Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Robert Blau, (vor 8852 Tagen)

Moin!

Ich bin grad ueber euer Forum gestolpert und will gleich mal meine erste Frage loswerden.
Ich bin heute im Thüringer Wald unterwegs gewesen, aber im Gegensatz zu den anderen Threads hier im Forum gibt es bei uns quasi gar nix. Ganze 3 Maronen haben sich in meinen Korb verirrt, dazu ein paar kleine Pfifferlinge. In Massen dagegen gabs noch Perlpilze, aber die waren alle schon zu alt, und Dickfußröhrlinge, letztere auch in gigantischen Ausmaßen. Desweitere standen ein paar Stinkmorcheln rum und eine riesige Kröte kam mir entgegen. Ok, ich schweife ab ;)
Ich stand vor der Frage, Flockenstielige und Netzstielige Hexen-Röhrlinge mitnehmen oder nicht? Die gabs recht zahlreich. In meinen Büchern gibt es wiedersprüchliche Angaben zu ihnen. Es heisst immer roh giftig, deswegen gehen die bei uns auch immer in die Pfanne. Aber in einigen Buechern steht auch, dass sie nicht mit Alkohol genossen werden sollten. Da heute Abend noch eine kraeftige Feier ansteht, habe ich sie schweren Herzens stehen lassen. Deshalb und da meine Buecher aelter sind als ich: Ist das mit dem Alkoholtabu rund um den Genuss von Hexenröhrlingen noch aktuell? Wenn ja, welche Zeitspanne wird empfohlen?
Ausserdem gabs hier im Forum die Empfehlung, Hexenröhrlinge zu trocken. Wir trocken nie, aber: Getrocknet sind sie doch noch roh und roh ja giftig?

Gruss vom Pilz-Amateur Robert.

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Birgit, (vor 8852 Tagen) @ Robert Blau

Hallo Robert,

Ich bin grad ueber euer Forum gestolpert und will gleich mal meine erste
Frage loswerden.
Ich bin heute im Thüringer Wald unterwegs gewesen, aber im Gegensatz zu den
anderen Threads hier im Forum gibt es bei uns quasi gar nix. Ganze 3
Maronen haben sich in meinen Korb verirrt, dazu ein paar kleine
Pfifferlinge. In Massen dagegen gabs noch Perlpilze, aber die waren alle
schon zu alt, und Dickfußröhrlinge, letztere auch in gigantischen
Ausmaßen.

Was sind denn Dickfußröhrlinge?

Ich stand vor der Frage, Flockenstielige und Netzstielige Hexen-Röhrlinge
mitnehmen oder nicht? Die gabs recht zahlreich. In meinen Büchern gibt es
wiedersprüchliche Angaben zu ihnen. Es heisst immer roh giftig, deswegen
gehen die bei uns auch immer in die Pfanne. Aber in einigen Buechern steht
auch, dass sie nicht mit Alkohol genossen werden sollten.

Den flockenstieligen Hexenröhrling kannst du bedenkenlos mit Alkohol konsumieren, da gibt es keine Probleme. Der netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus) kann Probleme mit Alkohol verursachen, und zwar sowohl wenn du bis zu 48 h vorher oder 48 h nach dem Pilzessen Alkohol trinkst. Der netzstielige Hexenröhrling erhält aber kein Coprin wie der Faltentintling, der genaue Stoff der die Alkoholunverträglichkeit auslöst ist meines Wissens nach noch nicht bekannt. Einige Leute, mich eingeschlossen vertragen ihn auch mit Alkohol, aber es gibt verbriefte Fälle dieser Alkoholunverträglichkeit. SOlltest dus also testen wollen, dann nur mit kleinen Pilzmengen und nur für dich alleine.

Ausserdem gabs hier im Forum die Empfehlung, Hexenröhrlinge zu trocken. Wir
trocken nie, aber: Getrocknet sind sie doch noch roh und roh ja giftig?

Vermutlich sind sie getrocknet auch noch giftig, aber man ißt ja getrocknete Pilze nicht wie Kartoffelchips, obwohl wir das als Kinder auch mit getrockneten Maronen so gemacht haben, die roh auch blutzersetzende Stoffe enthalten. Flockenstielige Hexenröhrlinge sind gute Trockenpilze und auch netzstielige habe ich schon getrocknet. Trockenpilze vor dem Gebrauch in Wasser einweichen, Wasser abgießen und aufheben und wie rohe Pilze auch braten und weiterverarbeiten. Wenn du die gleichen Garzeiten wie bei frischen Pilzen einhältst kann nichts passieren.

Wenn du netzstielige Hexenröhrlinge mal probieren möchtest wirst du vermutlich feststellen, daß sie bei absolut unversehrtem Äußeren innen häufig total vermadet sind, also sind die flockenstieligen Hexenröhrlinge, die selten madig sind, eh vorzuziehen. Leider gibt es sie hier bei mir nur sehr selten.

Liebe Grüße und Guten Appetit

Birgit

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Robert Blau, (vor 8852 Tagen) @ Birgit

Was sind denn Dickfußröhrlinge?

Moin!

Die stehen in jedem Buch neben dem Satansröhrling. Sind sich sehr aehnlich, haben als Hauptunterschied eine helle Hutunterseite. Vgl. hier:
http://private.addcom.de/Pilze/Pilze_U15.htm
http://www.pilzbuch.de/site/buch/pilz014.html

SOlltest dus also testen wollen,
dann nur mit kleinen Pilzmengen und nur für dich alleine.

Die 48-Stunden-Grenze war auch immer unsere. Testen muessen wir es glaub ich nicht ;)

Trockenpilze vor dem Gebrauch in
Wasser einweichen,

Ich glaube, hier wirds nie soviel geben, dass wir jemals in die Verlegenheit kommen werden, zu trocknen ;)

Wenn du netzstielige Hexenröhrlinge mal probieren möchtest wirst du
vermutlich feststellen, daß sie bei absolut unversehrtem Äußeren innen
häufig total vermadet sind, also sind die flockenstieligen Hexenröhrlinge,
die selten madig sind, eh vorzuziehen. Leider gibt es sie hier bei mir nur
sehr selten.

Wie gesagt, hier findest du beide und schmecken tun sie auch gut.

Liebe Grüße und Guten Appetit

Danke, aufgrund der geringen Ausbeute gabs dann doch nur Nudeln mit einer dickeren Pilzsosse.

Ciao, Robert.

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Schorle, (vor 8852 Tagen) @ Robert Blau

Letzte Woche hatte ich auch Flockis aus dem Schwarzwald, mit etwas Weisswein verzehrt ( um genau zu sein etwa 1 Flaschchen). Hatte dann tatsächlich etwas Kopfweh am nächsten Morgen, immer die bösen Pilzgerichte...

Also aufpassen!

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*ggg* Mit SCHORLE statt Wein wär nix passiert .... *oT*

Andreas ⌂, (vor 8852 Tagen) @ Schorle

- kein Text -

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Galadriel, (vor 8852 Tagen) @ Birgit

Vermutlich sind sie getrocknet auch noch giftig, aber man ißt ja getrocknete
Pilze nicht wie Kartoffelchips, obwohl wir das als Kinder auch mit
getrockneten Maronen so gemacht haben, die roh auch blutzersetzende Stoffe
enthalten.

Hallo Birgit

Was soll den da zersetzt werden? Erythrozyten, Leukozyten, Granulozyten oder
was? Wie verläuf so ein Krankheitsbild? Welche Mengen müssen roh verzehrt
werden damit die "therapeutische" Wirkung einsetzt?

Herzliche Grüsse - Galadriel

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Kazuya Kazama, (vor 8852 Tagen) @ Robert Blau

Hallo,
Ja, sehr aktuell sogar, durch einen kleien Schluck Bier hättest du sofort tot sein können. Nein, kleiner Scherz meinerseits, aber auch in heutigen Pilzbüchern werden die beiden Arten sehr kritisch bewertet, besonders luridus. Der gilt in manchen Büchern auch gekocht noch als giftig. Ich würde daher nur erythropus empfehlen, da dieser ein recht guter Speisepilz ist. Sonst sollte man 24 Stunden vor und nach der Mahlzeit keinen Alkohol zu sich nehmen.
Viele Grüße
Kazuya

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Boletus luridus gekocht NICHT giftig!

Birgit, (vor 8852 Tagen) @ Kazuya Kazama

Hallo Kazuya,

Der gilt in manchen Büchern auch gekocht noch als giftig.

Es mag sein, daß das in einigen Büchern steht, aber das ist nach heutigem Wissensstand definitiv falsch. Daß jemand diesen Pilz auch ohne Alkohol nicht verträgt kann wie bei jedem anderen Speisepilz als individuelle Unverträglichkeitsreaktion durchaus vorkommen.

Gruß

Birgit

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Re: Kurze Nachfragen zu Hexen-Röhrlingen

Biggy, (vor 8851 Tagen) @ Robert Blau

Hallo!
hab´ das Pilzesammeln von meinem Vater "übernommen". Auch der hat schon beide Arten: flocken und netzstieligen genommen und gegessen. Allerdings immer gekocht in der Suppe. Und so mach ich´s auch. Keinerlei Magen oder Darmbeschwerden. Und ich kann Euch im Vertrauen sagen: Mein Vater hat´s mit dem Alkohol nicht sehr genau genommen.