Handel von deutschen Steinis u. Pfiffis verboten?

Mine-O, (vor 8834 Tagen)

Hallo.

In meinem just heute gekauften funkelnagelneuen schönen Pilzbuch -das mir übrigens hier empfohlen worden ist- (Es handelt sich um den großen BLV Pilzführer von Ewald Gerhardt.) habe ich gelesen, daß z.B. der Steinpilz u. der Pfifferling seit 1986 in Deutschland eingeschränkt geschützt seien. Deutsche Pilze dieser Arten dürften nicht verkauft bzw. gehandelt und nur in angemessener (!) Menge für den Eigengebrauch gesammelt werden.

Ich könnte allerdings schwören, bei meinem Gemüsehändler neulich "Pfifferlinge aus Deutschland" gesehen zu haben. Meines Wissens nach lässt sich der Pfifferling nicht züchten und kulturell anpflanzen, ebenso wie der Steinpilz.

Liegt hier also ein Vergehen vor? Oder stimmt das Buch nicht? Oder habe ich falsch verlesen?

Ich fände jedenfalls ein derartiges Gesetz nützlich und würde es befürworten.

Kennt sich jemand von Euch vielleicht genauer damit aus und kann mir meine Fragen beantworten?

Gruß Meino

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Re: Handel von deutschen Steinis u. Pfiffis verbot

Werner, (vor 8834 Tagen) @ Mine-O

Nach meinen Infos ist es so: prinzipiell ist der Handel und das kommerzielle Sammeln tatsaechlich verboten. Es gibt jedoch Ausnahmegenehmigungen, die in manchen Gegenden Deutschlands relativ liberal vergeben werden. Also, wie immer: zu allem gibt´s die beruehmten Ausnahmen.

Gruss,

Werner

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gewerbliches Sammeln

Birgit, (vor 8834 Tagen) @ Mine-O

Hallo meino,

In meinem just heute gekauften funkelnagelneuen schönen Pilzbuch -das mir
übrigens hier empfohlen worden ist- (Es handelt sich um den großen BLV
Pilzführer von Ewald Gerhardt.) habe ich gelesen, daß z.B. der Steinpilz
u. der Pfifferling seit 1986 in Deutschland eingeschränkt geschützt seien.
Deutsche Pilze dieser Arten dürften nicht verkauft bzw. gehandelt und nur
in angemessener (!) Menge für den Eigengebrauch gesammelt werden.
Ich könnte allerdings schwören, bei meinem Gemüsehändler neulich
"Pfifferlinge aus Deutschland" gesehen zu haben. Meines Wissens
nach lässt sich der Pfifferling nicht züchten und kulturell anpflanzen,
ebenso wie der Steinpilz.
Liegt hier also ein Vergehen vor? Oder stimmt das Buch nicht? Oder habe ich
falsch verlesen?

Gewerbliches Sammeln ohne Ausnahmegenehmigung von teilweise geschützten Arten ist verboten. Die Ausnahmegenehmigungen sind aber bei mir hier recht einfach zu bekommen (konkret Regierungsbezirk Schwaben und Oberbayern), ich hab mich spaßeshalber mal schriftlich danach erkundigt. Für ca. 70 € Gebühr hätte ich im Jahr max. 70 kg Steinpilze, diverse Pfifferlingsarten, Speise-, Spitz- und Käppchenmorcheln in einem von mir festgelegten Gebiet sammeln dürfen. Steinpilze nur mit größerem Durchmesser als 3 cm. Ich denke nur die meisten Pfifferlinge und Steinpilze aus Deutschland in Gaststätten sind "schwarz" gesammelt. Wer mag kann dann ja mal die entsprechenden Behörden benachrichtigen und eine Anzeige erstatten.

Ich fände jedenfalls ein derartiges Gesetz nützlich und würde es befürworten.

Ich sehe die ganze Fragestellung etwas anders: Sammeln für den persönlichen EIgenbedarf sollte man nämlich auch nur 1 kg pro Person, ich erinnere mich in letzter Zeit und insbesondere auch im letzten Jahr an die Schilderungen von 10 kg Steinpilze und aufwärts und angeblich riesigen Mengen an Pfifferlingen, die hier im Forum einige eingesackt haben. Mir persönlich ist da ein Händler, der immerhin ne dicke Gebühr für das Sammeln bezahlt hat fast noch lieber. Wenn ein gewerblicher Sammler naturverträglich sammelt und das ist a priori erstmal nicht ausgeschlossen, sich an seine begrenzte Menge hält und nicht zig Leute als Mitsammler für ein Butterbrot in den Wald schickt, hab ich nichts gegen den persönlich. Rechnet man für eine einzelne Person dann allerdings noch Wandergewerbeschein, Marktgebühren und sonstige Geschäftsunkosten dazu kommt man schnell drauf, daß sich das für einen einzelnen nicht lohnen kann.
Die ABsurdität der Schutzgesetzgebung kommt noch dazu, alle Pfifferlingsarten incl. den wirklich massenhaft vorkommenden Trompetenpfifferlingen sind geschützt, die Totentrompete (das ist ja auch ne Craterelle) nicht, ich vermute mal die anderen teils sehr seltenen Craterellen auch nicht.

Mein Fazit: Wenn man generell gegen gewerbliches Sammeln von teilweise geschützten Pilzen ist, dann sollte man sich auch selber persönlich an die Bestimmungen und Mengenbegrenzungen halten.

Pilze, die nicht geschützt sind dürfen, sofern sie Marktpilze sind, unbegrenzt verkauft werden. Für viel schlimmer halte ich es, daß es hier in Deutschland nicht vorgesehen ist, daß Wildpilze kontrolliert werden müssen. Das bezieht sich einerseits auf das Ausschließen von Giftpilzen, aber auch auf Frische, Madenbefall etc.

Herzliche Grüße

Birgit

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Re: gewerbliches Sammeln - "Pilzschutz"

josy, (vor 8834 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

ich sehe das Ganze mit der "Schützerei" etwas anders. Natur - und dazu gehören meiner Meinung nach auch Pilze - schützt man meiner Meinung nach kaum durch Verbote, an die sich einzelne halten sollen. Ich halte das größtenteils für bürokratische Gängelung des Einzelnen und weitgehend sinnlos. So werden etwa auch Angler und andere "Naturnutzer" durch vielfach völlig unsinnige und absolut weltfremde Verbote diskriminiert. So gibt es etwa Nachtangelverbote, über vernünftige Vorgaben hinaus verlängerte Sperrzeiten, exakt vorgeschriebene Köder und Fangmethoden, usw. Die Liste ließe sich endlos fortführen. Ziel ist hier vielfach nicht der Schutz der Fischfauna, sondern die Gängelung des Anglers nach dem Motto: "Wenn wir schon nicht angeln, so sollt ihr auch nicht euren Spass bzw. Erholung haben." Ich halte das alles für völligen Unsinn. Kaum ein schutzwürdiger Fisch bzw. kein Pilz oder ein sonstiges Lebewesen wird durch ein solches Vorgehen geschützt. Wenn - um beim Fischbeispiel zu bleiben - etwa Tausende von Aalen und sonstigen Fischen in Turbinen der Wasserkraftwerke regelrecht zerhäckselt werden schert sich kaum keine Behörde oder ein Bürokrat darum!!! Und wenn Flüsse "ausgebaut", begradigt, usw. oder Wälder für neue Industrieprojekte abgeholzt werden interessiert das in den jeweiligen "Umweltministerien" anscheinend kaum jemand - da werden lieber wieder neue "Gängelungsvorschriften" erlassen!
Naturschutz ist für mich in allererster Linie Schutz der Lebensräume und Schaffung eines entsprechenden Bewusstseins in der Bevölkerung!!!
Und wenn man sich darum wirklich bemühen würde, wäre sehr sehr viel mehr gewonnen als durch noch so umfangreiche "Schutzvorschriften" im obigen Sinne!

Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.

Viele Grüße noch

Johannes

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Re: gewerbliches Sammeln - "Pilzschutz"

Mine-O, (vor 8833 Tagen) @ josy

Erstmal vielen Dank für Eure Antworten, Birgit, Werner u. Josy.

Im Prinzip sehe ich es genauso wie Birgit, daß sich auch die Sammler, die nur für den Eigenbedarf sammeln, gedanken machen sollten, wie sie eigentlich mit der Natur umgehen, in der sie doch so gerne Pilze sammeln.
Beiträge von Massenernten und anschliessenden Konservierungsaktionen, um den Fund maximal auszunutzen, stossen mich ab.
Ähnlich abstossend finde ich Angler, die nicht für den eigenen Magen, sondern aus "Sport" angeln. Hier werden die Fänge fotografiert, landen danach in der extra dafür gekauften Tiefkühltruhe, um nach einem Jahr ausgemustert zu werden, um Nachfolgern Platz zu machen.

Andererseits hat Josy Recht, wenn er sagt, es sollten vielmehr die Lebensräume der seltenen Arten aus Fauna und Flora geschützt werden. Aber irgendwas muß man machen, und Verbote schaden der Natur sicherlich nicht. Ich bin übrigens auch der Meinung, daß auf Erhaltung und Neuschaffung von Lebensräumen von bedrohten Tier- und Pflanzenarten in Deutschland geachtet wird und hier auch erfreuliche Erfolge zu beobachten sind.

Ebenso stösst man auf Gesetze und Vorschriften, deren Nutzen für die Natur fraglich sind. Zum Beispiel habe ich von einer Vorschrift gehört, nach der in großen Gebieten im Deichhinterland an der deutschen Nordseeküste keine Schafe mehr gehalten werden dürfen, weil diese die Gelege, der dort lebenden seltenen Vögel zertreten könnten. Die Folge war, daß die betreffenden Vögel, die dort seit Ewigkeiten brüteten, abwanderten, weil sie das von den Schafen kurzgefressene Gras benötigten und nach dem Erlass nicht mehr vorfanden.

An der Nordsee wird Segelbooten aus Naturschutzgründen verboten, ein bestimmtes Gebiet zu besegeln, gleichzeitig setzt man in genau dieses Gebiet eine Bohrinsel zur Erdölförderung. Ich gebe zu Josy, es ist manchmal schwer die Politik zu verstehen. Oft ist es noch schwerer ihr zu vertrauen, aber trotzdem bin ich zumindestens in Bezug auf die Pilze ein Befürworter der "Schützerei".

Gruß Meino

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Re: gewerbliches Sammeln - "Pilzschutz"

Stinkmorcheling ⌂, (vor 8833 Tagen) @ Mine-O

Wo ist das Problem mit den "Konservierungsaktionen"? Sollen wir jetzt alle mit einem Sigg Dörrex an die Wand nageln? Den automatischen Schluss vom "Einfrieren" auf das "nach einem Jahr ausmustern" kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen und halte das nicht für repräsentativ.

Entscheidend ist für mich die Frage, ob die Pilze eine Chance haben, sich zu vermehren. Und da denke ich, war z.B. in der Situation vor 4 Jahren das Sammeln von 10kg Steinpilzen weniger kritisch, als in anderen Jahren alles abgegrast zu haben (mit vielleicht 0,5kg nach Hause gegangen, aber womöglich nichts im Wald zurückgelassen).

mfg Stinkmorcheling (der auch schon ab und zu Pilze konserviert hat, und diese liebend gerne in den grauen Wintermonaten zur Erwärmung der Seele in ein entspr. Menü einbaut)

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Re: gewerbliches Sammeln - "Pilzschutz"

Elisabeth, (vor 8833 Tagen) @ josy

Hallo Birgit,
ich sehe das Ganze mit der "Schützerei" etwas anders. Natur - und
dazu gehören meiner Meinung nach auch Pilze - schützt man meiner Meinung
nach kaum durch Verbote, an die sich einzelne halten sollen. Ich halte das
größtenteils für bürokratische Gängelung des Einzelnen und weitgehend
sinnlos. So werden etwa auch Angler und andere "Naturnutzer"
durch vielfach völlig unsinnige und absolut weltfremde Verbote
diskriminiert. So gibt es etwa Nachtangelverbote, über vernünftige
Vorgaben hinaus verlängerte Sperrzeiten, exakt vorgeschriebene Köder und
Fangmethoden, usw. Die Liste ließe sich endlos fortführen. Ziel ist hier
vielfach nicht der Schutz der Fischfauna, sondern die Gängelung des
Anglers nach dem Motto: "Wenn wir schon nicht angeln, so sollt ihr
auch nicht euren Spass bzw. Erholung haben." Ich halte das alles für
völligen Unsinn. Kaum ein schutzwürdiger Fisch bzw. kein Pilz oder ein
sonstiges Lebewesen wird durch ein solches Vorgehen geschützt. Wenn - um
beim Fischbeispiel zu bleiben - etwa Tausende von Aalen und sonstigen
Fischen in Turbinen der Wasserkraftwerke regelrecht zerhäckselt werden
schert sich kaum keine Behörde oder ein Bürokrat darum!!! Und wenn Flüsse
"ausgebaut", begradigt, usw. oder Wälder für neue
Industrieprojekte abgeholzt werden interessiert das in den jeweiligen
"Umweltministerien" anscheinend kaum jemand - da werden lieber
wieder neue "Gängelungsvorschriften" erlassen!
Naturschutz ist für mich in allererster Linie Schutz der Lebensräume und
Schaffung eines entsprechenden Bewusstseins in der Bevölkerung!!!
Und wenn man sich darum wirklich bemühen würde, wäre sehr sehr viel mehr
gewonnen als durch noch so umfangreiche "Schutzvorschriften" im
obigen Sinne!
Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.
Viele Grüße noch
Johannes

Kann Dir nur zustimmen.
Elisabeth

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Re: gewerbliches Sammeln

Jo, (vor 8833 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

etwas angegriffen fühle ich mich von Deiner Rüge schon. Ich gehöre auch zu den Leuten die mal 10Kg Steinpilze gesammelt haben. Deshalb denke ich muß ich mich wohl hier stellen. Verkauft hab ich von den Dingern keinen einzigen. Da wir eine sehr große Familie sind (8 Geschwister, ja sowas gibts auch noch) fällt das auch nicht schwer diese Menge zu verteilen. Und mal ehrlich gesagt: nach dem Putzen bleibt soviel nicht mehr übrig. Wenn man die Röhren (und Maden) sowie jegliche andere Fraßstelle sauber trennt bleiben vielleicht noch 6 Kilo übrig. Dann kommt noch hinzu, wann die Pilze gesammelt wurden. Bei Regen sind 10 Kilo schnell zusammen. Ausserdem kann man auch 10 mal 1 Kilo sammeln...Ich denke man sollte das nicht so am Gewicht festmachen. 10 Kilo Steinpilze können aus 5 Pilzen bestehen oder aber auch aus 20. Nur 20 Pilze verbreiten mehr Sporen als 5, oder etwa nicht. Mir kommt das so vor als würde man Kartoffbrei in litern angeben. Ich will mir jetzt kein gutes Gewissen reden, nur seh ich keinen Sinn darin auf etwas zu verzichten wenn mehr als genug davon da ist. Zum damaligen Zeitpunkt (vor 4 Jahren war das) war das so...ich hätte leicht mehr sammeln können wenn mich die Raffgier gepackt hätte. Nur dazu hätte ich Privat keine Verwendung gehabt. Die Pilze waren aber im Überfluss vorhanden.
Was ich noch zu den 3 cm Durchmesser sagen möchte: Bei 3 cm ist der Pilz noch sehr Jung, und hat womöglich noch nicht mal die Möglichkeit gehabt Sporen abzulassen. Wo besteht hierin die Schutzfunktion?
Im übrigen stimme ich Dir zu wenn Du bemängelst, daß Pilze verkauft werden dürfen aber niemand kontrolliert was auch verkauft wird. Ich würde mich nicht trauen die Verantwortung für den Käufer zu übernehmen. Selbst wenn dieser einen Speisepilz erwirbt: wer Garantiert, daß der nicht hingeht, den Steinpilz 5 Tage im Kühlschrank aufbewahrt, und nach dem Verzehr sich einer Blutwäsche unterziehen muß wegen Eiweißvergiftung. Dann hast du ein Problem. Denn er wird behaupten man hätte ihm einen Giftpilz angedreht. Meiner Meinung nach sollte man Pilze generell vom Markt nehmen. Ich verstehe auch nicht warum man in Deutschland polnische Pfifferlinge kaufen darf und die unsrigen sind geschützt? Da erweckt sich doch der Eindruck die Polen betreiben Raubbau...aber wenn der
Markt da ist...ist auch einer der damit ein Geschäft macht. Auf wessen Kosten auch immer.
Übrigens: Ich sammle nie wieder 10Kilo Steinpilze!

Gruß Jo

Hallo meino,
Gewerbliches Sammeln ohne Ausnahmegenehmigung von teilweise geschützten Arten
ist verboten. Die Ausnahmegenehmigungen sind aber bei mir hier recht
einfach zu bekommen (konkret Regierungsbezirk Schwaben und Oberbayern),
ich hab mich spaßeshalber mal schriftlich danach erkundigt. Für ca. 70 €
Gebühr hätte ich im Jahr max. 70 kg Steinpilze, diverse Pfifferlingsarten,
Speise-, Spitz- und Käppchenmorcheln in einem von mir festgelegten Gebiet
sammeln dürfen. Steinpilze nur mit größerem Durchmesser als 3 cm. Ich
denke nur die meisten Pfifferlinge und Steinpilze aus Deutschland in
Gaststätten sind "schwarz" gesammelt. Wer mag kann dann ja mal
die entsprechenden Behörden benachrichtigen und eine Anzeige erstatten.
Ich sehe die ganze Fragestellung etwas anders: Sammeln für den persönlichen
EIgenbedarf sollte man nämlich auch nur 1 kg pro Person, ich erinnere mich
in letzter Zeit und insbesondere auch im letzten Jahr an die Schilderungen
von 10 kg Steinpilze und aufwärts und angeblich riesigen Mengen an
Pfifferlingen, die hier im Forum einige eingesackt haben. Mir persönlich
ist da ein Händler, der immerhin ne dicke Gebühr für das Sammeln bezahlt
hat fast noch lieber. Wenn ein gewerblicher Sammler naturverträglich
sammelt und das ist a priori erstmal nicht ausgeschlossen, sich an seine
begrenzte Menge hält und nicht zig Leute als Mitsammler für ein Butterbrot
in den Wald schickt, hab ich nichts gegen den persönlich. Rechnet man für
eine einzelne Person dann allerdings noch Wandergewerbeschein,
Marktgebühren und sonstige Geschäftsunkosten dazu kommt man schnell drauf,
daß sich das für einen einzelnen nicht lohnen kann.
Die ABsurdität der Schutzgesetzgebung kommt noch dazu, alle Pfifferlingsarten
incl. den wirklich massenhaft vorkommenden Trompetenpfifferlingen sind
geschützt, die Totentrompete (das ist ja auch ne Craterelle) nicht, ich
vermute mal die anderen teils sehr seltenen Craterellen auch nicht.
Mein Fazit: Wenn man generell gegen gewerbliches Sammeln von teilweise
geschützten Pilzen ist, dann sollte man sich auch selber persönlich an die
Bestimmungen und Mengenbegrenzungen halten.
Pilze, die nicht geschützt sind dürfen, sofern sie Marktpilze sind,
unbegrenzt verkauft werden. Für viel schlimmer halte ich es, daß es hier
in Deutschland nicht vorgesehen ist, daß Wildpilze kontrolliert werden
müssen. Das bezieht sich einerseits auf das Ausschließen von Giftpilzen,
aber auch auf Frische, Madenbefall etc.
Herzliche Grüße
Birgit

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Antwort an Alle

Birgit, (vor 8832 Tagen) @ Jo

Hallo Jo,

etwas angegriffen fühle ich mich von Deiner Rüge schon.

da scheinbar alle, die meinen Beitrag gelesen haben nur das gelesen haben, was sie lesen wollten, erst einmal eine Klarstellung. Ich habe die gesetzliche Lage erläutert und das hat nix mit einer Rüge zu tun, sondern das ist schlicht und einfach eine Tatsache. Mir ging es um die zwiespältige Situation, daß hier im Forum öfter schon über gewerbliche Händler ohne Sammelgenehmigung geschrieben wurde und das verurteilt wurde während andererseits kaum einmal jemand private übermäßige Sammelaktionen verurteilt hat. Ich habe auch nichts darüber geschrieben, daß und ob ich diese Sammelbschränkungen sinnvoll finde. Ich mag nur diese Doppelmoral nicht sich über gewerbliche Händler aufzuregen, aber sich selbst nicht an die Sammelbeschränkungen zu halten, die das gleiche Gesetz auch Privatleuten auferlegt. Natürlich ist nicht gesagt, daß der Personenkreis, der sich über das eine aufregt dann auch immerr selber übermäßig sammelt, hier gehe ich von dem allgemeinen Forenklima aus, das ich schon lange kenne, aber Leute die hier noch nicht so lange dabei sind zugegebenermaßen vielleicht nicht.

Ich gehöre auch zu
den Leuten die mal 10Kg Steinpilze gesammelt haben. Deshalb denke ich muß
ich mich wohl hier stellen. Verkauft hab ich von den Dingern keinen
einzigen.

ja und wegen mir hättest du die auch verkaufen können, was ist da eigentlich so Verwerfliches daran?

Da wir eine sehr große Familie sind (8 Geschwister, ja sowas
gibts auch noch) fällt das auch nicht schwer diese Menge zu verteilen.Und
mal ehrlich gesagt: nach dem Putzen bleibt soviel nicht mehr übrig. Wenn
man die Röhren (und Maden) sowie jegliche andere Fraßstelle sauber trennt
bleiben vielleicht noch 6 Kilo übrig.

ALso ich für meinen Teil trage keine Würmer durch den Wald spazieren, ich putze gleich und entferne die Maden. Da schlägt man dann mehrere Fliegen mit einer Klappe: Es können noch ein paar Sporen aus den Resten ausfallen, ich muß den Abfall nicht entsorgen und ich schleppe mich nicht zu Tode. 10 kg würde ich nur äußerst ungern schleppen, was habt ihr nur alle für Körbe?

Dann kommt noch hinzu, wann die

Pilze gesammelt wurden. Bei Regen sind 10 Kilo schnell zusammen. Ausserdem
kann man auch 10 mal 1 Kilo sammeln...Ich denke man sollte das nicht so am
Gewicht festmachen. 10 Kilo Steinpilze können aus 5 Pilzen bestehen oder
aber auch aus 20. Nur 20 Pilze verbreiten mehr Sporen als 5, oder etwa
nicht. Mir kommt das so vor als würde man Kartoffbrei in litern angeben.
Ich will mir jetzt kein gutes Gewissen reden, nur seh ich keinen Sinn
darin auf etwas zu verzichten wenn mehr als genug davon da ist. Zum
damaligen Zeitpunkt (vor 4 Jahren war das) war das so...ich hätte leicht
mehr sammeln können wenn mich die Raffgier gepackt hätte. Nur dazu hätte
ich Privat keine Verwendung gehabt. Die Pilze waren aber im Überfluss
vorhanden.
Was ich noch zu den 3 cm Durchmesser sagen möchte: Bei 3 cm ist der Pilz noch
sehr Jung, und hat womöglich noch nicht mal die Möglichkeit gehabt Sporen
abzulassen. Wo besteht hierin die Schutzfunktion?

Wie gesagt ich hab nur zitiert, ich hab doch diese Regelungen nicht erlassen und mir auch nicht ausgedacht. Es sollen wohl wenigstens die Steinpilze geschützt werden die noch kleiner sind, jeder will doch Babysteinpilze haben.

Im übrigen stimme ich Dir zu wenn Du bemängelst, daß Pilze verkauft werden
dürfen aber niemand kontrolliert was auch verkauft wird. Ich würde mich
nicht trauen die Verantwortung für den Käufer zu übernehmen. Selbst wenn
dieser einen Speisepilz erwirbt: wer Garantiert, daß der nicht hingeht,
den Steinpilz 5 Tage im Kühlschrank aufbewahrt, und nach dem Verzehr sich
einer Blutwäsche unterziehen muß wegen Eiweißvergiftung. Dann hast du ein
Problem. Denn er wird behaupten man hätte ihm einen Giftpilz angedreht.
Meiner Meinung nach sollte man Pilze generell vom Markt nehmen. Ich
verstehe auch nicht warum man in Deutschland polnische Pfifferlinge kaufen
darf und die unsrigen sind geschützt? Da erweckt sich doch der Eindruck
die Polen betreiben Raubbau...aber wenn der
Markt da ist...ist auch einer der damit ein Geschäft macht.

Lustigerweise nimmt der Pfifferlingsvorrat in Polen trotz intensivem Sammeln scheinbar nicht ab, obwohl da ja wirklich auch die kleinsten Babypfiffis rausgerupft werden. Pilze sollten nicht unbedingt vom Markt, sondern sie sollten kontrolliert werden. Auch anderes Frischgemüse kann auf dem MArkt oder im eigenem Kühlschrank verderben, da sehe ich nciht so das große Problem.

Übrigens: Ich sammle nie wieder 10Kilo Steinpilze!

Ich hab die Regelung nicht gutgeheißen und bei Steinpilzen, insbesondere wenn sie in Massen vorkommen (was ich persönlich noch nie erlebt habe, aber z.B. bei Trompetenpfifferlingen und auch einmal bei Totentrompeten), sehe ich den SInn auch nicht ein. Bei manchen Pilzarten wie den seltenen Röhrlingen z.B. sind schon 1 kg meistens viel zu viel. Meiner Meinung und meines Wissens nach ist noch keine Pilzart in Deutschland auf Grund übermäßigen Sammelns ausgestorben, die weitaus meisten bedrohten Pilzarten verdanken ihren Rückgang der Auslöschung ihrer spezifischen Biotope, sei es durch landwirtschaftliche Bebauung oder übermäßigen Stickstoffeintrag. Ich denke es können noch ne Menge weiterer anthropogener Faktoren gefunden werden. Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung wie lange so ein Trockenpilzvorrat überdauert, bei mir stehen auch noch Trockenpilze von vor drei Jahren rum. Es geht also nicht nur um SChutz, sondern auch darum wieviel man sinnvollerweise überhaupt selber verwerten kann. Um die Pilze nach 5 Jahren dann doch endlich wegzuschmeißen oder beim Aufräumen der Tiefkühltruhe zu entsorgen, sind sie wirklich viel zu schade.

Ich bin eigentlich auch ein Gegner von gesetzlichen Vorschriften und würde es viel lieber sehen, wenn jeder an sein eigenes Gewissen appelliert. Nur scheint dies nicht bei allen Leuten zu funktionieren. Das Problem in der jetzigen Gesetzgebung ist, daß sie teilweise widersinnig ist, indem Pilze geschützt werden, die es gar nicht unbedingt nötig hätten und andere Pilze, deren Schutz viel vordringlicher ist, überhaupt nicht im Gesetz enthalten sind. Widersinnige Gesetze befolgt man nicht gerne, ich tus auch nicht, aber mehr als ca. 5kg Pilze hab ich noch nie aus dem Wald geschleppt. Und zum SCHluß bleibt also doch wieder nur zu sagen, daß in dieser Situation doch jeder nach seinem Wissen und Gewisen selbst entscheiden muß, ob und wieviel Pilze jeder aus dem Wald entfernt.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Antwort an Alle

thomas, (vor 8831 Tagen) @ Birgit

ALso ich für meinen Teil trage keine Würmer durch den Wald spazieren, ich
putze gleich und entferne die Maden. Da schlägt man dann mehrere Fliegen
mit einer Klappe: Es können noch ein paar Sporen aus den Resten ausfallen,
ich muß den Abfall nicht entsorgen und ich schleppe mich nicht zu Tode. 10
kg würde ich nur äußerst ungern schleppen, was habt ihr nur alle für
Körbe?
Ich bin eigentlich auch ein Gegner von gesetzlichen Vorschriften und würde es
viel lieber sehen, wenn jeder an sein eigenes Gewissen appelliert. Nur
scheint dies nicht bei allen Leuten zu funktionieren. Das Problem in der
jetzigen Gesetzgebung ist, daß sie teilweise widersinnig ist, indem Pilze
geschützt werden, die es gar nicht unbedingt nötig hätten und andere
Pilze, deren Schutz viel vordringlicher ist, überhaupt nicht im Gesetz
enthalten sind. Widersinnige Gesetze befolgt man nicht gerne, ich tus auch
nicht, aber mehr als ca. 5kg Pilze hab ich noch nie aus dem Wald
geschleppt. Und zum SCHluß bleibt also doch wieder nur zu sagen, daß in
dieser Situation doch jeder nach seinem Wissen und Gewisen selbst
entscheiden muß, ob und wieviel Pilze jeder aus dem Wald entfernt.
Liebe Grüße
Birgit

Hallo;

Also am Grundgedanken der Gesetzgebung, wirklich bedrohte Arten durch eine Sammelbeschränkung erhalten zu wollen, ist ja sicher nichts auszusetzen.
Nur bin ich der Ansicht, das das Problem weiss Gott nicht an den gewerblichen Sammlern festzumachen ist.
Ein solcher Sammler kann in 30 Jahren nicht soviel Schaden anrichten wie ein modernst ausgerüsteter Trupp Holzfäller in einer Saison. Früher wurden gefällte Bäume mit Pferden aus dem Wald gezogen, um dem Waldboden möglichst wenig Schaden zuzufügen. Heute rückt man mit schwerstem Gerät an (Sattelschlepper, Holzernter, und wo man mit dem Ernter nicht durchkommt nimmt man eben ne Planierraupe.) und schlägt fein säuberlich in 30 Meter Abständen meterbreite Schneisen durch die Wälder. Natürlich genau dort, wo vorher schon Rinnen oder lichte Stellen ( und damit auch die Pilze) im Wald waren.
Da Pilze sehr empfindlich auf jedwede Störung in den Wäldern reagieren, ist das Resultat einer solchen Aktion klar:
Vorher eine enorme Artenvielfalt, nachher fast nichts mehr. Am extremsten trifft dies Fliegen- und Steinpilze, die scheinen am anspruchsvollsten zu sein was einen intakten Wald (Waldboden) betrifft.
Solange der Wald einigermassen naturbelassen bleibt, findet man alle gängigen Pilzarten in grossen Mengen, nach einer oben erwähnten Holzmacheraktion reduziert sich der Pilzbestand schätzungsweise um 90 Prozent. Hier sollte der Gesetzgeber ansetzen, und nicht bei den gewerblichen Sammlern, aber die Holzwirtschaft wird gerade in Bayern eine nicht zu verachtende Lobby haben.

Bei mir in der Gegend ( Naturpark Augsburg Westliche Wälder; Naturpark in Anführungszeichen) hat die Holzwirtschaft in den letzten 10 Jahren in einer Art und Weise *zugeschlagen*, das ich den Wald hier gar nicht mehr als solchen bezeichnen will, das hat mit Natur nur noch sehr wenig zu tun.
Leider kümmert sich absolut niemand hier um so etwas, die können machen was sie wollen, und Besserung ist leider nicht in Sicht. Vielleicht könnte ein richtiger Orkan helfen, die Windwurfschneisen hat die Holzwirtschaft ja gelegt, wenn ein paar Hektar Wald am Boden liegen, vielleicht gibt es dann ein Umdenken.

Aber ich hab da wenig Hoffnung.

Gruss;

thomas

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Re: Antwort an Alle

Elisabeth, (vor 8831 Tagen) @ thomas

Hallo;
Also am Grundgedanken der Gesetzgebung, wirklich bedrohte Arten durch eine
Sammelbeschränkung erhalten zu wollen, ist ja sicher nichts auszusetzen.
Nur bin ich der Ansicht, das das Problem weiss Gott nicht an den gewerblichen
Sammlern festzumachen ist.
Ein solcher Sammler kann in 30 Jahren nicht soviel Schaden anrichten wie ein
modernst ausgerüsteter Trupp Holzfäller in einer Saison. Früher wurden
gefällte Bäume mit Pferden aus dem Wald gezogen, um dem Waldboden
möglichst wenig Schaden zuzufügen. Heute rückt man mit schwerstem Gerät an
(Sattelschlepper, Holzernter, und wo man mit dem Ernter nicht durchkommt
nimmt man eben ne Planierraupe.) und schlägt fein säuberlich in 30 Meter
Abständen meterbreite Schneisen durch die Wälder. Natürlich genau dort, wo
vorher schon Rinnen oder lichte Stellen ( und damit auch die Pilze) im
Wald waren.
Da Pilze sehr empfindlich auf jedwede Störung in den Wäldern reagieren, ist
das Resultat einer solchen Aktion klar: Vorher eine enorme Artenvielfalt,
nachher fast nichts mehr. Am extremsten trifft dies Fliegen- und
Steinpilze, die scheinen am anspruchsvollsten zu sein was einen intakten
Wald (Waldboden) betrifft.
Solange der Wald einigermassen naturbelassen bleibt, findet man alle gängigen
Pilzarten in grossen Mengen, nach einer oben erwähnten Holzmacheraktion
reduziert sich der Pilzbestand schätzungsweise um 90 Prozent. Hier sollte
der Gesetzgeber ansetzen, und nicht bei den gewerblichen Sammlern, aber
die Holzwirtschaft wird gerade in Bayern eine nicht zu verachtende Lobby
haben.
Bei mir in der Gegend ( Naturpark Augsburg Westliche Wälder; Naturpark in
Anführungszeichen) hat die Holzwirtschaft in den letzten 10 Jahren in
einer Art und Weise *zugeschlagen*, das ich den Wald hier gar nicht mehr
als solchen bezeichnen will, das hat mit Natur nur noch sehr wenig zu tun.
Leider kümmert sich absolut niemand hier um so etwas, die können machen was
sie wollen, und Besserung ist leider nicht in Sicht. Vielleicht könnte ein
richtiger Orkan helfen, die Windwurfschneisen hat die Holzwirtschaft ja
gelegt, wenn ein paar Hektar Wald am Boden liegen, vielleicht gibt es dann
ein Umdenken.
Aber ich hab da wenig Hoffnung.
Gruss;
thomas

Hallo Thomas
Du sprichst mir aus dem Herzen . Bei uns im Allgäu sind eben auch solche Sachen in sehr pilzreichen Wälder passiert und es ist wie du sagst 90% Steinpilze bleiben weg. Vor allenDingen sind das bei uns Staatswälder.
Gruss
Elisabeth