Leichenfunde

Frank, (vor 9859 Tagen)

Seit Jahren beobachte ich in der Tagespresse,daß speziell in der Pilzsaison gehäuft Kurzmeldungen auftauchen, über Pilzsammler die Leichenfunde machen.
Wenn ich allein durchs Unterholz laufe, habe ich immer die Angst vor einem solchen Fund im Hinterkopf. Mir ist klar, daß solche Funde bestimmt trotzdem relativ selten sind, aber genauso ist mir klar daß Pilzsammler in Waldregionen vorstossen, die sonst niemand aufsucht. Gibt es Forumsteilnehmer, die schon solch traumatische Erlebnisse hatten und wie geht man damit um? Ist es danach vorbei mit der Sammelleidenschaft.

Bis bald
Frank

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Re: Leichenfunde

Wolfgang Barina ⌂, (vor 9859 Tagen) @ Frank

Kenne niemanden, der schon mal was gefunden hat, ich auch nicht.
ABER: gerade hab ich auch wieder dran gedacht, was wäre wenn ....
Vielleicht ist das auch so ein Bestandteil des durchs Unterholzschleichens: der versteckte Wunsch mal 'ne Leiche zu finden.

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Besser als ne Leiche

Leonie, (vor 9859 Tagen) @ Wolfgang Barina

Kenne niemanden, der schon mal was gefunden hat, ich auch nicht.
ABER: gerade hab ich auch wieder dran gedacht, was wäre wenn ....
Vielleicht ist das auch so ein Bestandteil des durchs Unterholzschleichens: der versteckte Wunsch mal 'ne Leiche zu finden.

Das einzige was ich in der Richtung mal entdeckt hatte, war ein Pärchen beim ... äh - erröt! Na - jedenfalls besser als ne Leiche

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Re: Ich kenne jemanden!!!

Kai, (vor 9859 Tagen) @ Leonie

Hallo Funghi-Freaks,

ich bin gerade vom Pilzspaziergang zurück. Suche zwecks Bestimmung eines mir nicht bekannten Pilzes im Internet nach relevanten Seiten und bin dabei auf dieses nette Forum mit diesem Thread gestoßen. Ein Freund von mir hat im August '97 einen Leichenfund gehabt. War in der Nähe von Durmersheim bei Rastatt. Ging auch durch die Tagespresse. Er ist eh schon ein eher ängstlicher Typ und studiert klinische Psychologie. Hat also nen kleinen Tick ;-} Und zwar war er auch in ziemlich unwegsamem Gelände unterwegs, bis er auf einen auffälligen 'Baumstumpf' traf. Nun, es war natürlich kein Baumstumpf, sondern eine fast aufrecht sitzende halb verweste Leiche eines alten Mannes, der den Weg zurück ins Altenheim nicht mehr gefunden hat (oder nicht finden wollte...). Und wir gehen immer noch begeistert auf Pilzsuche. In möglichst unwegsamem Gelände :-}} . Und ich denke mir, wenn er keine bleibenden Schäden behalten hat, dann wird wohl auch bei fast jedem anderen Pilzmaniac die Vorfreude auf einen schönen Boletus in Zukunft überwiegen ;-}

Beste Grüße
Kai

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Re: Besser als ne Leiche

Tina, (vor 9858 Tagen) @ Leonie

Kenne niemanden, der schon mal was gefunden hat, ich auch nicht.
ABER: gerade hab ich auch wieder dran gedacht, was wäre wenn ....
Vielleicht ist das auch so ein Bestandteil des durchs Unterholzschleichens: der versteckte Wunsch mal 'ne Leiche zu finden.

Das einzige was ich in der Richtung mal entdeckt hatte, war ein Pärchen beim ... äh - erröt! Na - jedenfalls besser als ne Leiche

Grien . . .
Ist ja witzig. Ich bin ja kein bißchen neugierig, aber wie fielen denn Eure beiderseitigen Reaktionen aus?

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Sex im Wald

Leonie, (vor 9857 Tagen) @ Tina

Ich habe sie in Ruhe gelassen. Die wissen nicht, daß ich da war. Habe auch flugs das Weite gesucht!

Ein besonders schönes Plätzchen hatten sie sich übrigens nicht ausgsucht... ich kenne da schönere!

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Re: Sex im Wald

Bruno, (vor 9857 Tagen) @ Leonie

Ich habe sie in Ruhe gelassen. Die wissen nicht, daß ich da war. Habe auch flugs das Weite gesucht!
Ein besonders schönes Plätzchen hatten sie sich übrigens nicht ausgsucht... ich kenne da schönere!

...vielleicht kam es denen aber so schön vor, Leonie, wie Du Plätze(!) in Erinnerung hättest?
Nur ne Bemerkung
Bruno

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Re: Leichenfunde

Wolfgang, (vor 9858 Tagen) @ Frank

Hi Frank

ich muß mich schon sehr wundern! Daß es begeisterte Anfragen über Psilo-Pilze gibt,mag man ja noch mit Zeitgeist erklären, daß allerdings nun auch solche Ängste zu diskutieren sind ...?

In diesem Fall habe ich konkrete Hilfe anzubieten: Es gibt in jedem größeren Baumarkt oder Gartencenter Torfballen mit Pilzsubstrat für Champignons. Dann kannst Du in Zukunft zum Pilzesuchen unbeschwert in den Keller gehen.
Voraussetzung: Du hast dort keine weiteren Leichen!

Gruß

Wolfgang

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Re: Leichenfunde

Thomas Pruß, (vor 9858 Tagen) @ Frank

Hallo Frank,
tja, wie geht man damit um? Ich habe zwar noch nie beim Pilzesuchen eine Leiche gefunden, dafür aber einmal beim Angeln eine Wasserleiche am Haken und ein andermal einen Selbstmörder wieder ins Leben zurückgeholt.
Ich will Dir schildern, was passierte: Es war vor etwa 12 bis 15 Jahren, als ich – seinerzeit noch in Stgt. studierend - am Neckar bei Neckarhausen angeln war. Ich sah etwas Grünes, Rundes langsam den Fluß hinabtreiben und wunderte mich, was das für ein komischer Ball war. Mit dem Blinker zog ich dieses Etwas heran, und dann kam der Schock: Es war eine Wasserleiche, und was ich für einen Ball gehalten hatte, war der Kopf.
Was war passiert? Ein Kanut hatte auf dem Neckar einen Herzinfarkt erlitten, war gekentert und ertrunken. Man fand nur sein Boot, er selbst blieb verschwunden. Offensichtlich hatte sich der Körper an einem Wehr verfangen, ist dort in Verwesung übergegangen, und als sich genügend Gase angesammelt hatten, wurde er nach oben getrieben.
Ich habe die Angel weggeworfen, als wäre sie glühend, bin zur nächsten Telefonzelle gesprintet und habe die Polizei gerufen.
Das schlußendliche Bergen der Leiche habe ich nicht mitbekommen, dafür haben die Experten auch meinen Blinker behalten. Ich war ziemlich aufgeregt, aber ich habe davon keine Alpträume bekommen. Allerdings habe ich ganz schön gezittert, und war ziemlich weich in den Knien. Da ich mit dem Moped unterwegs war und ein paar Kilometer nachhause fahren mußte, habe ich mich aber zusammengerissen und bin losgetuckert. Zuhause war ich dann schon ein wenig ruhiger. Dennoch habe ich mich erstmal hingelegt und geschlafen. Weiß nicht – vielleicht ist das meine Art der Schockbewältigung.
So ähnlich lief es auch im zweiten Falle ab:
Ich war, zusammen mit einem Freund, Heino, und seiner Freundin Inge zum Dorschangeln auf dem Fehmarn-Belt. Wir waren mit Heinos Boot draußen. Es war ein sehr nebliger Tag, so dass wir die Fehmarnbelt-Brücke, die etwa 1 km entfernt war, nicht sehen konnten. Plötzlich rief Heino aus dem Führerhaus seines Kutters, Inge und ich sollen die Ruten reinholen, er hätte einen Notruf aufgefangen: Jemand wäre von der Belt-Brücke gesprungen.
Wir sind sofort in die Richtung losgefahren. Der Notruf kam von einer großen Segeljacht, die mit zwei Erwachsnen und 8 Kindern besetzt war. Die hatten alle gesehen, wie der Mann von der Brücke sprang. Sie konnten ihn aber nicht bergen: Die Jacht fuhr unter Segel, lag dadurch nach Steuerbord, während der Selbstmörder an der dadurch höheren Backbordseite trieb.
Wir fuhren den Mann an, und Inge und ich wuchteten ihn mit einem Riesenkescher und dem Bootshaken aus dem Wasser. Der Mann war tot!
Heino, der früher bei der Feuerwehr arbeitete, trieb uns beide an, dem Mann die Lungen auszupumpen und Herzmassage zu betreiben.
Also pumpten wir, was das Zeug hielt, obwohl Inge und ich Gummi in den Knien hatten. Heino fuhr den Hafen der Beelitz-Werft an, wo uns der Notarzt erwartete. Diese 20 Minuten Fahrt waren die längsten meines Lebens. Wir pumpten wirklich als ginge es um unser Leben, nicht um das des Selbstmörders. Plötzlich bäumte er sich auf, erbrach Salzwasser und fing an zu atmen. Wir fuhren in den Hafen ein, der Mann lebte, ich stolperte an Land und mußte mich erst mal hinsetzen. Dann habe ich so ’ne Art Dauerlauf gemacht, um das ganze Adrenalin in meinem Körper abzubauen.
Diesmal war alles ganz anders als bei der Wasserleiche vom Neckar: Ich war fertig wie ein 2-Pfünder Mischbrot. Aber in diesen Schockzustand mischte sich die Erkenntnis, einen Toten wieder reanimiert zu haben. Heino erzählte, dass es erst der 2. Selbstmörder in seiner Karriere als Feuerwehrmann war, bei dem er erlebte, dass die Reanimierung erfolgreich war (ich glaube, Heino hätte Inge und mich kielgeholt, wenn uns das nicht gelungen wäre). Heino war bei insgesamt 7 Selbstmorden im Einsatz.
Ich bin dann nachhause gefahren, aber an diese 200 km habe ich keine Erinnerung mehr, ausser, dass die Tachonadel am Anschlag stand.
Zuhause bin ich vollkommen erschöpft ins Bett gefallen und habe erstmal 25 Stunden geschlafen.
Nachsatz: Der Mann hat es überlebt, aber wir haben nie wieder von ihm gehört.
Tja, das ist meine Geschichte. Vielleicht kannst Du da was mit anfangen.

Gruß

Thomas

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Re: Leichenfunde

Tina, (vor 9858 Tagen) @ Frank

Seit Jahren beobachte ich in der Tagespresse,daß speziell in der Pilzsaison gehäuft Kurzmeldungen auftauchen, über Pilzsammler die Leichenfunde machen.
Wenn ich allein durchs Unterholz laufe, habe ich immer die Angst vor einem solchen Fund im Hinterkopf. Mir ist klar, daß solche Funde bestimmt trotzdem relativ selten sind, aber genauso ist mir klar daß Pilzsammler in Waldregionen vorstossen, die sonst niemand aufsucht. Gibt es Forumsteilnehmer, die schon solch traumatische Erlebnisse hatten und wie geht man damit um? Ist es danach vorbei mit der Sammelleidenschaft.
Bis bald
Frank

Hi, Frank,

ich will Dir nicht zu nahe treten, aber willst Du mit solchen Überlegungen nicht einfach warten, bis Du das Problem wirklich hast? Ist das geringe Risiko, eine Leiche zu finden, es wert, sich schon mal vorsorglich mit solchen Überlegungen fertig zu machen?