vollkommen off-topic

Birgit, (vor 8770 Tagen) @ Galadriel

Hallo Galadriel,

Exakt diese Antwort habe ich erwartet - nichts anderes! :-)

tja, leider reingefallen. Wie war das mit wer anderen eine Grube gräbt..... ;-)

was du da schreibst ist mir seit längerem bekannt (vielleicht nicht die genauen Zahlen der Abhängigen und das Risiko der Abhängigkeit). Wie kommst du darauf, daß ich das nicht weiß? Ich empfehle einem Kind auch nicht ein Bier zu trinken, obwohl es von einem Bier selbstverständlich kein Alkoholiker wird. Deine Ausführungen ließen sich böswillig so interpretieren, daß du das schon tun würdest, denn es wird ja dadurch kein Alkoholiker. Daß Benzos in psychischen Ausnahmesituationen ( und jetzt meine Definition: Panikattacken, Angstzustände, Übererregtheit, Flashbacks bei traumatisierten Personen und vieles mehr.... verzeih mir meine laienhafte AUsdrucksweise, aber ich denke es kommt schon rüber was ich meine) sehr hilfreich sein können, hatte ich ja extra geschrieben, weil ich das sehr wohl und nicht nur rein theoretisch weiß.

Bei den genannten Wirkstoffen (Diazepam/Bromazepan)ist es von
grosser Bedeutung, ob das Medikament nur gelegentlich oder über
einen längeren Zeitraum regelmässig appliziert wird. So wenig
der gelegentliche Genuss von Alkohol Alkoholiker produziert, so
wenig führt die gelegentliche Einnahme eines Tranquilizers zur
Abhängigkeit.

Aus berufenem Munde kam auch mir die Empfehlung zu Ohren, höchstens 5 Tage am Stück hintereinander Benzos zu nehmen, warum wohl?

Zur Frage des Abususpotentials wurde am Beispiel der fünf häufigst
genannten Präparate für das Jahr 1989 ein Gefahrenindex von 0,00002
berechnet, das heisst, auf hunderttausend Verschreibungen ist mit
zwei neuen Abususpatienten durch Benzodiazepine zu rechnen (LAEDEWIG et al.).

Ich weiß von mehreren Personen, die erfolgreich Benzodiazepine als Notfallmedikation im von mir oben angesprochenen Sinn benutzen, ich weiß allerdings ebenso von wenigen Personen, die von Benzos abhängig sind/waren (älteres Buch zum Thema: Ich tanze so schnell ich kann von Barbara Gordon).
Schlußfolgerung ist für mich, daß dies eine Medikamentengruppe ist, die von den Patienten sehr verantwortlich benutzt werden muß und sicher nichts für ein Kind/Jugendliche, allerhöchstens unter der AUfsicht der Eltern.

"psychische Ausnahmesituationen": In psychischen
Ausnahmesituationen werden Antidepressivas zur
Behandlung eingesetzt (nicht Tranquilizer)welche dann über lange
Zeitperioden unter begleitender psychatrischer Behandlung und
ärztlicher Überwachung erfolgen.

Woher hast du das? Antidepressiva werden bei Depressionen und bei psychischen Störungen, die Depressionen beinhalten, eingesetzt. Antidepressiva wirken nur in den allerseltensten Ausnahmefällen sofort, die meisten erst nach 2-6 Wochen. Daher eignen sie sich weniger für akute Situationen und gerade deswegen werden zu Beginn der Behandlung manchmal kurzfristig Benzodiazepine mit eingesetzt.

Mit Benzodiazepinen besteht, im Gegensatz zu Barbituraten nicht
einmal die Möglichkeit Suizid zu begehen. Beim Wirkstoff Paracetamol
(Panadol) zum Beispiel reicht bereits eine relativ geringe Dosis
(20er-Packung à 500mg) um für immer von der Bildfläche der
grobstofflichen Welt in die feinstoffliche, psychisch-geistige Späre
hinüberzutreten, und dieses Mittel kriegst du im Gegensatz zu Valium
und Lexotanil ohne ärztliches Rezept!

Mit Haldol (Neuroleptikum, manchmal benutzt um alte Leute ruhig zu halten und gerade das weiß ich wiederum aus der eigenen Verwandschaft und von einem befreundeten Neurologen) kann man sich meines Wissens nach auch nicht umbringen, das ist aber beileibe kein Grund das Zeug leichtfertig zu verschreiben. Barbiturate verschreibt ja heute wohl kaum noch einer, die Zeiten sind wohl endgültig vorbei.

Für Puristen und generelle Gegner von synthetischen Wirkstoffen
kommen als Ausweichsmöglichkeiten GABA (Gamma-Aminobuttersäure) oder,
auf rein pflanzlicher Basis, Baldrian in Frage, welcher im Gegensatz
zu anderen Tranquilizern weder die Verkehrstüchtigkeit beeinflusst noch
die Wirkung von Sedativa und Alkohol verstärkt. ;-)

Gruß

Birgit

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