Fundbericht Pfälzerwald

dbw, (vor 8819 Tagen)

Hallo,

hier ein kleiner Fundbericht von gestern aus meinem "Stammrevier":

Pfifferling (in ungewöhnlichen Mengen an grasigen Wegrändern - in Vorjahren praktisch keine)
gelbstieliger Trompetenpfifferling (kommen gerade erst - aber in Massen)
div. Täublinge (aber ungewöhnlich wenige)
Schafporling (reichlich, noch jung)
Maronenröhrling (so gut wie keine)
Edelreizker
Perlpilze (viele junge)
Semmelstoppelpilz
violetter Lacktrichterling

Zumindest an den von mir besuchten Stellen (Kiefern- und Buchen-/Eichenmischwald, zwischen 200 u 500 m ü N.N) tut sich im Moment noch nicht viel. Der Wald ist ingesamt auch recht trocken.

Bei Röhrlingen bis auf ein paar wenige Maronen völlige Fehlanzeige - auch keine Gallenröhrlinge, die anderswo im Moment ja fast wie Monokulturen zu wachsen scheinen.

Habe ich hier ein Gebiet erwischt, in dem die Bedingungen atypisch sind oder gibt es andere Erfahrungen aus dem Pfälzerwald?

Würde mich freuen, wenn ein paar "Pälzer" über ihre Erfahrungen berichten könnten.

Gruß, dbw

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Re: Fundbericht Pfälzerwald

MLjones, (vor 8819 Tagen) @ dbw

Hallo zusammen, Deine Frage ist ein willkommener Anlass für mich, mal wieder im Forum zu melden.
Deine Erfahrungen kann ich nur bestätigen, es ist zur Zeit - leider - sehr trocken in der Pfalz. Ich finde viele Pfifferlinge und Semmelstoppeln, auch Trompetenpfifferlinge. Röhrlinge sind zur Zeit bis auf wenige Rotfußröhrlinge, einige Hasenröhrlinge und ältere Flockenstielige Hexenröhrlinge Fehlanzeige. Also ess deinen Teller nicht leer, dass es endlich auch bei uns mal wieder regnet.
Gruß MLjones

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Anmerkungen und noch'n Fundbericht

EricS ⌂, (vor 8819 Tagen) @ dbw

Hi dbw und alle anderen...

...dafür war doch der Sommer absolut top. So unerwünscht es den meisten auch war, für die Pilzsaison war's klasse. Im Moment gibts bei uns in Südbaden mit Ausnahme von Cantharellaceae auch kaum Speisepilze...
Dafür wurden in den letzten 2 Wochen gefunden:

Craterellus cornucopioides (unglaublich viele, Wahnsinn)
Cantharellus cibarius (incl. var. amethysteus)
Cantharellus friesii

Gomphus clavatus
Clavariadelphus pistillaris
Ramaria sp. (2x, eine gelb, die andere orange -> da kenn ich mich überhaupt nicht aus ;-))

Astraeus hygrometricus (in den Reben)
Geastrum rufescens
Tulostoma fimbriatum (dto.)

Agaricus silvicola
Agaricus arvensis
Agaricus semotus
Agaricus haemorrhoidarius

Amanita citrina (gelb und weiß)
Amanita phalloides
Amanita rubescens (wie der obige sehr häufig)
Amanita pantherina
Amanita spissa

Tricholoma tigrinum

Hygrophorus penarius
Hygrophorus nemoreus (was mit dem los ist, weiß ich auch nicht. Um die Sulzburger Gegend ist das Vorkommen nahezu explodiert. Früher hatte ich zwei Fundstellen, heuer sind es gezählte 15 (in zwei MTB-Quadranten!))

Bondarzewia mesenterica

Boletus aestivalis
Boletus aereus
Boletus edulis
Boletus appendiculatus (Grüße an Christoph an dieser Stelle)
Boletus cf. rhodoxanthus (Schönberg bei FR)
Boletus erythropus
Boletus luridus
Boletus pulverulentus

Xerocomus rubellus
Xerocomus badius
Xerocomus chrysenteron

Gyroporus cyanescens
Gyroporus castaneus

Mutinus caninus
Clathrus archeri
Clathrus ruber (!), ebenfalls am Schönberg

Xerula radicata
Xerula melanotricha

Collybia fusipes

Hydnum repandum

Das war mal ein Ausschnitt. Habe leider auch nicht alles notiert, sodaß ich mich auf die leichter kenntlichen beschränke (zumal ich von den meisten eh keine Ahnung habe (Ramarien, Clitocybe (viele), Inocybe (noch mehr) oder Schlauchpilze). Suchgebiete waren MTB 8112 (Staufen und Umg.) sowie der Schönberg bei FR. Also, nicht verzagen!!

Viel Glück in die Pfalz und an den Rest der Welt: Eric

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Re: Fundbericht Pfälzerwald

Pfälzer, (vor 8816 Tagen) @ dbw

Hallo!

An meinem Usernamen wirst Du ja schon erkennen, dass ich ein Landsmann bin.

Meine Erlebnisse liegen zwar schon ein paar Tage zurück (Sonntag, 1.9.) decken sich aber ziemlich genau mit deinen. Ich war zunächst bei Haardt Richtung Weinbiet unterwegs und habe ausser einer krausen Glucke nichts gefunden. Anschliessend bei Elmstein war's dann besser mit ziemlich vielen Pfifferlingen (1,5 Pfund), einigen Flockis sowie Perlpilzen. Maronenpilze gab's nur 2-3 und Steinis gar keine. Die Pfifferlinge standen teilweise direkt an der Strasse, so dass man regelrecht "Drive-In-Sammeln" konnte. Das habe ich in den 10 Jahren, in denen ich sammeln gehe, noch nicht erlebt.

Gruss
Michael

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Re: Fundbericht Pfälzerwald

dbw, (vor 8816 Tagen) @ Pfälzer

Hallo Michael,

Ein krause Glucke hatte ich in meinem Fundbericht auch noch vergessen. Ich war übrigens auch in der Elmsteiner Gegend unterwegs. Das mit den Pfifferlingen ist wirklich erstaunlich - die hatte ich in den letzten 20 Jahren hier in der Gegend für praktisch ausgestorben gehalten (bis auf ein paar einzelne Zufallsfunde gab es die nirgends). Als Grund hatte ich zunächst angenommen, dass Anfang der 80er Jahre professionelle Suchkolonnen mit Funkgeräten durch den Wald zogen (da wurden sogar in der Tageszeitung Sammler angeworben !). Das allein ist aber sicher keine hinreichende Erklärung. Welcher Faktor oder welche spezielle klimatische Konstellation ist denn wohl für diese neuerliche Cantharellen-Schwemme (andere Leistlinge sind ja auch in Mengen anzutreffen) verantwortlich?

Wer hat eine plausible Theorie?

Gruß, dbw

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Re: Fundbericht Pfälzerwald

Hedi, (vor 8816 Tagen) @ dbw

hallo pälzer,

also habe ich doch die fundliste vom 31 Aug nochmal rausgeholt:
um Frankenstein/Weidenthal herum:
Amanita Citrina - in mengen
Grubenlorchel
Netzstieliger Hexenröhrling
ein paar Flockis
Schönfußröhrling
ein (1!) Kiefernsteinpilz
Pfifferlinge - auch am Wegesrand
Stockschwämmchen
Lila Lacktrichterling
Amanita Rubescens
Amanita Fulva, gleich mehrere
Kiefernmilchling(na sowas)
Hundsrute
Phalloides
Blasse Koralle
Semmelstoppelpilz
Strubbelkopfröhrling
Kartoffelbovist

und noch ein Sack voll Pilze die ich nicht gekannt habe. Hab sie stehen lassen.
Alles in allem: letzes Jahr war's besser, aber ich denke es ist noch früh...
Wird noch...!
Gruß
Hedi

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Re: Fundbericht Pfälzerwald

cortinarius varius, (vor 8814 Tagen) @ dbw

Hallo Michael,
Ein krause Glucke hatte ich in meinem Fundbericht auch noch vergessen. Ich
war übrigens auch in der Elmsteiner Gegend unterwegs. Das mit den
Pfifferlingen ist wirklich erstaunlich - die hatte ich in den letzten 20
Jahren hier in der Gegend für praktisch ausgestorben gehalten (bis auf ein
paar einzelne Zufallsfunde gab es die nirgends). Als Grund hatte ich
zunächst angenommen, dass Anfang der 80er Jahre professionelle
Suchkolonnen mit Funkgeräten durch den Wald zogen (da wurden sogar in der
Tageszeitung Sammler angeworben !). Das allein ist aber sicher keine
hinreichende Erklärung. Welcher Faktor oder welche spezielle klimatische
Konstellation ist denn wohl für diese neuerliche Cantharellen-Schwemme
(andere Leistlinge sind ja auch in Mengen anzutreffen) verantwortlich?
Wer hat eine plausible Theorie?
Gruß, dbw

hallo dbw,
der einzige Grund für die "Pfifferlinigschwemme" in der Pfalz aber auch in der Rheinebene ist meiner Ansicht nach das Wetter. Der verregnete Sommer läßt es zu, daß auch an Stellen, an denen sonst kein Pfifferling wächst dieser jetzt erscheint. In der Ebene habe ich die Feststellung gemacht, daß nach heftigen Gewitterregen die Pfifferlinge besonders gut wachsen, da der Waldboden gut durchfeuchtet wird.
Weiterhin viel Spaß bei der Pfifferlingssuche.
Gruß
Cortinarius varius