Tellerlinge - mikroskopische Fragen

Birgit, (vor 8819 Tagen)

Hallo,

einige Tellerlinge haben cyanophile Sporen (Sporenwände färben sich in Baumwollblau intensiv blau). Nun hatte ich einen Tellerling (identifiziert mit den ganz leicht eckig wirkenden Sporen, dem rosabränlichen Sporenpulver und dne leicht ablösbaren Lamellen) mit herablaufenden Lamellen , die auch der würzige Tellerling (Rhodocybe gemina) wohl in Ausnahmefällen mal haben kann. Obwohl die makroskopische Beschreibung eigentlich nicht gut mit dem orangefuchsigen Tellerling (Rhodocabe nitellina) übereinstimmt war das noch der einzige Tellerling der einigermaßen paßte. Bei R. nitellina stand im Breitenbach und Kränzlin, daß die Sporen cyanophil seien, bei R. gemina steht nix von Cyanophilie. Also dachte ich, daß das ja ein ganz gutes Unterscheidungsmerkmal wäre. Die Sporen sind aber cyanophil, jetzt frage ich mich halt ob R. gemina wirklich keine cyanophilen Sporen hat, ob die Cyanophilie der Rhodocybesporen nicht ein Gattungsmerkmal sein könnte? Vielleicht weiß das ja jemand hier? ANsonsten paßt alles auf R. gemina (Sporengröße, Cheilozystiden, makr. Beschreibung).

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Tellerlinge - mikroskopische Fragen

Andreas ⌂, (vor 8819 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

alle Rhodocyben haben cyanophile Sporen, das ist wie du vermutet hast ein Gattungsmerkmal.
Rh. gemina und nitellina kann man eigentlich anhand der Fruchtkörper schon kaum verwechseln: Nitellina hat den Habitus eines Rüblings mit schön orangenem Hut, gemina sieht aus wie ein fleischrötlicher Mairitterling.
Mikroskopisch gibt's noch ein gutes Merkmal: Rh. nitellina ist eine der ganz wenigen Rhodocyben mit Schnallen an den Septen, normalerweise hat Rhodocybe keine Schnallen!

Vorsicht bei rosabräunlichem Sporenpulver, auch Clitocybe kann das haben, z. B. in der Sektion Roseospora. Aber natürlich dann mit glatten Sporen. Bei Lepista wären die Sporen eher warzig als eckig und dort scheint auch nur die Ornamente cyanophil zu sein, nicht die ganze Sporenwand. Zudem haben Lepistas Schnallen, Rhodocybe zu allermeist nicht.

Übrigens kann ich der Geruchsangabe "mehlig-ranzig" bei nitellina nicht zustimmen, zumindest ist das dann wohl nicht konstant. Tanja und ich haben den Pilz neulich im Seedorfer Wald auch gehabt und er roch eher schwach süßlich oder etwas krautig, keinesfalls mehlig-ranzig.

Beste Grüße,
Andreas

Hallo,
einige Tellerlinge haben cyanophile Sporen (Sporenwände färben sich in
Baumwollblau intensiv blau). Nun hatte ich einen Tellerling (identifiziert
mit den ganz leicht eckig wirkenden Sporen, dem rosabränlichen
Sporenpulver und dne leicht ablösbaren Lamellen) mit herablaufenden
Lamellen , die auch der würzige Tellerling (Rhodocybe gemina) wohl in
Ausnahmefällen mal haben kann. Obwohl die makroskopische Beschreibung
eigentlich nicht gut mit dem orangefuchsigen Tellerling (Rhodocabe
nitellina) übereinstimmt war das noch der einzige Tellerling der
einigermaßen paßte. Bei R. nitellina stand im Breitenbach und Kränzlin,
daß die Sporen cyanophil seien, bei R. gemina steht nix von Cyanophilie.
Also dachte ich, daß das ja ein ganz gutes Unterscheidungsmerkmal wäre.
Die Sporen sind aber cyanophil, jetzt frage ich mich halt ob R. gemina
wirklich keine cyanophilen Sporen hat, ob die Cyanophilie der
Rhodocybesporen nicht ein Gattungsmerkmal sein könnte? Vielleicht weiß das
ja jemand hier? ANsonsten paßt alles auf R. gemina (Sporengröße,
Cheilozystiden, makr. Beschreibung).
Liebe Grüße
Birgit

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Danke

Birgit, (vor 8817 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

alle Rhodocyben haben cyanophile Sporen, das ist wie du vermutet hast ein
Gattungsmerkmal.

Danke, dann fehlt das also nur im B&K.

Rh. gemina und nitellina kann man eigentlich anhand der Fruchtkörper schon
kaum verwechseln: Nitellina hat den Habitus eines Rüblings mit schön
orangenem Hut, gemina sieht aus wie ein fleischrötlicher Mairitterling.

Das dachte ich ja auch. Rhodocybe gemina wurde aber von einigen Leuten wegen der deutlich herablaufenden Lamellen angezweifelt, Vermutung war es könnte vielleicht doch ein Lepista sein, welcher es sein könnte, fiel uns allerdings nicht ein. Daher hab ich das DIng mit nach Hause genommen. Mit dem Winkler und Sporenpulverfarbe (deutlich bräunlich, weing sichtbarer Rosaanteil, nicht blaß) bin ich dann nur noch bei zwei Gattungen hängegeblieben Paxillus und Rhodocybe. Lepista soll doch cremerosafarbenes Sporenpulver haben?

Mikroskopisch gibt's noch ein gutes Merkmal: Rh. nitellina ist eine der ganz
wenigen Rhodocyben mit Schnallen an den Septen, normalerweise hat
Rhodocybe keine Schnallen!

Hab auch keine gefunden, was bei meinen Mikroskopiefähigkeiten allerdings wenig besagt ;-).

Vorsicht bei rosabräunlichem Sporenpulver, auch Clitocybe kann das haben, z.
B. in der Sektion Roseospora. Aber natürlich dann mit glatten Sporen. Bei
Lepista wären die Sporen eher warzig als eckig und dort scheint auch nur
die Ornamente cyanophil zu sein, nicht die ganze Sporenwand. Zudem haben
Lepistas Schnallen, Rhodocybe zu allermeist nicht.

Die Sporen waren so auffallend leicht eckig, daß ich schon fast an einen Rötling dachte.... aber ocdh nicht eckig genug.

Übrigens kann ich der Geruchsangabe "mehlig-ranzig" bei nitellina
nicht zustimmen, zumindest ist das dann wohl nicht konstant. Tanja und ich
haben den Pilz neulich im Seedorfer Wald auch gehabt und er roch eher
schwach süßlich oder etwas krautig, keinesfalls mehlig-ranzig.

Ich weiß nicht wie alt der Pilz schon war, bevor er bei mir noch zwei Tage im Kühlschrank rumlag, inzwischen bin ich überzeugt davon, daß es Rhodocybe gemina ist.

Vielen Dank nochmal

Birgit

Beste Grüße,
Andreas