Giftpilzberatung?

Georg, (vor 8883 Tagen)

Hallo Pilzler,
ich bekomme häufig Anfragen wie:

* Sind das auf den Bildern Psilos?
* Sie kennen sich doch aus, sagen Sie mir mal ein paar Stellen wo Psilos wachsen!
* Ich brauche Grüne Knollis für wissenschaftliche Zwecke. Wo gibts welche?

Ich versuche dann immer möglichst genau Auskunft zu geben (aber meine
Stellen verrate ich natürlich nicht ;-)

'Darf' man das denn eigentlich? Könnte ja als Beihilfe zu einer Straftat ausgelegt werden. Ich persönlich bin der Meinung dass man das darf.
Möglichst viele Informationen weitergeben. Was die Leute dann damit anfangen ist ihr Problem.

Krasses Gegenbeispiel ist wohl Frankreich. Ich habe gehört, dass dort
auf Pilzausstellungen 'Psilos' (also z.B. Psilocybe semilanceata) entweder
gar nicht oder unter 'falschem Namen' (z.B. irgend ein altes obskures Synonym)
ausgestellt werden damit Interessierte keine Informationsmöglichkeit haben.
Krank, finde ich.

Georg

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Re: Giftpilzberatung?

Joachim, (vor 8883 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,
natürlich kannst Du die Frage ob das auf den Bildern Psilos sind beantworten.
Wenn Du gefragt würdest ob ein Bild eine Hanfpflanze, Tollkirsche usw. zeigt darfst Du das ja auch beantworten.
Wenn Du dann gefragt würdest wo denn z.B. Tollkirschen wachsen, dann darfst Du
das auch beantworten. Aber wo Hanf wächst darfst Du eigentlich nicht beantworten.Das müsstest Du dann der Polizei melden. *grins*
Wenn Dich aber jemand fragt wo Grüne Knollenblätterpilze wachsen und dass mit einem wissenschaftlichem Interesse begründet, stellt sich folgende die Frage:
Was will er damit wirklich machen?
Stell Dir mal vor, Du gibst einem Frager den Tipp wo Grüne Knollenblätterpilze wachsen und ein paar Tage später ließt Du in der Zeitung von einem Mord mit Grünen Knollenblätterpilzen. Ok ist überspitzt, aber doch möglich. Ob Du dann Juristig belangt werden kannst kann ich mir nicht vorstellen. Aber was würde in diesen Fall Dein Gewissen sagen?
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Giftpilzberatung?

Oliver, (vor 8883 Tagen) @ Joachim

Hallo,

also ich denke, wenn jemand einen Menschen töten will, dann findet er immer ein Mittel. Möglichkeiten gibt es ja genug. Insofern denke ich nicht, daß man ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man einen Standort von zB Knollenblätterpilzen verrät. Dann dürfte man auch zB keine Küchenmesser mehr verkaufen. Oder im Gartenhandel Rittersporn, Eisenhut, Eiben etc.

Wenn mich jemand nach Psilos fragt, dann kriegt er von mir auch eine Antwort. Unter Umständen mit einem Hinweis auf Gefahren. Was die Leute dann mit den Informationen machen, ist ihre Sache. Wenngleich ich auch nie einen Standort verrate, weder in dem einen noch in dem anderen Fall.

Das viele junge Leute in den letzten Jahren vermehrt zu den "Naturdrogen" greifen find ich nicht unbedingt gut, aber wenig Wissen hält keinen davon ab, mehr Wissen führt dann hoffentlich wenigstens zu einem besonnenerem Umgang.

Oliver

Hallo Georg,
natürlich kannst Du die Frage ob das auf den Bildern Psilos sind beantworten.
Wenn Du gefragt würdest ob ein Bild eine Hanfpflanze, Tollkirsche usw. zeigt
darfst Du das ja auch beantworten.
Wenn Du dann gefragt würdest wo denn z.B. Tollkirschen wachsen, dann darfst
Du
das auch beantworten. Aber wo Hanf wächst darfst Du eigentlich nicht
beantworten.Das müsstest Du dann der Polizei melden. *grins*
Wenn Dich aber jemand fragt wo Grüne Knollenblätterpilze wachsen und dass mit
einem wissenschaftlichem Interesse begründet, stellt sich folgende die
Frage: Was will er damit wirklich machen?
Stell Dir mal vor, Du gibst einem Frager den Tipp wo Grüne
Knollenblätterpilze wachsen und ein paar Tage später ließt Du in der
Zeitung von einem Mord mit Grünen Knollenblätterpilzen. Ok ist überspitzt,
aber doch möglich. Ob Du dann Juristig belangt werden kannst kann ich mir
nicht vorstellen. Aber was würde in diesen Fall Dein Gewissen sagen?
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Giftpilzberatung?

Huperzia ⌂, (vor 8883 Tagen) @ Oliver

also ich denke, wenn jemand einen Menschen töten will, dann findet er immer
ein Mittel. Möglichkeiten gibt es ja genug. Insofern denke ich nicht, daß
man ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man einen Standort von zB
Knollenblätterpilzen verrät. Dann dürfte man auch zB keine Küchenmesser
mehr verkaufen. Oder im Gartenhandel Rittersporn, Eisenhut, Eiben etc.

Hallo,

Ich denke, dann ist die Überlebenschance beim Knolli wieder reichlich gut - denn die gibt es vielleicht eher als bei einem gezielten Messerstich. Andererseits gibt es sicherlich wirklich Menschen, die diese aus wissenschaftlichen Gründen sammeln und dann würde ich natürlich eher nachfragen, worum es genau geht. Einmal ist´s sicher interessant und/oder andererseits lassen sich manche vielleicht dann etwas einfallen, was dich veranlaßt eben nicht zu antworten.

Wenn jemand nach Psilos fragt, könntest du diesem ja vielleicht eine Psilo-Monographie in die Hand drücken, damit er mal etwas an der Einfachheit der Bestimmung zweifelt? ;-)
Ansonsten wär ich mit den Antworten immer ehrlich und würd nicht versuchen zuviel zu verheimlichen. Wenn sie sich dann ihr Wissen woanders herholen, kann das sicher gefährlicher werden. Standorte würd ich natürlich nicht verraten, aber das tun ja auch die wenigsten Steinpilzsammler oder Entdecker ganz großer Seltenheiten.
Und auch die Psilosammler werden (manchmal) älter und entdecken dann vielleicht ein ganz anderes Interesse an ganz anderen Pilzen ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Giftpilzberatung?

Thilo, (vor 8882 Tagen) @ Georg

Hallo, Georg,

in der Schweiz gab es vor einigen Jahren wirklich einen Mordfall mit Grünen Knollenblätterpilzen. Die Mörder waren Pilzlaien, die sich die nötigen Infos bei öffentlichen Pilzberatungsstellen besorgt hatten. Das ging damals sogar durch die Presse, zumindest in der Schweiz.

Unbekannten, die mich z. B. anrufen, würde ich nie die Standorte von Giftpilzen verraten, und wenn jemand behauptet, damit "wissenschaftlich" arbeiten zu wollen, würde ich mich genau nach dem Institut oder der Firma erkundigen und gegebenenfalls mich dort rückversichern. Wenn aber auf Pilzwanderungen jemand dabei ist, der seine Erbtante vergiften will, und wir finden dann tatsächlich Knollis und er merkt sich den Standort, dann kann ich's auch nicht verhindern. Aber der Fahrlehrer ist ja auch nicht schuld, wenn sein Schüler bei nächster Gelegenheit einen Mitmenschen über den Haufen fährt...

Es grüßt
Thilo

Hallo Pilzler,

ich bekomme häufig Anfragen wie: * Sind das auf den Bildern Psilos?
* Sie kennen sich doch aus, sagen Sie mir mal ein paar Stellen wo Psilos
wachsen!
* Ich brauche Grüne Knollis für wissenschaftliche Zwecke. Wo gibts welche?
Ich versuche dann immer möglichst genau Auskunft zu geben (aber meine
Stellen verrate ich natürlich nicht ;-)
'Darf' man das denn eigentlich? Könnte ja als Beihilfe zu einer Straftat
ausgelegt werden. Ich persönlich bin der Meinung dass man das darf.
Möglichst viele Informationen weitergeben. Was die Leute dann damit anfangen
ist ihr Problem.
Krasses Gegenbeispiel ist wohl Frankreich. Ich habe gehört, dass dort
auf Pilzausstellungen 'Psilos' (also z.B. Psilocybe semilanceata) entweder
gar nicht oder unter 'falschem Namen' (z.B. irgend ein altes obskures
Synonym)
ausgestellt werden damit Interessierte keine Informationsmöglichkeit haben.
Krank, finde ich.
Georg