Pfifferlinge ohne Ende....

Frank H., (vor 8869 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

nachdem es heute endlich wieder trocken war bin ich mal meine Pfifferlingsplätze abgegangen, und war begeistert. Gleich beim ersten stand der Wald (relativ junge Fichten) voll mit Exemplaren in allen Größen. Nach ca. 20 Minuten hatte ich gut 1,5 kg gesammelt. Und wenn ich bedenke, wieviele kleine ich noch habe stehenlassen, der helle Wahnsinn. Damit tut sich aber auch ein kleines Problem auf. Wer hat Erfahrung mit der Konservierung von Pfifferlingen. Einfrieren ist ja wohl nicht so gut, deshalb wäre ich dankbar für einen guten Tipp. Denn aufgrund der Tatsache, das ich den Hauptteil der Pilze habe stehen lassen, wird sich in den nächsten Tagen noch einiges ansammeln und das will ich schließlich nicht verkommen lassen.
Also, ich bin gespannt auf Eure Methoden.

Außerdem noch gefunden:
Stinkmorchel, Goldröhrling, Perlpilz, Marone, diverse Täublinge und vieles mehr.
Ich denke, das 2002 ein Superpilzjahr wird.

Gruß aus dem Rothhargebirge
Frank

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Lass den anderen auch was übrig

zuehli ⌂, (vor 8869 Tagen) @ Frank H.

Hallo Frank,

nichts für ungut, aber muss man eigentlich auf Teufelkommraus kiloweise (oder noch besser zentnerweise) den Wald heimholen? Für manche hier im Forum scheint die Hauptaufgabe der Pilze darin zu bestehen vom Menschen aufgefressen zu werden. Ich denke mal, unsere geliebten Pilze haben andere Aufgaben in der Natur zu erfüllen. Warum kann man sich eigentlich nicht beschränken auf - will sagen - haushaltsübliche Mengen, anderen Pilzsammlern auch noch was stehen lassen und ansonsten der Natur ihren Lauf lassen ???

Kleiner Denkanstoss....
von Harald

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Re: Lass den anderen auch was übrig

Frank H., (vor 8869 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

selbstverständlich räubere ich den Wald nicht aus und nehme auch nur die wirklich großen Exemplare mit. Aber so ein Jahr wie dieses gab es bei uns schon lange nicht, zumal wir keine ausgesprochene Pfifferlingsgegend sind. Ich will ja nur einen kleinen Vorrat für schlechtere Zeiten (Winter) anlegen, damit man auch dann in den Genuss von Pfiffis kommen kann. Wenn ich heute gewollt hätte wären wohl 4-5 Kilo zusammen gekommen, aber ich habe es bei einer Portion für ein Familienmahl bewenden lassen. Alles andere würde ich auch nicht übers Herz bringen, dazu bin ich zu verliebt in unsere Natur. Du brauchst Dir in dieser Beziehung wirklich keine Sorgen zu machen.
Ansonsten wäre ich trotzdem sehr dankbar für Tipps aus dem Forum.

Gruß, Frank

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Einfrieren nach Rezept

Werner, (vor 8869 Tagen) @ Frank H.

Ich kann hier nur das Rezept aus dem Gisela Lockwald-Buch empfehlen. Weisswein eindicken lassen (kochen), mit Huehnerbruehe auffuellen und dann auf die Haelfte reduzieren. Inzwischen die Pilze mit einer Schalotte anbraten. Dann die Bruehe zugiessen. Am Schluss noch mit Sahne auffuellen, kurz aufkochen und dann einfrieren.

Dabei werden die Pfiffis nicht bitter und halten den Geschmack. Ich habe sie aber meist dann gleich auf Bandnudeln (breite, italienische) verspeist :-)

Das schmeckt mir wesentlich besser als meine frueheren gnadenlosen Wuerzcurryzwiebelpilzmischmaschallerleis. Geht auch erstklassig mit Steinpilzen. Mit anderen habe ich es noch nicht probiert.

Gruss,

Werner

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Re: Pfifferlinge ohne Ende....

elfi ⌂, (vor 8869 Tagen) @ Frank H.

Hallo Frank,

erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Fund!
So frisch wie die Pfifferlinge zur Zeit sind kann man sie auch kochtopffertig geschnitten einfrieren. (Nimm gute Gefrierbeutel, sonst schmeckt alles andere in Deinem Gefrierschrank auch nach Pfiffer, z.B. Speiseeis!)
Sie dürften beim Kochen oder Braten nicht bitter werden. Nimm dafür nicht die ganz "großen". Sollte es trotzdem passieren kann ein Löffel Essig als Zugabe den bitteren Geschmack wieder nehmen, dann so lange kochen bis die Säure sich verflüchtigt.

Du kannst die Pilze auch schon in Butter andünsten und einfrieren, dann brauchen sie nicht so viel Platz, mit Pfiffer kann man das machen sie werden nicht lasch, so wie Steinpilze, die friere ich immer roh ein, gut geputzt und feucht abgewischt, ja nicht waschen!

Manchmal lege ich die Pfiffer auch sauer ein, dann isst man sie kalt:
Pilze in Salzwasser ca. 3 Minuten blanchieren. Einen Sud aus Essig, Wasser, Sauerbratengewürz und Salz eventuell auch mit Zwiebel gut durchkochen und die abgeschäumten, abgeseiten Pilze darin nochmal 5 Minuten kochen. Heiß in Twist-off Gläser abfüllen und sofort zuschrauben. Diese Konserven halten sich, kühl gelagert, jahrelang.

Lass es Dir schmecken!
Grüße
elfi

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Re: Einfrieren nach Rezept

Bimpfi, (vor 8869 Tagen) @ Werner

Werner,
ich hätte Dir ja wirklich viel zugetraur aber: "Wuerzcurryzwiebelpilzmischmaschallerleis" nun wirklich nicht. Respekt!
Bimpfi

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Allerlei

Werner, (vor 8869 Tagen) @ Bimpfi

Werner,
ich hätte Dir ja wirklich viel zugetraur aber:
"Wuerzcurryzwiebelpilzmischmaschallerleis" nun wirklich nicht.
Respekt!
Bimpfi

Ich bin doch fuer meinen experimentellen Geschmack bekannt :-) Siehe Gallenroehrlingsallerlei *bg*

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Re: Trocknen von Eierschwammerln

felix, (vor 8869 Tagen) @ Frank H.

Hallo Pilzfreunde,
nachdem es heute endlich wieder trocken war bin ich mal meine
Pfifferlingsplätze abgegangen, und war begeistert. Gleich beim ersten
stand der Wald (relativ junge Fichten) voll mit Exemplaren in allen
Größen. Nach ca. 20 Minuten hatte ich gut 1,5 kg gesammelt. Und wenn ich
bedenke, wieviele kleine ich noch habe stehenlassen, der helle Wahnsinn.
Damit tut sich aber auch ein kleines Problem auf. Wer hat Erfahrung mit
der Konservierung von Pfifferlingen. Einfrieren ist ja wohl nicht so gut,
deshalb wäre ich dankbar für einen guten Tipp. Denn aufgrund der Tatsache,
das ich den Hauptteil der Pilze habe stehen lassen, wird sich in den
nächsten Tagen noch einiges ansammeln und das will ich schließlich nicht
verkommen lassen.
Also, ich bin gespannt auf Eure Methoden.
Außerdem noch gefunden: Stinkmorchel, Goldröhrling, Perlpilz, Marone, diverse
Täublinge und vieles mehr.
Ich denke, das 2002 ein Superpilzjahr wird.
Gruß aus dem Rothhargebirge
Frank

Hallo Frank!

aus der pilzliteratur geht hervor, dass sich eierschwammerl nicht zum trocknen eignen. nun habe ich vor vielen jahren bei befreundeten bauersleuten im salzburgischen gesehen, dass sie diese pilze sehr klein schneiden und dann trocknen. wir haben das auch probiert und seit diesem zeitpunkt werden eierschwammerl bei uns getrocknet und entweder pulverisiert oder kleingehackt als würze in suppen etc. verwendet. köstlich........

felix

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pfifferlinge einfrieren

coco, (vor 8869 Tagen) @ felix

hallo frank,

mit dem trocknen von pfiffels, zumindest als farbtupfer in den mischpilzen und recht klein geschnitten, hab ich gute erfahrungen gemacht.

ein gastwirt im schwarzwald, der letztes jahr in der grössten trockenheit herrliche pfiffels anbot, schockfrostet sie roh, nur trocken gesäubert, in beuteln, denen er mit vakuumpumpe die luft entzogen hatte.

gruss

coco

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Re: Lass den anderen auch was übrig

hellmut, (vor 8868 Tagen) @ zuehli

Hallo Frank,
nichts für ungut, aber muss man eigentlich auf Teufelkommraus kiloweise (oder
noch besser zentnerweise) den Wald heimholen? Für manche hier im Forum
scheint die Hauptaufgabe der Pilze darin zu bestehen vom Menschen
aufgefressen zu werden. Ich denke mal, unsere geliebten Pilze haben andere
Aufgaben in der Natur zu erfüllen. Warum kann man sich eigentlich nicht
beschränken auf - will sagen - haushaltsübliche Mengen, anderen
Pilzsammlern auch noch was stehen lassen und ansonsten der Natur ihren
Lauf lassen ???
Kleiner Denkanstoss....
von Harald

Hallo Harald,

Du darfst nicht vergessen daß die Pilzsaison noch sehr jung ist
und dadurch natürlicherweise die " Sucht " nach Pilzen besonders groß ist.
Wer sind denn die Anderen denen Du was stehen lassen willst?
Bei uns schlagen z. B. die Italiener planquadratmäßig mit Funkunterstützung zu.
Beobachte doch mal "die Anderen" die sich lautstark durch den Wald bewegen,den Jausenabfall einfach wegwerfen und nicht bekannte Pilze achtlos zertreten.
Oder wie schaut es mit den gewerblichen Pilzsammlern aus,für die es keine
Sammelbeschränkungen gibt?

Heute bin ich selbst so weit daß mir das Auffinden eines mir bisher unbekannten
Pilzes, wie den vor Kurzem im Forum gezeigten Silberröhrling,wesentlich mehr Freude macht als quantitative Funderfolge.
Aber ich muß gestehen früher war das auch mal anders,wenngleich bei einem größeren Funderfolg "die Anderen",in dem Fall mir Bekannte, auch was davon hatten.
Sammeln ist eine Leidenschaft die tief im Menschen verwurzelt ist, beim einen
mehr beim anderen weniger,daran kann man nichts ändern.
Aber an der Sammelkultur könnte man was ändern in dem man z.B.schon im Wald
die Pilze auseinanderschneidet und die unbrauchbaren Teile im Wald belässt.

Grüße Hellmut

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Re: Trocknen von Eierschwammerln

hansuwe, (vor 8868 Tagen) @ felix

Hallo Frank!
aus der pilzliteratur geht hervor, dass sich eierschwammerl nicht zum
trocknen eignen. nun habe ich vor vielen jahren bei befreundeten
bauersleuten im salzburgischen gesehen, dass sie diese pilze sehr klein
schneiden und dann trocknen. wir haben das auch probiert und seit diesem
zeitpunkt werden eierschwammerl bei uns getrocknet und entweder
pulverisiert oder kleingehackt als würze in suppen etc. verwendet.
köstlich........
felix

Felix, ich kann nur zustimmen.
In der Literatur steht so allerlei, es sind sehr häufig persönliche Meinungen, oder es wird anderswo abgeschrieben, leider steht das nicht immer dabei.
Alle Beiträge hier zu diesem Pfifferlingsthema geben persönliche Meinungen wieder.
Ich kann allen Beiträgen zu diesem Pfifferlingsthema zustimmen. Es ist auch Geschmackssache. Es lohnt sich, die verschiedenen Rezepte auszuprobieren.
Dass man Pfifferlinge frisch zubereiten sollte, darüber sind sich wohl alle einig.
Ob man sie nach den hier beschriebenen Methoden einfriert oder anders "nass" konserviert, sollte jeder selber ausprobieren.
Dass Pfifferlinge nicht zum Trocknen geeignet sind ist physikalisch falsch, man kann alles, ausser Flüssigkeiten (*g*) trocknen.
Getrocknete Pfifferlinge haben auch getrocknet einen intensiven, jedoch veränderten Geschmack, die Farbe bleibt weitgehend erhalten, sie werden allerdings zäh, aber nicht ungeniessbar. Wie alle Trockenpilze muss man sie lange genug vor der Zubereitung einweichen.
In einem Mischpilzgericht oder in einer Pilzsuppe machen sie sich meiner Meinung nach gut, wie auch von coco erwähnt.
Probieren geht über Studieren.
Pilzige Grüsse
hansuwe

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Vielen Dank.............

Frank H., (vor 8868 Tagen) @ Frank H.

.... Euch allen. Ich werde das eine oder andere mal ausprobieren und Euch meine Eindrücke dann beizeiten schildern. Vorerst gab es heute mal eine herrliche Pfifferlingspfanne mit Speck, Zwiebeln, Sahne und Creme fraiche angemacht. Dazu, in Ermangelung von Nudeln oder Reis, aufgebackenes Kräuterbaguette. Einfach köstlich. Und jetzt brauch´ ich erst mal ´nen Schnaps. PROST !!!

Gruß, Frank

P.S. Wo ist das denn mit den Italienern ? Gibt es denn da keine Handhabe gegen ?

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An Frank + Hellmut, "Sammelwut"

zuehli ⌂, (vor 8868 Tagen) @ hellmut

Hallo Frank und Hellmut,

zunächst einmal will ich sagen, dass ich Frank nicht persönlich angreifen wollte, mein "Denkanstoss" kam jetzt eben gerade mal so aus mir heraus, weil ich diese Sammelwut, die hier manchmal im Forum grassiert nicht nachvollziehen kann.
Zu Hellmuts Ausführungen: Ob die Pilzsaison noch jung ist oder nicht, spielt keine Rolle, kiloweise gefunden wird doch sobald irgendwo was essbares pilziges aus dem Boden kommt. Letztes Jahr hat doch z.B. einer - soweit ich mich erinnern kann - 65 Kilo Steinpilze heimgeschleppt - und auch noch geputzt... Da verschlägts mir doch glatt die Sprache. Davon mal abgesehen gibts ausser Steinpilzen, Pfifferlingen, etc. auch noch andere Pilze die vielleicht sogar noch leckerer sind. ( Die Geschmäcker sind verschieden, aber hat schon mal einer versucht Kilos von Graublättrigen Schwefelköpfen zu sammeln...)
Mit "den Anderen" sind alle Ottonormalpilzsammler wie Du und Ich gemeint. Keine Gewerblichen und sonstigen Italiener, die gibt es hier bei uns im Mittelhessischen nicht. Außerdem: Chaoten und Idioten gibts überall!
Zur Sammelleidenschaft ist zu sagen, dass ich das im Falle von Briefmarken o.ä. nachvollziehen kann, aber hier bei unserem Thema handelt es sich oft nicht ums Sammeln sondern ums Raffen. Eine Eigenschaft, die vielleicht typisch deutsch ist, man neigt dazu, solange es etwas umsonst gibt, sich die Taschen vollzustopfen, ob man es braucht oder nicht. Frei nach dem Motto: Nur schnell einstecken, bevor es mir ein anderer wegnimmt.
Pilzesammeln hat für mich den Zweck ein Stück Natur zu geniessen. Jeder Gang in Wald, Feld und Flur tut der Seele gut, vorausgesetzt man weiss die Natur zu deuten und kann sich mit ihr arrangieren und nutzt den Wald nicht als kostenloses Einkaufszentrum. Wenn man dann auch noch ein paar essbare Pilze findet, die für eine satte Mahlzeit reichen, ist es doch gut. Wenn man etwas rares findet, ist es für mich sogar noch besser ( natürlich nicht für den Kochtopf). Und wenn man das nächste mal wieder Lust auf Pilze hat, geht man eben nochmal in die Natur ...
Das brauchen diejenigen natürlich nicht, die schon zuhause gebunkert haben.
Das ist meine Meinung, aber bitteschön, andere denken anders - jeder wie es ihm beliebt.

Grüsse Harald

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Kennwort ;-)

Birgit, (vor 8867 Tagen) @ zuehli

Hi Harald,

sag mal sagt dir das Wort "konga" was? Wenn du der bist, den ich meine, dann weißt du sofort Bescheid.... anderenfalls vergiss es einfach, es hat nur den Sinn einer Identifizierung.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: An Frank + Hellmut, "Sammelwut"

Heinz.Ebert@dgfm-ev.de, (vor 8867 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,
deine klaren Worte gingen mir runter "wie Öl". Genauso seh ich das auch !!! Es gibt schon regelrecht perverse Zeitgenossen !!! Zu mir kam mal jemand mit einem ganzen Kofferraum voll Samtfußkremplinge und wollte wissen, ob man die essen kann. Auf meine Frage, warum er soviel von einem ihm unbekannten Pilz gesammelt hat, antwortete er mir, dass es ja hätte sein können, dass der "gut" ist, und in der Zeit wo er bei mir war, hätte die dann jemand anders nehmen können! Ich hab den einfach rausgeworfen. Hoffentlich hat er das Zeug gefressen und heftig gekotzt !!!
In diesem Sinne herzliche Grüße aus der Vulkaneifel, Heinz Ebert

Hallo Frank und Hellmut,
zunächst einmal will ich sagen, dass ich Frank nicht persönlich angreifen
wollte, mein "Denkanstoss" kam jetzt eben gerade mal so aus mir
heraus, weil ich diese Sammelwut, die hier manchmal im Forum grassiert
nicht nachvollziehen kann.
Zu Hellmuts Ausführungen: Ob die Pilzsaison noch jung ist oder nicht, spielt
keine Rolle, kiloweise gefunden wird doch sobald irgendwo was essbares
pilziges aus dem Boden kommt. Letztes Jahr hat doch z.B. einer - soweit
ich mich erinnern kann - 65 Kilo Steinpilze heimgeschleppt - und auch noch
geputzt... Da verschlägts mir doch glatt die Sprache. Davon mal abgesehen
gibts ausser Steinpilzen, Pfifferlingen, etc. auch noch andere Pilze die
vielleicht sogar noch leckerer sind. ( Die Geschmäcker sind verschieden,
aber hat schon mal einer versucht Kilos von Graublättrigen Schwefelköpfen
zu sammeln...)
Mit "den Anderen" sind alle Ottonormalpilzsammler wie Du und Ich
gemeint. Keine Gewerblichen und sonstigen Italiener, die gibt es hier bei
uns im Mittelhessischen nicht. Außerdem: Chaoten und Idioten gibts
überall!
Zur Sammelleidenschaft ist zu sagen, dass ich das im Falle von Briefmarken
o.ä. nachvollziehen kann, aber hier bei unserem Thema handelt es sich oft
nicht ums Sammeln sondern ums Raffen. Eine Eigenschaft, die vielleicht
typisch deutsch ist, man neigt dazu, solange es etwas umsonst gibt, sich
die Taschen vollzustopfen, ob man es braucht oder nicht. Frei nach dem
Motto: Nur schnell einstecken, bevor es mir ein anderer wegnimmt.
Pilzesammeln hat für mich den Zweck ein Stück Natur zu geniessen. Jeder Gang
in Wald, Feld und Flur tut der Seele gut, vorausgesetzt man weiss die
Natur zu deuten und kann sich mit ihr arrangieren und nutzt den Wald nicht
als kostenloses Einkaufszentrum. Wenn man dann auch noch ein paar essbare
Pilze findet, die für eine satte Mahlzeit reichen, ist es doch gut. Wenn
man etwas rares findet, ist es für mich sogar noch besser ( natürlich
nicht für den Kochtopf). Und wenn man das nächste mal wieder Lust auf
Pilze hat, geht man eben nochmal in die Natur ...
Das brauchen diejenigen natürlich nicht, die schon zuhause gebunkert haben.
Das ist meine Meinung, aber bitteschön, andere denken anders - jeder wie es
ihm beliebt.
Grüsse Harald

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Re: An Frank + Hellmut, "Sammelwut"

Piwo, (vor 8867 Tagen) @ Heinz.Ebert@dgfm-ev.de

Hallo Harald,
deine klaren Worte gingen mir runter "wie Öl". Genauso seh ich das
auch !!! Es gibt schon regelrecht perverse Zeitgenossen !!! Zu mir kam mal
jemand mit einem ganzen Kofferraum voll Samtfußkremplinge und wollte
wissen, ob man die essen kann. Auf meine Frage, warum er soviel von einem
ihm unbekannten Pilz gesammelt hat, antwortete er mir, dass es ja hätte
sein können, dass der "gut" ist, und in der Zeit wo er bei mir
war, hätte die dann jemand anders nehmen können! Ich hab den einfach
rausgeworfen. Hoffentlich hat er das Zeug gefressen und heftig gekotzt !!!
In diesem Sinne herzliche Grüße aus der Vulkaneifel, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
gegen die klaren Worte von Harald ist nichts einzuwenden. Dein frommer Wunsch wird mit einiger Wahrscheinlickeit nicht in Erfüllung gegangen sein. Ich selbst habe in den Nachkriegsjahren aus Kohldampf einen Rucksack voll Kahler Kremplinge heimgeschleift. Sie wurden auch ohne verdauungsstörende Folgen gegessen. Eine andere Folge war, daß sie so "gut" geschmeckt haben, daß selbst der Kohldampf von Stadtbewohnern nicht ausreichte, sie ein weiteres Mal zu verzehren. Aus der Erinnerung beschreibe ich den Geschmack "dumpf, wie Keller". Kahle Kremplinge standen DAMALS übrigens auch regelmäßig auf dem Speisezettel.
Gruß Piwo