Birkenpilze
Hallo Forum!
Da bei uns jetzt die Birkenpilze heranwachsen,
möchte ich gern wissen,woran ich sie denn erkenne.
Es haben schon einige erzählt,sie hätten den Birken-
pilz mit der Heide-Rotkapppe verwechselt.
Gruß,Björn
Hinweise zur Benutzung des Forums | Forum-Archiv | Termine | Umfragen | Pilze Pilze Chat | Pilzgalerie | Lesenswert | Pilze Pilze Pilze
Hallo Forum!
Da bei uns jetzt die Birkenpilze heranwachsen,
möchte ich gern wissen,woran ich sie denn erkenne.
Es haben schon einige erzählt,sie hätten den Birken-
pilz mit der Heide-Rotkapppe verwechselt.
Gruß,Björn
Hi Björn,
"Birkenpilz" und "Rotkappe" sind 2 volkstümliche Namen für eine Artengruppe mit über 30 Arten.
Das wichtigste makroskopische Merkmal zur Unterscheidung ist die Verfärbung des Fleisches im oberen Stieldrittel und in der Basis. Die Rotkappen um engeren Sinne (Section leccinum) schwärzen alle (teils nach röten), während der echte Birkenpilz (L. scabrum) keine Verfärbung zeigt, seine "Kollegen" können aber röten ohne danach zu schwärzen. Einige Arten zeigen auch blaugrüne Töne.
Gruß,
Wolfgang
Hi Björn,
"Birkenpilz" und "Rotkappe" sind 2 volkstümliche Namen
für eine Artengruppe mit über 30 Arten.
Das wichtigste makroskopische Merkmal zur Unterscheidung ist die Verfärbung
des Fleisches im oberen Stieldrittel und in der Basis. Die Rotkappen um
engeren Sinne (Section leccinum) schwärzen alle (teils nach röten),
während der echte Birkenpilz (L. scabrum) keine Verfärbung zeigt, seine
"Kollegen" können aber röten ohne danach zu schwärzen. Einige
Arten zeigen auch blaugrüne Töne.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Björn und Wolfgang,
Die Rauhstiehlröhrlinge sind auch alle essbar, wobei die "Rotkappen" die besserern Speisepilze sind. Eine Verwechselung zwischen Birkenpilz und Rotkappe hat also keine negativen Auswirkungen.
gruss Matthias
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das bei Rotkappen die Huthaut über den Hutrand übersteht ( ist bei älteren Pilzen nicht immer zu sehen), was bei Birkenpilzen nicht vorkommt.
gruss Matthias
Beispiel Rotkappe
![[image]](http://www.arcor.de/palb/alben/94/3399794/3430653162623964.jpg)
Beispiel Birkenpilz
![[image]](http://www.arcor.de/palb/alben/94/3399794/3833663765393839.jpg)
Hallo Matthias,
das mit der Huthaut am Rand gilt zumindest für die "klassichen" Rotkappen.
Ich will hier nur kurz loswerden, dass es eben auch (verwandtschaftlich) braun-, creme- und weißhütige "Rotkappen" gibt. Allen gemeinsam ist das intensiv rötende Fleisch, dass dann später entweder schmutzig violetgrau-schwarz wird, oder nur schmutzig grau-schwarz.
Die einzige "nicht-Rotkappen", die schwärzt ist der Hainbuchenröhrling und nah Verwandte (Leccinum carpini).
Einzig Leccinum roseofractum / Leccinum pulchrum grauen auch im Fleisch nach längerer Zeit (bis violettlich-grau) aber nicht so intensiv wie die Rotkappen.
Noch eine Ausnahme: Die Fichtenrotkappe wird nicht unbedingt dunkel violettschwarz im Fleisch sondern oft nur graulich.
Es gibt also keine Regel ohne Ausnahme.
Zum Speisewert:
Rotkappen sind mancherorts sehr zurückgegangen. Sollten also dort, wo sie eh kaum noch vorkommen geschont werden!
Punktuell können sie aber auch richtig häufig sein (z. B. Eichenrotkappe -> in großen Gebieten fast ausgestorben, anderswo noch absolut häufig, gilt auch für die anderen Rotkappen). In diesem Falle, wenn ortshäufig: Glückwunsch und Mahlzeit.
Wer helle, blasse oder braune "Birkenpilze" findet, die im Fleisch deutlich schwärzen, sollte diese bitte NICHT ESSEN, denn sie sind viel zu selten (außer Hainbuchenröhrling, der ja ein Massenpilz sein kann). Lieber Fotos machen oder an Röhrlingsinteressierte den interessanten Fund weiterleiten.
Und noch zuletzt:
Rotkappen sind ungenügend erhitzt sehr unangenehm giftig! Man merkt es sich, auch wenns nicht wirklich gefährlich ist. Also bloß keine Kostversuche mit rohen oder kurz angebratenen bzw. gegrillten Rotkappen!!!!!
Grüße, Christoph
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das bei Rotkappen die Huthaut über
den Hutrand übersteht ( ist bei älteren Pilzen nicht immer zu sehen), was
bei Birkenpilzen nicht vorkommt.
gruss Matthias
Beispiel RotkappeBeispiel Birkenpilz
Hallo Matthias,
das mit der Huthaut am Rand gilt zumindest für die "klassichen"
Rotkappen.
Ich will hier nur kurz loswerden, dass es eben auch (verwandtschaftlich)
braun-, creme- und weißhütige "Rotkappen" gibt. Allen gemeinsam
ist das intensiv rötende Fleisch, dass dann später entweder schmutzig
violetgrau-schwarz wird, oder nur schmutzig grau-schwarz.
Die einzige "nicht-Rotkappen", die schwärzt ist der
Hainbuchenröhrling und nah Verwandte (Leccinum carpini).
Einzig Leccinum roseofractum / Leccinum pulchrum grauen auch im Fleisch nach
längerer Zeit (bis violettlich-grau) aber nicht so intensiv wie die
Rotkappen.
Noch eine Ausnahme: Die Fichtenrotkappe wird nicht unbedingt dunkel
violettschwarz im Fleisch sondern oft nur graulich.
Es gibt also keine Regel ohne Ausnahme.
Zum Speisewert: Rotkappen sind mancherorts sehr zurückgegangen. Sollten also
dort, wo sie eh kaum noch vorkommen geschont werden!
Punktuell können sie aber auch richtig häufig sein (z. B. Eichenrotkappe
-> in großen Gebieten fast ausgestorben, anderswo noch absolut häufig,
gilt auch für die anderen Rotkappen). In diesem Falle, wenn ortshäufig:
Glückwunsch und Mahlzeit.
Wer helle, blasse oder braune "Birkenpilze" findet, die im Fleisch
deutlich schwärzen, sollte diese bitte NICHT ESSEN, denn sie sind viel zu
selten (außer Hainbuchenröhrling, der ja ein Massenpilz sein kann). Lieber
Fotos machen oder an Röhrlingsinteressierte den interessanten Fund
weiterleiten.
Und noch zuletzt: Rotkappen sind ungenügend erhitzt sehr unangenehm giftig!
Man merkt es sich, auch wenns nicht wirklich gefährlich ist. Also bloß
keine Kostversuche mit rohen oder kurz angebratenen bzw. gegrillten
Rotkappen!!!!!
Grüße, Christoph
Hallo Christoph,
danke für deine ausführliche Antwort, demnach gehört der gelbe Rauhstiehlröhrling Leccinum crocipodium auch zu den "Rotkappen", liege ich da richtig,
grüsse Matthias
Hi Matthias,
nein, L. crocipodium ist mit L. carpini verwandt. Hätte ich direkt sagen sollen, hab nicht dran gedacht... - sorry.
Also keine Rotkappe, sondern der Sektion "Luteoscabra" zugehörig.
Vermutlich bilden sie eine eigene Gattung, wie Binder (Regensbrug) in seiner Diss. gezeigt hat. Aber das nur so nebenbei. Hier gibt es Näherungen zu "Boletus" depilatus, der z. B. schon von Sutara zu Leccinum depilatum kombiniert wurde. Weil er eben den "gelben Birkenpilzen" anatomisch (und auch ökologisch) ähnelt.
Grüße, Christoph
Hallo Christoph,
danke für deine ausführliche Antwort, demnach gehört der gelbe
Rauhstiehlröhrling Leccinum crocipodium auch zu den "Rotkappen",
liege ich da richtig,
grüsse Matthias