSME ist die Borelliose, ganz korrekt: die
Lyme-Borelliose (ich kürz’ das mal ab mit „LB“.)
250 Neuerkrankungen mit FSME im Jahr stehen 50.000 bis 60.000 Neu-Infektionen
mit LB gegenüber! Die Erreger sind Spirochäten, schraubig gedrehte und
ziemlich flinke Bakterien. Man nimmt an, dass bundesweit ca. 500.000
Patienten an LB leiden, die weitaus meisten, ohne es zu wissen! Während
FSME nur in einigen Regionen Deutschlands vorkommt, ist die LB die
häufigste durch Zecken übertragene Krankheit auf der gesamten
Nordhalbkugel. Es gibt keine regionalen Häufungen, denn jede 3. Zecke
trägt den Erreger in sich.
LB ist eigentlich eine Krankheit von kleinen Nagetieren. Endwirte sind
Ratten, alle Mäuse, Sieben- und Gartenschläfer. Gerade die Sieben- und
Gartenschläfer sind demnach auch in vielen Gebieten Deutschlands die
Haupt-Resevoire der LB. So sind sie in einigen Gebieten Brandenburgs und
in Berlin eine wahre Plage. Der Mensch ist ein sog „Irrwirt“, woraus sich
auch die Vielfältigkeit der Sympome erklären mag.
LB ist eine Krankheit, deren Sympotme so vielfältig sind, dass kaum ein Arzt
sie erkennen kann. Viele Menschen erkranken an LB, fühlen sich einige Zeit
krank als ob sie eine Erkältung hätten und genesen dann wieder, auch ohne
den Einsatz von Medikamenten. Bei anderen Menschen überspringt aber die LB
dieses erste Stadium und tritt in das zweite und dritte Stadium ein. Das
bedeutet, dass die Gelenke, das Nervensystem (bis hin zu Lähmungen) und
sogar das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden.
Das Problem ist, dass die meisten Betroffenen den Zeckenstich gar nicht
merken, dem Arzt also auch keinen Hinweis geben können und deshalb die
notwendigen Blutuntersuchungen nicht gemacht werden. Der Nachweis der
Spirochäeten im Blut ist schwierig, aber über einen Antikörper-Nachweis
möglich. Eine Kultur der Spirochäten ist ebenfalls sehr aufwändig.
Die LB macht sich anfangs nur durch eine ringförmige Rötung rund um die
Einstichstelle bemerkbar. Diese „Erythrema migrans“ oder „Wanderröte“ kann
aber sehr verschieden stark ausfallen, und wenn die Zecke an einer Stelle
gesaugt hat, die man nicht unbedingt jeden Tag sieht (z. B. am Heck oder
in den Kniekehlen) kann sie schon mal unbemerkt bleiben.
Da die Krankheit, wie gesagt, sehr vielschichtig ist, laufen die Patienten
buchstäblich „von Pontius nach Pilatus“, ohne Hilfe zu finden. Daraus
folgert natürlich eine ziemliche physische und auch eine nicht zu
verachtende psychische Belastung. Während der Info-Veranstaltung beschrieb
eine Borelliose-Erkrankte, die Journalistin Ute Fischer, ihren Leidensweg.
Sie hat LB im dritten Stadium erlebt, und der Höhepunkt ihrer Wanderungen
von Arzt zu Arzt war die Überweisung an einen Psychologen, der ihre
„eingebildeten Krankheiten“ behandeln sollte. Mittlerweile ist Frau
Fischer zwar von der LB genesen, doch die chronischen Spätwirkungen wie
Gelenkschmerzen und – für eine Journalistin ganz schlimm – eingeschränkte
sprachliche Ausdrucksfähigkeit als Folge des Angriffes der LB auf das
Nervensystenm, machen ihr sehr zu schaffen. Das fand Ausdruck in der
Tatsache, dass sich Frau Fischer während des Referates an ein Skript
halten musste, was sie selbst bestätigte.
Gibt es eine Impfung gegen LB? Jein! In den USA gibt es einen Impfstoff, doch
der wirkt nur dort, denn dort gibt es nur EINEN LB-Erreger, die „Borellia
burgdorferi“. In Europa und Asien dagegen gibt es DREI, bzw. ZWEI
verschiedene Erreger, und gegen die gibt es keine Impfstoffe.
Vermeidungsstrategie: Der Rat, um sich gegen LB zu schützen scheint trivial:
„Kein Stich, keine Krankheit“. Aber was sich so einfach anhört, ist in
Wirklichkeit nicht immer durchzuhalten. Wer stiefelt schon im Hochsommer
gerne dick vermummt durch den Wald auf der Suche nach Pilzen? Ist also
eine komplette Abdeckung des Körpers nicht möglich (bitte die Hosenbeine
in die Socken stecken, Pullis mit Bündchen an den Ärmeln, damit die Zecken
nicht unter den Stoff kriechen können), MUSS man sich nach der Tour
absuchen (lassen)! Und bitte, Leute, denkt dran: Zecken lauern nicht nur
im Wald und auf der Heide, man kann sie sich überall einfangen: beim
Joggen im Stadtpark, bei Arbeiten im Garten und selbst auf dem gepflegten
Rasen vor der Haustüre – und das nicht nur auf dem Land, sondern auch
mitten in der Stadt.
Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr? Wie gesagt, jede 3. Zecke trägt den
LB-Erreger in sich, doch wenn man sich absucht, ist die Infektionsgefahr
vergleichsweise gering. Die Zecke gibt die Erreger erst dann ab, wenn sie
Gelegenheit hatte, zwischen 24 und 48 Stunden an einem zu saugen. Demgemäß
liegt das Infektionsrisiko bei ca. 1 %.
Zeckenentfernung: Bitte bei der Entfernung kein Öl, kein Klebstoff oder
sonstiges verwenden!!! Diese Stoffe töten die Zecke zwar, doch vorher
erbricht sie sich in die Einstichstelle und gibt damit auch eine große
Anzahl Erreger frei.
Die Zecke wird entfernt mit einer ganz normalen Pinzette. Vergesst die
Zeckenzangen, die es in Apotheken gibt! Mit denen kann man zwar das Imago
entfernen, doch für eine Nymphe oder Larve sind sie viel zu grob. Die
Zecke wird möglichst tief, in unmittelbarer Kopfnähe gefasst und mit
gleichmäßigem Zug herausgezogen. Bitte NICHT DREHEN! Die Mundwerkzeuge
haben kein Gewinde!!
Reißt der Kopf wider Erwarten doch ab, ist das kein Beinbruch; dadurch werden
keine Erreger übertragen. Allerdings kann es natürlich zu einer Entzündung
an der Stelle kommen. DAS HAT ABER NICHTS MIT DER LB ODER DER FSME ZU TUN,
sondern ist die gleiche Reaktion, als wenn man sich einen Splitter oder
einen anderen Fremdkörper in die Haut gejagt und nicht entfernt hat!
GIBT ES SCHUTZSTOFFE? Ja! Ich will hier keine Werbung machen, doch ist das
neue „Autan“ der Fa. Bayer das wirksamste Zecken-Repellent, das es zur
Zeit auf dem Markt gibt. Bei lückenloser Auftragung auf der Haut wirkt es
bis zu 4 Stunden gegen Zecken. Autan ist ein Piperidinsäurederivat und
wurde aus über 800 verschiedenen Substanzen herausgesucht. Es ist das
einzig wirklich wirksame Repellent. Autan wird übrigens auch von den gut
30 Borelliose-Selbsthilfegruppen empfohlen, die es in Deutschland gibt,
sowie von der Stiftung Warentest.
Was ist zu tun, falls man sich doch infiziert hat? Achtet auf die
„Wanderröte“! Sie kann erst nach einigen Tagen oder Wochen nach dem Stich
auftreten. Gebt dem Arzt bei unklaren Krankheitssymptomen („chronische
Erkältung“, Konzentrationstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen ohne
andere Ursachen), den Hinweis auf einen möglichen, nicht erkannten
Zeckenstich. Die LB ist in jedem Stadium mit Antibiotika heilbar, doch je
länger sie nicht erkannt wird, desto schwieriger wird die Heilung.
Übrigens: ein Hinweis auf LB könnte sein, dass die Krankheitssymptome
verschwinden, wenn man wegen einer anderen Krankheit mit Antibiotika
behandelt wird und wieder auftauchen, wenn die Antibiotika-Behandlung
abgesetzt wird. LB kann nur mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Kur geheilt
werden, die umso länger dauert, wie die Krankheit nicht erkannt wurde.
So, das ist ein ziemlich langer Thread geworden, doch ich denke, dass es das
wert war. Ich werde den Thread auch in bleems Naturforum stellen.
Grüsslis
Thomas