Fundbericht: Die Röhrlinge kommen ...

Rainer_aus_AC, (vor 8858 Tagen)

Gestern (Sonntag) nachmittag bin ich zu einer kleinen Tour in eins meiner "Standard-Reviere" aufgebrochen, das ich in kurzen Abständen immer mal wieder besuche. Gestern ohne grosse Erwartung, aber das Wetter war halt schön ... .

Die ganzen Wochen vorher hatte ich, ausser Fotos von Pilzen, die ich noch bestimmen wollte, und ausnahmsweise mal einem versprengten Flocki (eher selten), im wesentlichen Perlpilze mit nach Hause gebracht. Gestern war es ganz anders.

Gesehen / gefunden:
- Steinpilze, die ersten der Saison. Neben ganz kleinen, die noch weiterwachsen
durften, auch schon einige überalterte - und das an Stellen, wo mir vor etwa
einer Woche noch nichts aufgefallen war.
- Flockis: etliche recht junge. Es scheint loszugehen ...
- Eichenrotkappen: zwar nur an einer Stelle, aber sehr viele in fast allen
Größen von klitze-klein bis ausgewachsen. Ein beeindruckendes Bild, fast wie
im "Pilze-Wunderland". Gefunden habe ich sie in dieser Gegend zum ersten Mal.
- Maronen: nicht viele, aber immerhin.
- Goldröhrlinge: dto.
- Pfefferröhrlinge. Frage: verwendet die eigentlich jemand zum Würzen?
- Düstere Röhrlinge
- Edelreizker: nur einer, aber der erste der Saison.
- Perlpilze: gab's auch noch, aber deutlich weniger und wenn, da meist sehr
madig.

Bei den Röhrlingen ist mir aufgefallen, dass die meisten wieder sehr nah an Wegen wuchsen, manche sogar darauf. Bei richtigen Waldwegen bzw. Schneisen finde ich das nicht ganz so überraschend (mehr Licht, etc.), aber bei kleinen Trampelpfaden schon. Ob das tatsächlich an den Pilzsammlern mit Körben liegt, die Sporen ausstreuen?

Grüsse aus Aachen,
Rainer.

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pfefferröhrling

coco, (vor 8858 Tagen) @ Rainer_aus_AC

hallo rainer!

toll, deine funde, besonders die eichenrotkappen!

zum pfefferröhrling:

ich freu mich über jeden solchen als zugabe für pilzpulver. hab ihn auch schon kleingeschnitten im mischpilzgericht verwendet - ist zwar scharf, aber keinesfalls unerträglich.

gruss

coco

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Re: Pfefferröhrlinge und ein wenig Neid!

gottfried, (vor 8858 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,
Pfefferröhrlinge verfeinern ein Mischpilzgericht nach meinem Geschmack. Übrigens ist der Pfefferröhrling oft ein Steinpilz- Begleiter. Also, wo "Pfeffis" stehen, sind "Steinis" nicht mehr weit.
Mit etwas Wehmut schaue ich auf Deine Fundliste und gen Westen!
Gruß g

Gestern (Sonntag) nachmittag bin ich zu einer kleinen Tour in eins meiner
"Standard-Reviere" aufgebrochen, das ich in kurzen Abständen
immer mal wieder besuche. Gestern ohne grosse Erwartung, aber das Wetter
war halt schön ... .
Die ganzen Wochen vorher hatte ich, ausser Fotos von Pilzen, die ich noch
bestimmen wollte, und ausnahmsweise mal einem versprengten Flocki (eher
selten), im wesentlichen Perlpilze mit nach Hause gebracht. Gestern war es
ganz anders.
Gesehen / gefunden: - Steinpilze, die ersten der Saison. Neben ganz kleinen,
die noch weiterwachsen
durften, auch schon einige überalterte - und das an Stellen, wo mir vor etwa
einer Woche noch nichts aufgefallen war.
- Flockis: etliche recht junge. Es scheint loszugehen ...
- Eichenrotkappen: zwar nur an einer Stelle, aber sehr viele in fast allen
Größen von klitze-klein bis ausgewachsen. Ein beeindruckendes Bild, fast wie
im "Pilze-Wunderland". Gefunden habe ich sie in dieser Gegend zum
ersten Mal.
- Maronen: nicht viele, aber immerhin.
- Goldröhrlinge: dto.
- Pfefferröhrlinge. Frage: verwendet die eigentlich jemand zum Würzen?
- Düstere Röhrlinge
- Edelreizker: nur einer, aber der erste der Saison.
- Perlpilze: gab's auch noch, aber deutlich weniger und wenn, da meist sehr
madig.
Bei den Röhrlingen ist mir aufgefallen, dass die meisten wieder sehr nah an
Wegen wuchsen, manche sogar darauf. Bei richtigen Waldwegen bzw. Schneisen
finde ich das nicht ganz so überraschend (mehr Licht, etc.), aber bei
kleinen Trampelpfaden schon. Ob das tatsächlich an den Pilzsammlern mit
Körben liegt, die Sporen ausstreuen?
Grüsse aus Aachen,
Rainer.

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Re: Fundbericht: Die Röhrlinge kommen ...

Christoph ⌂, (vor 8858 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

Bei den Röhrlingen ist mir aufgefallen, dass die meisten wieder sehr nah an
Wegen wuchsen, manche sogar darauf. Bei richtigen Waldwegen bzw. Schneisen
finde ich das nicht ganz so überraschend (mehr Licht, etc.), aber bei
kleinen Trampelpfaden schon. Ob das tatsächlich an den Pilzsammlern mit
Körben liegt, die Sporen ausstreuen?

an den Körben liegt das sicher nicht. Am Licht auch nicht. Das Phänomen ist auch bei anderen Mykorrhizapilzen bekannt. Anscheinend wird das Mycel durch Bodenstörungen (z. B. Verdichtung) zum fruktifizieren angeregt. D. h. solange es ungestört vor sich hin wächst bildet es seltener Fruchtkörper. Stößt es aber an eine Barriere (Wegrand, verdichteter Boden) verdichtet es sich dort vermutlich und bildet deutlich mehr Fruchtkörper aus.
Risspilze wachsen ja auch bevorzugt am Wegrand...

Ach ja, ich mische Pfefferröhrlinge auch mal in ein Mischgericht. Aber scharf finde ich die gedünstet überhaupt nicht mehr...

Grüße, Christoph

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RE: Pilze am Wegrand ...

Rainer_aus_AC, (vor 8858 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,
danke für Deine Infos. Eine Nachfrage noch: Wieso liegt das an den
Körben "sicher nicht" und "auch nicht am Licht"?. Ist der Grund, dass
Sporen sowieso weiter verweht würden, oder ist das mit der Sporenverbreitung
aus Körben auch nur ein Ammenmärchen?
Und was weiss man ueber den Einfluss von Licht auf das Fruktifizieren?
Ist der in der Regel unerheblich?
Letzte Frage: Gibt es ein gutes Buch, wo man sowas (als Laie) nachlesen
kann?
Grüße, Rainer.

Hallo Rainer,
an den Körben liegt das sicher nicht. Am Licht auch nicht. Das Phänomen ist
auch bei anderen Mykorrhizapilzen bekannt. Anscheinend wird das Mycel
durch Bodenstörungen (z. B. Verdichtung) zum fruktifizieren angeregt. D.
h. solange es ungestört vor sich hin wächst bildet es seltener
Fruchtkörper. Stößt es aber an eine Barriere (Wegrand, verdichteter Boden)
verdichtet es sich dort vermutlich und bildet deutlich mehr Fruchtkörper
aus.
Risspilze wachsen ja auch bevorzugt am Wegrand...
Grüße, Christoph

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Re: RE: Pilze am Wegrand ...

Christoph ⌂, (vor 8858 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

an die Körbe glaube ich aus zwei Gründen nicht:
1. fallen aus einem Steinpilz, der unbehelligt im Wald stehen bleibt innerhlab der sagen wir mal 12 Tage, die er da stehen dürfte eine so immense Masse an Sporen aus, dass die paar, die innerhalb der paar Stunden/Minuten aus dem Korb fallen könnten vernachlässigt werden können.
2. Andererseits wird der Korb ja in einem gewissen Abstand zum Boden getragen.
Die Sporen sind aber sehr leicht und werden vom Wind vertragen, werden also nicht direkt auf dem Weg oder gleich daneben "landen". Es sind einfach zuviele "Abers" dabei.

Die Frage zum Thema Licht ist schwieriger. Klar kann Licht einen Einfluss ausüben. Aber auf die Pilzmycelien ist dies meist ein indirekter. Ist ja logisch, im Boden kommt das Licht ja nicht an ;-)
Ein höheres Lichtaufkommen kann z. B. Verjüngung stimulieren, oder das Keimen von Lichtkeimern wie Rubus spp. begünstigen.
Die aufkommende Verjüngung (z. B, junge Fichten, junge Buchen) kann gewisse Mykorrhizapilze begünstigen, und zwar die sogenannten "Early-stage-fungi", wenn man den Begriff überhaupt noch verwenden will. Gemeint sind damit Arten, die nicht nur an Altbäume gehen (das machen z. B. viele Cortinarien), sondern auch an Jungbäume (z. B. Paxillus involutus, Leccinum spp., Hebeloma spp. und einige andere). Ein weiterer Einfluss des Lichts kann Austrocknung des Bodens sein. Also alles Einflüsse, die durchaus wichtig sein können.
Manche Arten können möglicherweise die durch Licht aufkommenden krautigen Pflanzen nicht ertragen, da deren Wurzeln zu dicht sind?! Ein Beispiel wäre Inocybe lucifuga. Die Art soll nur im Schatten direkt unter Bäumen vorkommen, niemals zwischen Bäumen in der "Wiese". Weiß aber nicht, ob sie europäisch ist. habe mal davon gehört.

Wie du aber selber beobachtet hast, betrifft das Röhrlingsvorkommen auch Trampelpfade. In diesem Fall spielt das Licht ja per. def. keine Rolle. Ergo kann das wohl kaum der Grund sein.

Dass Bodeninhomogenitäten (Übergang von locker zu verdichtet, nährstoffreich zu nährstoffarm etc.) Fruchtkörperbildung stimulieren können ist hingegen bekannt. Daher erscheint mir dies am plausibelsten. Leichte Bodenstörungen scheinen die Artenvielfalt zu erhöhen... oder aber die Fruktifikationshäufigkeiten, so dass einem diese Bereiche arten- und individuenreicher vorkommen.

Bücher darüber gibt es meines Wissens noch nicht. Es gibt einige Fachpublikationen aus diversen Zeitschriften. So gibt es auch eine Studie, dass häufiges Umgraben (tiefgründig) das Wachstum und Vorkommen von Trüffeln stärkt (wenn diese eh schon vorkommen). Ist auch logisch. Die überleben das ja, sonst wärenm sie nicht ans durch Schweine Ausgegraben werden angepasst. Andere Mykorrhizapilze ertragen das aber nicht so gut. Die Konkurrenz wird geschwächt -> dem Trüffel geht's prächtig. Aber das nur so nebenbei...

Grüße, Christoph

Hallo Christoph,
danke für Deine Infos. Eine Nachfrage noch: Wieso liegt das an den
Körben "sicher nicht" und "auch nicht am Licht"?. Ist der
Grund, dass
Sporen sowieso weiter verweht würden, oder ist das mit der Sporenverbreitung
aus Körben auch nur ein Ammenmärchen?
Und was weiss man ueber den Einfluss von Licht auf das Fruktifizieren?
Ist der in der Regel unerheblich?
Letzte Frage: Gibt es ein gutes Buch, wo man sowas (als Laie) nachlesen
kann?
Grüße, Rainer.