Was habe ich da gegessen?

Holger, (vor 8844 Tagen)

Da stand ein mir unbekannter Boletus (2 mittelgroße Exemplare) im Walde, den ich dann mal getestet habe.

Form und Größe: wie ein Hexenröhrling

Poren: sehr fein (Boletus)

Farbe: Hut, Stiel, Poren und Fleisch kräftig GELB (Hut etwas blasser) alle bei Druck/Verletzung sofort blauend. Blaue Stellen werden nach einiger Zeit bräunlich. Beim Erhitzen verschwindet die frische Blaufärbung schnell.

Geschmack: roh unauffällig, ibs. nicht bitter, in Butter mit etwas Salz angenehm

Wechselwirkung mit Alkohohl: keine

Wechselwirkung mit Pfifferlingen (C.Cib. var. ameth.)und Spätzle: leichtes aber nicht unangenehmes Vollegefühl (mmmmh).

Ansonsten scheint es hier (vorderer Odenwald) mit den Sommersteinpilzen (B.aestivalis) zu Ende zu gehen, edulis usw. gibt's aber noch reichlich.

Grüße
Holger

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Re: Was habe ich da gegessen?

Martl, (vor 8844 Tagen) @ Holger

Hallo Holger,

könnte sein, daß Du die gelbe Farbverlustvariante des Flockenstieligen Hexenröhrlings erwischt hast.
Schau doch mal unter:

http://209.61.155.156/cgi-bin/webbbs/parchive2001.pl?read=17273

Viele Grüße,
Martl

Da stand ein mir unbekannter Boletus (2 mittelgroße Exemplare) im Walde, den
ich dann mal getestet habe.
Form und Größe: wie ein Hexenröhrling
Poren: sehr fein (Boletus)
Farbe: Hut, Stiel, Poren und Fleisch kräftig GELB (Hut etwas blasser) alle
bei Druck/Verletzung sofort blauend. Blaue Stellen werden nach einiger
Zeit bräunlich. Beim Erhitzen verschwindet die frische Blaufärbung
schnell.
Geschmack: roh unauffällig, ibs. nicht bitter, in Butter mit etwas Salz
angenehm
Wechselwirkung mit Alkohohl: keine
Wechselwirkung mit Pfifferlingen (C.Cib. var. ameth.)und Spätzle: leichtes
aber nicht unangenehmes Vollegefühl (mmmmh).
Ansonsten scheint es hier (vorderer Odenwald) mit den Sommersteinpilzen
(B.aestivalis) zu Ende zu gehen, edulis usw. gibt's aber noch reichlich.
Grüße
Holger

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Re: Was habe ich da gegessen?

Joachim, (vor 8844 Tagen) @ Holger

Hallo Holger,
Vielleicht solltest Du die Frage "was ist das für ein Pilz?" in Zukunft vor dem verspeisen eines Pilzes stellen. Wen Du im vorderen Odenwald Pilze sammelst wird es wohl der Flockenstielige Hexenröhrling gewesen sein. Im vorderen Odenwald habe ich bisher noch nie den Netzstieligen oder den Glattstieligen Hexenröhrling gefunden. Auch Satansröhrlinge gibt es im vorderen Odenwald nicht. Übrigens alle Hexenröhrlinge sind roh giftig beziehungsweise unbekömmlich.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Was habe ich da gegessen?

Holger, (vor 8844 Tagen) @ Joachim

Danke, an den glatt- (wohl eher) oder flockenstieliegen Hexenröhrling habe ich auch gedacht und deswegen die Kostprobe ohne Bedenken gewagt (roh nur ein winziges Stück aus der Mitte und ohne Verschlucken). Bei kritischen Arten innerhalb der näheren Verwandschaft bin ich natürlich vorsichtiger ;-)

Die Übereinstimmung zum normal gefärbten Hexenröhrling sind (bis auf die Farbe) vollständig.

Netzstielige Hexenröhrlinge sollen kalkliebend sein und kommen mangels kalkiger Böden im Odenwald wohl nicht vor (es gibt nur an der Grenze vorderer/hinterer Odenwald vereinzelte Kalkvorkommen (meist aus dem Zechstein). Der flockenstielige HR geht m.E. ziemlich fließend in den glattstieligen über (kann bei Massenvorkommen gelegentlich schön beobachtet werden - hier finden sich auch oft hellhütigere Abarten, aber so gelb wie gestern hatte ich das noch nicht beobachtet/ zumindest waren die Röhren leicht orange).

Grüße
Holger

Hallo Holger,
Vielleicht solltest Du die Frage "was ist das für ein Pilz?" in
Zukunft vor dem verspeisen eines Pilzes stellen. Wen Du im vorderen
Odenwald Pilze sammelst wird es wohl der Flockenstielige Hexenröhrling
gewesen sein. Im vorderen Odenwald habe ich bisher noch nie den
Netzstieligen oder den Glattstieligen Hexenröhrling gefunden. Auch
Satansröhrlinge gibt es im vorderen Odenwald nicht. Übrigens alle
Hexenröhrlinge sind roh giftig beziehungsweise unbekömmlich.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Was habe ich da gegessen?

Julia---, (vor 8844 Tagen) @ Martl

das war bestimmt ein Knollenblätterpilz

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Re: Was habe ich da gegessen?

Frank Adam, (vor 8844 Tagen) @ Joachim

Hallo Holger und Joachim,
aaaalso.... ich war vorgestern in Hetschbach, 5km. vor Höchst im Odenwald zum Pilzeln. Habe dort etliche Bekannte ( Pilze ) gefunden und mit Namen begrüßen können. Nun meine Frage: Was ist der vordere Odenwald und was der hintere? Ich vermute, das bezieht sich auf die Sicht vom Rheintal her.
Denn ich habe definitiv vier Netzstielige Hexenröhrlinge gesehen. Die letzten zwei beim Warten auf die Bahn nach Darmstadt direkt neben dem Wartehäuschen.

Heute auf der Arbeit erzählte mir ein Kollege, er sei am Wochenende an der Burg Breuberg gewesen und habe kiloweise Pfifferlinge gesehen, alle von immenser Größe. ( Vielleicht waren es ja schon alte Schlappen ) Und Steinpilze.. auch schon älter, hat er gesehen, aber nicht gesammelt. ( brav! )

Erstaunlich ist für mich, wie unterschiedlich das Wachstum innerhalb eines so kleinen Raumes sein kann. Nur knapp 3 km. auseinander!
Vielleicht verläuft die Grenze zwischen Hinterer und Vorderer...... direkt dort.
Aber der Odenwald ist wirklich super!

MfG: Frank Adam

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Vorderer und hinterer Odenwald:

Holger, (vor 8844 Tagen) @ Frank Adam

Nun meine Frage: Was ist der vordere Odenwald und was der
hintere? Ich vermute, das bezieht sich auf die Sicht vom Rheintal her.

- klar: der vordere liegt von Rhein her betrachtet vor dem hinteren Odenwald. Die Trennlinie ist eine geologische: der vordere ODW hat als Untergrundgestein verschiedene kritalline Gesteine (Granit, Granodiorite, Gneise, Gabbros etc.). Der hintere ODW liegt auf Buntsandstein.
An der Vegetation ist das oft gut zu erkennen; Im vorderen ODW überwiegen Laubwälder und Weideland mit Ackerflächen gemischt (dichter besiedelt aber sehr reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft). Im hinteren Odenwald wechseln Kiefernwälder (mit Heidelbeerflächen) und Laubwälder ab. Er ist relativ dünn besiedelt und hat kaum Ackerflächen. Trennlinie: in etwa Burg Otzberg-Hammelbach-Ziegelhausen(Neckar, große Sandsteinbrüche).

Heute auf der Arbeit erzählte mir ein Kollege, er sei am Wochenende an der
Burg Breuberg gewesen und habe kiloweise Pfifferlinge gesehen, alle von
immenser Größe.

-Die Buchenwaldform des Pfifferlings und die var. amethysta (oder so) werden manchmal riesig. Mein größter (frisch, noch eßbar) hatte eine Höhe von ca. 15 und einen Hutdurchmesser von ca. 10 cm. Aber das sind Glücksfälle. Höhen von 7-10cm kommen allerdings häufiger vor...

( Vielleicht waren es ja schon alte Schlappen ) Und

Steinpilze.. auch schon älter, hat er gesehen, aber nicht gesammelt. (
brav! )
Erstaunlich ist für mich, wie unterschiedlich das Wachstum innerhalb eines so
kleinen Raumes sein kann. Nur knapp 3 km. auseinander!
Vielleicht verläuft die Grenze zwischen Hinterer und Vorderer...... direkt
dort.
Aber der Odenwald ist wirklich super!

- na ja, ab und zu findet man was ;-). Und die LAndscahft ist auch ganz hübsch...

Grüße aus dem schönsten Dorf Deutschlands ;-))
Holger

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Re: schönstes Dorf Deutschlands

Frank Adam, (vor 8844 Tagen) @ Holger

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Lebensraum!
Hier in der Nähe Darmstadts fliegt mir zwar die eigene Arbeit um die Ohren ...
arbeite in Zeppelinheim im Cateringbereich für Flugzeuge...ist aber auf die Dauer zu laut.
Wo bitte, lieber Holger, liegt denn das schönste Dorf Deutschlands??Habe leider keine E-mail Adresse von Dir, könnten uns aber über meine austauschen.

MfG: Frank

PS: Laut Deinen Aussagen war ich dann tatsächlich am Samstag im hinteren Odenwald, der Boden bestand aus Buntsandstein und es gab jede Menge Heidelbeersträucher. Auch der Wechsel des Baumbestandes stimmte.

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Re: Was habe ich da gegessen?

Piwo, (vor 8844 Tagen) @ Holger

Da stand ein mir unbekannter Boletus (2 mittelgroße Exemplare) im Walde, den
ich dann mal getestet habe.
Form und Größe: wie ein Hexenröhrling
Poren: sehr fein (Boletus)
Farbe: Hut, Stiel, Poren und Fleisch kräftig GELB (Hut etwas blasser) alle
bei Druck/Verletzung sofort blauend. Blaue Stellen werden nach einiger
Zeit bräunlich. Beim Erhitzen verschwindet die frische Blaufärbung
schnell.
Geschmack: roh unauffällig, ibs. nicht bitter, in Butter mit etwas Salz
angenehm
Wechselwirkung mit Alkohohl: keine
Wechselwirkung mit Pfifferlingen (C.Cib. var. ameth.)und Spätzle: leichtes
aber nicht unangenehmes Vollegefühl (mmmmh).
Ansonsten scheint es hier (vorderer Odenwald) mit den Sommersteinpilzen
(B.aestivalis) zu Ende zu gehen, edulis usw. gibt's aber noch reichlich.
Grüße
Holger

Hi Holger,
tut mir leid, aber Pilze zu essen, die man nicht kennt, ist sträflicher Leichtsinn und wird im schlechtesten Fall mit dem Tod bestraft. Auch Boletusarten sollte man nicht verspeisen, wenn man sie nicht kennt. Ob er bitter ist oder nicht ist kein Hinweis auf Giftigkeit, höchstens auf Ungenießbarkeit. Wenn du ähnlich leichtsinnig mit Blätterpilzen umgehst, dann gute Nacht
Gruß Piwo

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Du hast ja vielleicht Nerven!!! *oT*

Karl Keck ⌂, (vor 8844 Tagen) @ Holger

- kein Text -

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Re: Was habe ich da gegessen?

Andreas ⌂, (vor 8844 Tagen) @ Holger

Da stand ein mir unbekannter Boletus (2 mittelgroße Exemplare) im Walde, den
ich dann mal getestet habe.
Form und Größe: wie ein Hexenröhrling
Poren: sehr fein (Boletus)
Farbe: Hut, Stiel, Poren und Fleisch kräftig GELB (Hut etwas blasser) alle
bei Druck/Verletzung sofort blauend. Blaue Stellen werden nach einiger
Zeit bräunlich. Beim Erhitzen verschwindet die frische Blaufärbung
schnell.
Geschmack: roh unauffällig, ibs. nicht bitter, in Butter mit etwas Salz
angenehm
Wechselwirkung mit Alkohohl: keine
Wechselwirkung mit Pfifferlingen (C.Cib. var. ameth.)und Spätzle: leichtes
aber nicht unangenehmes Vollegefühl (mmmmh).
Ansonsten scheint es hier (vorderer Odenwald) mit den Sommersteinpilzen
(B.aestivalis) zu Ende zu gehen, edulis usw. gibt's aber noch reichlich.
Grüße
Holger

Hallo Holger,

wie Martl schon schrieb dürfte es sich um eine albinotische Form des Flockenstieligen Hexenröhrlings handeln, dem die roten und braunen Pigmente fehlen (wird oft als Boletus junquilleus bezeichnet).

Gruß,
Andreas

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Na ja, bei der Verwandschaft geht's... *oT*

Holger, (vor 8843 Tagen) @ Karl Keck

- kein Text -