Inocybe - Caulocystiden - bereifter Stiel

Werner, (vor 8922 Tagen)

Hallo,

gehe ich richtig in der Annahme, dass man 'normalerweise' den Schluss ziehen kann, dass wenn ein Stiel bereift ist, an den bereiften Stellen auch Caulocystiden sind - es sei denn, man sieht z.B. Haerchen mit Tau.

Das fiel mir auf, als ich heute Inocybe nitidiuscula (=friesii) fand, eine Unterscheidung lt. Breitenbach zu einer nahestehenden Art aber durch die Stielbereifung im oberen Drittel respektive ueber den ganzen Stiel moeglich ist.

Dies laesst dann doch mit relativ grosser Wahrscheinlichkeit den Schluss bei einem bereiften Stiel zu, dass man Caulocystiden findet, oder?

Dies koennte z.B. auch dann nuetzlich werden, wenn man bloederweise ein Einzelexemplar zu fest am Stiel angefasst hat und dadurch die Bereifung nicht mehr richtig sichtbar ist. Trotzdem muesste man dann aber noch mikroskopisch Caulos finden, oder?

Wilde Schluesse ziehend,

Werner

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Re: Inocybe - Caulocystiden - bereifter Stiel

Andreas ⌂, (vor 8922 Tagen) @ Werner

Hallo,
gehe ich richtig in der Annahme, dass man 'normalerweise' den Schluss ziehen
kann, dass wenn ein Stiel bereift ist, an den bereiften Stellen auch
Caulocystiden sind - es sei denn, man sieht z.B. Haerchen mit Tau.
Das fiel mir auf, als ich heute Inocybe nitidiuscula (=friesii) fand, eine
Unterscheidung lt. Breitenbach zu einer nahestehenden Art aber durch die
Stielbereifung im oberen Drittel respektive ueber den ganzen Stiel
moeglich ist.
Dies laesst dann doch mit relativ grosser Wahrscheinlichkeit den Schluss bei
einem bereiften Stiel zu, dass man Caulocystiden findet, oder?
Dies koennte z.B. auch dann nuetzlich werden, wenn man bloederweise ein
Einzelexemplar zu fest am Stiel angefasst hat und dadurch die Bereifung
nicht mehr richtig sichtbar ist. Trotzdem muesste man dann aber noch
mikroskopisch Caulos finden, oder?
Wilde Schluesse ziehend,
Werner

Hallo Werner,

ja, eine Bereifung ist das makroskopische Erscheinungsbild das sich durch das Vorhandensein von Cystiden ergibt. Wenn sie dicht ud lang genug sind, dann brauchst Du theoretisch nicht zu mikroskopieren, wenn es nur um das Vorhandensein geht. Meist will man ja aber noch wissen wie sie aussehen, also kommt man ums Mikroskop doch nicht rum.

Dein Einzelexemplar von Rißpilz solltest Du nur dann am Stiel anfassen wenn Du es wegwerfen willst, was ich bei Einzelexemplaren normalerweise empfehlen würde. Ansonsten kann es aber durchaus sein, dass Du durchs anfassen den Reif (und damit die Cystiden) wegwischst und dann im Mikroskop nix mehr findest. Um sich dann unnötige Präparier- und Mikroskopierarbeit zu sparen solltest Du erst mal den Stiel unter der Lupe angucken ob Du noch irgendwo ein ungedrücktes Plätzchen findest und dort Dein Präparat entnehmen.

Gruß,
Andreas