Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Guy Marson, (vor 4074 Tagen) @ Snowwhite

Hallo Rebecca,

Hat jemand schon mit dieser Kamera gearbeitet? Die macht automatisch Stacking
mit Makrofotos.

Hab mir vor 2 Monaten diese Kamera gekauft. War gedacht für die Bebilderung des Weges auf Reisen: von A nach B, jede Minute ein Bild, mit GPS Koordinaten). Die TG-4 hat einige guten Eigenschaften: Sehr viele Einstellungen sind (kameraintern) mit einander verknüpfbar und erlauben vielfältige Einstell- und Aufnahmemöglichkeiten. Die Kamera hat aber leider sehr viele Unzulänglichkeiten. Sehr negativ beurteile ich die (m.E.) grottenschlechte Bildqualität auf Pixel-Ebene. Die Bilder sind stark verrauscht (auch bei kleinen ISO-Werten) und durch die starke Bildnachbearbeitung in der Kamera, was man als Anwender nicht verhindern oder abstellen kann, sind die Bilder sehr detailarm und wirken stark artefaktiert. Das Stapeln (focus bracketing - Kameraeinstellung "Mikroskop") im Makrobereich von c. 10-25 mm Bildbreite funktioniert zwar wirklich gut, aber die Bilder sind durch die oben genannten Widerlichkeiten nicht wirklich brauchbar. Im Bereich von 100 - 250 mm Bildbreite sind die Bilder etwas brauchbarer, wenn man auf die 100% Darstellung verzichten kann. Bleibt (u.a.) zu erwähnen dass alle Bilderserien (Bracketing inklusive) auf der Belichtungsmessung des ersten Bildes durchlaufen bis zum letzten Bild der jeweiligen Serie, egal wie die Beleuchtung sich zwischendurch verändert :(. Die Kamera ist m.E. z.Z. noch zu teuer, wäre bei 150 - 200.- Euro eventuell eine Option - wegen der vielfätltigen Kombinationsmöglichkeiten bei der Bildaufnahme aber im Makrobereich eben nicht gut genug. Wirklich gutes Fokus Bracketing (Stapeln) bietet die (neu nicht mehr erhältliche) Ricoh CX1, deren Bildqualität zwar auch nicht sooo gut ist, aber wesentlich besser ist als die der TG-4 von Olympus. Bei der Ricoh werden die Bilder zunächst einzeln aufgenommen und nach dem Stapeln (durch externe Programme auf dem PC) verbessert sich die Bildqualität auf Pixelebene, was bei der Olympus TG4 nicht der Fall ist (....).

Viele Grüsse,

Guy

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Snowwhite ⌂, (vor 4073 Tagen) @ Guy Marson

Hallo Guy,

du verstehst wirklich was davon. Ist das Hobby oder Beruf?

Habe mir schon gedacht, dass es nicht so traumhaft gut sein könnte - sonst würden wir alle Super-Makro-Fotos machen ohne viel Arbeit. :-)

Den Ricoh CX1 gibt es nicht mehr - eine defekte bei ebay. Eine CX5 (defekt) ist zu finden und eine CX6 in USA bei ebay.

Die neueste ist GR2 (800€). Ich habe die Daten nur überflogen, aber nichts von Stacking gesehen. Bei dem Preis müsste das aber dreimal drin sein.

Dann mache ich weiter mit meinem Pentax K-01.

Danke für die Bewertung der Kamera.

-Rebecca

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Guy Marson, (vor 4073 Tagen) @ Snowwhite

Hallo Guy,
du verstehst wirklich was davon.

tja, das mit dem Verstehen ist so ne Sache. Man tut was man kann..

Ist das Hobby oder Beruf?

Hobby

Habe mir schon gedacht, dass es nicht so traumhaft gut sein könnte - sonst
würden wir alle Super-Makro-Fotos machen ohne viel Arbeit. :-)
Den Ricoh CX1 gibt es nicht mehr - eine defekte bei ebay. Eine CX5 (defekt)
ist zu finden und eine CX6 in USA bei ebay.

tja, so ist das mit den Ricohs, die muss man sachte behandeln, die sind schon recht gebrechlich. Wenn die einmal (1x) hart aufschlagen sind sie meist hinüber.

Die neueste ist GR2 (800€).

die kenne ich nicht. Ist wohl so eine "Kamera-mit-35mm-Festbrennweite".

Ich habe die Daten nur überflogen, aber nichts
von Stacking gesehen. Bei dem Preis müsste das aber dreimal drin sein.

Von der CX-Reihe ist die CX1 die beste Option weil nur ein 7,2-faches Objektiv hat und somit am wenigsten verzerrt. Die ganzer CX-Reihe macht aber Fokusbracketing und in Verbindung mit einer weiteren Option (Intervalaufnahmen) lassen sich damit Bilder erstellen, die "voll durchgestackt sind" also deren Tiefenschärfe von Unendlich bis zum Nahbereich reichen. Ein Hinweis auf die Vorgehensweise steht dort:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8896.10;wap2
und in der anschliessenden Diskussion.

Die Kamera muss dabei auf einem Stativ montiert sein. Bewegte Bilder eignen sich nicht zum Stapeln, weil die Aufnahme von 30-100 Bildern (oder mehr) eine Weile dauert. Und man sollte bedenken, dass von jedem 5er Stapel immer zwei Bilder überflüssig sind, weil deren Schärfeneinstellung schon beim Stapel davor scharf eingestellt war. Weitere Details kann ich bei Bedarf mitteilen.

Dann mache ich weiter mit meinem Pentax K-01.

ok, viel Spass damit..

Danke für die Bewertung der Kamera.

bitte, gerne.

-Rebecca

Ciao,
Guy

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Gábor, (vor 4072 Tagen) @ Snowwhite

Hallo Rebecca,

da die TG4 kein schwenkbares Display hat, wäre das für mich bei der Pilzfotografie schon mal ein KO-Kriterium.
Und beim Stacking sollte man wissen, wofür man es überhaupt braucht.
Bei normalen Makrofotos braucht man es m.E. eher weniger, zumal es hier i.d.R. auch ausreicht, wenn die Kamera eine gescheite Makrofunktion hat.
Also bei Kleinpilzen in 1cm Abstand bei möglichst hoher Blendenzahl (8 oder mehr) den Fotoapparat erschütterungsfrei aufbauen und dann einfach nur lange genug belichten.
Und bei Super-Makros von Winzlingen unter der Stereolupe oder gar bei Mikroaufnahmen vom Sporenornament z.B. (hier ist dann tatsächlich Stacking angebracht) machte ich die Fokussiererei bislang eh von Hand.
Dass man schlicht durch eine automatische Stackingfunktion allein mit blossem Knopfdruck gleich hervorragende Ergebnisse erzielt, halte ich für eher unwahrscheinlich.
Die mir bekannten Fotografen, die Stacking tatsächlich einsetzen und auch geniale Ergebnisse damit erzielen, verbringen doch sehr viel Zeit damit...

LG, Gábor

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

42, (vor 4070 Tagen) @ Gábor

Hallo Rebecca & Gábor,

da die TG4 kein schwenkbares Display hat, wäre das für mich bei der
Pilzfotografie schon mal ein KO-Kriterium.

Vollste Zustimmung - ein Schwenkdisplay ist ein Muss!

Dass man schlicht durch eine automatische Stackingfunktion allein mit blossem
Knopfdruck gleich hervorragende Ergebnisse erzielt, halte ich für eher
unwahrscheinlich.
Die mir bekannten Fotografen, die Stacking tatsächlich einsetzen und auch
geniale Ergebnisse damit erzielen, verbringen doch sehr viel Zeit damit...

Ich kenne keine Kamera, die ein VOLLautomatisches Stacking ermöglicht - damit meine ich: die entsprechende Anzahl an Bilder erstellen und ZUSÄTZLICH diese Bilder in der Kamera zusammenrechnen.
Aber ansonsten ermöglichen fast alle Canon-Spiegelreflexkameras in Verbindung mit der kostenlosen Firmwareerweiterung 'Magic Lantern' ein automatisches Stacking. Der Fotograf gibt nur noch vor, von wo bis wo er es scharf haben will (evtl. noch, wie 'fein' der Abstand von Bild zu Bild sein soll), den Rest macht die Kamera.

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

P.S.: Ich versuche gerade, vom Stacking 'wegzukommen', da mich das relativ lange Fotografieren im Wald und dann das Zusammenrechnen der Bilder am PC doch etwas nervt. Deshalb leistete ich mir (seit 2 Wochen) zu meiner gewohnten Spiegelreflex jetzt auch noch eine Systemkamera (Olympus PEN E-PL7 + 60er Makro), die dank des relativ kleinen Chips von Haus aus eine größere Tiefenschärfe aufweist (dass der kleine Chip auch Nachteile hat, ist mir natürlich bewusst). Bisher bin ich hochzufrieden!

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Gábor, (vor 4070 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

: Aber ansonsten ermöglichen fast alle Canon-Spiegelreflexkameras in Verbindung
[quote]mit der kostenlosen Firmwareerweiterung 'Magic Lantern' ein automatisches
Stacking. Der Fotograf gibt nur noch vor, von wo bis wo er es scharf haben
will (evtl. noch, wie 'fein' der Abstand von Bild zu Bild sein soll), den
Rest macht die Kamera.
[/quote]

Das kannte ich noch gar nicht. Das scheint dann quasi die offizielle Antwort auf das CHDK zu sein, das ich immer noch benutze.

: P.S.: Ich versuche gerade, vom Stacking 'wegzukommen', da mich das relativ
[quote]lange Fotografieren im Wald und dann das Zusammenrechnen der Bilder am PC
doch etwas nervt.
[/quote]

Das meine ich mittlerweile auch, dass man diese Zeit für Stacking-Basteleien doch viel besser nutzen kann!

: Deshalb leistete ich mir (seit 2 Wochen) zu meiner
[quote]gewohnten Spiegelreflex jetzt auch noch eine Systemkamera (Olympus PEN
E-PL7 + 60er Makro), die dank des relativ kleinen Chips von Haus aus eine
größere Tiefenschärfe aufweist (dass der kleine Chip auch Nachteile hat,
ist mir natürlich bewusst). Bisher bin ich hochzufrieden!
[/quote]

Da würde ich mich über ein Paar Fotos mit der neuen Kamera natürlich sehr freuen ;-)

LG, Gábor

Re: Olympus Tough TG4 - Erfahrungen?

Guy Marson, (vor 4070 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

Ich kenne keine Kamera, die ein VOLLautomatisches Stacking ermöglicht - damit meine ich: die entsprechende Anzahl an Bilder erstellen und ZUSÄTZLICH diese Bilder in der Kamera zusammenrechnen

tja, also die TG-4 von Olympus kann das, macht aber daraus keine wirklich guten Bilder.
Danke für den Hinweis auf die Olympus Pen E-PL7. Die wird ja vielfach gelobt! War und wäre mir nicht aufgefallen, hmmm.. Aber einen "kleinen" Sensor hat die nun aber wirklich nicht, wenn ich bedenke wie "gross" der Sensor der TG-4 ist.. ;-(.

Viele Grüsse,

Guy

Re: Stacking

Snowwhite ⌂, (vor 4069 Tagen) @ 42

Stacking ergibt tolle Bilder. Aber genau das - es muss doch zeitraubend sein. Daher sträube ich mich dagegen. Es macht wahrscheinlich Spaß, es auszuprobieren besonders wenn der Erfolg so schön ist. Aber wenn ich die Wahl zwischen einem Waldgang und eine Runde Stacking am Computer habe - ist die Antwort klar.

LG - Rebecca

Re: Stacking

42, (vor 4069 Tagen) @ Snowwhite

Hallo Rebecca,

[...] Aber wenn ich die
Wahl zwischen einem Waldgang und eine Runde Stacking am Computer habe -
ist die Antwort klar.

Das Stacking am Computer ist für mich nicht so schlimm (das läuft fast vollautomatisch). Mich stört der Zeitaufwand beim Fotografieren viel mehr.
Für ein normales ungestacktes Bild brauche ich im Schnitt so ca. 2-3 Minuten (Stativ positionieren, scharfstellen, Belichtung anpassen, störendes Gras etc. entfernen, evtl. Aufhellfolie einrichten). Mit Stacken kommt locker die doppelte oder dreifache Zeit zusammen, je nachdem, wie viele Stackbilder angefertigt werden. Und in dieser zusätzlichen Zeit könnte ich doch schon längst wieder auf der Suche nach einem neuen Motiv sein :-)

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner