Info für Psilo-Sucher
Till R. Lohmeyer übermittelt im DGfM-Forum einen Zeitungsbericht aus Bayern, wo von einer für vier jugendliche Psilo-Sucher katastrophalen Verwechslung berichtet wird:
http://www.dgfm-ev.de/phorum/read.php?f=1&i=43&t=43
Karl
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Karl Keck , (vor 8874 Tagen)
Till R. Lohmeyer übermittelt im DGfM-Forum einen Zeitungsbericht aus Bayern, wo von einer für vier jugendliche Psilo-Sucher katastrophalen Verwechslung berichtet wird:
http://www.dgfm-ev.de/phorum/read.php?f=1&i=43&t=43
Karl
Galadriel, (vor 8873 Tagen) @ Karl Keck
Hallo Karl, Hallo Psilofreaks!
Eine Buchempfehlung zur Vorbeugung irreparabler Gesundheitsschäden:
Psilocybinpilze der Welt von Paul Satmets
Ein praktischer Führer zur sicheren Bestimmung
AT Verlag Schweiz
ISBN: 3-85502-607-6
Auszug :
.... Wie tollkühn es ist, aufs Geratewohl kleine braune Pilze zu suchen, wurde für diejenigen zur
erschreckenden Realität, die aus lauter unreflektiertem Enthusiasmus jede Vorsichtsmassnahme
und adäquate Vorbereitung in den Wind schlugen.
Auf der Insel Whidbey im Staate Washington sammelten 1981 drei Personen Galerinas und assen sie,
weil sie sie für Psilocyben hielten. Da sie fürchteten, für den Besitz von Psilocybinpilzen strafrechtlich
verfolgt zu werden, schoben sie den Besuch eines Krankenhauses zwei Tage auf - ein im höchsten
Masse kritischer Zeitraum, um eine sinnvolle Behandlung einzuleiten. Das sechzehnjährige Mädchen
starb nach sechs Tagen. Ihr Tod ist eine Tragödie. Sie hätte vermieden werden können, wären ihr die
Informationen dieses Buches zugänglich gewesen. .....
.... Ich finde Psilocyben oft in enger Nachbarschaft mit G. autumnalis und P. filaris. G. autumnalis
sind für mich sogar ein Hinweis dafür, dass Psilocybe in der Nähe sind, weshalb ich das umgebende
Habitat des tödlichen Pilzes nach ihnen absuche. Ein schlagender Beweis dafür ist das Foto auf dieser
Seite. Zwei Kolonien von Pilzen, eine von G. autumnalis und die andere von Psilocybe stuntzii,
haben sich hier überlagert. Die Stiele der giftigen und der psilocybinhaltigen Varietäten berühren sich
sogar. Ich befürchte, dass Amateur-Sammler nicht über die nötigen Kenntnisse verfügen, um die
tödliche Art von der psilocybinhaltigen zu unterscheiden. Wie viele würden im Sammeleifer diesen
tödlichen Tanz der Arten übersehen? Sie zum Beispiel? Dieser Zufallsfund war für mich einer der
wichtigsten Gründe, weshalb ich mich veranlasst fühlte, dieses Buch zu schreiben. ....
Freundliche Grüsse - Galadriel
Georg, (vor 8871 Tagen) @ Karl Keck
Hallo Karl,
ich habe mir mal den Zeitungsartikel durchgelesen und ich habe leise Zweifel
am Wahrheitsgehalt der Darstellung. Mir scheint da ein Fall von Sommerlochfüllsel
oder Drogenprävention durch Angstmachen vorzuliegen. Ich will nicht behaupten,
der Fall wäre erfunden, aber:
1. Ausgerechnet Cortinarius orellanus wurde gesammelt. Der ist sehr selten,
wächst in Südbayern praktisch gar nicht und meist erst ab August. OK, vielleicht
wars ja C. rubellus, der Spitzgebuckelte Rauhkopf. Den gibts dort und er ist
ähnlich giftig.
2. Die Latenzzeit. Sie wird mit 7 - 8 Tagen angegeben. Bei der Schwere
der geschilderten Verläufe (zwei der Betroffenen müssen evtl. lebenslang
dialysiert oder gar transplantiert werden) wären aber Latenzen von ca.
2 oder 3 Tagen typisch: Die Latenzzeit ist mit der Schwere der Vergiftung
korreliert (leichte Vergiftung - lange Latenzzeit, schwere Vergiftung - kurze
Latenzzeit).
3. Etwas viele Klischees: Hauptschüler, Infos aus dem Netz zusammengesucht, Pilze sucht
man natürlich nur im Wald
4. Ich meine mich erinnern zu können sowas ähnliches schon mal gelesen zu haben:
Urban Legend?
Georg
Ich habe einige Erkundigungen angestellt.
Auf Anfrage beim Münchner Giftnotruf (Klinikum rechts der Isar) habe ich
als Antwort erhalten, dass tatsächlich im Zusammenhang mit den erwähnten
Fällen Pilze zur Identifikation vorgelegt wurden. Es handelte sich jedoch
nicht um Cortinarius orellanus, sondern um C. rubellus, den Spitzgebuckelten
Rauhkopf. Nähere Angaben können aufgrund der Schweigepflicht nicht gemacht
werden.
Anscheinend hat der Journalist die Fakten noch selbst mit eigenem Halbwissen
ergänzt (wie so oft).
Anlass genug für mich über eine Art Identifikationsführer für die wichtigsten
einheimischen Giftpilze (auch Psilos) und deren korrekte Erkennung nachzudenken.
Es ist schon bedenklich dass sich Leute aufgrund einiger Bilder im Netz trauen
Pilze zu sammeln und zu essen. Da muss was getan werden.
Georg
felix, (vor 8869 Tagen) @ Georg
Ich habe einige Erkundigungen angestellt.
Auf Anfrage beim Münchner Giftnotruf (Klinikum rechts der Isar) habe ich
als Antwort erhalten, dass tatsächlich im Zusammenhang mit den erwähnten
Fällen Pilze zur Identifikation vorgelegt wurden. Es handelte sich jedoch
nicht um Cortinarius orellanus, sondern um C. rubellus, den Spitzgebuckelten
Rauhkopf. Nähere Angaben können aufgrund der Schweigepflicht nicht gemacht
werden.
Anscheinend hat der Journalist die Fakten noch selbst mit eigenem Halbwissen
ergänzt (wie so oft).
Anlass genug für mich über eine Art Identifikationsführer für die wichtigsten
einheimischen Giftpilze (auch Psilos) und deren korrekte Erkennung
nachzudenken.
Es ist schon bedenklich dass sich Leute aufgrund einiger Bilder im Netz
trauen
Pilze zu sammeln und zu essen. Da muss was getan werden.
Georg
hallo georg!
vor einigen jahren passierte mir beim pilzesammeln folgendes: zwei frauen kamen mit einem korb voll pilze auf mich zu und fragten mich, ob ich etwas von pilzen verstünde. sie zeigten mir den inhalt und baten mich, allfällig giftige oder ungenießbare auszuscheiden. was ich sah, ließen mir die haare zu berge stehen:
abgesehen von den mengen an harmlosen gallenröhrlingen fanden sich auch gelbe knollenblätterpilze, kahle kremplinge, pantherpilze.
ich klärte die damen auf und bat sie, nie wieder auf pilzjagd zu gehen ohne 100% kenntnis der sammelobjekte zu haben.
so viel zu der von dir angesprochenen bedenklichkeit.
felix
2. Die Latenzzeit. Sie wird mit 7 - 8 Tagen angegeben. Bei der Schwere
der geschilderten Verläufe (zwei der Betroffenen müssen evtl. lebenslang
dialysiert oder gar transplantiert werden) wären aber Latenzen von ca.
2 oder 3 Tagen typisch: Die Latenzzeit ist mit der Schwere der Vergiftung
korreliert (leichte Vergiftung - lange Latenzzeit, schwere Vergiftung - kurze
Latenzzeit).
HalloGeorg,
da hab' ich aber anderes gesagt bekommen!
Gerade bei der Orellaninvergiftung treten oft Symptome erst dann auf,wenn die Niere nicht mehr funktioniert. Und von Gifteinnahmebis zum Nierenstillstand können durchaus mehr als 2-3 Tage vergehen, die dann eben auch beschwerdefrei erlebt werden.
Überhaupt glaube ich, dass je länger die Latenzzeit desto SCHWERER die Vergiftung! Wenn jemand 1/2 Stunde nach der Mahlzeit schon Vergiftungssymptome zeigt, dann kann das nix dramatisches sein. Natürlich kann er ZUSÄTZLICH noch gefährlicheres Zeug geegessen haben, aber die Pilze die die schnellen Symptome ausgelöst haben sind halt Magen-Darm-giftig, also nicht lebensbedrohend.
Gruß,
Andreas
Hi Andreas,
Gerade bei der Orellaninvergiftung treten oft Symptome erst dann auf,wenn die
Niere nicht mehr funktioniert. Und von Gifteinnahmebis zum
Nierenstillstand können durchaus mehr als 2-3 Tage vergehen, die dann eben
auch beschwerdefrei erlebt werden.
Überhaupt glaube ich, dass je länger die Latenzzeit desto SCHWERER die
Vergiftung! Wenn jemand 1/2 Stunde nach der Mahlzeit schon
Vergiftungssymptome zeigt, dann kann das nix dramatisches sein. Natürlich
kann er ZUSÄTZLICH noch gefährlicheres Zeug geegessen haben, aber die
Pilze die die schnellen Symptome ausgelöst haben sind halt
Magen-Darm-giftig, also nicht lebensbedrohend.
Das ist klar. Allgemein gilt: Je länger die Latenzzeit desto schwerer die mögliche Vergiftung.
Ich bezog meine Aussage aber allein auf das ORELLANINsyndrom. Und da gilt:
je kürzer die Latenzzeit desto schwerer die Vergiftung. Die tödlich
verlaufenden Fälle hatten alle Latenzzeiten von wenigen Tagen. Die leichteren
Fälle mit rascher Rückbildung der Nierenschäden 1 bis 3 Wochen oder mehr.
Georg
Hi Andreas,
Das ist klar. Allgemein gilt: Je länger die Latenzzeit desto schwerer die
mögliche Vergiftung.
Ich bezog meine Aussage aber allein auf das ORELLANINsyndrom. Und da gilt: je
kürzer die Latenzzeit desto schwerer die Vergiftung. Die tödlich
verlaufenden Fälle hatten alle Latenzzeiten von wenigen Tagen. Die leichteren
Fälle mit rascher Rückbildung der Nierenschäden 1 bis 3 Wochen oder mehr.
Georg
Ah ja, ist ja so betrachtet auch logisch: Je schneller die Niere ihren Exitus erleidet, desto stärker muß die Giftwirkung sein ....
Wieder was dazu gelernt, danke!
Gruß,
Andreas