Fundliste

Marcus B., (vor 8827 Tagen)

Hallo Pilzfreunde

Obwohl ich am Dienstagvormittag wegen einer Pilzvergiftung (ich hätte die geputzten Exemplare wohl doch lieber nicht 2 Tage im Kühlschrannk stehen lassen sollen, deshalb waren wohl einige verdorben) mit Übelkeit, Schwindelgefühl und leichtem Durchfall zu kämpfen hatte, hielt mich trotzdem nichts davon ab, am folgenden Tag wieder auf die Suche zu gehen.

Ich fand:
Steinpilze (Boletus edulis)
Flockenstielige Hexenpilze (Boletus erythropus), bis 14cm Hutdurchmesser
Goldröhrlinge (Suillus grevillei)
Maronen (Xerocomus badius)
Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus)
Filzige Gelbfüße (Gomphidius helveticus)
Fichtenreizker (Lactarius deterrimus)
Gemeine Weißtäublinge (Russula delica)
Dickblättrige Schwarztäublinge (Russula nigricans)
Rote Speisetäublinge (Russula vesca)
Perlpilze (Amanita rubescens)
Gelbberingte Perlpilze (Amanita rubescens var. annulosulphurea)
Graue Wulstlinge (Amanita excelsa)

stehen blieben:
Gallenröhrlinge (Tylopilus felleus)
verschimmelte Rotfußröhrlinge (Xerocomus chrysenteron)
Samtfußkremplinge (Paxillus atrotomentosus)
Rotbraune Milchlinge (Lactarius rufus)
alte Grasgrüne Täublinge (Russula aeruginea)
alte Jodoform-Täublinge (Russula turci)
Ockertäublinge (Russula ochroleuca)
Kirschrote Speitäublinge (Russula emetica var. emetica)
Fliegenpilze (Amanita muscaria)
Gelbe Knollenblätterpilze (Amanita citrina)
Falsche Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca)

Obwohl die Steinpilze jetzt im Rückgang begriffen sind (nur 2 relativ nahm ich mit) kam doch ein voller und artenreicher Korb zusammen.

Gruß

Marcus B.

P.S.: Gibt es außer dem Rotbraunen Milchling noch andere rote Milchlinge im (leicht) sauren Nadelwald? Bei meiner Bestimmung bin ich mir nämlich nicht ganz sicher da die gefunden Exemplare mir für diese Art - im Vergleich zu vorherigen Funden - etwas sehr hell erschienen. Ein Bruchreizker wäre wegen dem Standort bei Torfmoosen zwar möglich aber der typische Liebstöckel-Geruch fehlt, denn mein Fund roch angenehm pilzig.

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Rotbraune Milchlinge

Werner, (vor 8827 Tagen) @ Marcus B.

P.S.: Gibt es außer dem Rotbraunen Milchling noch andere rote Milchlinge im
(leicht) sauren Nadelwald? Bei meiner Bestimmung bin ich mir nämlich nicht
ganz sicher da die gefunden Exemplare mir für diese Art - im Vergleich zu
vorherigen Funden - etwas sehr hell erschienen. Ein Bruchreizker wäre
wegen dem Standort bei Torfmoosen zwar möglich aber der typische
Liebstöckel-Geruch fehlt, denn mein Fund roch angenehm pilzig.

Die rotbraunen Milchlinge bringen mich noch zur Verzweiflung. Es gibt leider sehr viele Arten, die sich sehr aehnlich sehen. Dein "rufus" muesste auf jeden fall ordentlich scharf schmecken. Wenn nicht, gibt es etliche Arten, so z.B. subdulcis, mitissimus, tabidus .... manche werden auch von verschiedenen Autoren synonymisiert usw. wie z. B. fulvissimus. Da hilft eigentlich nur der Besitz von 3 Dingen: 1. ein Mikroskop, 2. Heilmann-Claussen "Lactarius" und noch besser 3. "Lactarius" der ital. Serie Fungi Europaei. Selbst dann ist man oft nicht ganz sicher, was man denn vor sich hat. Gerade in den letzgenannten Werken werden manche rotbraune Arten naemlich unterschiedlich interpretiert. Ich dachte mal, die rotbraunen Milchlinge muessten sich nach so 2-3 ordentlichen Sessions inkl. mikroskopieren usw. erschliessen - nun weiss ich, dass ich da doch wesentlich laenger brauchen werde.

Auch die "Experten" sind sich da naemlich uneinig. So hatte ich mal einen hier in Mengen vorkommenden rotbraunen Milchling mehreren absoluten "Cracks" vorgelegt und bekam mehrere Antworten: einer sagte beispielsweise "subdulcis", ein anderer "tabidus" .... allerdings, ohne die Dinger mikroskopiert zu haben.

Mein Fazit: ohne massive Literaturstudien und mikroskopieren wird es wohl nur ein Schuss in den Wald, wenn man rotbraune Milchlinge makroskopisch restlos sicher trennen will. Ausnahme duerften sehr typische Formen einiger Pilze, wie z.B. manche im Moor vorkommende tabidi sein. Sonst braeuchte man schon einen Lactariusspezialisten - Peter Reil, habe gehoert Du bist so einer? Liest Du das? Was meinst Du dazu?

Viele Gruesse,

Werner

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Re: Fundliste

Birgit, (vor 8827 Tagen) @ Marcus B.

Hallo Marcus,

P.S.: Gibt es außer dem Rotbraunen Milchling noch andere rote Milchlinge im
(leicht) sauren Nadelwald?

daß es noch genügend rotbraune Milchlinge gibt hat dir Werner ja inzwischen erzählt.

Ein Bruchreizker wäre
wegen dem Standort bei Torfmoosen zwar möglich aber der typische
Liebstöckel-Geruch fehlt, denn mein Fund roch angenehm pilzig.

Der Bruchreizker kann ziemlich gemein ;-) sein, denn es gibt da immer Exemplare, die zwar spärlich milchen (übrigens die Milch ist durchsichtig, damit schon ein klares Unterscheidungsmerkmal zu den normalerweise weiß milchenden rotbraunen Arten), aber überhaupt nicht nach Maggi riechen oder Exemplare die zwar herrlich nach Maggi riechen, aber nicht zum Milchen zu überreden sind. Frisch und jung milcht er zwar noch, der typische Geruch entwickelt sich aber erst beim ANtrocknen. Und wenn er alt ist, dann riecht er sehr nach Maggi, aber die Milch ist bereits eingetrocknet. Wenn man Glück hat findet man mal ein Exemplar das riecht und milcht ;-).

Gruß

Birgit